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Aachen
  
Vom Bahnhof zum Elisenbrunnen und zur Domschatzkammer

 


Empfangsgabäude des Aachener Hauptbahnhofs mit Großbaustelle Bahnhofsvorplatz

Wir erreichen Aachen mit einem Zug der Deutschen Bahn. Das mit Natursteinen verblendete Bahnhofsgebäude wurde im Jahr 1905 erbaut, die Eingangshalle wurde 2000 renoviert.

Nicht alltäglich ist, dass im Bahnhofsbereich zwei Stromsysteme betrieben werden: 15 kV Wechselstrom der DB und 3 kV Gleichstrom der SNCB.

Der Bahnhofsvorplatz wird zur Zeit vollkommen neu gestaltet und ist eine riesige Baustelle.


Mächtige Torburg: das Marschiertor in Aachen






Vom Bahnhofsvorplatz gehen wir durch die Lagerhausstraße und erreichen nach wenigen Schritten das mächtige Marschiertor, eines von ehemals 11 Toren der Stadt. Mit einer Breite von 25 Metern ist es eine der mächtigsten Torburgen Westeuropas.

Diese Bastion, ursprünglich eine Doppeltoranlage, wurde um 1257 erbaut. Soldaten und Stadtmilizen bewachten hier im Süden des äußeren Befestigungsringes den Zugang zur Reichsstadt, die Innenräume dienten überwiegend als Waffenlager.


Detailaufnahme Stadtseite der Torburg Marschiertor in Aachen








Seit 1964 befindet sich das Marschiertor in der Obhut der Stadtgarde "Oecher Penn", die sehr viele Arbeitsstunden und Geldspenden in die Erhaltung dieser Torburg investierte.


Marienkirche in Aachen mit minarettartigem Turm



Nach dem Bau des Aachener Hauptbahnhofes vor den Toren der Stadt erfolgte sukzessive eine dichte Besiedelung des Geländes zwischen Stadtmauer und Bahnhof. In dieser Zeit wurde die erste Marienkirche gebaut, die im Zweiten Weltkrieg sehr stark beschädigt wurde.

1976 entschloss man sich zu einem Neubau nach den Plänen des Architekten Karl-Otto Lüfkens aus Krefeld. Der achteckige Backsteinbau mit seinem minarettartigen Turm wurde zwischen 1980 und 1981 errichtet.

Da bei unseren Besuchen die Kirche verschlossen war, nutzten wir die Möglichkeit eines virtuellen Rundgangs durch das Kirchengebäude.


Fassade des Cafe Roncalli in der Theaterstraße in Aachen




Nicht weit von der Marienkirche entfernt erreichen wir am Cafe und Variete Roncalli die Theaterstraße.

Die Inneneinrichtung des Cafe Roncalli wurde von Bernhard Paul, Direktor des Circus Roncalli, entworfen und beinhaltet sehenswerte Teile der Roncalli-Zirkussammlung.


Stadttheater Aachen mit Säulenportikus und Giebelfeld

Das Aachener Stadttheater wurde zwischen 1823 und 1825 in klassizistischem Stil von Johannes Peter Cremer errichtet und bis auf den Säulenportikus mit dem Giebelfeld "Apollo als Beschützer der Musen" im Jahr 1901 nach Plänen von Karl-Friedrich Schinkel umgestaltet. Viele weitere Werke Schinkels konnten wir in Berlin bewundern, dem Zentrum seines Schaffens.

Von 1935 bis 1942 war Herbert von Karajan hier Generalmusikdirektor. Das im Krieg völlig ausgebrannte Theater wurde 1951 wieder ausgebaut.


Pferdestatue vor dem Stadttheater in Aachen




Nachdem die Pferde-Statuen am Bahnhofsvorplatz wegen der Bauarbeiten derzeit in Urlaub sind, treffen wir auf unserem Rundgang erstmals vor dem Stadttheater auf ein Pferde-Standbild. Das Werk von Gerhard Marcks entstand im Jahr 1963.

Die vielen Pferde-Skulpturen der Stadt lassen erkennen: Aachen ist eine Reiterstadt. Seit 1925 finden im Reitstadion im Stadtteil Soers Reitwettbewerbe statt, der bekannteste ist das internationale Reit-, Spring- und Fahrturnier CHIO (Concours Hippique International Officiel). Für Reiter hat das CHIO den gleichen Stellenwert wie Wimbledon für Tenniscracks. 


Klassizistische Wandelhalle des Elisenbrunnens in Aachen




Wahrzeichen von Bad Aachen ist der Elisenbrunnen am Friedrich-Wilhelm-Platz mit den beiden Trinkbrunnen im Rundbau.

Auch der Entwurf der klassizistischen Wandelhalle stammt von Schinkel, der Bau erfolgte 1825 - 1827.


Trinkbrunnen in der Wandelhalle des Elisenbrunnens in Aachen









Der Elisenbrunnen ist eine Fluorid- und schwefelhaltige Natrium-Chlorid-Hydrogencarbonat-Therme, ...


Trinkbrunnen in der Wandelhalle des Elisenbrunnens in Aachen



... deren Quellwasser mit einer Temperatur von 52,8 Grad aus der Erde sprudelt und bei rheumatischen Erkrankungen, degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates, Gicht, Dermatosen und Frauenleiden empfohlen wird.

Neben dem Elisenbrunnen gibt es im Stadtgebiet von Aachen weitere 64 Quellen, die heißesten Quellen in ganz Mitteleuropa!


Trinkbrunnen in der Wandelhalle des Elisenbrunnens in Aachen






Laut den beiderseits der Trinkbrunnen angebrachten Erinnerungstafeln kurten in Aachen viele gekrönte und ungekrönte Häupter.

Hier weilten König Pipin, Karl der Große, Kaiser Heinrich IV., Francesco Petrarca, Friedrich III., Albrecht Dürer, Ottavio Piccolomini, Anna Maria Luisa von Medici, Zar Peter der Große, Carl von Schweden, Willem von Oranien, Gustaf III. von Schweden, Maximilian Franz Erzherzog von Österreich und viele viele andere.


Blick vom Elisengarten auf die Dächer von Dom und St. Folian






Durch die Wandelhalle des Elisenbrunnens und den dahinter liegenden Elisengarten ...


Brunnen Kreislauf des Geldes am Elisengarten in Aachen



... gehen wir Richtung Münsterplatz und treffen auf einen Brunnen, der auf lustige Art den "Kreislauf des Geldes" darstellt: ein Vater zählt seinem Kind das Taschengeld vor, ein Bettler erhält Münzen zugesteckt.

Und: versucht da nicht einer, klammheimlich und hinterrücks jemandem die Tasche zu leeren?


Vinzenzbrunnen auf dem Münsterplatz in Aachen
Direkt nebenan liegt der Münsterplatz mit dem neugotischen Vinzenzbrunnen, der vom Aachener Stadtbaumeister Friedrich Ark im Jahr 1847 geschaffen wurde.

Die Sandsteinfigur erinnert an den Heiligen Vinzenz von Paul, der mit der "Confrerie des Dames de la Charite" die erste karitative Frauenvereinigung gründete.

Hier gönnen wir uns im Schatten der Häuser und Bäume in einem der einladenden Straßencafes einen leckeren Kaffee, bevor wir unseren Rundgang fortsetzen - die Tour ist noch lang.


farbenprächtige Skulptur der SparLotte auf dem Münsterplatz in Aachen


Da steht ein Pferd vor der Tür der Sparkasse Aachen!

Nicht nur die "Flotte Sparlotte" kündigt die WorldHorseParade an, insgesamt sind 200 Pferde-Skulpturen über die Stadt verteilt ausgestellt und sollen Einwohner und Besucher für die Pferdesport-Weltmeisterschaft 2006 in Aachen interessieren.


Vogel- oder Spatzenbrunnen am kleinen Münsterplatz in Aachen







Einige Meter weiter treffen wir auf den Spatzenbrunnen aus dem Jahr 1970.

Hier tummeln sich viele kleine Vögel - vielleicht weil dies der einzige Aachener Brunnen mit Trinkwasser ist.


Bürgerhaus am kleinen Münsterplatz in Aachen









Vorbei an wunderschönen Bürgerhäusern gehen wir ...


Grashaus in der Schmiedstraße von Aachen aus dem Jahr 1267








... zum ältesten Rathaus der Stadt in der Schmiedstraße.

Das Grashaus auf dem Gras stammt aus dem Jahr 1267 und beherbergt heute das Stadtarchiv.


Fassade des Grashauses in Aachen aus dem Jahr 1267







Früher diente das Haus mit seinem fensterlosen Erdgeschoss auch als Gefängnis, Kornhaus und Gerichtsstätte.

An der Front des Gebäudes sind unter dem Fenstersims zwischen Erd- und Obergeschoss die ersten Worte der Karls-Hymne eingemeißelt.


Historisches Gebäude Restaurant Rose am Fischmarkt in Aachen









Auch am Fischmarkt findet man einladende Straßencafes vor historischer Bausubstanz, ob vor dem Restaurant "Rose" zur Linken ...


Straßencafe vor dem Cafe Dürer am Fischmarkt in Aachen









... oder schräg gegenüber vor dem "Cafe Dürer". Schade: Sooo viele Pausen kann kein Mensch machen. Aber wir kommen ja öfter nach Aachen...


Fischpüddelchen-Brunnen am Fischmarkt in Aachen



Der Fischpüddelchen-Brunnen am Fischmarkt erinnert an die lange Fischtradition auf diesem Platz. Geschaffen wurde die Bronzeplastik vom Berliner Bildhauer Hugo Lederer im Jahr 1911. Auch das Fischpüddelchen wurde im Krieg eingeschmolzen, 1954 rekonstruierte Heinrich-Clemens Dick die Bronzeplastik anhand von Fotografien.

Ursprünglich nahmen viele Aachener Anstoß an diesem Jungen, der mit seinen Fischen ganz nackt auf dem Brunnen stand und der in der Anfangszeit Nachts sogar Polizeischutz benötigte.

Heute stören sich - wenn überhaupt - allenfalls Touristen am nackten Fischpüddelchen, die Aachener jednfalls haben sich längst daran gewöhnt und kaufen wie seit Jahrhunderten Samstags hier ihren Fisch.


Eingangsportal der Domschatzkammer in Aachen


Nur ein paar Schritte weiter zeigt die Domschatzkammer in der Klostergasse, hinter dem Kreuzgang des ehemaligen Marienstiftes, sakrale Kunstwerke von unschätzbarem Wert, darunter die von Karl IV. im Jahr 1349 gestiftete Karlsbüste, ein karolingisches Evangeliar aus dem 9. Jahrhundert, das Lotharkreuz aus dem 10. Jahrhundert und ein karolingisches Elfenbeindiptychon.

Fotografieren ist hier zum Schutz der kostbaren Exponate natürlich untersagt. Und: ein Foto könnte den Glanz und die Ausstrahlung dieser wertvollsten Kirchenschätze des Abendlandes aus karolingischer, staufischer und gotischer Zeit gar nicht wiedergeben. Das muss man selbst gesehen haben!

Hier kann man sich auch zu einer der sehr empfehlenswerten Domführungen anmelden, die meist zur vollen Stunde beginnen.

 



Nun können Sie sich in einem Cafe am Fischmarkt etwas ausruhen, bevor wir uns dann den
Dom zu Aachen und seine unmittelbare Umgebung
ansehen.








Das menschliche Auge sieht mehr als eine Kamera:

Unsere Fotos sollen nur den Appetit anregen.
Deshalb: Hinfahren und selbst ansehen!
Denn nichts ist besser als das Original.



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Seite aktualisiert: 03.10.2006