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Breda
    
"Zur Grote Kerk und zum Grote Markt"

 


MX-5 in der Adriaan van Bergenstraat vor der Grote Kerk in Breda







Wir erreichen Breda an einem frühen Sonntagvormittag und finden eher zufällig in der Adriaan-van-Bergenstraat einen freien Parkplatz.

Bei unseren Folgebesuchen haben wir weniger Glück und nutzen Parkhäuser am Nieuweweg und am Markendaalseweg.


Blick von der Prinsenkade über den Alten Hafen hinweg auf die Grote Kerk von Breda







Von der Adriaan-van-Bergenstraat sind es nur wenige Schritte bis zur Prinsenkade und der über den Hafen hinwegführenden Brücke "Hoge Brug", die im Jahr 2007 eine deutlich niedrigere Vorgängerbrücke ersetzte.

Von hier hat man einen schönen Blick auf die auch "Grote Kerk" genannte "Onze Lieve Vrouwe Kerk" und auf das ...


... links der Brücke zwischen den Wehrtürmen "Granaattoren" und "Duiventoren" ...

Wassertor Spanjaardsgat des Kastells von Breda

... gelegene Wassertor "Spanjaardsgat".


Durch dieses Wassertor soll im Jahr 1590 der Torfstecher Adriaan van Bergen mit seinem Torfkahn siebzig niederländische Soldaten in die Stadt geschleust haben, die die Tore öffneten und die überrumpelten spanischen Besatzer aus der Stadt vertrieben.

Die Geschichte als solche stimmt, aber nicht die Lokation: Damals standen zwar schon die beiden im Jahr 1509 erbauten, massiven Wehrtürme Granaattoren und Duiventoren, das Wassertor Spanjaardsgat selbst wurde jedoch erst 20 Jahre nach der Befreiung von den Spaniern erbaut. Tatsächlich drangen die von dem Torfstecher Adriaan heimlich transportierten Soldaten etwas weiter nördlich durch ein Schleusentor am heutigen Academiesingel in die Befestigungsanlage ein.


Ehemaliger Segelklipper Spinola in Alten Hafen von Breda
Neben dem Spanjaardsgat ist an der Hafenmauer der Klipper "Spinola" festgemacht.

Das Schiff wurde 1916 als Dreimaster erbaut und auf den Namen "Nova Spec" getauft. 1939 wurde die Nova Spec vergrößert und zu einem Motorsegler umgebaut, der in der Folge überwiegend Zucker transportierte.

1970 wurde der Klipper außer Dienst gestellt, von Privatleuten angekauft, zum Caféschiff umgebaut und "Spinola" getauft.


Ehemaliges Postamt am Alten Hafen von Breda


Das weiße Gebäude hinter der Kaimauer mit der Brasserie "t'Zusje" steht heute unter Denkmalschutz.

Das ehemalige Post- und Finanzamt wurde 1880/1881 nach den Plänen von
Cornelis Hendrik Peters im Stil der Neorenaissance erbaut und ersetzte die früher hier existierende Stadtwaage.

Cornelis Hendrik Peters wurde 1847 in Groningen geboren. Nach seiner Ausbildung ging er nach Roermond und wurde 1873 Bürochef des niederländischen Stararchitekten
P. J. H. Cuypers.

Ab 1884 war er als Reichsbaumeister für die Planung niederländischer Post- und Telegrafengebäude zuständig.

Sein wohl bedeutendstes Werk ist das
Hauptpostamt in Amsterdam.


Zurück auf der Hoge Brug haben wir einen schönen Blick ...

Kaufmannshäuser und Alter Hafen im niederländischen Breda

... auf die südlich gelegenen alten Kaufmannshäuser am Hafen.


Ehemalige Fischhalle am Hafen der niederländischen Stadt Breda


Neben der Brücke befindet sich die ehemalige Fischmarkthalle aus dem 18. Jahrhundert, die heute von dem Restaurant "Binnen" genutzt wird, das am frühen Vormittag noch geschlossen ist.

Deshalb machen wir unsere Pause auf den Korbstühlen vor dem angrenzenden "
Café De Huiskamer".

I
n der Sonne sitzend genießen wir den duftenden Kaffee ...


Eigentümlich bekleideter Niederländer am Hafen von Breda









... und wundern uns, dass sich die Einheimischen schon am frühen morgen leicht bekleidet und in großer Eile mit Bier eindecken.


Altes Kaufmannshaus De Anker am Hafen von Breda









Nach unserer Kaffeepause schauen wir uns am Hafen die aus dem Jahr 1780 stammende Fassade des Hauses "Den Anker" an.

Früher existierte hier eine Brauerei, heute wird Den Anker als Wohn- und Bürogebäude genutzt.


Blick durch die Vismarktstraat auf den Turm der Grote Kerk in Breda










Anschließend spazieren wir durch die Vismarktstraat ...


Straßencafes am Havermarkt im niederländischen Breda



... zu dem noch im Schatten liegenden Havermarkt.

Diesen ältesten Platz von Breda haben zahlreiche Gastronomiebetriebe mit Tischen und Stühlen regelrecht zugepflastert.

Nachts steppt hier wohl der Bär.


Straßencafes vor dem Restaurant Popocatepetl im niederländischen Breda





Vor dem mexikanischen Restaurant "Popocatepetl" biegen wir nach links in die Schoolstraat ein ...


Fassade der Synagoge im niederländischen Breda

... und werfen einen Blick auf die Synagoge von Breda in der Schoolstraat Nr. 2.

Nach Gründung der Israelischen Gemeinde Breda im Jahr 1803 wuchs die Glaubensgemeinschaft bis zum Jahr 1840 auf mehr als 230 Mitglieder an, was ein vollwertiges jüdisches Gotteshaus notwendig machte.

1845 kaufte man das Gebäude in der Schoolstraat und baute es zur Synagoge um, die am 27. Juni 1845 geweiht wurde.

Während des Zweiten Weltkrieges kam das kulturelle jüdische Leben zu einem abrupten Ende: 1942 wurden die meisten Mitglieder der jüdischen Gemeinde deportiert, die Synagoge geplündert und stark beschädigt.

Nach Kriegsende kehrten die wenigen Überlebenden wegen der schrecklichen Geschehnisse nicht mehr in das Gotteshaus zurück sondern gründeten stattdessen ein kleines Gotteshaus in der Doctor van Mierlostraat im Süden der Stadt.

Es dauerte Jahrzehnte, bis sich die Gemeinde entschloss, zur historischen Synagoge zurückzukehren, um an die vielen Opfer des Holocaust zu erinnern.


In den frühen 1990er Jahren erfolgte schließlich der Wiederaufbau und am 20. September 1992 wurde das jüdische Gotteshaus erneut geweiht.


Cafe De Vrachtwagen am Havermarkt im niederländischen Breda



Zurück am Havermarkt haben die Straßencafés immer noch geschlossen.

Deshalb spazieren wir vorbei an dem im Schatten der "Grote Kerk" gelegenen und im 17. Jahrhundert errichteten Gebäude mit dem "Café De Vrachtwagen" ...


Südfassade der Grote Kerk am Kerkplein von Breda

... zu dem vor der Südfassade der Grote Kerk gelegenen Platz "Kerkplein".

Die Grote Kerk ist das bedeutendste Bauwerk der Stadt. Sie wurde ab dem Jahr 1410 als Kreuzbasilika im Stil der Brabanter Gotik errichtet und ersetzte eine im 12. Jahrhundert erbaute Vorgängerkirche.

Zuerst wurde der Chor hochgezogen, 1468 wurde das Querhaus fertiggestellt, die Seitenkapellen folgten bis 1526, danach der Chorumgang.


Im Jahr 1547 wurde die Grote Kerk vollendet und "Unserer Lieben Frau" geweiht, weshalb sie auch "Onze Lieve Vrouwe Kerk" genannt wird. Die ursprünglich katholische Basilika ging 1637 mit der Reformation der Niederlande an die Reformierten über. Sie zählt zu den schönsten Kirchen des Landes und ist durch die Restaurierungen von 1843 sowie 1993-1998 sehr gut erhalten.

Das Gotteshaus wird heute für Konzerte und Ausstellungen genutzt. Nur noch sporadisch werden in der Grote Kerk Gottesdienste, Taufen, und Hochzeiten gefeiert.


Blick durch das Hauptschiff der Grote Kerk in Breda







Eine Besichtigung des Kircheninnern lohnt sich. Geöffnet ist die Grote Kerk von 10:00 - 17:00 Uhr, an Sonntagen von 13:00 - 17:00 Uhr; der Eintritt ist kostenlos.

Uns beeindruckt der Blick durch das etwa 50 Meter lange und über 20 Meter hohe Hauptschiff, das vor einem Lettner endet, hinter dem der Hochchor mit einem spätgotischem Chorgestühl, dem Grabmonument von Frederik Van Renesse und der Grabplatte von Willem van Galen bestaunt werden kann.


Grabmonument des Grafen Engelbert von Nassau in der Grote Kerk in Breda








Neben dem hier abgebildeten Grabmonument für Engelbert I. von Nassau findet man auch Grabplatten und Epitaphe für Dirk van Assendelft, Jan I. und Jan II. van Polanen, Joris van Froenhuijzen, Jan van Dendermonde, Jan van Hulten und Gabriël de Biest.


Prinzenkapelle mit der Grabkapelle des Niederländischen Königshauses Nassau






Links vom Chor liegt die durch ein mit Schnitzereien verziertes Gitter abgetrennte "Prinsenkapel".

In dem Renaissancegrabmal wurden mehrere Vorfahren des niederländischen Königshauses beigesetzt, darunter der 1504 verstorbene Graf Engelbrecht III. von Nassau und dessen sechs Jahre später verstorbene Gemahlin Cimburga von Baden.

Engelbrecht III. von Nassau war unter Kaiser Maximilian I. Generalstatthalter der Niederlande.

Das
Triptychon im Hintergrund stammt aus der Werkstatt des Jan van Scorel.


Wandfresko des Sint Christoffel in der Grote Kerk im niederländischen Breda









Sehenswert sind auch die alten Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert, die neben dem Eingang zur Taufkapelle den Heiligen "Sint Christoffel" und im linken Querschiff die "Verkündung Marias" darstellen, die um 1450 geschaffen wurde.


Taufbecken in der Grote Kerk im niederländischen Breda










Filigran verziert ist auch das vergoldete Taufbecken aus dem Jahr 1540, dessen riesiger und sicherlich schwerer Deckel nur über ein blaues Hilfsgestänge angehoben werden kann.


Orgel, Kanzel und Prinsenbank in der Grote Kerk in Breda





Auf der Orgelempore gegenüber dem Chor erstrahlt die von der Firma Flentrop erbaute Orgel in den Farben des Hauses Nassau: Blau und gold. Sie wurde am
16. Mai 1969 eingeweiht und unter Verwendung vieler Teile des Vorgängerinstrumentes geschaffen.

Die ursprüngliche Orgel wurde im Jahr 1534 erbaut und 1893 durch den Orgelbauer J. van den Bijlaardt aus Dordrecht modernisiert.

An den Säulen des Hauptschiffes befindet sich die um 1600 geschaffene Kanzel mit einem großen Schalldeckel, ihr gegenüber sieht man den Kirchensitz der Herrscher, die "Prinsenbank".



Zurück auf dem Kerkplein spazieren wir ...

Staßencafes auf dem Grote Markt der niederländischen Stadt Breda

... zu dem sich anschließenden "Grote Markt".


Die "Gute Stube von Breda" erhielt ihre heutige Form nach dem großen Stadtbrand des Jahres 1534. In den Sommermonaten findet man hier eine Vielzahl von Straßenrestaurants und -cafés, deren Plätze sich um die Mittagszeit nach und nach füllen. Einen freien Tisch findet man dann nur noch mit viel Glück.


Stadhuis am Grote Markt der niederländischen Stadt Breda


Auf der Ostseite des Grote Markt steht das historische "Stadhuis" von Breda, das an seiner mit Löwen verzierten Freitreppe und dem runden Türmchen auf dem Dach leicht erkennbar ist.

Über dem Eingang erkennt man eine Statue der Justitia, die mit verbundenen Augen die Waagschale hält.

Das erste Stadhuis der Stadt aus dem 13. Jahrhundert ist nach dem Stadtbrand des Jahres 1534 eingestürzt.


Das Rathaus in seiner heutigen Größe entstand durch die Zusammenlegung dreier nebeneinander stehender Häuser (Oude Stadhuis, Cleijne Stadhuis und Huize Vogelsanck), denen der aus Nijmegen stammende Baumeister Philip Willem Schonk im Jahr 1767 eine gemeinsame Fassade vorsetzte.

Der Ratsaal entstand im Jahr 1925 im Rahmen von Umbauarbeiten. In der Rathaushalle erinnert die Kopie eines Gemäldes von Diego Rodriguez da Silva y Velázquez an "Die Übergabe von "Breda" an den spanischen Heerführer Ambrosio Spinola im Jahr 1625.


Westseite der Grote Kerk im niederländischen Breda






Von Stadhuis aus hat man einen schönen Blick auf die Nordwestseite der Grote Kerk.

Der 97 Meter hohe Turm konnte nach 40-jähriger Bauzeit im Jahr 1509 fertig gestellt werden.

Der Turmhelm wurde 1702 ergänzt, weil die ursprüngliche Turmbekrönung 1694 abbrannte.


Stufengiebelhaus am Grote Markt der niederländischen Stadt Breda





An der Nordseite des Marktplatzes werfen wir noch einen Blick auf des alte Stufengiebelhaus "Prins Maurits" aus dem Jahr 1612 ...


Weinlagen-Wegweiser vor dem Pinot am Grote Markt im niederländischen Breda






... und auf den Pinot-Weinlagen-Wegweiser schräg gegenüber, ...


Statue der Judith mit dem Haupt von Holofernes auf dem Grote Markt in Breda

... bevor wir uns die Südseite des Platzes ansehen.

Hier steht auf einer Säule die Statue der Judith, die das Haupt des assyrischen Feldherren Holofernes in Händen hält.

Das Werk des Bildhauers Daniel C. Niel aus Steenbergen erinnert die Einwohner von Breda an den Kampf gegen die einstigen Besatzer und an die wiedergewonnene Freiheit.

Im Alten Testament wird beschrieben, wie Holofernes, ein General des babylonischen Königs Nebukadnezar aufbricht, um die Länder am Roten Meer zu unterwerfen.

Er zieht mordend und brandschatzend umher und belagert schließlich auch die judäische Stadt Betulia, deren Bewohner es bald an Nahrung und Wasser mangelt.

Die wohlhabende Witwe Judith beschließt deshalb, ihre körperlichen Reize einzusetzen, um die Stadt und deren Bewohner zu retten.


Gemeinsam mit ihrer Magd schafft sie Krüge mit Wein in das Lager der Besatzer und es gelingt ihr sogar, bei Holofernes vorgelassen zu werden, um ihren Wein persönlich übergeben zu können. Von Judiths Schönheit betört, lädt Holofernes sie zu einem Gelage ein. In der Hoffnung auf eine Liebesnacht mit ihr fordert er seine Dienerschaft auf, das Zelt zu verlassen und beginnt mit Judith zu zechen. Der judäische Wein verfehlt dabei seine Wirkung nicht: Holofernes betrinkt sich dermaßen stark, dass es Judith ein leichtes ist, ihn mit dessen eigenen Schwert zu enthaupten.

Als Nebukadnezars Soldaten am nächsten Morgen dann den enthaupteten Feldherrn entdecken, ergreifen sie voller Panik die Flucht. Die Bewohner von Betulia sind gerettet.


Ursprüngliches Schlachthaus dann Boterhal am Grote markt in Breda

Seitlich der Säule steht das denkmalgeschützte Gebäude "Boterhal".

Es wurde ursprünglich als Wohnhaus errichtet und "Het witte Lam" genannt. Ab dem Jahr 1617 wurde das Erdgeschoss des Weißen Lamms als Fleischmarkt genutzt, was die Rinderköpfe am Eingangsportal erklärt. Im Obergeschoss hatte die Sint Jorisgilde ihren Sitz.

Das weiße Relief im Giebelbereich wurde 1772 im Rahmen einer Renovierung des Gebäudes ergänzt. Es zeigt den Kampf von St. Georg (Sint Joris) mit dem Drachen.

1861 änderte sich mit der Eröffnung der "Boterhal" die Nutzung des Gebäudes erneut.

Heute ist die Boterhal ein bekanntes Tapasrestaurant und Spezialbiercafé. Die Hausbiere der Boterhal werden seit Juni 2016 von der in den Kellergewölben angesiedelten "Sint Joris Browerij" gebraut.

 



Hier geht es weiter:
Zum Valkenbergpark und zum Kasteel von Breda




Hier finden Sie weitere Infos:
CafeBar Spinola

Brasserie t'Zusje

Synagoge Breda

Grote Kerk Breda

De Boterhal

Sint Joris Brouwerij












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Seite erstellt: 21.06.2017