Foto-Reisebericht
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Brugge -
Brügge Vom Groeningemuseum
zum Minnewaterpark
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 Hinter
der Nepomukbrücke schlendern wir nun entlang des Dyver und der
langgezogenen
Rückseite des Brügger "College of Europe" am
gegenüber liegenden Grachtufer.
Das vor mehr als 60 Jahren
gegründete Institut bietet seinen Studenten in französischer und englischer
Sprache fünf Master-Studiengänge an: "European Economic Studies",
"European Legal Studies",
"European Political and Administrative Studies",
"International Relations and Diplomacy Studies"
sowie "European Interdisciplinary Studies".
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Das
renommierte Europa-College eröffnete im Jahr 1992 einen
zweiten Campus im polnischen Natolin bei Warschau.
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Links
der Rei passieren wir den wappengeschmückten Tordurchgang zum "Groeningemuseum".
Das städtische Museum der Schönen Künste ist Brügges
bedeutendstes
Museum. Es wurde 1930 gegründet und zeigt wertvolle
Gemälde der Flämischen Primitiven, darunter Hans
Memling, Rogier van der Weyden und Hugo van der
Goes.
Das herausragendste
Exponat ist wohl die "Madonna mit dem Kanoniker
van der Paele", gemalt von Jan van Eyck um
1435.
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Wir verschieben einen Besuch
des Groeningemuseums auf einen weiteren Brügge-Besuch, denn
nach dem langen Winter wollen wir so lange wie möglich
die warmen Strahlen der
Aprilsonne genießen.
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Deshalb
spazieren wir weiter entlang der Gruuthusestraat, schauen
uns auf dem Trödelmarkt
an der Rei um...
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und erreichen das
klassizistische Herrenhaus "Arentshuis", in
dem man das "Brangwyn-Museum" findet.
Der 1867 in Brügge geborene Maler Frank Brangwyn
schenkte seiner Geburtsstadt dreihundert Gemälde.
Nach
dem Ankauf des Anwesens der Familie Arents durch
die Stadtverwaltung im Jahr 1906 wurden Brangwyns
Werke hier ausgestellt.
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Durch
den Torbogen erreichen wir den Arentshof,
von dem aus man die gotische Seitenfassade des
"Gruuthuse" sieht, ...
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das wir von der Gruuthusestraat aus durch einen monumentalen
und reich verzierten Torbogen erreichen.
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Das
beeindruckende Stadtpalais der Herren van Gruute
entstand im frühen 15. Jahrhundert.
Der
Name der Familie geht auf die "Gruute"
zurück, die als Würze zum Bierbrauen benötigt wurde.
Die Herren van Gruute hatten in jener Zeit das äußerst
einträgliche Monopol, den Bierbrauern die Würze
zu liefern.
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Beeindruckend
ist auch das Eingangsportal zum Palais. Neben vielen
filigranen Verzierungen zeigt es auch ein Reiterstandbild
von Lodewijk van Gruuthuse und darunter die Inschrift
des Familien-Mottos "Plus est en vous"
- "In Dir steckt mehr".
Heute
beherbergt das Palais das Gruuthuse-Museum, das neben
alten Gemälden und Wandteppichen auch Möbel, Waffen,
Silberarbeiten und Musikinstrumente
aus vergangenen Jahrhunderten zeigt.
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Beim
Verlassen des Innenhofs stellen wir fest, dass
der als Eingang dienende Torbogen in Wirklichkeit ein malerisches
Torhaus mit bunten
Glasfenstern ist.
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Zurück
in der Gruuthusestraat schauen wir eine Weile einer
Klöpplerin zu, die mit viel Geschick die am Klöppelkissen
befestigten Klöppel hin und her bewegt, miteinander
kreuzt und dreht und so nach einem vorgegebenem, unsichtbaren
Muster das auf den Klöppeln aufgewickelte Garn zu
Brügger Spitze verarbeitet.
Das klingt nicht
nur kompliziert, das ist auch kompliziert. Jedenfalls
für den unbedarften Zuschauer.
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Vorbei
am "Gruuthuse Hof" erreichen wir...
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den Guido-Gezelle-Plein mit der Statue des wohl
bedeutendsten Dichters des niederländischen Sprachraums.
Guido
Gezelle wurde am 1. Mai 1830 in Brügge geboren
und mit 24 Jahren zum Priester geweiht. Viele
Jahre war er auch als Lehrer tätig. Entgegen der allgemeinen
literarischen Sprachausrichtung schrieb Gezelle
seine Dichtungen
in niederländischer Sprache.
Seine bekanntesten
Werke sind "Kerkhofblommen"
aus dem Jahr 1858 und Tijdkrans von
1893.
Guido Gezelle verstarb am 12. November
1899 in seiner Geburtstadt.
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Nur
wenige Schritte weiter ragt die mächtige Liebfrauenkirche
in den Himmel.
Mit dem Bau von "Onze Lieve
Vrouwekerk" wurde 1225 begonnen, weil die romanische
Vorgängerkirche aus dem 9. Jahrhundert zu klein
geworden war.
Als erstes wurde das Hauptschiff
hochgezogen, 1270 folgte der Chor und zehn Jahre
später die Apsis. Die Seitenschiffe wurden 1370
und 1450 ergänzt.
Der alles überragende,
122 Meter hohe Turm entstand zwischen 1270 und 1350.
Während unserer Besuche war er wegen Sanierungsarbeiten
vollkommen eingerüstet.
Die beiden Treppentürme
auf der Südseite des Gotteshauses überraschen uns:
Sie wurden mit blau schimmernden Steinen erbaut.
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Onze
Lieve Vrouwekerk wurde entsprechend der Bauepoche
in gotischem Stil errichtet.
Die sakrale
Ausstattung der Liebfrauenkirche ist allerdings
durchgängig barock, weil die gotische Kirchenausstattung
während der Bilderstürme des 16. Jahrhunderts
vollständig vernichtet wurde.
Damals wurden
die Forderungen der Calvinisten nach eigenen Gottesdiensten
zurückgewiesen, was zu bürgerkriegsähnlichen Aufständen
führte, die von den Geusen, einer niederen Adelsschicht,
mitinitiiert wurden.
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Das
absolute Highlight in der Liebfrauenkirche - und
wahrscheinlich auch in der gesamten Stadt - ist
die weiße Marmorstatue "Madonna mit
Kind" von Michelangelo Buonarroti im rechten
Seitenschiff.
Das wunderschöne Werk wurde
von dem großen Florentiner Meister im Jahr 1514
geschaffen.
Kurz nach dessen Vollendung erwarb
es der Brügger Fernhandelskaufmann Jan van Mouscron, der in
Florenz eine Filiale unterhielt und dort unter dem
Namen Giovanni di Moscerone bekannt war.
Mouscron
schenkte das Kunstwerk, das als einziges zu Lebzeiten
von Michelangelo Buonarroti ins Ausland verkauft wurde,
seiner Kirchengemeinde.
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Hinter
dem Lettner im Chor findet man neben mehreren sehenswerten
Exponaten des Kirchenschatzes, darunter auch der
Silberschrein
des Heiligen Bonifatius aus dem 17. Jahrhundert,
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auch die filigran verzierten Prunkgräber von Maria von Burgund und
deren Vater Karl dem Kühnen.
Karl der Kühne
fiel 1477 bei Nancy, seine Tochter Maria von Burgund
starb fünf Jahre später in Brügge.
Erstaunlicherweise
ist das im Renaissancestil geschaffene Prunkgrab
Karls aber knapp 50 Jahre jünger als das gotische
Grab seiner Tochter Maria.
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Die Erklärung
liefert uns eine nette Damen der Museumsverwaltung:
Karls Leichnam konnte erst um 1530 nach Brügge überführt
werden. Zu diesem Zeitpunkt ruhten die Gebeine seiner
Tochter schon mehr als vierzig Jahre hier in der
Liebfrauenkirche.
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 Während
unseres Besuches der Onze Lieve Vrouwekerk hat sich
auf dem Kirchplatz davor ein Leierkastenmann postiert.
Bei seinem Instrument handelt es sich ganz
offensichtlich um ein betagtes Original, denn er
muss Lied für Lied die alten Lochkarten nachlegen.
Seine Melodien
klingen vor der hohen Fassade des alten Gotteshauses
so hervorragend, dass wir uns auf eine der Bänke
in die Sonne setzen und diese selten gewordenen
Klänge genießen.
Wir sitzen hier so lange, ....
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dass uns am Ende die Zeit für den geplanten Besuch
des seitlich der Liebfrauenkirche gelegenen "Sint-Jans-Hospitaal" fehlt.
Egal,
wir werden das älteste Hospital Europas mit seinen
Krankensäalen aus dem 13. Jahrhundert dann halt während
unserer nächsten Brügge-Visite besichtigen.
Sehenswert
ist das bis in die 1970-er Jahre noch als Krankenhaus
genutzte Sint-Jans-Hospitaal allemal, denn es beherbergt
nicht nur eine originale Apotheke
aus dem 17. Jahrhundert.
Im Sint-Jans-Hospitaal
wurde auch das
Hans-Memling-Museum
eingerichtet, in dem Werke des aus Seligenstadt stammenden
und um 1465 nach Brügge ausgewanderten flämischen Malers
zu sehen sind, darunter als Glanzstück auch der
weltbekannte Ursulaschrein.
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Beschwingt
von den Klängen der Drehorgel spazieren wir entlang
der Mariastraat über
die Mariabrücke, von der aus wir einen herrlichen
Blick auf die Seitenfront des Sint Janshospitaal
und dessen historische Krankensääle aus dem 13. Jahrhundert
haben, ...
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und erreichen dann die Einmündung der engen Stoofstraat, die Ulrike
direkt an die Tittentastergasse in der Hansestadt
Wismar erinnert.
Wir warten, bis die
beiden uns entgegenkommenden Reisegruppen aus Japan
und Südkorea die Gasse verlassen haben und erreichen
dann stoß- und schubsfrei...
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den autofreien Walplein mit seinen gemütlichen Straßencafés
und Bistros.
Hier am Walplein und entlang
der angrenzenden Walstraat verlief früher der mittelalterliche
Verteidigungswall um die Stadt.
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Ganz
verkehrsfrei ist der Walplein allerdings nicht,
denn hier parken vollkommen verbotswidrig irgendwelche
griechischen Götter während ihrer Brügge-Besuche
regelmäßig eine
Kutsche.
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An
der Kreuzung Walplein - Wijngaardstraat - Noordstraat
erreichen wir "The Chocolate Corner",
das wir uns etwas näher anschauen, weil Brügge neben
seinen historisch-architektonischen Reizen auch
für ganz besondere Gaumenfreuden bekannt ist: Schokolade
aus Brügge.
Es verwundert deshalb nicht,
dass es in der Stadt nicht nur das Schokoladenmuseum
"Choko Story" in der Wijnzakstraat gibt,
es wird auch jedes Jahr ein Schokoladenmarkt organisiert,
auf dem die Brügger Chocolatiers ihre kunstvollen
Creationen vorstellen.
Nach unserem kurzen
Schokoladen-Abstecher folgen wir der Wijngaardstraat...
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und erreichen nach wenigen Metern den Wijngaardplein.
Hier
legen die Kutscher auf ihrer Tour durch die Altstadt
eine kurze Pause ein, um die Pferde zu versorgen und um ihren Fahrgästen die Möglichkeit
zu geben, den angrenzenden "Begijnhof
ten Wijngaarde" zu besichtigen.
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In
der Grünanlage zwischen Wijngaardplein und Begijnhof
brüten zu unserer Überraschung trotz der vielen
vorbeiziehenden Touristen doch tatsächlich einige
Schwäne in unmittelbarer Nähe zur Straße.
Ergo:
In
Brügge fühlen
sich sogar Schwäne wohl.
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Unter
den kritischen, sonnenbebrillten Augen einer Ordensfrau...
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gehen auch wir über die kleine Fußgängerbrücke, die
zum Begijnhof
führt, ...
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und von der man einen malerischen Blick
auf die Rei nahe dem Minnewater hat.
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 Hinter
der Brücke öffnet sich der weitläufige Begijnhof,
der im Jahr 1245 gegründet wurde und in dessen weiß
gestrichenen Häuschen früher Begijnen lebten. Heute
wird der Begijnenhof von Benediktinerinnen
bewohnt.
Auf Spuren der Beginen sind wir
schon
früher am Kranenkonvent in der Hansestadt
Lübeck gestoßen. Die "Reutlinger Weibsbilder"
beschreiben auf ihrer Website ein Beginenhaus als
mittelalterliche,
laienreligiöse Frauen-WG, zu deren Grundregeln
Bescheidenheit, Keuschheit und ein Leben durch eigener
Hände Arbeit gehören.
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 Neben
einem kleinen Museum findet man im Brügger Begijnhof
auch eine einfach gehaltene Kirche, die der Heiligen
Elisabeth geweiht ist.
Das heute von den
Benediktinerinnen genutzte Gotteshaus wurde zu Beginn
des 17. Jahrhunderts auf den Grundmauern einer
Vorgängerkirche errichtet, die 1584 abgebrannt war.
Im
Kircheninneren findet man neben einem sehenswerten
Barock-Altar
auch ein Großgemälde der Schutzpatronin des Begijnenhofes,
das aus der Zeit des Kirchenbaus stammt.
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Wir
haben Glück und erleben Mitte April den Beginenhof
in seiner farbenprächtigsten Woche: Tausende Narzissen
verzaubern den Hof in ein gelb-weißes Blütenmeer.
Etwas ähnliches sahen wir bisher nur während der
Krokusblüte
in Husum.
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Vom
prachtvollen Naturschauspiel im Begijnenhof sind
es nur wenige Schritt bis zum romantisch gelegenen
Minnewater.
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Hier
am Poertoren, dem ehemaligen Pulverturm der mittelalterlichen
Stadtbefestigung, trennen sich nun unsere Wege.
Von
hier aus finden Sie ganz leicht ohne uns zu Ihrem
Fahrzeug im Parkhaus am Hauptbahnhof zurück:
Sie lassen
das Minnewater
links liegen und biegen vor dem Turm einfach rechts ab und folgen der Grünanlage,
die Sie direkt zum Stationsplein führt.
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Wir
bleiben noch eine Weile hier am Minnewater...

...
und genießen in der wohl schönsten Parkanlage von
Brügge die "Natur pur" ...
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