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Ostseeinsel Fehmarn
  
"Kornkammer des Nordens"

 


Die Fehmarnsundbrücke verbindet die Ostseeinsel Fehmarn mit Europa

    "Fehmarn - Krone im blauen Meer"
    Heimatdichter Peter Wiepert


Die Fehmaraner bezeichnen ihre 187 Quadratkilometer große Insel gerne als "Knust", als kleinen in der Ostsee schwimmenden Brotkanten oder als den "6. Kontinent". Ihre Heimat, die Ostseeinsel Fehmarn, die der etwa 1 Kilometer breite Fehmarnsund von "Europa" trennt, zählt zu den regenärmsten und sonnenreichsten Gegenden Deutschlands.

Hauptsäule der Fehmaraner Wirtschaft ist neben der Landwirtschaft, die auf ertragreichen Humusböden reiche Getreideernten einfährt und in großen Scheunen einlagert, der stetig wachsende Tourismus. Auf der gerade einmal 13.000 Einwohner zählenden Insel mit ihren etwa 40 Dörfern und der Stadt Fehmarn übernachten jährlich bis zu 350.000 Besucher, die nicht nur wegen des anerkannt milden Heilklimas nach Fehmarn kommen. Auch die mehr als 78 Kilometer lange Küste der Insel mit ihren vielen herrlichen Stränden und den großen Naturschutzgebieten "Grüner Brink", "Krummsteert Sulsdorfer Wiek" und dem "Wasservogelreservat Wallnau" sowie ihren unterschiedlichen Topographien lockt Naturliebhaber, Badeurlauber, Wanderer, Radler und Surfer an. Die Südküste bei Burgtiefen hat den schönsten und weißesten Sandstrand der Insel, die rauhe und steinige Ostküste verfügt über eine Steilküste, die Nordküste wird durch eine typische Dünenlandschaft mit kleinen Strandseen und Strandwällen geprägt, während man an der windreichen Westküste einen flachen Strand vorfindet.
 

Flagge von Fehmarn: Goldene Krone im Blauen Meer


Die Insel erhält ihre heutige Gestalt durch postglaziale Veränderungen vor etwa zehntausend Jahren. Eine erste Besiedlung von Fehmarn findet etwa 5.000 Jahre v. Chr. statt, als sich die Nachfolger skandinavischer Rentierjäger als Fischer und Sammler auf der damaligen Festlandshalbinsel sesshaft werden. Erste Siedlungen entstehen etwa 3.000 Jahre v. Chr., als sich Bauern hier niederlassen. Etwa 700 Jahre später wird Fehmarn durch den steigen Meeresspiegel bei gleichzeitiger Absenkung des Landes während der Litorinasenkung vom Festland abgetrennt. Zur Zeit der Völkerwanderung verlassen die Germanen die Insel, die erst durch slawische Wagrier zwischen dem 4. und 9. Jahrhundert neu besiedelt wird. Auch Piraten nisten sich auf Fehmarn ein, die die hart an der Ost-West-Passage gelegene Insel als ideales Versteck nutzen. Adam von Bremen schreibt im 11. Jahrhundert in seiner Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum, dass die Insel voll von blutrünstigen Seeräubern und Banditen ist, die keinen verschonen, der hinüberfährt.

Im 12. Jahrhundert werden die Slawen im Rahmen der blutigen Christianisierung des Nordens von Dänen und Holsteinern vertrieben. Dafür kommen im 14. Jahrhundert wieder Seeräuber auf die Insel: Klaus Störtebeker und dessen Vitalienbrüder, die das Prinzip gleicher Beuteanteile für alle praktizieren, nisten sich auf der Fehmarn-Festung Glambeck ein und kontrollieren von hier aus den Schiffsverkehr im Sund und im Belt, denn kein Schiff kann hier am Tag unbemerkt passieren und in der Nacht riskiert dies kein Kapitän wegen der Untiefen und der schwierigen Positionsbestimmungen. Kapern Störtebeker und seine Vitalienbrüder anfänglich im Auftrag und mit Kaperbriefen der Hanse nur dänische Kriegsschiffe, so bringt er gegen Ende des 14. Jahrhundert fast den gesamten Handelsverkehr auf der Ostsee zum erliegen. Sogar die Handelsschiffe der Hanse sind nun vor den Freibeutern nicht mehr sicher. In den Jahren 1400 und 1401 reagiert die Hanse und schlägt mit ihrer Flotte die Vitalienbrüder vor Helgoland und in der Emsmündung vernichtend. Klaus Störtebeker wird mit vielen seiner Leute in Hamburg hingerichtet.

1420 erobert der Dänenkönig Erik VII., auch Erich der Pommer genannt, mit mehr als 600 Schiffen und 3.000 Söldnern die Insel. Fast viertausend Insulaner lassen ihr Leben, nur 10 Prozent der Einwohner überleben die vollständige Plünderung.
 

Fehmarnsches Memorial an der Ostseite der Sankt Nikolai-Kirche in Burg


An der Ostseite des an die St. Nikolai-Kirche in Burg angebauten Leichenhauses bringt man später als Mahnung und Erinnerung an diese Greueltat eine Sandsteinplatte mit gotischer Minuskelschrift an, die heute Fehmarn'sches Memorial genannt wird. Die Holsteiner erobern zwar vier Jahre später Fehmarn zurück, die Neubesiedlung erfolgt verständlicherweise jedoch sehr zaghaft und dauert bis in das 16. Jahrhundert hinein.

Während des Dreißigjährigen Krieges ziehen kaiserliche Truppen über die Insel. 1644 wehrt sich Fehmarn gegen die Besatzung durch die Schweden und werden dabei durch den Dänenkönig Christian IV. unterstützt, der die Schweden schließlich von der Insel vertreibt - und sie unmittelbar danach seinem Staatsgebiet einverleibt.

Mehr als 200 Jahre bleibt Fehmarn nun dänisch, bis in der Nacht zum 15. März 1864 unter dem Kommando von Hauptmann von Mellenthin 160 preußische Soldaten auf die Insel übersetzen und die Dänen überraschen. Nach einem kurzen Scharmützel war Fehmarn nun Preußisch - und blieb es auch.

Zur besseren Anbindung der Insel, die nur über die Fährverbindung Fehmarnsund - Großenbrode erreichbar war, setzt man 1921 die Planung einer Sundbrücke auf, bis zum ersten Spatenstich kriegsbedingt sollten allerdings noch viele Jahr vergehen: Nach dem Baubeginn im Jahr 1961 kann die Fehmarnsundbrücke am 14. Mai 1963 eingeweiht werden. Die Reisezeit auf der Vogelfluglinie verkürzt sich dadurch ganz erheblich und auch für Urlauber verkürzte und vereinfachte sich die Anreise zur Insel. Mit der Abgeschiedenheit war es für viele Insulaner auf derem "sechsten Kontinent" nun schlagartig vorbei: der einsetzende Bauboom ließ Hotels, Geschäfte, Restaurants und Campingplätze aus dem Boden schießen. Der Massentourismus hatte Fehmarn entdeckt.
 

Wappen der Stadt Fehmarn


Am 01. Januar 2003 vereinigen sich die Stadt Burg auf Fehmarn und die Gemeinden Bannesdorf, Landkirchen und Westfehmarn zu einer einzigen Verwaltungseinheit, der Stadt Fehmarn.

Am 29. Juni 2007 beschließen die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und Dänemarks den Bau einer 19 Kilometer langen Brücke von Puttgarden auf Fehmarn nach Rødby auf der dänischen Insel Lolland. Bei den Insulanern stößt dieser hypermoderne Brückenschlag auf breite Ablehnung, denn man fürchtet Einbußen im Tourismus, den Verlust der Arbeitsplätze im Fährhafen Puttgarden und gravierende Nachteile für die heimische Tier- und Pflanzenwelt.
 

 

Begleiten Sie uns nun auf unserer Tour über die Ostseeinsel Fehmarn:

 

Vom Fehmarnsund nach Burg auf Fehmarn


Von Burg nach Burgstaaken


Von Burgtiefe zur Steilküste bei Staberhuk


Von Bannesdorf über Puttgarden zum Leuchtturm Westermarkelsdorf


Von Lemkenhafen nach Landkirchen


Von Petersdorf über Orth nach Flügge

 

 


Übersichtskarte

 

 

Die Partnerstädte von Fehmarn sind Neringa in Litauen, Orth an der Donau und Rødby in Dänemark.

 

 

   Anreise

Mit dem Auto erreicht man die Insel Fehmarn über die Autobahn A1 (Hamburg - Lübeck - Oldenburg), die am Autobahnende bei Gremersdorf in die B207 / E47übergeht. Vorbei an Heiligenhafen und Großenbrode führt die B 207 auf der Vogelfluglinie über die Fehmarnsundbrücke direkt zur Insel.

Nach Einstellung des Betriebes der Inselbahn im Jahr 1963 existiert auf Fehmarn nur noch der Bahnhof Puttgarden, auf dem alle Fernzüge der DB halten und auf dem die internationalen Züge der DB und der DSB auf die Fährschiffe der Scandlines verladen werden.
 

   Hotels

  Hotel buchen:
Hotel Reservation Service
 

   Jugendherberge

Die Jugendherberge Fehmarn in Burg bietet bis zu 180 Personen Platz, liegt zentrumsnah am südlichen Stadtrand von Burg auf Fehmarn und ist besonders für Familien geeignet.
 

   Fehmarn-Kinderpass

Der Fehmarn-Kinderpass ist bei der Kurverwaltung am Südstrand erhältlich und enthält Gutscheine für die Teilnahme am vielseitigen Kinderunterhaltungsprogramm einschließlich einer Eintrittskarte für das Meerwasser-Wellenhallenbad.
 

   Links

Stadt Fehmarn
Tourismus-Service Fehmarn

 

   Literaturtipps

Literaturtipp Fehmarn
Ostseeinsel Fehmarn von Hans-Jürgen Fründt

Fehmarn - ein illustriertes Reisehandbuch von Jan Schröter

Fehmarn von Dieter Katz

 

   Ostsee-Card

Mit der beim Tourismus-Service gegen eine Gebühr erhältlichen Ostseecard können Sie nicht nur alle Strände auf Fehmarn sowie in 18 weiteren Ostseebädern kostenlos und unbegrenzt aufsuchen, sie können auch die Busse des ÖPNV verbilligt und die Bürgerbusse kostenlos nutzen. Zudem erhalten Sie mit der Ostseecard in vielen Geschäften und Restaurants einen Preisrabatt.
 

   Veranstaltungen

Rapsblütenfest
Seit 1985 feiert Fehmarn in Petersdorf zwischen Mitte und Ende Mai vier Tage lang das traditionelle Rapsblütenfest, das Zehntausende Besucher anlockt, die der Inthronisierung der Rapsblütenkönigen beiwohnen.

Fehmarn-Pferde-Festival
Jeweils im Juni findet das vom Fehmarnschen Ringreiterverein organisierte Reit-Turnier mit Prüfungen vom Pony-Führen über Reiterwettbewerbe bis zur Klasse S in Dressur und Springen statt.

Altstadtfest
In zweijährigem Rhythmus feiert man jeweils in den geraden Jahren im Juli in der Innenstadt von Burg das traditionelle 3-tägige Altstadtfest mit zahlreichen musikalischen und tänzerischen Darbietungen sowie vielfältigen Verkaufsständen.

Hafenfest
Das populäre Hafenfest findet jeweils im Juli in den ungeraden Jahren an Stelle des Altstadtfestes in Burgstaaken statt. Neben Gesang und Tanz kann man einheimische Spezialitäten genießen oder auch an Kutterfahrten teilnehmen.

Beach-Volleyball-Masters
Jährlich im August findet dieses hochrangig besetzte Turnier im Ortsteil Burg auf Fehmarn am Südstrand statt. Weitere Spielorte dieser Deutschen Beach-Volleyball-Meisterschaften sind Zinnowitz, St. Peter Ording, Kühlungsborn, Essen und Timmendorfer Strand.

Harley-Treffen
Jeweils Ende August treffen sich für drei Tage Harley-Fahrer aus ganz Europa in Burg auf Fehmarn. Mehrere Hundert Harley-Motorräder formieren sich am Samstag-Nachmittag vor dem Rathaus auf dem Marktplatz zu einer großen Fehmarn-Rundfahrt. Das Harley-Treffen klingt Sonntags mit einem Motorrad-Gottesdienst aus.
 
Jimi Hendrix Revival Open Air Festival
Am ersten Samstag im September findet jährlich in der Nähe des Flügger Leuchtturms das Open-Air Gedächtnis-Konzert für Jimi Hendrix statt.










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Seite aktualisiert: 08.10.2007