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Flensburg
  
Vom Deutschen Haus zur Heiliggeistkirche
 

 


Stählernes Wasserrad an der Straße Süderhofenden in Flensburg

Wir erreichen Flensburg am frühen Sonntag Vormittag und parken auf einem wenig genutzten Kaufhausparkplatz an der Straße Süderhofenden.

Vor seinem Umzug auf den Museumsberg befand sich hier das Naturwissenschaftliche Museum, vielleicht dreht sich deshalb hier noch das große stählerne Wasserrad.


Deutsches Haus am Berliner Platz in Flensburg


Das südlich am Berliner Platz gelegene Deutsche Haus wurde der Stadt im Jahr 1930 als Reichsdank für deutsche Treue gestiftet, weil sich die Flensburger bei der Volksabstimmung des Jahres 1920 gegen Dänemark und für einen Verbleib beim Deutschen Reich gestimmt hatten.
  
Das Deutsche Haus verfügt über die größte Kongresshalle von Schleswig-Holstein.


Hospital und Kloster Zum Heiligen Geist in Flensburg




Schräg gegenüber findet man das Hospital und Kloster zum Heiligen Geist aus dem 16. Jahrhundert, das auf Mauerresten eines seit dem 13.Jahrhundert hier stehenden Franziskanerklosters errichtet wurde.


Rote Straße in Flensburg mit schmucken Häuserfassaden





Hier beginnt die verkehrsberuhigte Rote Straße, in der nicht nur die schönen Fassaden der Bürgerhäuser aus dem 18. Jahrhundert sehenswert sind, ...


Alte Höfe seitlich der Roten Straße in Flensburg









... denn an der westlichen Straßenseite erreicht man durch mehrere Toreingänge die Alten Höfe, in denen man gemütliche Cafés, Kneipen und Boutiquen findet.


Backsteinfassade aus dem 16. Jahrhundert in der Friesenstraße in Flensburg









An der Einmündung der Rote Straße in die Friesische Straße überrascht uns das rechte Eckhaus: In der Roten Straße noch ein modernes Gebäude, zeigt es in der Friesischen Straße eine alte Backsteinfassade aus dem 16. Jahrhundert.


St. Nikolai-Kirche am Südermarkt in Flensburg

Den angrenzenden Südermarkt beherrscht die Kirche St. Nikolai, eine Stufenhallenkirche in westfälischer Bauart, die zwischen 1390 und 1480 in zwei Bauabschnitten errichtet wurde.

Der Turm von St. Nikolai wurde 1877 durch Blitzschlag schwer beschädigt und erhielt deshalb den heutigen, neugotischen Turmhelm.

Die siebzehn Glocken des im Jahr 1909 eingebauten Glockenspiels ertönen täglich um 9, 12, 15, 18 und 21 Uhr.


Hauptschiff der St. Nikolaikirche in Flensburg mit Altar, Kanzel und Triumphkreuz







In der ursprünglich katholischen Kirche wurde im Jahr 1526 von Pastor Gerhard Slewardt erstmals lutherisch gepredigt.

Auf den ersten Blick erscheint uns das Kircheninnere von St. Nikolai enttäuschend nüchtern, aber schon bei näherer Betrachtung ...


Rokoko-Altar in der St. Nikolai-Kirche in Flensburg






... des reich verzierten Rokoko-Hochaltars aus der Mitte des 18. Jahrhunderts finden wir, dass die nüchterne Bauhülle die verspielte Fülle der sakralen Einrichtungsgegenstände hervorragend verstärkt.

In der Mitte des Altars zeigen zwei Gemälde die Auferstehung und das letzte Abendmahl und werden von gedrehten Säulen eingerahmt, neben denen zwei mannsgroße Figuren die Hoffnung und die Treue darstellen. Putten und Posaunenengel scheinen über allem zu schweben.


Bronze-Taufbecken von 1495 in St. Nikolai in Flensburg






Das von den vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes getragene Taufbecken wurde 1495 hier in Flensburg von Peter Hansen aus Bronze gegossen. Gestiftet wurde die mit Reliefs verzierte Taufe von Peter Partzow, der ab 1463 Kirchherr in St. Nikolai war.

Der blau-goldene Taufdeckel ist deutlich jünger, er wurde 1722 von Johannes Zimmer geschnitzt.


Kanzel von Hinrich Mattes in der Kirche St. Nicolai in Flensburg









Die mit Szenen aus dem Leben Jesu verzierte Kanzel wurde von Hinrich Matthes geschnitzt und von dem Rechtsgelehrten und Amtsschreiber Blasius Eckenberger 1570 gestiftet.


Grabstein mit Engeldarstellung von 1593 in St. Nikolai in Flensburg



Im Haupt- und den Seitenschiffen von St. Nikolai findet man neben sehenswerten alten Gemälden - darunter die Porträts der Reformatoren Martin Luther und Phillip Melanchthon - auch eine Reihe Epitaphe und Grabsteine aus dem 15., 16. und 17. Jahrhundert.


Geschnitzte und bemalte Renaissance-Orgel von St. Nikolai in Flensburg




Der wunderschöne Renaissance-Orgel von St. Nikolai stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert.

Der filigran geschnitzte und bemalte Renaissance-Prospekt wurde hier in Flensburg in der Werkstatt von Heinrich Ringeringk - der bedeutendsten Bilderschnitzwerkstatt Norddeutschlands - in den Jahren 1604 bis 1609 geschaffen. Mit einer Höhe von 15 Metern und einer Breite von 7 Metern zählt er zu den größten seiner Art.

Das Orgelwerk stammt von Hoforgelbaumeister Nicolaus Maas aus Kopenhagen, den Auftrag zum Bau erteilte Dänenkönig Christian IV.


Altes Küsterhaus von St. Nikolai in Flensburg




Im alten Küsterhaus direkt neben der St. Nikolai hat sich der Geigenbauer Antonio Menzel mit seiner Werkstatt niedergelassen.


Altes Hauptpastorat der St. Nikolai-Gemeinde in Flensburg









Am Südermarkt stehen noch einige historische Häuser, darunter das alte Hauptpastorat der Nikolai-Kirche aus dem 18. Jahrhundert, ...


Café K am Südermarkt von Flensburg









... das Haus Südermarkt Nr. 15 mit dem gemütlichen Café K ...


Treppengiebel am Kaufmannshaus von 1436 am Südermarkt in Flensburg







... und das Kaufmannshaus Nr. 12 aus dem Jahr 1436, wo Alt auf Neu trifft:

Im ältesten Profanbau von Flensburg hat sich die Internetapotheke Doc Morris mit einer Filiale niedergelassen.


Fassaden an der Südseite des Südermarktes in Flensburg





Auch auf der Südseite des Südermarktes findet man sehenswerte Häuser mit Arkaden, Stufengiebel und verzierten Dachgauben.


Handwerkerhaus von 1715 am Holm in Flensburg




Wir folgen dem "Holm" und der "Großen Straße", die zur Zeit als Großbaustelle bezeichnet werden können. Das Pflaster ist zur Erneuerung von Versorgungsleitungen metertief aufgerissen.

Dennoch fällt uns auf, dass sich die beiden Straßenseiten deutlich unterscheiden:

Die linke, hangseitige Häuserfront wird von den Flensburgern als "Fünfpfennigseite" bezeichnet, weil die ehemals von Handwerkern errichteten Gebäude deutlich schlichter gehalten sind ...


Kaufmannshof von 1726 am Holm in Flensburg









... als die zum Hafen hin auf der "Groschenseite" gelegenen Kaufmannshöfe mit ihren Erkern ...


Fassadenverzierungen an einem Kaufmannshof in Flensburg






... und Fassadenverzierungen.


Barockfassade der Ratsapotheke in Flensburg









Wir passieren die barocke Fassade der Ratsapotheke mit dem goldenen Einhorn, ...


Renoviertes Stadtpalais am Holm in Flensburg









... das restaurierte Stadtpalais aus dem 19. Jahrhundert, ...


Stadttheater am Nordergraben in Flensburg

... biegen in die Rathausstraße ein und erreichen an der Kreuzung mit dem Südergraben den Fritz Wempner Platz, der nach dem 1910 geborenen und 1994 verstorbenen Autor und Schauspieler benannt ist.

Das Theater der Stadt Flensburg an der Ecke zum Nordergraben wurde 1894 nach den Plänen von Stadtbaurat Otto Fielitz erbaut. 1974 fusionierte das Stadttheater Flensburg mit den Häusern in Schleswig und Rendsburg in das Schleswig-Holsteinische Landestheater.


Wasserspiele vor der Treppe zum Museumsberg von Flensburg









Hier am Fritz Wempner Platz beginnt der stufenreiche Weg hinauf zum Museumsberg, ...


Heinrich-Sauermann-Haus auf dem Museumsberg in Flensburg
... wo im Heinrich-Sauermann-Haus das Naturwissenschaftliche Museum die Tier- und Pflanzenwelt des nördlichen Schleswig-Holsteins präsentiert.

In dem im Jahr 1903 im Stil der niederländischen Renaissance errichteten Haus findet man auch eine Sammlung von Bauernstuben und Möbeln, deren Grundstock die private Sammlung des weit über Schleswig-Holstein hinaus bekannten Flensburger Tischlers Heinrich Sauermann seit dem Jahr 1876 bildet. Zudem sind Skulpturen, Porzellan und Silberarbeiten zu sehen.


Hans-Christiansen-Haus auf dem Museumsberg in  Flensburg
  
Im daneben stehenden, neogotischen Hans-Christiansen-Haus aus dem Jahr 1898 sind Werke des Flensburger Jugendstilmalers Hans Christiansen ausgestellt. Expressionistische Werke von Ernst Barlach, Erich Heckel und Emil Nolde komplettieren die Sammlung.

Sehenswert ist auch das "Pariser Zimmer" genannte Prunkzimmer, das Heinrich Sauermann für die Weltausstellung des Jahres 1900 in Paris fertigte.


Blick vom Museumsberg hinunter in die Rathausstraße von Flensburg









Von hier oben kann man die gesamte Rathausstraße einsehen.


Kirchturm von St. Marien Schmerzhafte Mutter in Flensburg








Wir verlassen den Museumsberg über die Treppen hinter dem
Hans-Christiansen-Haus und erreichen durch den Christiansengang kurz darauf am Nordergraben die katholische Pfarrkirche St. Marien "Schmerzhafte Mutter".

Innenansicht der Kirche St.Marien Schmerzhafte Mutter in Flensburg



Mit dem Bau des Gotteshaus wurde am 19.03.1899 begonnen, weil die zuvor hier stehende Kapelle für die auf mehr als 2000 Mitglieder angewachsene Gemeinde zu klein geworden war.

Die schlicht gehaltene neue Kirche wurde bereits am 18. Januar 1900 mit einem feierlichen Gottesdienst eingeweiht.


Heiliggeistkirche bzw Helligåndskirken in Flensburg

Wir folgen dem Heiliggeistgang vorbei am Pfarrhaus von St. Marien und erreichen an der Heiliggeistkirche wieder die Große Straße.

Die gotische Heiliggeistkirche wurde 1386 als sakraler Teil des Hospital zum Heiligen Geist gebaut, eine von den Flensburger Bürgern finanzierten Stiftung für Arme und Alte.

Da nach der Reformation die neue Kirchenordnung des Jahres 1542 als Kirchensprache Deutsch vorschrieb, waren die dänisch sprechenden Einwohner von Flensburg benachteiligt, weil sie den Lesungen und Predigten nicht mehr recht folgen konnten. Deshalb wurden hier ab 1586 Gottesdienste in dänischer Sprache abgehalten und in der Folge die Heiliggeistkirche zur Hauptkirche der dänischen Gemeinde.

Seit 1997 gehört das von den Dänen "Helligåndskirken" genannte  Gotteshaus der Dansk Kirke i Sydslesvig.

Besichtigen können wir die verschlossene Kirche leider nicht.



Hier geht es weiter:
Vom Nordermarkt zum Kompanietor und zur Marienstraße



Weitere Infos zu Flensburg:
St. Nikolai-Kirche

Museumsberg Flensburg

Naturwissenschaftliches Museum Flensburg

Schleswig-Holsteinisches Landestheater










Das menschliche Auge sieht mehr als eine Kamera:

Unsere Fotos sollen nur den Appetit anregen.
Deshalb: Hinfahren und selbst ansehen!
Denn nichts ist besser als das Original.



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Seite erstellt: 27.06.2008