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Florenz
  
Von der Piazza del Duomo zu Santa Croce und Ponte Vecchio

 


Belebte Straße in Florenz mit Blick auf den Palazzo del Bargello








Von der Piazza del Duomo geht es beim Klang klappernder Hufe auf altem Straßenpflaster ganz gemütlich durch die Via del Proconsolo.


Festungsartiges Geburtshaus von Dante in Florenz



In der Via Dante Alighieri sehen wir uns das Dante-Geburtshaus an.

Dante Alighieri wurde hier 1265 geboren und im Alter von 30 Jahren in den "Rat der Hundert" der Stadt Florenz gewählt. Im Jahr 1300 war er einer der sechs Stadtregenten, der Prioren. Die papsttreuen Guelfen verbannten Dante im Jahr 1302, weil dieser sich den Bestrebungen des Papstes widersetzte, die gesamte Toskana einschließlich Florenz dem Kirchenstaat einzuverleiben. Im gleichen Jahr wurde er dann in Abwesenheit zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Dante lebte in der Folge in Verona und Lucca und verstarb 1321 in Ravenna an Malaria.

Sein wohl bekanntestes Werk ist die "Divina Commedia", die "
Die Göttliche Komödie", die zwischen 1290 und 1321 entstand.


Blick über die Piazza di San Firenze in Florenz






Über die Piazza di San Firenze, Via della Vigna Vecchia, Via Guiseppe Verdi und Via dell' Agnolo geht es weiter zum ...


Geburtshaus von Michelangelo in Florenz




... Michelangelo-Haus "Casa Buonarroti".

Michelangelo Buonarroti erwarb dieses Haus, in dem heute einige sehenswerte Frühwerke des Meisters ausgestellt sind, für ein Familienmitglied. Er selbst hat es nie bewohnt.


Blick aus einer Seitenstraße auf die Piazza Santa Croce in Florenz



Nur wenige Huftritte weiter öffnet sich vor uns die riesige Piazza Santa Croce, der zweitgrößte Platz der Stadt, der früher für Predigten, Feste und Versammlungen genutzt wurde.

Die Piazza Santa Croce wird von sehenswerten Häusern eingerahmt, darunter der Palazzo Serristori und der Palazzo dell' Antella.


Blick auf die Piazza Santa Croce in Florenz



Die Piazza Santa Croce dient seit dem 16. Jahrhundert als Bolzplatz: Nachdem die Medici vertrieben waren und Clemens VII. gegen den Willen der Florentiner von Karl V. die Stadt für seine Familie zugesagt bekam, belagerten kaiserliche Truppen im Jahr 1530 Florenz, dessen Bewohner ihre Gleichgültigkeit und Unerschrockenheit durch fröhliche Fußballspiele auf dem Platz demonstrierten.


Wunderschöne Häuserfront an der Piazza Santa Croce in Florenz
 



Diese Tradition wird heute noch gepflegt, wenn vier Florentiner Stadtteile beim jährlichen Fußball-Match Calcio in Costume gegeneinander antreten, obwohl das erste Match nicht wirklich nützte: nach zehnmonatiger Belagerung musste sich Florenz ergeben.

In der Folge wurde im Jahr 1532 durch Kaiser Karl V. die Signoria, die Stadtregierung, abgeschafft und Florenz verlor seine Autonomie.


Großes Denkmal für Dante Alighieri auf der Piazza Santa Croce von Florenz








Auf diesem Platz steht auch das Denkmal aus dem Jahr 1865, das an den größten Sohn der Stadt Florenz erinnert: Dante Alighieri.


Fassade der Kirche Santa Croce in Florenz



Kurz nach dem Tod des heiligen Franziskus im Jahr 1226 errichteten dessen Anhänger eine Kapelle, die aber schon bald zu klein wurde. Deshalb wurde im Jahr 1294 mit dem Bau der mit 115 Metern Länge deutlich größeren Chiesa Santa Croce begonnen.

1385 war die gotischen Kirche des Bettelordens der Franziskaner fertiggestellt - größer als Santa Maria Novella, die neugebaute Kirche der Dominikaner.


Innenansicht der Kirche Santa Croce in Florenz




Der schlichte, ernste, fast düstere, dreischiffige Innenraum erinnert uns an eine riesige Totenhalle - was sich bei unserem Rundgang bestätigt. In Santa Croce befindet sich eine große Anzahl von Grabmälern.

In der auch als "Florentiner Pantheon" bezeichneten Kirche ruhen neben vielen anderen der Naturwissenschaftler Galileo Galilei, der Humanist Carlo Marsuppini und Lorenzo Ghiberti, dessen Bronzetüren wir am Baptisterium bewundern durften.

Die Komponisten Luigi Cherubini und Gioacchino Rossini wurden hier ebenso zur letzten Ruhe gebettet wie der Politiker Niccolo Machiavelli...


Grabmal von Michelangelo in der Kirche Santa Croce in Florenz









... und Michelangelo.


Dantes Grabmal in Santa Croce in Florenz






Dante Alighieri zu Ehren schuf man im 19. Jahrhundert, etwa 500 Jahre nach dessen Tod, ein imposantes, aber leeres Scheingrab, da Dante ja in Ravenna verstarb.


Mit Fresken verzierte Kapellen in der Kirche Santa Croce in Florenz






Sehenswert sind neben den vielen Kapellen mit teilweise wunderschönen Fresken...


Goldaltar in der Kirche Santa Croce in Florenz









... und Altären auch die Sakristei mit kostbaren Schränken aus der Renaissance, ...


Kreuzgang von Santa Croce in Florenz




... die von Brunelleschi entworfene Pazzi-Kapelle sowie der Kreuzgang Primo Chiostro, der Anfang des 15. Jahrhunderts entstand und durch den wir Santa Croce verlassen, um uns die Piazza di Signoria anzuschauen.


Reiterstandbild von Cosimo I auf der Piazza di Signoria vor dem Palazzo Vecchio in Florenz



Die Piazza della Signoria ist auch heute noch der größte Platz von Florenz, der umrahmt wird vom mächtigen Palazzo Vecchio, dem Palazzo degli Uffizi, der Loggia della Signoria, die uns irgendwie an die Feldherrenhalle in München erinnert, dem Palazzo Uguccioni aus dem 15. Jahrhundert und dem Palast des Handelsgerichtes aus dem 14. Jahrhundert, an dessen Fassade man die Wappen der 21 Florentiner Zünfte findet.

Der Platz bildet auch heute noch das politische Zentrum der Stadt.

Neben vielen anderen Skulpturen steht hier das bronzene Reiterstandbild von Cosimo I. de Medici. Cosimo wurde 1569 von Papst Pius V. zum Großherzog der Toskana ernannt. 


Der Neptunbrunnen vor dem Palazzo Vecchio in Florenz

Zwischen Reiterdenkmal und dem Neptunbrunnen ist auf dem Boden eine Steinplatte aus Granit mit der Jahreszahl 1498 eingelassen. In diesem Jahr wurde hier der Dominikanermönch Savonarola zusammen mit zwei seiner Glaubensbrüder auf Geheiß des Papstes Alexander VI. auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Der weltbekannte Neptunbrunnen - auf Ansichtskarten und in Reiseführern gefiel er uns besser als real vor Ort - wurde von Bartolomeo Ammanati zwischen 1563 und 1576 geschaffen.


Festungsartige Zinnen am mächtigen Palazzo Vecchio in Florenz






Der gewaltige, wie eine Festung wirkende Palazzo Vecchio hieß ursprünglich Palazzo della Signoria.

Turm des Palazzo Vecchio in Florenz






Mit seinem 94 Meter hohen Turm dominiert er die gesamte Piazza della Signoria.

Zwischen 1298 und 1314 gebaut, tagte hier die Signoria, die aus 6 Priori bestehende Stadtregierung, und hier residierten die Medici bis zu ihrem Umzug in den Palazzo Pitti am südlichen Arno-Ufer.

Im Palazzo Vecchio wird auch heute noch residiert: die Stadtverwaltung ist in Teilen des Gebäudes untergebracht - NICHT in den Prunkräumen!


Eingangsbereich des Palazzo Vecchio auf der Piazza di Signoria in Florenz



Vor dem Eingang zum Palazzo Vecchio steht auf der linken Seite eine Kopie der David-Statue von Michelangelo, deren Original in der Galleria dell' Accademia steht.

Auf der rechten Seite erschlägt Herkules mit seiner Keule den Feuergott Cacus. Diese Statue wurde von Baccio Bandinelli als Symbol für die weltliche Macht der Medici geschaffen.


Innenhof des Palazzo Vecchio in Florenz
Zwischen den mächtigen Säulen des im Renaissance-Stil erbauten Innenhofes findet man den Brunnen mit dem bekannten Putto, der einen Wasser speienden Delphin in seinen Armen hält. Das Werk wurde von Verrocchio im Jahr 1475 geschaffen.

Sehenswert sind hier auch die Waffenkammer und der Saal der Fünfhundert mit Wand- und Deckengemälden, die die Schlachten und Siege der Medici verherrlichen. Auch den Audienz-Saal, die Räume von Papst Leo X. und die Gemächer von Eleonora di Toledo, der Gattin Cosimo I. sollte man sich, soweit zugänglich, ansehen.


Blick auf die Uffizien in Florenz

Die Uffizien entstanden ab 1559. Cosimo I. ließ einen ganzen Häuserblock abreisen, um hier seine Verwaltung in unmittelbarer Nähe zum Palazzo Vecchio anzusiedeln. Planung und Ausführung erfolgte durch DEN Medici-Hausarchitekten Vasari.

Heute ist hier eine der weltweit bedeutendesten Kunstsammlungen untergebracht. Die Vielzahl der wertvollen Exponate ist erschlagend, weswegen man sich schon im Voraus auf einen Teil der Säle oder Kunstwerke konzentrieren und Folgebesuche einplanen sollte.


Statue des Leonardo da Vinci vor den Uffizien in Florenz








An den Säulen der Uffizien findet man die Statuen vieler berühmter Köpfe, darunter Leonardo da Vinci, Michelangelo Buonarroti, Dante Allighieri, Francesco Petrarca, Niccolo Macchiavelli und Amerigo Vespuci.


Blick auf Arno und Ponte Vecchio in Florenz



Unmittelbar hinter den Uffizien erreichen wird das Arno-Ufer und die nahegelegene, fast 700 Jahre alte Brücke Ponte Vecchio, die an der engsten Stelle über den Arno führt.

Die "Alte Brücke" ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Sie blieb 1944 als einzige Florentiner Brücke von den deutschen Sprengkommandos verschont.


Denkmal des berühmtesten florentiner Goldschmiedes Cellini in Brückenmitte des Ponte Vecchio


Früher waren hier überwiegend Metzger angesiedelt, die ihre Abfälle praktischerweise direkt in den Fluss entsorgten.

1593 konnte schließlich Herzog Ferdinand I. bei seinem täglichen Weg vom Palazzo Pitti zum Palazzo Vecchio den Gestank nicht mehr ertragen, obwohl er nicht die Strasse, sondern den geheimen Vasari-Korridor im Obergeschoss benutzte. Dieser Gang erlaubte es den Medici, von ihrer Residenz aus ungesehen über die Brücke und durch die Uffizien in den Palazzo Vecchio zu gelangen.

Seit 1587 dürfen sich deshalb nur noch Goldschmiede in den Brückengeschäften niederlassen. Diese herzogliche Anordnung hat auch heute noch Bestand.

Dem berühmtesten Goldschmied der Stadt, Benvenuto Cellini, wurde in Brückenmitte ein Denkmal gesetzt.


Blick von der Brücke Ponte Vecchio auf die Arno-Ufer der Stadt Florenz






Von hier aus hat man einen malerischen Blick auf den Arno und dessen Ufer.



Bitte folgen Sie uns nun zum Südufer des Arno zum
Palazzo Pitti, Giardino di Boboli und San Miniato al Monte











Das menschliche Auge sieht mehr als eine Kamera:

Unsere Fotos sollen nur den Appetit anregen.
Deshalb: Hinfahren und selbst ansehen!
Denn nichts ist besser als das Original.



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