Foto-Reisebericht
- Reiseführer - Reise-Info
Gent "Vom
Gravensteen entlang der Kraanlei zum Grootkanonplein"
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An
der Nordseite des Sint-Veerleplein steht die mächtige,
von Lieve und Leie umschlossene Wasserburg der Grafen
von Flandern.
Der Bau des "Gravensteen"
wurde im Jahr 1180 durch
Philipp von Elsass initiiert und bis ins 14. Jahrhundert
hinein von dessen Nachfolgern als Burg und Residenz der Grafen genutzt.
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Der
Zugang zum Gravensteen wurde von einem mächtigen
Torbau geschützt.
Durch das hohe Tor kommt
man zu einem modern gestalteten Informationszentrum,
in dem man neben Literatur zum Bauwerk und der Stadt
auch die Eintrittskarten für eine Besichtigung des
Gravensteen erhält.
Bei unseren Besuchen
zahlen Erwachsene 8 Euro für die Besichtigung, Kinder, Schüler und Senioren
über 55 Jahre erhalten Ermäßigungen.
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Der
Innenhof des Gravensteen
ist von einer massiven, zinnenbewehrten Ringmauer
umgeben. Ein breiter, umlaufender Wehrgang verbindet
24 Halbtürme, von denen aus die gesamte
Wehrmauer eingesehen und gegen Angreifer verteidigt
werden konnte.
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Den Eingang
zum eigentlichen Burggebäude erreicht man über die
breite Treppe zum Donjon. Dahinter, im ersten Raum auf der
linken Seite, erhält man auch deutschsprachige Audiosysteme,
die durch das Gebäude führen und über die Besonderheiten
der 15 Stationen des Rundgangs ausführlich informieren.
Angewiesen
ist man auf diese Systeme nicht unbedingt, denn
in allen Räumen hängen viersprachige Hinweistafeln
mit Erklärungen zur jeweiligen Lokation.
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 Über
mehrere Treppen erreichen wir den "Großen Saal"
der Grafenburg.
1445 gab Philipp der Gute
hier ein Bankett für die Ritter des von ihm anlässlich
seiner Hochzeit mit Isabella von Portugal im Jahr
1430 gegründeten Orden vom Goldenen Vlies.
Heute
ist im schönsten und größten Raum des Gravensteen
ein Rüstungs- und Waffenmuseum mit sehenswerten
Exponaten untergebracht.
Vom Großen Saal
aus erreicht man...
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... die mit
Fahnen geschmückte Aussichtsplattform des Donjon.

Von
hier oben hat man einen tollen Blick hinüber zur
Sint Baafskathedraal, zum Belfort und der Sint-Niklaaskerk,
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auf den Sint-Veerleplein mit dem Tor zum Alten Fischmarkt
und ...
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auf das an den Donjon grenzende Grafenpalais, das
durch einen Verbindungsbau erreicht werden kann...
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und in dem ein Gerichtsmuseum mit vielen historischen
Dokumenten eingerichtet ist.
Hier findet
man auch eine Guillotine...
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und mehrere Folterinstrumente einschließlich einer
Streckbank.
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In
dem
von Säulen und Rundbögen getragenen und mit einem
großen offenen Kamin ausgestatteten Audienzsaal
empfingen die Grafen ihre Besucher.
Später
diente er als Versammlungsraum des Rates von Flandern,
im 19. Jahrhundert wurden hier Spinnereimaschinen
zur Weiterverarbeitung von Baumwolle aufgestellt.
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Wie
die meisten großen Bauwerke in Gent wurde auch der
Gravensteen rechtzeitig zur Weltausstellung des Jahres
1913 von Grund auf saniert.
Die beeindruckende
und sehenswerte Burganlage ist heute
in städtischem Besitz.
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Nach
der Besichtigung des Gravensteen überqueren wir
den Sint-Veerleplein und die Vleeshuisbrug, ...
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um uns das "Groot Vleeshuis" am Groentenmarkt
anzusehen.
Das langgestreckte Bauwerk wurde
im frühen 15. Jahrhundert erbaut und
als Fleischmarkt genutzt. Auch heute erhält
man im Groot Vleeshuis noch Fleisch, allerdings
frisch gebraten, auf Tellern portioniert und an
Tischen serviert.
Im nahe gelegenen "Penshuizeken"
wurden im Mittelalter die Schlachtabfälle an die
Armen und Bedürftigen verschenkt.
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Auf
dem von historischen Gebäuden mit Treppengiebeln
begrenzten Platz wurde früher - bis zum Bau des barocken
Fischmarktes am Sint-Veerleplein - mit Meeresfrüchten
gehandelt.
Ab dem 18. Jahrhundert diente
er als zentraler Gemüsemarkt der Stadt und wird
deshalb seit dieser Zeit "Groentenmarkt"
genannt.
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Wir
gehen über die Vleeshuisbrug zurück und biegen am
Sint-Veerleplein nach rechts ab, um uns die Häuser
an der Kraanlei anzusehen.
Den Reigen historischer
Fassaden eröffnet das aus Back- und Sandsteinen
errichtete Eckhaus Kraanlei Nr. 1, das "De
Craenenburgh" genannt wird.
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Sicher
ist, dass Haus
Craenenburgh bereits im frühen 15. Jahrhundert
existierte, denn es wurde
erstmals 1458 in der Chronik von Flandern
erwähnt. Sicher ist auch, dass der Buchbinder Victor van
Crombrugghe das vermutlich schon im 13. Jahrhundert
errichteten Gebäude im Jahr 1504 kaufte.
Ungesichert
ist die Herkunft des Namens, der sowohl von einem
Vorbesitzer Namens Craenenburg stammen kann, der
sich aber auch wegen der beiden damals
an der nahen Leie existierenden Kräne zur Be- und
Entladung der Lastkähne eingebürgert haben kann.
Die rechts
angrenzende Häuserreihe "De Lelye"
wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts im Stil der
Brabanter Gotik gebaut.
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Wenige Meter
weiter erreicht die Kraanlei die Leie, der
sie nun in nordöstlicher Richtung folgt.
Hier
hat man einen schönen Ausblick auf die alten Gebäude
am anderen Ufer - darunter das Bierhuis "Het
Waterhuis aan de Bierkant" , auf
die von uns gerade überquerte Vleeshuisbrug und auf das Groot Vleeshuis
dahinter.
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Es
fällt uns schwer, an dem im frühen 17. Jahrhundert
aus Ziegelsteinen errichtete Haus Kraanlei
27 mit dem so gemütlich aussehenden "Beer and
Ginhouse" vorbeizugehen, ...
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aber wir wollen noch an der Leie entlang...
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zum Volkskundemuseum im "Huis van Alijn".
Das
Gebäude Kraanlei Nr. 65 wurde im 14. Jahrhundert nach
einer tödlich endenden Familienfehde
als Buße gestiftet und ursprünglich
als Kinderhospital genutzt.
Das heute hier
untergebrachte Volkskundemuseum verdeutlicht mit seinen Exponaten
das einstige Alltagsleben der Genter Bevölkerung
und bietet eine nostalgische Zeitreise zurück ins
19. und 20. Jahrhundert.
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Um
den sehenswerten Innenhof des auch "Godshuizen" genannten
Armenhauses gruppieren sich
hübsche flämische Häuschen mit kleinen Dreizimmerwohnungen, in denen heute
restaurierte
Werkstätten und Wohnräume zu sehen sind.
Mehrmals
pro Woche kann man hier gegen einen kleinen Kostenbeitrag
auch ein Puppentheater besuchen.
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Wenige
Schritte weiter steht auf der gleichen Seite der
Kraanlei mit der Hausnummer 75 das in der zweiten
Hälfte des 17. Jahrhunderts errichtete Haus
"De Klok", dessen Backstein- und Sandsteinfassade
im Jahr 1915 renoviert wurde.
Die Fassade
des Wohnhauses ist mit filigranen Reliefs verziert,
die die Kardinaltugenden Tapferkeit, Klugheit, Gerechtigkeit
und Mäßigung sowie die theologischen Tugenden Liebe,
Hoffnung und Glaube darstellen.
Der Name
des Treppengiebelhauses geht auf die Uhr zurück,
die das Relief über der Eingangstür zeigt.
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Ebenso
sehenswert wie "De Klok" ist das übernächste
Haus "De
Werken van Barmhartigheid" mit der Nr. 77 und das
daran angrenzende "Het Vliegend
Hart", die ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert
stammen.
Das barocke Bürgerhaus "De
Werken van Barmhartigheid" ermahnt mit seinen
Reliefs, barmherzig zu sein, die Toten zu begraben, die
Gefangenen zu besuchen, die Kranken zu pflegen, die
Hungrigen zu speisen, die Durstigen zu tränken und
die Nackten zu bekleiden. Das Gebäude selbst - ursprünglich
ein Gasthaus - symbolisiert die Gastfreundschaft.
Eine etwas farbenfrohere Darstellung der sieben
Tugenden der Barmherzigkeit hatten wir zuvor bei
einer unseren Toskana-Reisen am alten Pesthospital
in Pistoia gesehen.
Das
rechts davon stehende "Het Vliegend
Hart", wegen des Portraits eines Flötenspielers
im Giebel oft auch "De Fluitspeler" genannt,
wurde laut einer Inschrift Anno 1669 erbaut und
mit Terracotta-Reliefs verziert, die neben einem
fliegenden Hirschen, nach dem das Gebäude benannt
wurde,
auch die christlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe darstellen.
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Wir
biegen hier nach rechts in die Meerseniersstraat
ein, überqueren die Zuivelbrug und spazieren zum
nahe gelegenen Grootkanonplein, dessen Name...
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auf die hier abgestellte "Dulle Griet"
zurückgeht.
Die etwa 5 Meter lange und über
16 Tonnen schwere, schmiedeeiserne Großkanone "Dulle
Griet" stammt aus dem 15. Jahrhundert
und konnte bis zu 350 Kilogramm schwere Steinkugeln
verschießen.
In Schussweite der Kanone...
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... liegt
der Vrijdagmarkt, an dem wir unseren Stadtrundgang
begonnen haben.

Bevor
wir nun zur Tiefgarage unter dem Platz zurückkehren,
um die Heimfahrt anzutreten, setzen wir uns noch
in eines der zahlreichen Straßencafés und genießen
ausgiebig den Blick auf die historischen Fassaden.
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