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Ostseeheilbad Heiligenhafen
  
"Stadt am Meer"

 


Bei unseren zahlreichen Touren zur Ostseeinsel Fehmarn sind wir regelmäßig an Heiligenhafen vorbeigefahren. Dieses Mal nicht. Wir fuhren gezielt in das ehemalige Fischerdorf am Binnensee, das durch die hakenförmigen Strandwälle von Steinwarder und Graswarder von der Ostsee abgetrennt ist. Diese Wälle bilden einen natürlichen Hafen, in dem neben der größten Hochseeangel-Flotte Nordeuropas auch mehr als Tausend Jachten liegen.
 

Wappen von Heiligenhafen
Stadtwappen am Stüben-Haus


Über den Hafen des Ortes, der um 1250 das Stadtrecht erhielt, wurden früher die Erzeugnisse des Oldenburger Landes verschifft, was Heiligenhafen Wohlstand brachte, besonders weil ab dem 14. Jahrhundert Handelsprivilegien den zollfreien Warenverkehr erlaubten. Jedenfalls bis zum Jahr 1898, denn mit dem Anschluss an das Eisenbahnnetz verlor der Hafen an Bedeutung. Doch von dem kurz darauf einsetzenden Tourismus an der Ostseeküste konnte auch Heiligenhafen profitieren. Die 1895 gegründete Badegesellschaft Heiligenhafen konnte den Fremdenverkehr derart forcieren, dass der Tourismus zur Haupteinnahmequelle des Ortes wurde.


Brückstraße in Heiligenhafen mit dem Restaurant Ostseeblick



Wir fahren zum Parkplatz "Am Strande", der am frühen Morgen reichlich Platz bietet, was sich aber recht schnell ändert. Ab dem späten Vormittag ist hier bis zum Abend ein freier Platz ein absoluter Glückstreffer.

Wir gehen in die Brückstraße...


Altes Doktorhaus in der Brückstraße in Heiligenhafen






... und passieren das alte Doktorhaus.


Lütt Hus in der Brückstraße in Heiligenhafen







Schräg gegenüber überrascht uns das Lütt Hus mit einem Bitburger-Ausschank.

Eifel-Bier an der Ostseeküste...

Bitburger im Plopp-Land...


Weberhaus mit Torbogen in der Kirchenstraße von Heiligenhafen





Wir biegen nach links in die Kirchenstraße ein.

Durch den Torbogen neben dem Weberhaus ...


Gotische Stadtkirche von Heiligenhafen mit Treppengiebel am Kirchturm
... erreichen wir die von Bäumen umgebene gotische Stadtkirche, deren mächtiger Kirchturm mit einem Treppengiebel überrascht und auf enge Beziehungen zu Dänemark hinweist.
  
Die Mitte des 13. Jahrhunderts erbaute und erstmals 1259 im Register des Lübecker Domkapitels erwähnte "Pfarrkirche Hilgenhaven" wurde nach einem Großbrand Ende des 14. Jahrhunderts neu errichtet.
  
Der Turm wurde erst im frühen 17. Jahrhundert neu errichtet.


Votivschiff im Inneren der Stadtkirche von Heiligenhafen






Leider ist der Zugang zum Kircheninneren verschlossen und vergittert.

So bleibt uns nur ein Blick aus dem Seitenschiff durch das Hauptschiff auf die gegenüberliegende Empore und einige von der Decke hängenden Votivschiffe.

Die auch "Schifferstuhl" genannte Empore durfte nur von Kapitänen und Steuermännern, den "Stohlbrödern", betreten werden.


Heimatmuseum von Heiligenhafan am Thulboden


Hinter der Stadtkirche am Thulboden 11a steht das Heimatmuseum von Heiligenhafen, das durch sein angebautes Türmchen auffällt und das Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut wurde.

Hier wird die Geschichte der Stadt Heiligenhafen und ihres Hafens aufgezeigt. Im Erdgeschoss zeigen Exponate die Geschichte der Seefahrt.


Backsteinhäuser am Markt von Heiligenhafen




Von hier aus sind es nur wenige Schritte bis zum Markt.

Vor den großen Holsteiner Backsteinhäusern findet man Straßencafes und Souvenirstände, ...


Fahrradverleih am Markt von Heiligenhafen









... die ausgestellten Fahrräder werden jedoch nicht zum Verkauf angeboten.


Kopfsteingepflasterter Marktplatz von Heiligenhafen

Den kopfsteingepflasterten Marktplatz begrenzt das Rathaus.

Der rote Backsteinbau geht auf das Jahr 1882 zurück und wurde ursprünglich als Wohnhaus errichtet..

Das Dach wird von einem kleinen Türmchen überragt, dessen Glocke früher den Feueralarm auslöste und deren abendliches "Feierabendläuten" um 22 Uhr die Bürger aufforderte, unverzüglich nach Hause zu gehen.


Straßencafes vor Patrizierhäusern am Markt von Heiligenhafen



Hier machen wir ein kleine Pause und genießen das Flair des von alten Patrizierhäusern umgebenen Marktplatzes.

Hier saß einst auch Theodor Storm und fand den Stoff für seine Novelle "Hans und Heinz Kirch".


Altstadthäuser in der Mühlenstraße von Heiligenhafen





Ursprünglich wollten wir dann direkt zum Hafen gehen, aber irgend etwas zieht uns in die Mühlenstraße, was zwar ein kleiner Umweg ist, ...


Blumengeschmückte Fassade in der Mühlenstraße von Heiligenhafen





... den wir aber wegen der wunderschön begrünten Altstadthäuser, ...


Bausubstanz aus dem 19. Jahrhundert in der Mühlenstraße von Heiligenhafen






... die überwiegend aus dem 19. Jahrhundert stammen, ...


In der Mühlenstraße von Heiligenhafen






... keinesfalls bereuen.


Hotel Stadt Hamburg in der Hafenstraße von Heiligenhafen





Am Hotel "Stadt Hamburg" erreichen wir dann die Hafenstraße, ...


Fassaden in der Werftstraße von Heiligenhafen






... hinter der wir die Werftstraße queren, ...


Fischereihafen von Heiligenhafen





... um den Fischereihafen zu erreichen.


Am Fischereihafen von Heiligenhafen




Hier kann man Boote zum Hochseeangeln chartern, hier legen die einlaufenden Fischerboote an, und hier verkaufen die Fischer ihren Fang direkt vom Kutter.


Rettungskreuzer im Hafen von heiligenhafen





Von der Mole aus hat man einen guten Blick auf den Hafen...


Segelboot vor dem Graswarder bei Heiligenhafen

... und den vorgelagerten Graswarder bis zur im Dunst liegenden, 10 Kilometer entfernten
Fehmarnsund-Brücke.

Der größte Teil des Graswarder ist heute ein 230 Hektar großes Naturschutzgebiet, durch das der Naturschutzbund in den Sommermonaten empfehlenswerte Führungen anbietet. Hier kann man u.a. eine der größten Sturmmöwen-Kolonien Deutschlands sehen.


Fischer-Statue am Hafen von Heiligenhafen







Hier im Hafen trifft man mit etwas Glück auch den einen oder anderen Fischer, die ja meist auf See sind.

Das von uns entdeckte Exemplar wirkt auf uns allerdings arg steif und hölzern ...


Strandexpress von Heiligenhafen wartet auf Passagiere




Sollten Ihnen von der anstrengenden Lauferei auf den Kopfsteinpflasterstraßen nun die Füße schmerzen, so können Sie hier vor dem Hafen zu einer fußschonenderen Stadtbesichtigung in den Strand-Express einsteigen.


Bronzedenkmal am Binnensee für den Fischer Gottlieb Friedrich Stüben aus Heiligenhafen




Wenige Meter weiter steht am Binnensee die Bronzefigur des Fischers Gottlieb Friedrich Stüben.

Der 1838 in Nysted in Dänemark geborene Gottlieb Friedrich Stüben lotste 1864 neun Fischerboote mit preußischen Soldaten an den im Sund kreuzenden dänischen Kriegsschiffen vorbei an den Strand von Fehmarn und ermöglichte so die Befreiung der Ostseeinsel.

Mehr zu dieser Eroberung finden Sie in unserem Reisebericht Fehmarn.

Gottlieb Friedrich Stüben verstarb 1920 in Heiligenhafen. Sein Wohnhaus...

Wohnhaus des Fischers Gottlieb Friedrich Stüben aus Heiligenhafen





... findet man nur wenige Meter weiter in der Straße "Am Strande".


Moderner Yachthafen von Heiligenhafen





Bevor wir zum Parkplatz zurückgehen und Heiligenhafen verlassen, schauen wir uns aber noch den großen Yachthafen an,...


Masten-Meer im Yachthafen von Heiligenhafen




... in dem Anfang Mai zwar noch eine Reihe von Liegeplätzen frei sind, weil noch nicht alle Boote zu Wasser gebracht wurden, die große Anzahl von hoch in den Himmel ragenden Masten beeindruckt uns aber doch.


Ostsee-Sandstrand bei Heiligenhafen





Direkt hinter dem Yachthafen beginnt der ausgedehnte Strand, ...


Ostsee-Ferienpark am Binnensee von Heiligenhafen


.. der bis kurz vor den im Jahr 1972 fertiggestellten Ostsee-Ferienpark im äußersten Westen von Heiligenhafen reicht.

Hier findet man neben mehr als 1700 Appartements auch das Meerwasser-Brandungshallenbad, ein Rehazentrum, die Trinkkurhalle und zahlreiche Freizeiteinrichtungen.



Weitere Infos zu Heiligenhafen:
Virtuelles Rathaus Heiligenhafen

Tourismus-Service Heiligenhafen

Strand-Express Heiligenhafen

Webcam im Hafen

 


Literaturtipp:

Literaturtipp Dumont Ostseeküste Schleswig-Holstein
Dumont Ostseeküste Schleswig-Holstein
von Nicoletta Adams











Das menschliche Auge sieht mehr als eine Kamera:

Unsere Fotos sollen nur den Appetit anregen.
Deshalb: Hinfahren und selbst ansehen!
Denn nichts ist besser als das Original.



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Seite erstellt: 26.05.2008