Foto-Reisebericht
- Reiseführer - Reise-Info
Maastricht Sint
Servaasbasiliek und Sint Janskerk
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Um
die "Sint Servaasbasiliek" zu besuchen, folgen
wir vom Vrijthof aus dem nach Karl dem Großen benannten
"Keizer Karelplein" und erreichen nach wenigen Metern
an der Einmündung der Straße "Sint Servaasklooster"
den St.
Servaas-Brunnen.
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Durch
das Portal nahe dem Brunnen gelangt man nicht nur zum
Kreuzgang der romanischen St. Servatiuskirche,
es führt auch zur Schatzkammer und der eigentlichen
Basilika, deren älteste Teile um das Jahr 1000 über
dem Grab des 384 hier beigesetzten Sankt
Servatius errichtet wurden.
Die Sint Servaasbasiliek
wurde in späteren Epochen mehrfach erweitert und umgebaut,
in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts veränderte
der aus Roermond stammende niederländische Star-Architekt
P.J.H. Cuypers
das Aussehen der Basilika. Während der umfangreichen
Renovierungsarbeiten in den 1980-er Jahren stellte man
den ursprünglichen Zustand weitestmöglich wieder her.
Die Bedeutung der Sankt Servatius-Basilika -
die älteste Kirche der Niederlande - verdeutlicht die
Tatsache, dass Papst Johannes Paul II. das Gotteshaus
am 14. Mai 1985 zur "Basilica Minor" erhob.
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Der
weitläufige und hohe Kreuzgang der St. Servaasbasiliek
aus dem 15. Jahrhundert umschließt den...
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ehemaligen, bereits im 5. Jahrhundert genutzten
St. Johannis-Friedhof. In dem auch "Paradies"
genannten Innenhof steht die 6.659 Kilogramm schwere
Servatius-Glocke.
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Ein
absolutes Muss bei einem Maastricht-Aufenthalt ist der
Besuch der Schatzkammer in der St. Servaasbasiliek,
die mit ihren einzigartigen Reliquien einen Einblick
in das religiöse Leben zurückliegender Jahrhunderte
ermöglicht.
In dieser Schatzkammer
sammelten die Bischöfe
von Maastricht liturgische Gegenstände und Reliquien,
die mit Sankt Servatius
in Verbindung gebracht wurden, ...
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darunter der Reliquienschrein von St. Servaas, der um 1160
aus vergoldetem Kupfer geschaffen wurde. Der Schrein,
ein Glanzstück maasländischer Goldschmiedekunst,
wurde bei Epidemien, Belagerungen oder
Hungersnöten durch die Straßen getragen und dem Volk gezeigt,
um dessen Not zu lindern. Er wird deshalb
auch "Noodkist" genannt.
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Die ursprünglich
am 9. Juli jeden Jahres beginnende Sankt Servatius-Wallfahrt
findet seit 1829 im Sieben-Jahres-Rhythmus statt, zuletzt
im Jahr 2004. Bei der Prozession durch die Stadt werden
neben dem "Notschrein" mit den Gebeinen des
Heiligen auch dessen Brustkreuz sowie die Büsten der
Heiligen Monulphus und Gondulphus mitgeführt.
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Der
unglaublich filigrane und mit Edelsteinen
besetzte Schrein
zeigt an einer Stirnseite Christus als Weltenrichter
auf einem Thron sitzend, auf der gegenüber liegenden
hängen zwei Engel
dem Heiligen Servatius das Gewand der Unsterblichkeit
um. An den beiden Längsseiten sind die zwölf Apostel
dargestellt.
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In
der Schatzkammer
der Sint Servaasbasiliek findet man auch die im Jahr
1580 geschaffene Goldbüste von St. Servaas mit einem
Stück seines Schädels.
Sint Servaas wurde der
Überlieferung nach als Sohn jüdischer Eltern in Armenien
geboren. Ein Engel soll Servatius zum Missionieren nach
Tongeren geführt haben, wo er um das Jahr 340 Bischof
wurde. Im Jahrzehnt danach nahm Servatius von Tongeren
an mehreren Konzilen teil und er vermittelte in einem
Streit um den Kaiserthron. Seinen nahen Tod vorausahnend
soll er dann nach Maastricht gegangen sein, wo er erster
Bischof der Stadt wurde und wo er am 13. Mai 384
verstarb.
Servatius von Tongeren wurde zum "Hausheiligen"
der Karolinger. Die über seinem Grab errichtete Sint
Servaasbasiliek wurde im Jahr 1087 zur Reichskirche
erhoben und hier hatte lange Zeit die kaiserliche Kanzlei
ihren Sitz.
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Es sind viele
weitere beeindruckende Kunstwerke ausgestellt, darunter
eine
venezianische Reliquienkiste aus dem 13. Jahrhundert,
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die
Büsten der Heiligen Monulphus und Gondulphus, die hier
über dem Grab von St. Servaas um 550 eine erste steinerne
Kirche errichteten, ...
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und eine im frühen 16. Jahrhundert geschaffene
Monstranz aus vergoldetem Silber.
Die Sammlung zeigt
auch einen von Gottfried von Boullion im Jahr 1099 gestifteten
armförmigen Silberschrein mit einem Armknochen des Apostels
Thomas und prachtvolle Gewänder und Seidenstoffe, die
bis ins 6. Jahrhundert zurückdatiert werden.
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Durch
den mit einem Relief aus dem 12. Jahrhundert verzierte
Haupteingang Maiestas Domini am Ende des an der Schatzkammer
vorbeiführenden Kreuzganges gelangt man in das Hauptschiff der
im Jahr 1039 geweihten Sint Servaasbasiliek, in dessen
Mitte ein vergoldetes Marianum aus dem 15. Jahrhundert
im Licht der durch die Oberlichter einfallenden Sonnenstrahlen
glänzt.
Das Langhaus der Basilika wurde als erstes errichtet,
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danach
folgten das Querhaus, die Krypta und der Chor, dessen
reich verzierter und überdachter Sakramentsaltar im
Jahr 1884 geschaffen wurde.
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Im Querhaus rechts der Apsis befindet sich die Kapelle des heiligen Antlitzes mit dem Grab des im Jahr 1557
verstorbenen Domherren Egidiy Ruyscen.
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Sehenswert
sind neben vielen anderen Kunstwerken auch die rechts
vor der Kapelle stehenden Beichtstühle, die der Bildhauer
Van Vlierden aus Hasselt im 17. Jahrhundert
schuf, ...
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die Pieta aus dem 15. Jahrhundert im rechten Seitenschiff...
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und das aus dem 15. Jahrhundert stammende Taufbecken in
der an das rechte Seitenschiff grenzenden Taufkapelle.
Der Deckel der Taufe wurde von dem aus Utrecht stammenden
Kunstschmied Jan Hendrik Brom im Jahr 1908 gefertigt.
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Ein
architektonisches und künstlerisches Glanzstück der St. Servaasbasiliek
ist das heute durch eine Glasfront vor Witterungeseinflüssen
geschützte frühgotische Bergportal an der Kirchen-Südseite
mit Relief-Figuren aus dem 13. Jahrhundert.
Links
der Tür sind die alttestamentarischen Figuren von Abraham,
Moses, David und Johannes der Täufer zu sehen, auf
der rechten Seite sind es aus dem Neuen Testament Simeon
(im Jahr 1885 irrtümlich als Mutter Gottes restauriert),
Johannes der Täufer, St. Johannes der Evangelist und
St. Servatius.
Der Spitzbogen zeigt den Stammbaum des hl. Servatius,
im dreigeteilten Tympanonrelief ist mit üppigem
Figurenschmuck der Tod, die Auferstehung
und die Krönung Marias dargestellt.
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Die
auf der Westseite untergebrachte Orgel ist vergleichsweise
jung, sie wurde im 18. Jahrhundert installiert
und im 19. Jahrhundert erneuert.
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Deutlich
älter ist die alte Chorschranke vor der Orgel mit ihren
romanischen Skulpturen: Im Bogen werden St. Peter und
St. Servatius von Christus
gekrönt, darunter flankieren zwei Engel Maria mit
dem Kind.
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Rechts
dahinter, etwas erhöht und durch einen Rundbogen betont,
wurde 1844 eine Statue von Karl dem Großen aufgestellt.
Maastricht, die St. Servaasbasiliek und
das St. Servaaskloster wurden von dem großen Frankenkönig
mit einer Reihe wichtiger Privilegien ausgestattet.
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Über
eine Treppe vor dem Querschiff gelangt man in die Krypta
mit dem Grabmahl von Karl dem Einfältigen, dem Gründer
von Brüssel und Sohn König Ludwigs von Lothringen.
Hinter
Karls Grab befindet sich die Begräbnisstätte des Heiligen
Servatius mit dessen Steinsarkophag.
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Der
römische
Grabstein im Säulen gestützten Vorraum der St. Servaas-Gruft
enthielt früher die Reliquien der heilig gesprochenen
Bischöfe Monulphus und Gondulphus, die in der Mitte
des Hauptschiffes nahe dem Marianum begraben sind.
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Wir
verlassen die St. Servaasbasiliek wie wir sie betreten
haben: Durch das Nordportal
am Kreuzgang und entlang des Westbaus
aus karolingischer Zeit mit dem 1177 fertiggestellten
Kaisersaal und der Kaisergalerie...
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gehen wir vorbei am Sint Servaas
Klooster...
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und erreichen den "Henric
van Veldekeplein" auf der Südseite der Basilika, in deren
südlichem Turm eine der größten Glocken des Landes hängt:
Die "Grameer" (Großmutter) ist mit ihren 7.000
Kilogramm noch schwerer als die Servatius-Glocke, die
wir im Paradies sahen.
Der Name des Platzes
erinnert an den Dichter und Schriftsteller Henric van Veldeke,
der als Erster in niederländischer Sprache über das
Leben des Heiligen Servatius schrieb.
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Seitlich
des Bergportals stehen die Figuren Monulphus und Gondulphus
des Maastrichter Bildhauers Jef Courtens.
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Der
Henric-van-Veldeke-Platz wird von dem roten Turm der St. Janskerk
überragt, die direkt neben der St. Servaasbasiliek
steht und von dieser nur durch die Gasse "Het Vagefuur"
- Das Fegefeuer - getrennt ist.
Die St. Johanneskirche
ist wesentlich jünger als die St. Servatiuskirche:
Das gotische Gotteshaus wurde im 14. Jahrhundert
erbaut. Der heutige Turm stammt aus dem 15. Jahrhundert
und ersetzte den durch einen Sturm schwer beschädigten
Vorgänger. Vorbild war der Turm des Doms in Utrecht.
Das Gotteshaus wurde 1632 von Frederik
Henrik van Oranje-Nassau der evangelischen Gemeinde
Maastricht übergeben. Vielleicht hat deshalb die trennende
Gasse zur katholischen Basilika den Namen "Fegefeuer"
erhalten.
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Der
Bau der deutlich kleineren St. Janskerk wurde von den
Kanonikern der St. Servaasbasiliek in Angriff genommen,
um für die Basilika und das Kloster eine eigenständige
Taufkapelle zu schaffen.
"Sint Jan" wurde Johannes dem Täufer geweiht.
Für
ein gotisches Gotteshaus sehr ungewöhnlich sind die
im Inneren der Kirche zu findenen Strebe- und Stützpfeiler,
sicherlich ein Zwang wegen des sehr schmalen Kirchen-Grundstückes
zwischen der Basilika und den Wohnhäusern am Henric
van Veldekeplein.
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Sehenswert
sind in der vergleichsweise schmucklosen Kirche mittelalterliche
Wandmalereien im Chorraum, die
von dem Maastrichter Tischler Conraad Pierkens im Jahr
1780 geschnitzte Kanzel
im Stil der Zeit von König Ludwig XIV. sowie...
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eine Vielzahl verzierter Grabplatten
aus dem 16. und 17. Jahrhundert.
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Zwischen
1450 und 1480 entstanden die aus Mergel geschaffenen
Kragsteine
der St. Janskerk, die die zwölf Apostel darstellen:
Petrus mit dem Schlüssel, Jakobus der Ältere, Andreas,
Thomas, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Simon Kananäus,
Matthias, Johannes, Thaddäus und Jakobus der Jüngere.
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Vom Hauptschiff
aus kann man gegen eine kleine Gebühr zur Unterhaltung
des Gotteshauses die über 218 Stufen erreichbare Aussichtsplattform
des 70 Meter hohen Turmes der St. Janskerk besteigen.
Von
hier oben hat man nicht nur einen tollen Ausblick auf
die Türme der Sint Servaasbaliliek, ...
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... sondern
auch auf die Türme der Sint Martinuskerk und der Onze Lieve
Vrouwebasiliek...

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sowie auf
die Dächer der Altstadt von Maastricht bis
hinüber zum Centre Ceramique.
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