Foto-Reisebericht - Reiseführer - Reise-Info
    
Maastricht
    
Zur Basilika Onze Lieve Vrouwe und zur St. Servaasbrug

 


Bastionen Haat ende Nijt und De Vijf Koppen mit Poort Waerachtig in Maastricht


Am Teich des Maastrichter "Stadspark" genießen wir ausgiebig das Panorama auf die beeindruckende Stadtbefestigung der "Nieuwstad", die erforderlich wurde, weil Maastricht Ende des 15. Jahrhunderts über die alte, zweite Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert hinausgewachsen war.


Springbrunnen vor der Bastion Haet ende Niejt in MaastrichtDiese Südostecke der Maastrichter Altstadt wurde 1515 durch den Bau einer dritten Stadtmauer geschützt, die zwei mächtige "Rondeele" verstärkten, auf denen schwere Kanonen das Vorfeld , den Stadtzugang und die Mauer sicherten.

Die westliche Bastion erhielt den Namen "Haet ende Nijt" - Hass und Neid, die östlich gelegene wurde zuerst "Drie Duiven" - Drei Tauben - genannt, später setzte sich aber der Name "De Vijf Koppen" - Die fünf Köpfe - durch, weil im Jahr 1638 auf der Brüstung die Köpfe von fünf des Hochverrats beschuldigten und hingerichteten Männern aufgespießt wurden.


Poort Waerachtig zwischen den Bastionen Haet ende Niet und De Vijf Koppen in Maastricht



Zwischen den beiden Bastionen gab es ursprünglich keinen Durchgang in die Stadt. Die schmale "Poort Waerachtig" wurde erst 1888 in die Stadtmauer gebrochen, um das außerhalb der Stadtbefestigung neu entstandene Stadtviertel "Villapark" über die St. Pieterskade und die Begijnen-Straat besser an die Altstadt anzubinden.


Kanone auf der Bastion De Vijf Koppen in Maastricht





Es lohnt sich, auf eines der beiden Rondelle hinauf zu steigen, denn erst hier oben werden die Dimensionen der Wehranlagen wirklich deutlich, ...


Blick von der Bastion De Vijf Koppen auf den Stadtpark von Maastricht





... und von hier oben hat man einen schönen Blick auf den Stadtpark und die Fontänen.


Pesthuis, Helpoort und Jekertoren in Maastricht

Verlässt man "De Vijf Koppen" auf dem Fußweg nach Norden, dann erreicht man nach wenigen Metern das hohe Gebäude der ehemaligen Papiermühle "De Ancker", die heute "Pesthuis" genannt wird.

Die vom südlichen Arm der Jeker angetriebene Wassermühle erhielt den Namen "Pesthaus", weil früher hier vor der Wehrmauer und außerhalb der Stadt Baracken für die Pestkranken standen.


stadttor Helpoort am Maasufer in Maastricht







Den südöstlichen Zugang zur Stadt sicherte die im Jahr 1229 errichtete "Helpoort", das älteste Stadttor der Niederlande.

Die Türme des früher mit einem Fallgitter versehenen "Höllentores" kann man ersteigen.

Zusätzlich verstärkt wurde die Südostecke der ersten Stadtmauer durch den rechts der Helpoort stehenden "Jekertoren" - Jekerturm - aus dem 13. Jahrhundert.


Jekertoren in der Südostecke der Maastrichter Stadtmauer




Der Jekertoren und das Stadttor sind durch die massive erste Stadtmauer von Maastricht miteinander verbunden, die hier...


Onze Lieve Vrouwewal in maastricht mit fünf Kanonen







... nach Norden abbiegt und entlang des "Onze Lieve Vrouwewal" - Liebfrauenwall - parallel der Maas verläuft.

Vom "Onze Lieve Vrouwewal" aus hat man einen schönen Ausblick auf den vorgelagerten Stadtpark mit den fünf alten Kanonen, auf die Maas und den Stadtteil Wijk am jenseitigen Maasufer.


Pater Vinktoren mit resten der zweiten Stadtmauer

Wir gehen durch die Helpoort zurück vor die Stadtmauer und spazieren entlang der hier gut erhaltenen ersten Stadtbefestigung zum "Pater Vinck Toren", einem Wehrturm der zweiten Maastrichter Wehrmauer.
  
Der um 1350 errichtete Pater Vinck Turm hat seinen Namen von dem im Jahr 1638 wegen angeblichem Hochverrat hingerichteten Minoritenpater Vinck. Sein Kopf war einer der fünf auf der Brüstung der Bastion "De Vijf Koppen" zur Schau gestellten.


Waterpoort Achter de Minderbroeders neben dem Pater Vinktoren in Maastricht






Die "Waterpoort Achter de Minderbroeders" wurde nach dem Franziskanerorden der Minderbroeder benannt, die im 13. Jahrhundert in der nahe gelegenen St. Pieterstraat ein Kloster gründeten.

Durch die Waterpoort fließt der nördliche Seitenarm der Jeker unter der ersten Stadtmauer hindurch aus der Stadt heraus und hier wurde die zweite Stadtmauer mit dem Pater Vinck Toren an die erste angebaut.


Ehemaliges Feilzustersklooster in der Südstadt von Maastricht

Links von Waterpoort und Pater Vinck Toren steht das ehemalige Feilzustersklooster aus dem 17. Jahrhundert.

Ursprünglich existierte hier ein kleiner Konvent, der um 1350 als St. Catharina-Kloster errichtet wurde. Das Gebäude wurde bei einem Großbrand vernichtet und zwischen 1647 und 1652 im Stil der Maasländischen Renaissance neu errichtet. Die zugehörige Klosterkirche wurde 1865 abgebrochen.


Reste der ersten Stadtmauer von Maastricht nahe der Minderbroederskerk



Wir folgen der Begijnen-Straat, die nach wenigen Metern in die St. Pieterstraat mündet.

Hier zweigt nach links die "Lang Grachtje" ab, an deren Südseite noch sehenswerte Reste der ersten Stadt-Ummauerung aus dem Jahr 1229 stehen.


Haus mit Riss in der Maastrichter Heidenstraat








Auf der anderen Straßenseite fällt uns ein Haus auf, dessen Riss im Mauerwerk nicht einfach wieder zugemauert wurde, sondern mit einer dicken Glasscheibe verschlossen wurde.

Das Gebäude gehört ebenso wie die...


Eerste Minderbroederskerk mit dem Regionaal Historisch Centrum in Maastricht


... daneben stehende "" Franciscanen- of Minderbroederskerk" zum "Regionaal Historisch Centrum Limburg".
 
Ab dem 13. Jahrhundert existierte hier ein Franziskanerkloster, dessen große gotische Klosterkirche ab dem Jahr 1298 mit Mergelsteinblöcken errichtet wurde. Nachdem die Franziskaner im 17. Jahrhundert wegen des angeblichen Verrats von Pater Vinck verbannt wurden, nutzte man die Baulichkeiten als Arsenal, später auch als Gefängnis.
 
Im Jahr 1881 zog in die Gebäude das "Rijksarchief" ein, aus dem sich das "Regionaal Historisch Centrum Limburg" entwickelte, das Archiv der Region Limburg und der Stadt Maastricht. Hier werden seit mehr als hundert Jahren alle wichtigen Dokumente der Stadt und der Provinz archiviert. Das älteste Dokument des Archivs stammt aus dem Jahr 950. König Otto I. bestätigte darin die Feudalrechte von Kessel und Echt. Die älteste Zeichnung aus dem Jahr 1460 zeigt die Kirche St. Servaas.


Geburtshaus von Jacobus Peter Thijsse neben der Eerste Minderbroederskerk in Maastricht
Seitlich der Minderbroederskerk steht das alte Kommandeurshaus der ehemaligen St. Pieterskaserne. Hier wurde am 25. Juli 1865 der Naturschutz-Pionier Jacobus Peter Thijsse geboren.

Als Lehrer lebte Thijsse knapp drei Jahre auf der Nordseeinsel Texel, deren Vielfalt an Pflanzen und Vögeln ihn sehr beeindruckte. Er brachte die vorgefundene Artenvielfalt zu Papier und veröffentlichte sie. Mit seinen Naturbeschreibungen gelang es dem Mitbegründer des niederländischen Vogelschutzvereins, seine Landsleute für das Thema Naturschutz zu interessieren.


Fassade der Bisschopsmolen in Maastricht



Wir folgen der Heidenstraat und biegen nach rechts in die Straße "Stenenbrug" ein, in der wir uns die Bisschopsmolen ansehen, eine von ursprünglich acht Mühlen innerhalb der Altstadt von Maastricht.

Die Bisschopsmolen wird bereits im 11. Jahrhundert namentlich genannt, sie war damals im Besitz von Godfried van Boullion. Nach dessen Tod fiel sie an das Liebfrauenkapitel des Fürstbischofs von Lüttich und wurde zur "Banmole", in der die Lütticher Bauern ihr Getreide mahlen lassen mussten. Jedenfalls bis ins Jahr 1442, in dem die Mühle an eine Brauerei verkauft wurde.

1920 kaufte die Stadt Maastricht die Bisschopsmolen und renovierte das Wasserrad, im Jahr 2004 wurde sie von Grund auf saniert.


Mahlwerk der Bisschopsmolen in Maastricht




Das Mahlwerk mit den inzwischen über 100 Jahre alten Mühlsteinen wird vom nördlichen Seitenarm des Flusses Jeker angetrieben und mahlt auch heute noch Getreide für die Brauerei Gulpener und die zur Mühle gehörende Bäckerei.


Mühlrad der Bisschopsmolen in Maastricht




Durch den Bisschopsmolengang erreicht man die Rückseite der Mühle mit dem großen wassergetriebenen Mühlrad. An der Fassade findet man neben der Jahreszahl 1609 - in diesem Jahr wurde der rückwärtige Mühlenteil errichtet - auch die Namen der damaligen Mühlenmeister Wolther van Aust und Anthon Cloett.

Einige andere Maastrichter Mühlen existieren zwischenzeitlich nicht mehr: Die Dolk-Mühle wurde 1960 abgebrochen, auf ihren Fundamenten wurde das Konservatorium errichten; die Hertogsmolen nahe der Tafelstraat wurde 1900 geschlossen und die nahe der "Kleine Looisersstraat" gelegene Looisersmolen wurde 1873 abgebrochen.


Fußgänger in der Koestraat in Maastricht









Von der Bisschopsmolen aus spazieren wir durch die enge Koestraat...


Onze Lieve Vrouweplein vor der gleichnamigen Basilika in Maastricht





... bis zum weitläufigen Platz "Onze Lieve Vrouweplein", der zu den schönsten Plätzen der Stadt zählt.


Onze Lieve Vrouwebasiliek in Maastricht

Auf der Ostseite des Platzes ragt die romanische "Onze Lieve Vrouwebasiliek" mit ihren beiden Treppentürmen in den Himmel. Die fast fensterlose Westfassade der Basilika verfügt über schießschartenartige Öffnungen die darauf hinweisen, dass die Liebfrauenkirche an die Außenmauer des früher hier stehenden römischen Militärlagers angebaut wurde und bis in das 12. Jahrhundert hinein Teil der Maastrichter Stadtbefestigung war.

Von der um 1000 errichteten ursprünglichen Kirche ist heute nur noch der untere Teil des Westbaus erhalten. Etwa hundert Jahre später wurde der Westbau fertig gestellt und mit dem Bau des Querhauses begonnen.

Wir alle anderen Kirchen auch wurde Onze Lieve Vrouwe während der Französischen Besatzungszeit zwangsweise geschlossen und zeitweise sogar als Pferdestall genutzt.

Im Jahr 1933 wurde die Kirche durch Papst Pius XI. zur "Basilica minor" erhoben.


Portal der Basilika Onze Lieve Vrouwen in Maastricht










Das Portal im Nordwesten der Basilika entstand im 13. Jahrhundert.


Gnadenfigur Onze Lieve Vrouwe Sterre der Zee in der Liebfrauen-Basilika in  Maastricht



Im 15. Jahrhundert wurde neben der Liebfrauen-Basilika die gotische Mèrode-Kapelle angebaut, die man durch das Nordwestportal erreicht. In dieser Kapelle steht seit 1903 die im 15. Jahrhundert geschaffene Gnadenfigur "Onze Lieve Vrouwe Sterre der Zee" - Unsere Liebe Frau Stern des Meeres.

Im sehr dunklen Kircheninneren beeindrucken uns vor allem der spätgotische Chor, der Kreuzgang, die beiden Krypten und die mittelalterliche Christophorus-Figur, die von Jan van Steffeswert um 1510 geschnitzt wurde.

Fotos vom Kircheninneren machen wir nicht, es besteht ein Fotografierverbot.


Comedie nahe dem Onze Lieve Vrouweplein in MaastrichtFolgt man an der Nordseite des Platzes "Onze Lieve Vrouweplein" der Plankstraat nach Westen, erreicht man nach wenigen Metern das Theater "La Bonbonnière", das in der ehemaligen "Jezuietenkerk" untergebracht ist.

Mit dem Bau der Kiche begannen die Jesuiten im Jahr 1604, zehn Jahre später konnte sie geweiht werden. Das damals angrenzende Jesuitenkloster wurde 1787 abgebrochen. Danach wurde das Gotteshaus zum Theater umgebaut.

Die östliche Erweiterung mit dem "Grand Theater Café" entstand 1880 nach den Plänen des Lütticher Architekturbüros Remont.


Hotel Derlon am Onze Lieve Vrouweplein in Maastricht
An der nordöstlichen Ecke des Liebfrauenplatzes steht das moderne Derlon-Hotel. Im Keller des Hotels sind Funde aus der Römerzeit ausgestellt, die im Jahr 1983 bei Umbauarbeiten ausgegraben wurden. Unter dem Keller des Hotels und sechs Meter unter dem heutigen Straßenniveau entdeckte man damals auch die Reste eines römischen Tempelbezirkes.

Um die Funde für die Allgemeinheit zugänglich zu machen, wurde die Bauplanung geändert und der Keller zum " Museum Kelder Derlon" hergerichtet, das nur an Sonntagen von 12 - 16 Uhr besichtigt werden kann. Der Eintritt ist frei.


Einkaufsmeile Stokstraat in der Altstadt von Maastricht







Hinter dem Derlon-Hotel verlassen wir die Plankstraat und biegen nach links in die Stokstraat ein, das Zentrum des "Stokstraat-Viertels".

In den über dreihundert Jahre alten Maasländischen Giebelhäusern der weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten und geschätzten Stokstraat findet man...


Meestrechter Smedenstraat in der Altstadt von Maastricht








... wie auch in der Meestrechter Smedenstraat und den anderen Straßen und Gassen des "Stockstraat-Viertels" exklusive Läden, Boutiquen und Niederlassungen vieler namhafter Modehäuser und Parfüm-Hersteller.


Maastrichter Brugstraat vor der Sint Servaasbrug



Wir verschieben den obligatorischen Stokstraat-Einkaufsbummel auf unseren nächsten Besuch von Maastricht, denn wir wollen uns noch das moderne Ceramique-Viertel ansehen: Entlang der Maastrichter Brugstraat...


Auf der Sint Servaasbrug in Maastricht


... gehen wir zur siebenbogigen "St. Servaasbrug", die seit dem 13. Jahrhundert die Maas überspannt und den am rechten Maasufer gelegenen Stadtteil Wijk mit der Altstadt von Maastricht verbindet.

Die Brücke wurde nach Sankt Servatius benannt, dem Schutzpatron der Stadt.


Blick von der St. Servaasbrug auf Maastricht und die Maas


Von der St. Servaasbrug hat man einen wunderschönen Blick auf die Maas mit der Wilhelminabrug, die Sint Martinuskerk am rechten Flussufer im Stadtteil Wijk, die Altstadttürme und die Augustijnenkerk am linken Ufer mit dem dahinter liegenden modernen Mosae Forum.



Hier geht es weiter:
Das Ceramique-Viertel in Maastricht-Wijck


Hier finden Sie weitere Infos:
Die Opfergabe von Pater Vinck

Regionaal Historisch Centrum Limburg

Theater La Bonbonnière

Museum Kelder Derlon











Das menschliche Auge sieht mehr als eine Kamera:

Unsere Fotos sollen nur den Appetit anregen.
Deshalb: Hinfahren und selbst ansehen!
Denn nichts ist besser als das Original.



nach oben
 

Home
 


Seite erstellt: 16.10.2009