Foto-Reisebericht - Reiseführer - Reise-Info
    
Die Umgebung von Malmedy
    
Wavreumont, Stavelot, Coo, Bütgenbach und Robertville

 


Kloster Wavreumont zwischen Malmedy und Stavelot in Belgien


Nach unserem Stadtrundgang durch Malmedy fahren wir auf der Straße N62 Richtung Stavelot und biegen etwa auf halbem Weg nach links zur "Monastère Saint-Remacle" in Wavreumont ab.

Das Kloster Saint-Remacle wurde im Jahr 1950 von Benediktinermönchen gegründet, die den Altbau heute als Hotelanlage nutzen. Hier können die Hotelgäste dem Alltagsstress entfliehen und am abgeschiedenen Klosterleben teilhaben.


Kloster Wavreumont zwischen Malmedy und Stavelot in Belgien





Das heutige Kloster und dessen Verwaltung ist im angrenzenden modernen Neubau untergebracht.


Fachwerkhaus von 1698 in Wavreumont zwischen Malmedy und Stavelot





Im nahe gelegenen Dorf Wavreumont findet man einige sehenswerte Fachwerkhäuser, die teilweise Ende des 17. Jahrhunderts errichtet wurden.


Blumenschmuck am Ortseingang von Stavelot in Belgien





Über die N664 und die N68 erreichen wir kurz darauf den farbenprächtig gestalteten Ortseingang von Stavelot.



Wir fahren zum Marktplatz im Stadtzentrum, ...

Marktplatz von Stavelot

... wo uns der knallrote 2CV des Restaurants "Figaro" daran erinnert, dass es Mittagszeit ist.


Was liegt also näher, als das so schön beworbene italienische Restaurant mit seiner einladenden Terrasse aufzusuchen. Der Service ist sehr gut, die Suppen, Pizzen und Salate schmecken prima und die Preise sind o.k.


Farbenprächtige Blumenampel auf dem Marktplatz im belgischen Stavelot









Ausgeruht und gestärkt bewundern wir anschließend das bunte Blütenmeer der riesigen Blumenampel auf dem Marktplatz...


Backsteinkirche Saint Sebastien in der Altstadt von Stavelot





... und schauen uns die im Jahr 1754 geweihte Backsteinkirche "Saint Sébastien" an, in der ein schöner Hochaltar und eine Eichenkanzel zu sehen sind, beide wurden im 18. Jahrhundert geschaffen.

Im Chor des Gotteshauses ruhen in einem Schrein die Gebeine des heiligen Remaclus.

Remaclus wurde um 600 n. Chr. in Aquitanien geboren. Er trat 625 dem Benediktinerorden bei und gründete gemeinsam mit König Sigibert III. die Klöster in Malmedy und Stavlo, dem heutigen Stavelot, denen er ab 650 auch als Abt vorstand. Remaclus verstarb um 675 im Kloster Stavelot.


Jugendstilhaus nahe der Abtei von Stavelot





Vorbei an einem mit Mosaiken verzierten Jugendstilhaus...


Masken an den Hausfassaden im belgischenh Stavelot






... passieren wir mehrere für Stavelot typische Karnevalsmasken, die an ein Ereignis des Jahres 1449 erinnern.

Damals verbot der neue Abt des Klosters seinen Mönchen, am Karnevalstreiben teilzunehmen. Aus Protest zogen die Bürger von Stavelot weiße Gewänder mit Kapuzen an, verbargen ihr Gesicht hinter Masken mit langen roten Nasen und zogen mit Schweinsblasen winkend durch die Straßen und Gassen der Stadt.


Blumenschmuck in der Avenue Ferdinand Nicolay im belgischen Stavelot









Durch die blumengeschmückte Avenue Ferdinand Nicolay...



... erreichen wir dann die "Abbaye de Stavelot".

Abtei von Stavelot im Südwesten von Malmedy


Das im Jahr 648 gegründete Kloster von Stabo (Stavelot) wurde bis in das 18. Jahrhundert hinein genutzt. Im 10. und 11. Jahrhundert wurde die Abtei unter den Äbten Odilo und Poppo zu einem bedeutenden Zentrum der vom Kloster Cluny ausgehenden Reformbewegung zur Rückbesinnung auf die einstigen religiösen und moralischen Wertevorstellungen und benediktinischen Grundsätze. Kaiser Heinrich IV. unterstrich damals die Bedeutung der Abtei von Stavelot, indem er ihr das nahe gelgene Kloster Malmedy unterstellte.

Während der Französischen Revolution wurde die Abtei von Stavelot zwangsweise aufgelöst und verfiel danach. Inzwischen hat man die archäologischen Reste der riesigen Abteikirche wieder freigelegt, deren Dimensionen der verbliebene untere Teil des einst mächtigen Kirchturms rechts im Bild verdeutlicht.

Im angrenzenden Museum kann man mittels moderner 3D-Technik die Abteikirche von einst virtuell betreten.


Archäologische Grabungen an der Abtei von Stavelot





Die freigelegten Fundamente und Mauern sind für Besucher zugänglich, lediglich die Bereiche der aktuellen Grabungsarbeiten sind abgesperrt.


Brücke über die Amel im belgischen Petit Coo


Wir verlassen Stavelot auf der N68, fahren unter den drei mächtigen Steinbrücken von Trois-Ponts hindurch und erreichen über die N633 Richtung La Gleize die kleine Gemeinde Coo.

Wir parken außerhalb der Stadt und überqueren zu Fuß die mit einem farbenfrohen Blütenmeer geschmückte Brücke, ...


Kirche im belgische Coo nahe dem Amel-Wasserfall









... um vor der kleinen Dorfkirche "Saint André à Coo"...


Wasserfall der Amel im belgischen Dorf Coo


... nach rechts abzubiegen und zu den "Cascades de Coo" hinunter zu gehen. Der Fluss Amel stürzt hier als größter Wasserfall Belgiens mit Getöse mehr als 15 Meter in die Tiefe.

Die Amel bildet nahe dem Wasserfall von Coo eine große Flussschleife, die als Wasserspeicher genutzt wird, der aus zwei höher gelegenen Becken gespeist wird. Dazwischen nutzt ein großes Pumpspeicherkraftwerk den Gefälleunterschied zur Stromgewinnung.

 


Freizeitpark Plopsa Cloo im belgischen Dorf Coo nahe dem Amel-Wasserfall



In unmittelbarer Nähe des Wasserfalls von Coo und über eine kleine Brücke erreichbar bietet der Freizeitpark "Plopsa Cloo" Freizeitvergnügen pur:

Neben Sessellift, Achterbahn, Mega Mindy Flyer, Labyrinth und Kartbahn gibt es hier auch Minigolf und viele weitere Attraktionen.


Memorial von Baugnez zur Erinnerung an das Nazi-Masaker des Jahres 1944


Südöstlich von Malmedy - über die E421 erreichbar - liegt das Städtchen Baugnez, das durch Ereignisse des Kriegsjahres 1944 bekannt wurde.

Im Dezember 1944 versuchte die deutsche Wehrmacht, mit einer Gegenoffensive den Hafen von Antwerpen zurückzugewinnen. Am 16. Dezember erreichten die Panzer der Kampfgruppe Peiper die Kreuzung von Baugnez, die gerade von einem Konvoi der US-Armee überquert wurde. Die Panzer eröffneten sofort das Feuer, woraufhin sich die chancenlosen, nur leicht bewaffneten GIs ergaben.

Die deutschen Soldaten entwaffneten und plünderten die Gefangenen, trieben sie auf ein nahe gelegenes Feld und ermorden sie im "Blutbad von Baugnez".

Neben der Kreuzung erinnert das "Memorial de Baugnez" an dieses Blutbad. Hinter dem sternförmig angelegten Blumenbeet mit gehisster US-Flagge findet man eine kleine Kapelle.


Namenstafeln am Memorial von Baugnez erinnern an die von den Nazis ermordeten US-amerikanischen  Kriegsgefangenen





An der begrenzenden Mauer des Ehrenmals sind auf Steintafeln die Namen der ermordeten US-Soldaten angebracht.


Historical Center Baugnez erinnert an das Blutbad von Malmedy


Schräg gegenüber wurde im Jahr 2007 das sehenswerte "Historical Center Baugnez 44" eröffnet, das den Besucher in das Jahr 1944 zurückversetzt:

In sechzehn Szenen werden die damaligen Geschehnisse lebensnah dargestellt. Die wohl einzigartigen Licht- und Toneffekte vermitteln uns den Eindruck, genau zwischen die beiden Kampfverbände geraten zu sein.


Etwas beklemmt und sehr nachdenklich verlassen wir das Museum mit dem Wissen, dass den Kriegsverbrechern zwei Jahre nach dem Massaker in Dachau der Prozess gemacht wurde.


Sankt Stephanus-Kirche von Bütgenbach in der belgischen Eifel







Unser nächstes Ziel ist Bütgenbach, das wir auf der N632 über Weismes erreichen. Bütgenbach ist eine der neun deutschsprachigen Gemeinden in Belgien

Wir parken vor der neoromanischen Kirche Sankt Stephanus, die nach den Plänen des Architekten Henry Cunibert erbaut und im Jahr 1932 fertiggestellt wurde.


Blick über den Stausee Lac de Bütgenbach Richtung Staumauer

Bekannt wurde die Gemeinde Bütgenbach durch den Lac de Bütgenbach, den wir über die Seestraße erreichen.

Der Stausee wurde ab 1929 zur Stromerzeugung angelegt und die Staumauer 1932 geschlossen.

Er wird von der Warche gefüllt, die wir schon in Malmedy sahen und die weiter flussabwärts in die Amel mündet, die dann am Wasserfall von Coo in die Tiefe stürzt.


Freizeit- und Wassersportgelände am Lac de Bütgenbach in der belgischen Eifel





Heute steht am See von Bütgenbach die touristische Nutzung im Vordergrund: Neben einem Wassersportzentrum und einem Segelverein gibt es auch eine Feriensiedlung und einen ausgedehnten Campingplatz.


Idyllisch gelegener Lac de Robertville in der belgischen Eifel



Etwas älter als der Lac de Bütgenbach ist der wenige Kilometer westlich und flussabwärts gelegene Stausee Lac de Robertville aus dem Jahr 1928, der ein Fassungsvermögen von mehr als 7 Millionen Kubikmetern hat und der die Stadt Malmedy mit Trinkwasser versorgt.


Burg Reinhardstein nehe Robertville in der belgischen Eifel



Etwas unterhalb des Lac de Robertville liegt in einem bewaldeten Talkessel nahe der Warche das "Château de Reinhardstein".

Reinhard von Weismes lies Burg Reinhardstein mit Zustimmung des Herzogs Wenzel von Luxemburg im Jahr 1354 errichten.


Im Laufe der Jahrhunderte war die Burg im Besitz der Familien von Nassau und von Metternich, letztere bauten sie zum Schloss aus, das sie bis zur Französischen Revolution bewohnten. 1823 verkaufte Fürst Franz Georg Karl von Metternich Schloss Reinhardstein zum Abbruch und es verfiel in der Folge.

Mitte der 1960er Jahre wurde der verfallene Reinhardstein unter der Leitung des Historik-Professors Jean van Overloop nach historischen Plänen und Zeichnungen wieder aufgebaut.


Burg Reinhardstein nehe Robertville in der belgischen Eifel




Hauptgebäude der in Privatbesitz befindlichen Burganlage ist der dreistöckige Wohnturm Pallas mit Rittersaal, mehreren Wohnräumen sowie einem Salon und einem Versammlungsraum.

In dem niedrigeren, vorgelagerten, halbrunden Gebäude findet man die u. a. eine Wachstube und eine Kapelle.


Burgführungen finden jeweils samstags und sonntags um 11:15 Uhr und 14:30 Uhr in französischer und niederländischer Sprache statt, während der Schulferien auch dienstags und donnerstags um 14:30 Uhr. An einer deutschsprachigen Führung durch den Reinhardstein kann man am letzten Sonntag im Monat um 14 Uhr teilnehmen (Stand 09/2011).


Centre Nature de Botrange in der belgischen Eifel

Über die N676 fahren wir weiter Richtung Eupen und sehen uns das "Centre Nature de Botrange" an der Route de Botrange an.

Das Naturparkzentrum Botrange hat die Erhaltung des 45 Quadratkilometer großen Naturschutzgebietes "Hohes Venn" zum Ziel und informiert den Besucher über dessen Entstehung sowie Pflanzen- und Tierwelt. Angeboten werden zudem Planwagenfahrten und geführte Wanderungen durch das im Winter als Langlauf-Skigebiet genutzte Hochmoor.


Die zugehörige Dauerausstellung "Naturama" können wir uns leider nicht ansehen, sie wird bis zum Herbst 2012 zu einem interaktiven Museum umgebaut und ist deshalb geschlossen.


Signal de Botrange im Hohen Venn der belgischen Eifel nahe Robertville
Etwa ein Kilometer weiter nördlich passieren wir den "Signal de Botrange" auf der höchsten Erhebung Belgiens, der 694 m hohen "Botrange".

Damit seine Landsleute eine Höhe von 700 Metern über dem Meeresspiegel erreichen konnten, ließ hier Generalleutnant Herman Baltia den "Baltia-Hügel" aufschütten, auf dem im Jahr 1923 ein sechs Meter hoher Aussichtsturm errichtet wurde.

Auf Initiative des aus dem nahen Ovifat stammenden François Fagnoul (1883-1941) wurde zehn Jahr später im Sommer 1933 neben diesem - heute noch vorhandenen - Aussichtsturm der heutige Signal de Botrange als Observationsstation gebaut. Der Anbau einer kleinen Herberge im Folgejahr brachte François Fagnoul den Spitznamen "Botrange-Wirt" ein.

Der 24 Meter hohe Turm auf der Botrange beherbergte mehrere Jahrzehnte lang eine meteorologische Station. Heute wird er als Sendeanlage genutzt, und aus der kleinen Herberge wurde ein ansprechendes Ausflugslokal.


Baraque Michel im Hohen Venn in der belgischen Eifel nahe Robertville




Wir folgen der N676 weiter und erreichen über den "Mont Rigi" hinweg die "Baraque Michel", die von dem aus Sinzig im Rheinland stammenden Handwerker Michel Schmitz im Jahr 1811 gegründet und in der Folge aus Unterkunft für Reisende hergerichtet wurde, die das Hohe Venn durchqueren.


Chapelle Fischbach nahe der Baraque Michel im Hohen Venn in der belgischen Eifel


In Sichtweite steht - auf der gleichen Seite der Nationalstraße - die "Chapelle Fischbach".

Im Turm der Kapelle Fischbach entzündete die in der Baraque Michel lebende Familie Schmitz jeden Abend ein Leuchtfeuer, um Wanderern die Orientierung im unwirtlichen und gefährlichen Hochmoor zu erleichtern.


Altar der Chapelle Fischbach nahe der Baraque Michel im Hohen Venn



Die schmucke, frisch renovierte Kapelle mit ihrem kleinen, von Heiligenfiguren umgebenen Altar wurde durch den aus Malmedy stammenden Industriellen Henri Toussaint-Fischbach im Jahr 1830 erbaut und wurde der Mutter Gottes der Immerwährenden Hilfe geweiht.


Holzsteg durch das Hochmoor des Hohen Venn in der belgischen Eifel nahe der Baraque Michel


Vor unserer Rückfahrt machen wir hier noch einen kleinen Spaziergang durch das Hohe Venn: Das ausgedehnte Hochmoor kann von Besuchern betreten und durchwandert werden, allerdings nur auf den ausgewiesenen Wegen und Stegen.

Nicht nur wegen des Naturschutzes: Abseits der ausgewiesenen Wanderstrecken besteht Lebensgefahr!



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Hier finden Sie weitere Infos:
Kloster Saint-Remacle in Wavreumont

Restaurant Figaro in Stavelot

Abtei von Stavelot

Cascades de Coo

Historical Center Baugnez 44

Burg Reinhardstein











Das menschliche Auge sieht mehr als eine Kamera:

Unsere Fotos sollen nur den Appetit anregen.
Deshalb: Hinfahren und selbst ansehen!
Denn nichts ist besser als das Original.



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Seite erstellt: 11.09.2011