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Namur
    
Vom Théâtre de Verdure zur Citadelle de Namur

 


Theatre de Verdure am Stade des Jeux nahe der Citadelle von Namur
 
Wir erreichen Namur über die Autobahn E42, überqueren die Sambre und folgen der kurvenreichen Route Merveilleuse bis zum Großparkplatz des "Stade des Jeux".

Hier können wir den Mondeo kostenfrei und vor allem ganztägig abstellen.

Die Südseite des ursprünglich als Sportstätte genutzten Platzes "Stade des Jeux" wird vom "Théâtre de Verdure" begrenzt, ...


Theatre de Verdure am Stade des Jeux nahe der Citadelle von Namur
 
... das wie auch das Stade des Jeux im Jahr 1893 nach den Plänen des Architekten Georges Hobé errichtet wurde.

Über der erhöhten und verzierten Loge des Théâtre de Verdure erkennt man den Schriftzug "Ludus pro Patria" - Im Wettstreit für das Vaterland.

Baron Pierre de Coubertin machte "Ludus pro Patria" zum Motto der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit, die 1896 in Athen stattfanden.


Historisches Gebäude am Stade des Jeux in Namur mit dem Restaurant Le Panorama





Wir überqueren den großen Platz, passieren das schlossähnliche Restaurant "Le Panorama" ...


Hornwerk des Festungsteils Terra Nova der Citadelle von Namur


... und erreichen am nördlichen Ende des Stade des Jeux das Hornwerk "Ouvrage à Cornes" der Citadelle von Namur.

Die Citadelle besteht aus insgesamt drei Festungsabschnitten, die in unterschiedlichen Jahrhunderten und auf unterschiedlichen Ebenen des Felsen errichtet wurden.


Nachdem die Grafen von Namur hier hoch über der Stadt ihr Schloss errichtet und um 890 mit einer ersten Wehrmauer umgeben hatten, begann man im 15. Jahrhundert mit dem Ausbau des Felsens zur Zitadelle.

Um das alte Grafenschloss herum entstand damals der Festungsabschnitt "Château". Im 16. Jahrhundert wurde der etwas höher gelegene Abschnitt "Médiane" gebaut, im 17. und 18. Jahrhundert folgte der noch höher gelegene Abschnitt "Terra Nova", um den Zugang zu Médiane und Château zusätzlich zu sichern.


Südlicher Eingang zur Citadelle Namur am Stde des Jeux



Der schmale und durch eine Überbauung gut gesicherte Durchlass durch das Hornwerk führt in die früher zu den mächtigsten Festungen Europas zählende Verteidigungsanlage.


Eingang zu einem Pulvermagazin im Festungsteil Terra Nova der Citadelle von Namur





Vorbei an mehreren in das Hornwerk integrierten Pulvermagazinen...


Blick von der Citadelle de Namur auf die Maas und den Stadtteil Jambes




... kommt man zur östlichen Festungsmauer von Terra Nova, von der man einen ersten tollen Ausblick auf die 200 Meter tiefer fließende Maas und den Stadtteil Jambes hat.


Galleries Bouflers im Festungsteil Terra Nova der Citadelle von Namur





Etwas unterhalb erreichen wir den Eingang in die unterirdischen "Galéries Boufflers" ...


Holländische Kaserne im Festungsteil Terra Nova der Citadelle von Namur
... und die daneben stehende Holländische Kaserne aus dem Jahr 1815. Das Gebäude war für die Unterbringung von mehr als 1.000 Soldaten konzipiert.

Der Festungsteil Terra Nova wurde Ende des 17. Jahrhunderts nach den Plänen der Festungsbauer Sébastien Le Prestre de Vauban (Frankreich) und Menno van Coehoorn (Vereinigte Niederlande) ausgebaut und verstärkt.

Auf Vaubans Spuren sind wir vor Jahren schon in Luxemburg gestoßen. 


In der Holländischen Kaserne findet man die Tourist-Information, in der wir uns für 9 Euro pro Erwachsenem einen "Citadelle Pass" kaufen. Mit diesem vergünstigten Kombi-Pass kann man das Touristenbähnchen nutzen, an einer Führung durch die Kasematten teilnehmen und mit "La Médiévale" ins Mittelalter des Schlosses und der Festung eintauchen.

Der Sammelpunkt für die Teilnahme an den Führungen befindet sich direkt an der Ecke des Gebäudes.


Rundfahrt-Eisenbähnchen in der Citadelle von Namur



Die Touristenbahn verkehrt im Sommerhalbjahr zwischen 10:30 Uhr und 17:30 mindestens stündlich und vermittelt während der Fahrt über die verschiedenen Ebenen der weitläufigen Festung einen ersten Überblick über die Örtlichkeit und deren Geschichte.


Einstein on Tour im Rundfahrt-Eisenbähnchen in der Citadelle von Namur

Diese Rundfahrt ist besonders für Gehbehinderte zu empfehlen, da viele Wege innerhalb der Festung deutliches Gefälle und rauhes Kopfsteinpflaster aufweisen.

Erfreulich für uns: Hunde werden - ohne Sitzplatzanspruch - in Begleitung ihrer Besitzer - kostenlos mitgenommen.

Nach anfänglicher Skepsis machte unserem Labrador Einstein die Fahrt mit dem "Bähnle" richtig Spaß.


Nach der Rundfahrt gönnen wir uns in der Taverne "Le Troll qui trinque" neben der Tourist-Information eine Kaffeepause. Vierbeiner werden hier kostenlos und unaufgefordert mit Frischwasser versorgt. Prima!


Unterirdisches Gängesystem in der Citadelle von Namur

Danach geht es in die "Galéries Boufflers", die Unterwelt der Zitadelle, die nach dem französischen Marschall Louis-Francois de Boufflers benannt wurde, der 1695 Militärbefehlshaber in Namur war. Bouffler verteidigte Namur 1695 erfolgreich gegen König Wilhelm III. von England. Nachdem er 1708 auch noch die Stadt Lille gegen Prinz Eugen hielt, wurde er zum Herzog ernannt.

Die in das Felsgestein geschlagenen, unterirdischen Gänge dehnen sich über mehrere Stockwerke aus und sind im Rahmen von Führungen zu besichtigen.

Die unterirdischen Gänge, die man auch als "Galerien" bezeichnet, hatten unterschiedliche Aufgaben: In Versorgungsgalerien wurden die Vorräte gelagert und transportiert, die Kommunikationsgalerien dienten der Verständigung von Festungsabschnitt zu Festungsabschnitt und aus den Kampfgalerien heraus wurde die Festung gegen Belagerer und Angreifer verteidigt.


Das unterirdische Gängesystem der Citadelle von Namur ist das mit Abstand größte in ganz Europa, weswegen Napoleon Bonaparte die Festung über der Maas auch als "Termitenhügel von Namur" bezeichnete.


Mannschaftsquartier in  den Kasematten der Citadelle von Namur



In Zeiten kriegerischer Auseinandersetzungen waren in den Kasematten auch dauerhaft Soldaten kaserniert.

So kann man heute noch einige der tief unter der Erdoberfläche liegenden Mannschaftsquartiere...


Offiziersquartier in  den Kasematten der Citadelle von Namur





... und "Einzelzimmer" für die Offiziere ebenso besichtigen....


Schreibstube in den Kasemattenb der Citadelle von Namur
... wie die ehemalige Schreibstube.

Erstaunlich ist, dass in den holländischen Galerien eine so hohe Luftfeuchte herrscht, dass es teilweise sogar von den Decken tropft und die Gänge und Treppen stellenweise nass sind, während die französischen Gänge wesentlich trockener sind.

Unser Kasematten-Führer führt diesen Effekt auf die Tatsache zurück, dass die Franzosen doppelt gebrannte Backsteine zum Ausmauern der Gänge verwendeten.


Schutzraum mit 4 Meter dicken Mauern in den Kasematten der Citadelle von Namur



Dass die teilweise auch durch Aufschüttungen entstandenen unterirdischen Gänge und Räume absolut sicher waren und sogar schwerem Artilleriebeschuss standhalten konnten, erkennt man in dem größten zu besichtigenden Raum der Kasematten, dessen Backsteinmauern mehr als vier Meter dick sind.


Wieder am Tageslicht kehren wir zur Holländischen Kaserne zurück und probieren im "Le Troll qui trinque" den Salat mit Parmaschinken. Klasse!


Graben Fosse de Mediane der Citadelle de Namur zwischen den Festungsteilen Terra Nova und Mediana


Danach steht der im 16. Jahrhundert errichtete Festungsabschnitt Médiane auf unserem Programm.

Médiane (links) ist durch den tiefen Graben "Fosse de Médiane" von Terra Nova (rechts) getrennt...


Brücke Passerelle de Mediane zwischen den Festungsteilen Terra Nova nund Mediane in der Citadelle von Namur








... und direkt nur über die den Graben überspannenden Brücke "Passerelle de Médiane" erreichbar, ...


Pulvermagazin Poudriere in der Citadelle von Namur




... unter der das Pulvermagazin "Poudrière" von 1855/56 und das für die Unterbringung der Pferde der belgischen Kavallerie im Jahr 1835 geschaffenen Stallgebäude zu sehen sind.


Hornwerk des Festungsabschnittes Mediane der Citadelle von Namur




Von der Passerelle de Médiane aus hat man einen sehr guten Blick auf das massive Hornwerk des stark befestigten Festungsabschnittes "Médiane"...


Blick von der Passerelle de Mediane auf die Altstadt von Namur




... und eine tolle Aussicht auf die Altstadt von Namur mit der Kirche St. Aubain, die wir uns im Rahmen unseres Altstadt-Rundgangs ansehen werden.


Ehemalige Offiziersmesse im Festungsteil Mediane der Citadelle von Namur

Das größte Gebäude im Festungsabschnitt Médiane ist das sogenannte "Colombier".

Das ursprünglich als Arsenal errichtete Bauwerk diente in der Folge als Offiziersmesse.

Heute beherbergt das Colombier eine Verkaufsaustellung des Parfümeurs Guy Delforge, der hier die unterschiedlichsten Düfte kreiert und dessen Damen- und Herren-Parfüme in den unterirdischen Kasematten der Festung reifen.


Im Rahmen einer knapp einstündigen Führung durch die Parfüm-Manufaktur gewinnt man einen Einblick in die unterschiedlichen Phasen der aufwändigen Parfümherstellung, deren breites Duftspektrum von Jasmin und Vanille über Aprikose bis hin zu Papyrus und Zitrone reicht.


Chapelle Saint Pierre im Festungsteil Mediane der Citadelle von Namur



In der Nähe des Refugiums von Guy Delforge steht die unscheinbare "Chapelle St. Pierre".

Die kleine Kirche wurde unter Maria Theresia im Jahr 1754 als Schlosskapelle erbaut.


Pont Saint Pierre zwischen den Festungsteilen Mediane und Logis Comtal der Citadelle von Namur





Unterhalb der Kirche verläuft ein weiterer tiefer Graben, der die Festungsteile Médiane und Château voneinander trennt und der von der Brücke "Pont St. Pierre" überspannt wird, über die wir nun in den ältesten Teil der Zitadelle spazieren werden.



Hier geht es weiter:
Von der Citadelle zum Château de Namur


Hier finden Sie weitere Infos:
Citadelle de Namur

Namur Office du Tourisme

Parfums Guy Delforge











Das menschliche Auge sieht mehr als eine Kamera:

Unsere Fotos sollen nur den Appetit anregen.
Deshalb: Hinfahren und selbst ansehen!
Denn nichts ist besser als das Original.



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Seite erstellt: 11.06.2010