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Norwegen
    
Alta
    
"Stadt der Nordlichter und der Samen"

 


E8 neben dem Balsfjorden südlich von Tromsö in Nordnorwegen

Hat es gestern noch aus Eimern geschüttet, so verlassen wir Tromsø heute bei strahlendem Sonnenschein. So krasse, schnelle und häufige Wetterwechsel wie in Norwegen haben wir noch nie erlebt.

Die Europastraße 8 verläuft zuerst entlang des etwa 50 Kilometer langen "Balsfjorden", hinter dem sich die schneebedeckten Berge des Gebirgszuges "Jakobnjargga" erheben.

Wir passieren die Ortschaft Nordbotn ...


E8 in der Bergwelt des Lavangsdalen in Nordnorwegen




... und sind eine Stunde später schon hinter Sørbotn und fahren durch die Bergwelt des Lavangsdalen.

Bei Nordkjosbotn erreichen wir die E6, die nun bis Skibotn gemeinsam mit der E8 verläuft.


E6 bei Manndalen zwischen Tromsö und Alta in Nordnorwegen





Über Manndalen umrunden wir den östlichen Seitenarm des " Lyngenfjorden" ...



... und sehen hinter Trollvik...

Fähre von Lyngseidet nach Olderdalen auf dem Lyngenfjord in Nordnorwegen

... die von Lyngseidet kommende Fjordfähre nach Olderdalen.


Ursprünglich hatten wir geplant, über den Riksveien 91 nach Alta zu fahren und dabei diese Fährverbindung ebenso wie jene von Breivikeidet nach Svensby zu nutzen. Da die Fähren jedoch nur im Abstand von etwa 90 Minuten verkehren, befürchteten wir aber heute morgen, an den beiden Fähranlegern zu viel Zeit zu verlieren und entschieden uns für die durchgehende Straßenverbindung ohne Fähren. Denn wir wollen unser Tagesziel schon am frühen Nachmittag erreichen: In Alta wohnt der Verursacher unseres Unfalls bei Harran, dem wir die Reparaturrechnung mit der Hoffnung auf eine schnelle Regulierung persönlich übergeben möchten.


Wasserlauf neben der E6 nahe Nordmannvik in Nordnorwegen










Von den Hängen der Berge nahe Nordmannvik rauschen die Wasser des "Storelva" und des "Keppelelva" ins Tal ...


Lyngenfjorg und Lyngenfjellet in Nordnorwegen zwischen Tromsö und Alta






... und ergießen sich in den 120 Kilometer langen Lyngenfjord, der auf seiner Westseite von der Gebirgskette "Lyngenfjellet" begrenzt wird.



Am Ufer des Lyngenfjords sehen wir immer wieder einzelne Gehöfte, Scheunen und Hütten, ...

Lyngenfjord und Lyngenfjellet zwischen Tromsö und Alta in Nordnorwegen

...ein Bild, das sich kurz darauf auch am Reisafjord und hinter Storslett am Oksfjorden fortsetzt.
 


Wanderpause im Hochland  Kvænangsfjellet in Nordnorwegen nahe Alta




Bei Oksfjordhamn verlässt die E6 den Fjord und führt in das
ausgedehnte Wander- und Tourengebiet des "Kvænangsfjellet"-Hochlands hinauf.

Im Vorbeifahren sehen wir zwischen den Schneeresten eine rastende Wandergruppe ...


Gildetun Hotel auf dem Kvaenagsfjellet nahe Alta in Nordnorwegen



... und erreichen kurz darauf das auf dem
Kvænangsfjellet in 410 Meter Höhe gelegene "Gildetun Hotel".

Das wunderschön gelegene Berghotel wurde in den 1960er Jahren in Betrieb genommen und ist in den Sommermonaten Juni bis August geöffnet.



Von hier oben hat man einen herrlichen Blick auf den Kvænangenfjord...

Blick von Gildetun auf den Kvaenangsfjorden in Nordnorwegen


... und den dahinter gelegenen, zwischen den Wolken erkennbaren Gletscher "
Øksfjordjøkelen", den einzigen europäischen Gletscher, der direkt ins Meer kalbt.


Sörstraumenbru zwischen  Tromsö und Alta in Nordnorwegen





Von hier oben führt die E6 hinunter zu der im Jahr 1980 eröffneten, 440 Meter langen "Sørstraumen bru", die den etwa 80 Meter breiten Gezeitenstrom Sørstraumen überquert.


An der E6 zwischen Burfjord und Alteidet mit Blick die Bergkette Kvænangstindan





Zwischen Burfjord und Alteidet bietet sich uns erneut ein toller Ausblick auf den Kvænangenfjord und die von Wolken bedeckte Bergkette des "Kvænangstindan".



Bei Langfjordbotn erreichen wir ...

Langfjord nahe Langfjordbotn in Nordnorwegen

... das Ende des malerischen Langfjords, ...


Langfjord nahe Langfjordbotn in Nordnorwegen





... der sich - auf beiden Ufern von bis zu tausend Meter hohen Bergen begrenzt - in nordöstlicher Richtung erstreckt ...


Blick von der E6 auf den Altafjord in Nordnorwegen






... und nach 30 Kilometern bei Isnestoften in den breiten Altafjord mündet.



Während des Zweiten Weltkrieges nutzte die deutsche Kriegsmarine ...

Blick von der E6 auf den Altafjord in Nordnorwegen


... die Seitenarme des Altafjords als Ankerplatz für die Schlachtschiffe Tirpitz und Scharnhorst, um von hier aus alliierte Geleitzüge nach Murmansk anzugreifen und eine mögliche Invasion der Alliierten zu verhindern.
 


Blick auf den Altafjord und die Stadt Alta in Nordnorwegen





Vorbei an Talvik und Melsvik folgen wir dem Ufer des Altafjords und sehen unser Tagesziel "Alta" bald vor uns liegen.


Brücke von Kaford kurz vor dem nordmorwegischen Alta

Kurz darauf erreichen wir den Seitenarm "Kåfjord", den die "Kåfjord bru" überspannt.

Früher musste man den Fjord komplett umrunden und dabei die Ortschaft Kåfjord durchfahren.

Im Jahr 2011 begann man dann mit dem Bau der Brücke und des zugehörigen Zuführungstunnels auf der Ostseite.

Nach einer Bauzeit von nur drei Jahren - Bauarbeiten sind hier im Norden nur in den Sommermonaten möglich - konnte die Kåfjord-Brücke im Dezember 2013 für den Verkehr freigegeben werden.


Die Fahrzeit nach Alta hat sich dadurch deutlich verkürzt und die Touristenroute führt nun am Ort Kåfjord vorbei. Und auch am dortigen Tirpitz-Museum,  zu dem wir kein Hinweisschild sahen. Von der Existenz des Museums aben wir leider erst in Alta erfahren.


Thon Hotel Vica im nordnorwegischen Alta

In Alta angekommen fahren wir direkt zu dem von uns gebuchten "Thon Hotel Vica", weil wir vor dem Besuch bei unserem Unfallgegner erst einchecken und das Gepäck aufs Zimmer bringen wollen.

Was uns total überrascht: An der Rezeption des Hotels werden wir schon von einem freundlichen Mitarbeiter erwartet.

Er begrüßt uns freundlich und übergibt uns eine Telefonnummer sowie eine Vorfallnummer mit dem Hinweis, dass wir innerhalb der Bürozeiten - also möglichst sofort - in Oslo anrufen sollen.


Was wir direkt nach dem Check-In machen: Am anderen Ende der Leitung meldet sich eine norwegisch sprechende Hotline. Mit Hilfe des Hotelmitarbeiters gelingt es dann, eine Englisch sprechende Dame an das Telefon zu bekommen. Die Mitarbeiterin der skandinavischen Versicherung "IF SKADEFORSAKRING" informiert uns, dass ihnen unser Schaden mitgeteilt wurde und dass man die Reparaturkosten übernehmen werde. Man benötige die Rechnung per Email.

Wir hatten zu Hause zwar daran gedacht, einen Laptop mitzunehmen, aber einen Scanner einzupacken hatten wir glatt vergessen. Was nun?

Als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt bietet uns nun der nette Herr an der Rezeption an, das Dokument für uns einzuscannen und uns zu mailen. Wir sind begeistert: 10 Minuten später liegt die Rechnung digitalisiert in unserem Posteingangskorb und weitere 15 Minuten später ist sie mit einem Begleitschreiben per Email unterwegs zur Versicherung. SECHS Arbeitstage später ist der Rechnungsbetrag bereits unserem deutschen Bankkonto gutgeschrieben.

SO geht Schadensregulierung!!!


Blick vom Bossekopveien auf den Skiferkaia am Malmveien von Alta in Nordnorwegen



Da wir nun auf den geplanten "Hausbesuch" verzichten können, nutzen wir den Nachmittag für einen Spaziergang durch Alta.

Wir gehen vom Hotel aus den "Bossekopveien" hinunter Richtung Hafen, sehen unter uns den "Skiferkaia" am Malmveien liegen ...


Winter ade - verladenes Snowmobil in Alta bereit zur Übersommerung





... und freuen uns, dass man in Alta bis zum kommenden Winter mit keinen weiteren Schneefällen rechnet.


Blick auf den Stadtteil Bossekop der nordnordwegischen Stadt Alta


Von der Straße "Bergstien" hat man einen ganz guten Blick auf Alta.

Die Stadt mit ihren etwa zwölftausend Einwohnern ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Kommune und die größte Stadt in der Finnmark.

Besiedelt war das Gebiet von Alta schon in der Steinzeit, was die mehr als 3000 Felszeichnungen im Vorort "Hjemmeluft" belegen.


Die heutige Stadt wurde aber erst im Jahr 1704 von einwandernden Samen gegründet und wuchs ab dem frühen 19. Jahrhundert durch den Zuzug von Südnorwegern, Schweden und Finnen, die durch die damals bei Kåfjord eröffnete Kupfermine angelockt wurden.


Sportboothafen im nordnorwegischen Alta






Der gut belegte Sportboothafen am Altafjord ist bald erreicht, ....


Blick auf Neubauten am Tollevikveien in Alta und den Sendeturm auf dem Hausberg Komsa





... und an den aussichtsreich gelegenen Neubauten am "Tollevikveien" unterhalb des Hausberges "Komsa" sieht man, dass Alta offensichtlich weiter wächst.


Alte Holzkirche Altykyrka am Kirkeveien der nordnorwegischen Stadt Alta

Alte Gebäudesubstanz findet man in Alta nicht, denn gegen Ende des Zweiten Weltkrieges zerstörten die deutschen Besatzungstruppen die gesamte Stadt gemäß dem Führerbefehl "Verbrannte Erde".

Ein einziges Gebäude blieb verschont: Die hölzerne "Altakirke" am "Kirkeveien".

Die gotische Pfarrkirche von Alta wurde 1858 nach den Plänen des Architekten Stephen Henry Thomas erbaut und von Bischof Knud Gislesen geweiht. Sie verfügt über 230 Sitzplätze.


Moderne Nordlyskatedralen am Lökkeveien im nordnorwegischen Alta



Oberhalb des Kirkebakken liegt am Ende der Fußgängerzone "Markedsgata" die moderne "Nordlyskatedralen".

Die Nordlichtkathedrale wurde von 2009 bis 2013 erbaut. Die Pläne fertigte das Architekturbüro Schmidt, Hammer & Lassen, die Baukosten betrugen etwas mehr als 16 Millionen Euro.

Das Gotteshaus besteht aus einem riesigen Betonkern, der mit einer Titanverkleidung überzogen ist. Es bietet 350 Personen Platz.

Die Nordlyskatedralen wurde am 10. Februar 2013 durch den Bischof von Nord Hålogaland, Per Oskar Kjølaas, im Beisein von Prinzessin Mette-Marit geweiht.

Besichtigen können wir die an Werktagen von 11 bis 15 Uhr geöffnete Kirche nicht, wir sind mal wieder zu spät.


Alta videregående Skole gegenüber der Finnmarkshallen im nordnorwegischen Alta




Durch die "Markedsgata", den "Nøkkelstien" und den "Skoleveien" erreichen wir die "Alta videregående Skole", mit mehr als tausend Studenten die größte Hochschule der Finnmark.

Unser eigentliches Ziel ist ...


Finnmarkshallen am Skoleveien der nordnorwegischen Stadt Alta

... die auf der anderen Straßenseite des Skoleveien stehende "Finnmarkshallen".

Die riesige Mehrzweckhalle wurde im Jahr 1966 eröffnet und verfügt über ein Fußball-Spielfeld, die Heimarena des Vereins "Alta IF", sowie Spielfelder für Handball, Volleyball und Badminton.

In der Finnmarkshallen haben mehr als tausend Zuschauer Platz.

Nicht weit von hier ...


Blick vom Havneveien auf den Hausberg Komsa im nordnorwegischen Alta




... findet man in nordöstlicher Richtung den "Alta Havn".

Vom "Havneveien" aus blickt man hinüber auf die Industrieanlagen am "Amtmannsnesveien" unterhalb des Komsa.


Eine Schlechtwetterfront zieht über Alta auf

Wir genossen heute einen supersonnigen Tag in einer wunderschönen Landschaft.

Nun kehren wir müde in das Thon Hotel Vica im Stadtteil Bossekop zurück und regenerieren uns in unserem geräumigen und komfortablen Zimmer.

Dann besuchen wir ausgehungert das hoteleigene Restaurant und gönnen uns das warme Buffet. Wir zahlen zwar knapp 45 Euro pro Person, aber das Essen schmeckt prima und ist jeden Euro wert.


Spät am Abend zurück auf dem Zimmer lässt dann der Blick aus dem Fenster für den morgigen Tag nichts Gutes erwarten. Dabei wollen wir doch morgen vom nur noch 240 Kilometer entfernten Nordkap den Blick auf das Eismeer genießen ...

 



Hier geht es weiter:
Nach Hammerfest und Honningsvåg



Hier finden Sie weitere Infos:
Gildetun Hotel

Alta kommune

Thon Hotel Vica
Nordlyskatedralen
Alta videregående Skole

Alta Finnmarkshallen











Das menschliche Auge sieht mehr als eine Kamera:

Unsere Fotos sollen nur den Appetit anregen.
Deshalb: Hinfahren und selbst ansehen!
Denn nichts ist besser als das Original.



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Seite erstellt: 02.01.2016