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Norwegen
    
Über Haugesund zur Hansestadt Bergen
    
"Juwel des Nordens und regenreichste Stadt Europas"

 


Friedhof beim Utstein Kloster auf der Insel Mosteroy nördlich von Stavanger

Nach unserem dreitägigen Aufenthalt verlassen wir Stavanger und folgen der E39, die uns nach wenigen Kilometern durch den "Byfjordtunnelen" führt.

Der knapp 6 km lange Tunnel quert 223 Meter unter dem Meeresspiegel den "Bognafjord" und hat ein Gefälle von bis zu 8 Prozent.

Kurz hinter der die Inseln "Mosterøy" und "Sokn" verbindenden "Askjesundbrua" und vor dem "Mastrafjordtunnelen" verlassen wir die E39 und biegen nach links ab um dem "Mosterøyveien" bis zum "Utstein Kloster" zu folgen.


Wohngebäude des Utstein Klosters auf Mosteroy in Norwegen

Das Kloster wurde um das Jahr 1260 von Augustinermönchen gegründet und war dem Hl. Laurentius geweiht.

Sie fanden damals Gebäude eines früheren Königshofes vor, der schon im 9. Jahrhundert als Wohnort von König Harald Schönhaar in historischen Quellen erwähnt wurde.

Nach der Reformation wurde das Kloster säkularisiert, kam in private Hand und wurde bis in das Jahr 1930 zu Wohnzwecken genutzt.


Klosterkirche des Utstein Klosters nördlich von Stavanger auf der Insel Mosteroy


Der Turm der Klosteranlage ist eigentümlich angeordnet: Er steht zwischen Chor und Kirchenschiff. Das ist selten und in Norwegen einzigartig.

Um das Jahr 1900 wurden Chor und Turm restauriert, die restlichen Gebäude folgten zwischen 1950 und 1960.

Das Utstein Kloster ist heute im Besitz einer Stiftung. Es dient als Museum und wird auch zu Konzerten und Tagungen genutzt.



Die Umgebung des Klosters gefällt uns:
Die sanft geschwungenen Hügel zeigen ein frisches Grün und der blau gefärbte "Klostervågen" liegt ruhig vor uns.

Klostervagen meim Kloster Utstein auf der Insel Mosteroy in Norwegen


Vom Utstein Kloster aus fahren wir auf dem Mosterøyveien zurück, folgen weiter der E39, die durch den 4,5 Kilometer langen und etwa 130 Meter tiefen Mastrafjordtunnelen führt und erreichen schließlich die Fähre von Mortavikka nach Arsvågen.

Lange warten müssen wir am Anleger nicht, denn die Fjordfähren verkehren hier im 20-Minuten-Abstand und viel Verkehr herrscht auch nicht. Wir zahlen 206 NOK für die 25 Minuten dauernde Überfahrt, die wir auf dem Personendeck als Kaffeepause nutzen. Der frisch gebrühte Kaffee ist lecker und kostet 26 NOK. Die Fahrt ist ausgesprochen ruhig, aber der Himmel zieht sich immer mehr zu. Das Wetter wird wohl schlechter werden.


LKWs auf der Fähre von Mortavika nach Arsvagen in Norwegen


Nach der Ankunft in Arsvågen fahren wir weiter bis Mjåsund, wo wir die E39 verlassen und dem Riksveg 47 folgen. Kurz nach dem Abbiegen fahren wir in den knapp 9 Kilometer langen, mautpflichtigen "Karmøytunnelen" ein, der den Boknafjord unterquert und der die Insel Karmøy und die Stadt Haugesund mit der E39 verbindet. Der im Mai 2013 eröffnete Tunnel besteht aus drei Stichstrecken, die durch einen 60 Meter unter dem Meeresspiegel gelegenen Kreisverkehr miteinander verbunden sind!


Var Frelsers Kirke im Zentrum von Haugesund in Norwegen

Wir bleiben auf dem Riksveg 47 und erreichen am späten Vormittag die Stadt Haugesund.

Haugesund hat etwa 35.000 Einwohner und existierte bereits im 13. Jahrhundert.

Mit ihren Werften und Industrieanlagen wirkt die Stadt nicht besonders einladend auf uns.

Lediglich die von dem Architekten Einar Halleland im neugotischen Stil geplante und 1901 geweihte "Vår Frelsers Kirke" an der Skåregata gefällt uns.


Grabmonument Haraldshaugen im Norden von Haugesund in Norwegen
Sehenswert ist aber das zwei Kilometer nördlich der Stadt gelegene Grabmonument "Haraldshaugen", das König Oscar II. über dem Grab von Harald Schönhaar errichten ließ.

Harald Schönhaar schlug Ende des 9. Jhdts zahlreiche Schlachten und brachte mit seinem Seesieg am Hafrsfjord nahe Stavanger die Regionen Agder, Hardander, Rogaland, Sørland, Stavanger, Telemark und Vestland unter sich.

Um den 17 Meter hohen Obelisken sind 29 Stelen mit den Namen der damals durch Schönhaar vereinten 29 Volksstämme aufgestellt.


Tausend Jahre altes Steinkreuz neben dem Haraldshaugen nahe dem norwegischen Haugesund





Etwa 300 Meter südlich vom Haraldshaugen steht auf einem Hügel ein altes Steinkreuz, das auf die Zeit um 1000 nach Christus datiert wurde.


Schneebedeckte Berge nahe dem norwegischen Sveio
Vom Haraldshaugen aus fahren wir wieder zum Riksveg 47, dem wir in nördlicher Richtung folgen.

In der Nähe von Sveio sehen wir wieder schneebedeckte Berge, was uns etwas Sorgen bereitet, denn in wenigen Tagen wollen wir auf dem Sognefjellveien das Sognefjell-Gebirge durchqueren...

Hinter Sveio fahren wir in den knapp 8 km langen "Bømlafjordtunnelen" ein, der den gleichnamigen Fjord unterquert und zur Brücke "Stordabrua" führt, über die wir weiter der E39 bis zum Fähranleger in Sandvikvåg folgen.


Die Fähre von Sandvikvåg nach Halhjem verkehrt tagsüber im Halbstundentakt, die Fahrzeit beträgt etwa 40 Minuten. Da die Fähre kurz vor unserer Ankunft abgelegt hat, warten wir 30 Minuten, zahlen dann 274 NOK für die Überfahrt und dürfen an Bord fahren.


lick von der Fähre Sandvikvag - Halhjem auf die Berge der Insel Huttaroy


Wir sichern uns einen einigermaßen windgeschützten Platz auf dem Oberdeck und verfolgen von da aus die Fahrt über den Bjørnafjorden. Wir sehen am Horizont die Berge der Inseln Selbjørn, Huttarøy, Tofterøy, Sotra und der Inselgruppe Øygarden und das uns aus Halhjem entgegen kommende Fährschiff. Aber es ist inzwischen so kalt, windig und regnerisch geworden, dass wir froh sind...


Aufenthalsraum der Fjordfähre Sandvikvak - Halhjem




... dass es auf der Fähre einen angenehm temperierten Aufenthaltsraum gibt, in dem wir uns einen heißen Tee gönnen.

Am 18. Mai!!!


Blick von der Fjordfähre von Sandvikvåg auf Halhjem südlich von Bergen



Als wir dann Halhjem erreichen und die Fähre verlassen regnet es in Strömen.

Wir erwarten deshalb für unser heutiges Tagesziel, das nun nur noch 35 Kilometer entfernt liegende Bergen, sehr schlechtes Wetter.


Als wir dann aber am Spätnachmittag in der Hansestadt Bergen ankommen, ist es überraschenderweise trocken. Der Wind hat die Regenwolken vertrieben und ab und zu ist sogar die Sonne zu sehen. Der Wetterwechsel vollzieht sich hier im Norden unglaublich schnell.


P-Hotel im Zentrum der norwegischen Stadt Bergen

Wir fahren zu dem von uns gebuchten "P-Hotel" in der "Vestre Torggaten".

Da es im Zentrum von Bergen keine öffentlichen Langzeitparkplätze gib, checken wir im Hotel nur schnell ein und fahren dann in die Klostergarage am "Markeveien", wo wir den Wagen für die nächsten 3 Tage abstellen. Die Parkgebühr beläuft sich auf 585 Norwegische Kronen - knapp 65 Euro. Dafür beträgt die Straßenmaut für die Fahrt ins Zentrum nur 25 NOK.


Nachdem wir dann die Koffer schweißtreibend per pedes ins Hotel geschleppt haben, unternehmen wir einen ersten Rundgang durch die nähere Umgebung des Hotels.


Johanneskirken im Stadtzentrum von Bergen in Norwegen


In Sichtweite steht am südlichen Ende der Vestre Torggaten die aus roten Backsteinen erbaute "Johanneskirken", deren Turm mit 61 Metern der höchste Kirchturm in Bergen ist.

Die Johanneskirken wurde nach den Plänen des Architekten Herman M. Baker in neugotischem Stil errichtet. Die Grundsteinlegung erfolgte 1891, drei Jahre später die Weihe.

Im Hauptschiff des Gotteshauses finden mehr als 1.200 Gläubige Platz.

Der mit vielen Schnitzereien versehene Altar der Johanneskirche wird von einem sehenswerten Jesus-Gemälde von Marcus Grønvold verziert.

Die Orgel - die zweitgrößte in Norwegen - installierte das Orgelbauunternehmen "Schlag & Söhne" aus dem schlesischen Schweidnitz Ende 1893.

Im Mai 2014 erhielt die Johanneskirken ein Glockenspiel mit 48 Glocken der niederländischen Firma" Royal Eijsbouts".


Fußgängerzone Torgallmenningen in der Hansestadt Bergen in Norwegen






In nordöstlicher Richtung führt die Straße "Vestre Torggaten" zur breit angelegten Fußgängerzone "Torgallmenningen", ...


Gebäude mit Reklame der Bergens Tidende am Torallgmenningen in der Hansestadt Bergen





... wo man vor dem Gebäude mit dem Restaurant "Dickens" und der Werbung für die Tageszeitung "Bergens Tidende" ...


Jugendtreffpunkt Blauer Stein in der Fußgängerzone Torgallmenningen in Bergen




... den "Blå Steinen", den blauen Stein findet, an dem sich nicht nur die Jugend von Bergen trifft.

Die aus einem brasilianischen Sodalith geschaffene Skulptur stammt von dem norwegischen Maler und Bildhauer Asbjørn Andresen.


Blick über den Ovre Ole Bulls Plass auf das Theater der Hansestadt Bergen

Nach Nordwesten hin öffnet sich hier der "Øvre Ole Bulls Plass" mit dem Theater "Den Nasjonale Scene".

Den Grundstein für das ältestes Theater Norwegens legte König Håkon VII. im Jahr 1906, die Einweihung feierte man bereits drei Jahre später mit der Ludvig Holberg-Komödie
"Erasmus Montanus".

Die Pläne für das Jugendstil-Gebäude fertigte der aus Kristiania stammende Architekt und Leiter der "Bergens Kunsthåndverksskole" Einar Oscar Schou.


Denkmal für Henrik Ibsen vor dem Theater der Hansestadt Bergen
Vor dem Theater steht eine 3,5 Meter hohe Skulptur des Bildhauers Nils Aas aus dem Jahr 1981, die den Dramatiker und Lyriker Henrik Johan Ibsen darstellt.

Der am 20. März 1828 im norwegischen Skien geborene Ibsen begann in Grimstad eine Apothekerlehre und lernte im Haus seines Lehrmeisters Werke von Shakespeare und Holberg kennen und schätzen. Er verfasste bald erste eigene Gedichte und schrieb das Theaterstück Catilina.

Ab 1850 lebte Henrik Ibsen in Oslo und war Mitherausgeber der Zeitschrift "Andhrimner".

Im Folgejahr wurde er von Ole Bull als künstlerischer Leiter des neu gegründeten Norske Theaters nach Bergen eingeladen.

Dieses Theater, ein Vorgänger des heutigen "Den Nasjonale Scene", sollte als norwegisches Nationaltheater etabliert werden.

Ibsen nahm an, kam nach Bergen, leitete das Theater und schrieb nebenher mehrere seiner bekannten Dramen, darunter die "Johannisnacht" und "Frau Inger auf Östrot".


1857 ging er zurück nach Kristiania, ins heutige Oslo und übernahm die Leitung des "Kristiania Norske Theater", dessen Konkurs im Jahr 1862 er nicht verhindern konnte.

Henrik Ibsen verließ daraufhin Norwegen, lebte siebenundzwanzig Jahre in Rom, Dresden und München und schrieb in dieser Zeit seine bedeutendsten Werke, darunter "Peer Gynt".

1891 kehrte er nach Norwegen zurück, erlitt mehrere Schlaganfälle und verstarb in Kristiania am 23. Mai 1906.


Ole Bulls Plass in der Innenstadt der Hansestadt Bergen





Südöstlich schließt sich der "Nedre Ole Bulls Plass" ...


Denkmal für Ole Bull auf dem Ole Bulls Plass in der Hansestadt Bergen

... mit dem von Stephan Sinding im Jahr 1901 geschaffenen Denkmal für den Komponisten und Violinvirtuosen Ole Bull an.

Ole Bornemann Bull wurde am 5. Februar 1810 in Bergen geboren und begleitete bereits als Neunjähriger die Bergener Orchester-Vereinigung. Mit 18 Jahren gründete er sein eigenes Orchester, das er mit der Violine in der Hand dirigierte, quasi ein früher André Rieu. Es folgten Konzerte in Dänemark, Irland und England, wo er gemeinsam mit Franz Liszt spielte.

Man nannte ihn den "Teufelsgeiger", vielleicht weil er als einziger Violinist seiner Zeit auf seiner Geige vierstimmig spielen konnte.

1850 gründete er in Bergen das Norske Theater, aus dem später das weiter oben beschriebene Theater "Den Nasjonale Scene" hervorging.

Ole Bull unternahm mehrere Konzerttourneen durch England und die USA, spielte auf der Spitze der Cheops-Pyramide und sorgte dafür, dass sein Neffe Edvard Grieg am Leipziger Konservatorium studieren konnte.


Ole Bornemann Bull verstarb am 17. August 1880 auf der ihm gehörenden, knapp 30 Kilometer südlich von Bergen gelegenen Insel Lysø an einem Krebsleiden.


Musikpavillon hinter dem Ole Bulls Plass in der Hansestadt Bergen


Am Ende des Nedre Ole Bulls Plass sehen wir einen gusseisernen Pavillon.

Der "Musikkpaviljongen" wurde von dem in Bergen geborenen Kaufmann, Konsul und Abgeordneten Fredrik Georg Gade gestiftet.

Hergestellt wurde er bei "Vulkan, Jernstøberi & Mek" in Christiania und 1888 als Bausatz nach Bergen geliefert.


Seefmannsmonument in der Fußgängerzone Torgallmenningen in Bergen


Wir spazieren zurück zur Fußgängerzone Torgallmenningen und sehen uns das große "Sjømannsmonumentet" an.

Das Nationaldenkmal für die norwegischen Seeleute von der Wikingerzeit bis hinein in die Neuzeit wurde mit Spendengeldern finanziert und von dem Bildhauer und Maler Dyre Vaa geschaffen.

Es wurde am 7. Juni 1950 enthüllt, das große umgebende Wasserbecken wurde 1999 ergänzt.


Auf einem breiten Sockel stehen insgesamt 12 Statuen von Seeleuten vergangener Zeiten, darüber zeigen vier große Doppel-Reliefs Darstellungen zur maritimen Geschichte von Norwegen, u. a. sind ein
Wikingerschiff unter Segel und ein Treffen zwischen Wikingern und Indianern dargestellt.


Kanaldeckel der Hansestadt Bergen in Norwegen



Vor dem Seemannsdenkmal fällt uns auf, dass die Stadt Bergen auch bei ihren Kanaldeckeln auf künstlerische Gestaltung wert legt:

Wir erkennen ein Segelschiff vor den Bryggen und der alten Festungsanlage.


Moderne Fiskehallen am Fischmarkt der Hansestadt Bergen


Wenige Schritte hinter dem Sjømannsmonumentet erreichen wir die moderne "Fiskehallen", in der auch die Tourist-Information untergebracht ist.

Hier erhält man Tickets für Fjordtouren und Veranstaltungen sowie die Bergen-Card, die neben einer kostenlosen Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs auch ermäßigte Eintritte für eine Vielzahl von Museen und Sehenswürdigkeiten bietet.


Ein reichhaltiges und frischen Angebot findet man in der Fiskehallen in Bergen





Wir interessieren uns heute Abend mehr für die optisch sehr ansprechenden Auslagen in der Fischhalle, ...


Fische Fische Fische in der Fiskehallen in Bergen






... die von Garnelen über Krebse, Meeresforellen und Lachs ...


Hummer in der Fischhalle der Hansestadt Bergen








... bis zu Hummer reichen.

Fischfans kommen hier bestimmt auf ihre Kosten, besonders weil der Fisch hier auf Wunsch frisch zubereitet wird. Und Sitzgelegenheiten gibt es auch.

Die Preise sind jedoch heftig, zumindest für Touristen aus dem Euro-, Dollar- oder Yen-Raum.



Eine Alternative zur Fiskehallen...

Fischmarkt Fisketorget in der Hansestadt Bergen

... ist der Fischmarkt am Fisketorget direkt nebenan.

Oder eines der Fischlokale in den Nebenstraßen des Marktes, in denen auch Norweger speisen.

 



Hier geht es weiter:
Zur Nykirken und zum Bergen Aquarium



Hier finden Sie weitere Infos:
Utstein Kloster

Fähre Mortavikka - Arsvågen

Vår Frelsers Kirke Haugesund

Fähre Sandvikvåg - Halhjem

Johanneskirken Bergen

Theater Den Nasjonale Scene

Henrik Ibsen

Ole Bornemann Bull

Sjømannsmonumentet

Touristinformation Bergen

Bergen Card











Das menschliche Auge sieht mehr als eine Kamera:

Unsere Fotos sollen nur den Appetit anregen.
Deshalb: Hinfahren und selbst ansehen!
Denn nichts ist besser als das Original.



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Seite erstellt: 31.07.2015