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Norwegen
    
Bodø
    
"Zum Hafen und der Nyholms Skandse"

 


Nach einer ruhigen, erholsamen Nacht und einem vielfältigen Frühstücksbuffet verlassen wir das Skagen-Hotel gegen 7:45 Uhr und stehen Schlag 8 Uhr vor der Ford-Werkstatt in Bodø. Der Werkstattmeister hat das ihm zugeschickte Memo gelesen, kann uns aber nicht weiterhelfen: Die Ersatzteile sind gestern nicht mehr eingetroffen. Uns bleibt nur, nach der Mittagspause wieder vorbei zu kommen und zu hoffen, dass die Teile dann da sind und der zerbrochene Außenspiegel am Nachmittag repariert werden kann. Unseren Aufenthalt in Bodø wollen wir auf keinen Fall verlängern, weil wir sonst auf den geplanten Lofoten-Abstecher verzichten müssten, um im Zeitplan zu bleiben.


Norsk Luftfartsmuseum im nordnorwegischen Bodö

Kurzentschlossen wollen wir die Wartezeit bis heute Mittag nun für einen Besuch des in der Nähe gelegenen "Norsk Luftfartsmuseum" nutzen.

In dem am 15. Mai 1994 eingeweihten Luftfahrtmuseum sind mehr als vierzig zivile und militärisch genutzte Maschinen ausgestellt, darunter eine Ju88 und ein U2-Spionageflugzeug. Und einen Flugsimulator soll es hier auch geben.

Unser Vorhaben entpuppt sich aber als eine frühmorgendliche Schnapsidee, denn welches Museum hat schon morgens kurz nach 8 Uhr geöffnet?


Das Luftfahrtmuseum in Bodø jedenfalls nicht. An Werktagen öffnet es um 10 Uhr, am Wochenende erst um 11 Uhr. Bei Nieselregen knapp zwei Stunden im Auto sitzend auf die Öffnung zu warten lohnt sich nicht, denn gegen 12 Uhr sollen wir ja schon wieder in der Werkstatt sein...


Hawker-Hurricane-Kampfflugzeug vor dem Norsk Luftfartsmuseum im nordnorwegischen Bodö









Wir schauen uns deshalb noch kurz die beiden im Außengelände ausgestellten Objekte an, darunter ein betagtes einmotoriges Kampfflugzeug vom Typ "Hawker Hurricane"...


Hubschrauber vor dem Norsk Luftfartsmuseum im nordnorwegischen Bodö

... und ein Helikopter "Bell UH-1 B".

Neben dem Hubschrauber erinnert ein Denkmal an die drei britischen Piloten C. B. Hull, J. Falkson und A. Lydekker der 263. Squadron.

Sie griffen am 26. Mai 1940 mit ihren technisch unterlegenen Doppeldecker-Jagdflugzeugen vom Typ "Gloster-Gladiator" die zahlenmäßig weit überlegenen deutschen Besatzer an und fügten ihnen große Verluste zu.

Die drei Piloten kamen bei späteren Einsätzen ums Leben.


Nordlandshallen am Stadtrand von Bodö in Nordnorwegen





Vorbei an der für Sportveranstaltungen, Ausstellungen und Messen genutzten "Nordlandshallen" am Plassmyrveien ...


Paviljongen am Torget der Hafenstadt Bodö in Norwegen






... fahren wir zurück ins Stadtzentrum und nehmen im "Paviljongen" am Torget unseren obligatorischen Vormittagskaffee.


Eingang zur Storgata seitlich des Torget in der Hafenstadt Bodö




Kaum sind wir wieder an der frischen Luft, setzt mal wieder Regen ein.

Was liegt also näher, uns nun ...


Überglaste Storgata im Zentrum der norwegischen Hafenstadt Bodö







... den komplett überglasten und absolut regenfreien Teil der Einkaufsstraße "Storgata" mit dem zugehörigen "Glashuset" anzusehen.

Genau genommen setze ich mich auf eine Bank und warte geduldig, bis Ulrike von ihrer Shopping-Sightseeing-Tour durch die diversen Shops und Butiken zurückkehrt.

Ein Coke und ein Burger helfen dabei, die Wartezeit zu verkürzen.


Skulptur von Phillip Dommen auf dem Marktplatz von Bodö
Das Timing ist perfekt: Als wir wieder zum Torget zurückkehren, hat es aufgehört zu regnen.

Auf dessen Nordseite stoßen wir auf die lang gestreckte Skulptur "Mellom fjell og hav" von Phillipp Dommen.

Das Werk des aus der Schweiz nach Norwegen ausgewanderten Künstlers symbolisiert den "zwischen Bergen und Hafen" gelegenen Lebensraum der Norweger und ist auch so ausgerichtet: Die Achse verläuft von den Bergen der Umgebung kommend über die Mitte des Platzes und von da direkt hinunter zum Meer.


Das 25 Tonnen schwere und 13 Meter lange Kunstwerk aus Kalkstein und Acryl wurde am 25. Juli 2004 feierlich enthüllt.


Fassadenmalerei in der norwegischen Hafenstadt Bodö










Ein Kunstwerk ganz anderer Art sehen wir kurz darauf an einer Fassade in der Sjøgata.


Salmon Center am Hafenkai der  norwegischen Stadt Bodö




Am "Salmon Center" erreichen wir dann den Hafen von Bodø.

Das Lachszentrum informiert über die Zucht von Lachsen in Aquafarmen und organisiert Führungen für interessierte Gruppen.



Von hier spazieren wir nun ...

An der Hafenkante der norwegischen Stadt Bodö

... entlang der Hafenkante nach Osten ...
 


Endbahnhof der Nordlandsbanen in der norwegischen Hafenstadt Bodö

... bis zum Bahnhof von Bodø.

In der am 7. Juni 1962 eröffneten "Bodø Stasjon" endet die 728 km lange, von Trondheim kommende "Nordlandsbanen".

Viel Betrieb herrscht hier nicht, denn es verkehren auf der Strecke nur zwei Fernzüge am Tag, die für die Fahrt knapp 10 Stunden benötigen.

Immerhin: Von hier aus könnten wir mit dem Zug bis nach Hause fahren und müssten nur fünfmal umsteigen! Die Fahrzeit? Etwa 42 Stunden.


Niederlassung der DB-Tochter Schenker am Endbahnhof der Nordlandsbanen in Bodö


Wenige Meter weiter erkennen wir, dass die Deutsche Bahn und ihre Tochterunternehmen wirklich sehr international aufgestellt sind.

Wir hätten nicht geglaubt, nördlich des Polarkreises auf eine Niederlassung von "DB-Schenker" zu treffen.

Aber Sinn macht das, denn ab hier müssen die für den hohen Norden bestimmten Güter umgeladen und auf der Straße oder per Schiff weitertransportiert werden.


MS Vesteralen am Hurtigruten-Anleger in Bodö





In Sichtweite befindet sich der Anleger der Hurtigrutenschiffe, an dem gerade die "M/S Vesterålen" festgemacht hat.

Während die Passiere auf Landgang sind und sich die Stadt anschauen, ...


Beladung des Hurtigrutenschiffes Vesteralen am Anleger der Hafenstadt Bodö





... nutzt die Reederei die Liegezeit im Hafen zum Be- und Entladen des Schiffes, bevor es dann um 15 Uhr Richtung Kirkenes ablegen wird.


Lofoten-Autofähre am Fähranleger der norwegischen Hafenstadt Bodö






Wir schauen uns noch kurz den Liegeplatz der Autofähre nach Moskenes auf den Lofoten an, doch dann wird es Zeit für uns ...


... zur Ford-Werkstatt zurückzukehren. Wir haben Glück: Die Ersatzteile aus dem skandinavischen Zentrallager in Schweden sind gerade eingetroffen und der Werkstattmeister von "Sveins Auto AS" stellt umgehend einen Mitarbeiter zu Reparatur ab.

Zwei im Verkaufsraum eingenommene Kaffee später ist der Außenspiegel wieder wie neu und nach dem Tausch des Antennenfußes kommuniziert unser Navi wieder mit den Satelliten.

Für die Erneuerung des Außenspiegels einschließlich der Ersatzteile zahlen wir 4.703 Kronen, der Tausch des Antennenfußes kostet uns 1.605 Kronen. Stolze Beträge, aber die Lohn- und Teilekosten sind in Norwegen sehr hoch. Aber wir sind froh, dass die Reparatur hier überhaupt durchgeführt werden konnte und dass wir unsere Tour zum Nordkap nun wie geplant und wieder mit optimaler Rücksicht fortsetzen können.

Wir zahlen die Rechnung, verabschieden uns mit einem herzlichen "Mange mange takk" und fahren zurück ins Zentrum. Hier schreiben wir unserem Unfallgegner eine Karte und informieren ihn über die erfolgte Reparatur, die Höhe der entstandenen Kosten sowie unseren weiteren Reiseverlauf. Nun kann er entscheiden, ob er die Kosten selbst trägt oder seine Versicherung einschaltet.


Sportsboot- und Gästehafen im nordnorwegischen Bodö





Wir parken den Wagen wieder vor dem Hotel und spazieren durch die Nyholmsgata und den Moloveien zum Sportboot- und Gästehafen, in dem unzählige Segel- und Motorboote ...


Seenotrettungsschiff im Sporthafen der norwegischen Stadt Bodö






... und der Seenotrettungskreuzer "R/S Skuld" der "Redningsselskapet" festgemacht sind.


Moderne Bibliothek im Zentrum der norwegischen Stadt Bodö






Hier biegen wir in die "Storgata" ein, passieren die neu errichtete Bibliothek ...


Modernes Konzerthaus der nordnorwegischen Stadt Bodö







... und das moderne Konzerthaus von Bodø ...


Altes Zollhaus Toldkammer am Hafen der norwegischen Stadt Bodö



... um uns das alte Zollhaus an der "Tollbugata" anzuschauen.

Die denkmalgeschützte "Toldkammer" wurde von dem Architekten Søren Wiese-Opsahl im Jugendstil entworfen und 1912 fertig gestellt.

Das aus Granitblöcken errichtete Gebäude wird auch heute noch vom norwegischen Zoll genutzt.


Anleger der Hurtigboot-Expressschiffe in Bodö nach Landegode und auf die Lofoten





Vor der Toldkammer befindet sich der Anleger der Expressschiffe der "Hurtigbåtrute" zur Insel Landegode und nach Moskenes oder Svolvær auf den Lofoten.


Am Hafenkai der nordnorwegischen Stadt Bodö







Wir folgen weiter dem Kai, ...


MS Gamle Salten am Kai der nordnorwegischen Stadt Bodö

... an dem der Oldtimer "M/S Gamle Salten" der Reederei Saltens festgemacht wurde.

Das Passagier- und Frachtschiff wurde im Jahr 1953 auf der Trosvik-Werft in Brevik gebaut, um die Küstenroute Mosjøen - Bodø - Narvik zu bedienen, wurde aber auch auf der Hurtigrute zwischen Bergen und Kirkenes eingesetzt. Zeitweise diente es auch als Schulschiff.

Die 53 Meter lange Salten hat 676 BRT und schafft bis zu 13,5 Knoten und wird heute noch im Charterverkehr eingesetzt.


Industrieanlagen auf der Halbinsel Buröya nahe Bodö




Nun wollen wir uns noch die "Nyholms Skandse" ansehen, die auf der dem Hafen vorgelagerten Landzunge liegend von der Nachmittagssonne verwöhnt wird.

Aber bis wir endlich die Bucht umrundet und das Industriegebiet von Burøya durchquert haben, hat sich der Himmel schon wieder zugezogen.


Festung Nyholms Skandse vor dem Hafen der norwegischen Stadt Bodö

Die Schanze von Nyholm wurde im Jahr 1810 errichtet, um die Fischindustrie und das in Speichern gelagerte Getreide gegen Angriffe englischer Kriegsschiffe zu sichern.

Norwegen und Dänemark standen damals auf der Seite Napoleons und befanden sich mit England im Krieg, das den Seehandel blockierte.

Wegen der Blockade war Getreide sehr knapp, weshalb auch in Hammerfest eine Schanze zur Sicherung der Vorräte gebaut wurde.


Schmaler Eingang zur Festung Nyholms Skandse vor dem Hafen von Bodö





Auf Nyholms Skandse wurden insgesamt 150 Mann stationiert.

Die Mannschaft wurde in Bodø und Umgebung rekrutiert, die Offiziere und Unteroffiziere wurden von Trondheimer Regimentern hierher abgeordnet.

Die Bewaffnung der Schanze bestand aus insgesamt 12 Kanonen: 4 Zwölfpfünder und 8 Achtpfünder

Die Mühen der Festungsbauer lohnten sich: Die Engländer wagten keinen Angriff; denn die Feuerkraft der Nyholmer Schanze hatte sich sehr schnell herumgesprochen.


Kanonenbatterie der Festung Nyholms Skandse vor dem Hafen von Bodö





Die Hauptbatterie "Hovedbatteri" verfügte über fünf Kanonen, darunter die "Hundholmens Prøve" ganz links, ...


Festung Nyholms Skandse sicherte den Zugang zum Hafen von Bodö





... die vorgelagerte "fremskutte batterie" nahe dem Leuchtfeuer deckte mit zwei Kanonen die Hafeneinfahrt.


Festung Nyholms Skandse vor Bodö sicherte den Zugang zum Nyholmsundet





Den Zugang zum strategisch wichtigen "Nyholmsundet" sicherte die "forsenkende batteri" mit drei Kanonen, darunter die dicke "Nordlands Trompet".



1835 hatte die Nyholms Skandse ihre militärische Bedeutung verloren, ...

Blick von der Festungs Nyholms Skandse auf die Hafenstadt Bodö


... wurde aufgegeben und begann bald zu verfallen. In den 1960er Jahren erinnerte man sich dann der geschichtlichen Bedeutung der Ruine und begann, die Festung gemäß den alten Plänen von Ingenieurkapitän Friies nach und nach wieder herzustellen und mit Replikas der schweren Geschütze zu bestücken.

Der Besuch lohnt sich, auch wegen der tollen Aussicht auf den Hafen und die Stadt, die auch "Tor zu den Lofoten" genannt wird.

 



Hier begann unsere Nordkap-Tour ...


... und hier geht es weiter:
Zum Saltstraumen und weiter nach
Narvik



Hier finden Sie weitere Infos:
Ford-Autohaus Sveins Auto AS

Norsk Luftfartsmuseum

Nordlandshallen

Salmon Center Bodø

Bodø Stasjon

Hurtigrute

Redningsselskapet

Hurtigbåtrute

M/S Gamle Salten

Nyholms Skandse











Das menschliche Auge sieht mehr als eine Kamera:

Unsere Fotos sollen nur den Appetit anregen.
Deshalb: Hinfahren und selbst ansehen!
Denn nichts ist besser als das Original.



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Seite erstellt: 20.10.2015