Foto-Reisebericht
- Reiseführer - Reise-Info
Passau
Über die Innbrücke und den Fünferlsteg in die Ludwigstraße
|
|
|
|

Bevor
wir den Residenzplatz verlassen, schauen wir uns noch
einige interessante Hausfassaden an.
Im Haus
Nr. 13 existierte früher "Gerstl
Kolonialwaren". Das Unternehmen wurde 1741 gegründet, das
grüngoldene
Firmenschild ist noch über dem Eingang vorhanden. Später
gab es hier eine Bäckerei und ein Feinkostgeschäft.
|
|

Daneben
steht mit der Hausnummer 12 die "Hofapotheke zum schwarzen
Adler". Über dem Eingang findet man einen schwarzen
Adler mit goldener Krone, der auf der Brust das Rot-Weiß-Rote
Wappen von Österreich zeigt.
Die schon 1384 nachgewiesene
Hofapotheke des Bischofs von Passau ist seit mehr als
250 Jahren im Familienbesitz des heutigen Apothekers
Zornmeier. Eine erstaunliche Tradition!
|
|

Im
Haus Nummer 11 links daneben lebte der Stadtrichter
Andreas Haller, der 1367 den Aufstand gegen den Fürstbischof
anführte, um die Reichsfreiheit zu erstreiten. Bischof
Albert antwortet unmittelbar: Beschuss von der Veste
Oberhaus auf die Altstadt und Bannfluch auf die Bürger.
Da für die Aufständischen die Veste Oberhaus uneinnehmbar
war, plünderten sie die bischöflichen Märkte Untergriesbach
und Obernzell. Auf ihrem Rückweg nach Passau gerieten
sie bei Erlau in einen Hinterhalt und wurden vernichtend
geschlagen: Hunderte kamen um, Hunderte wurden gefangen
genommen, der Aufstand fand ein jähes Ende.
Gemäß
der Passauer Stadtchronik wurde Andreas Haller im Frühjahr
1368 von seinen Feinden erdrosselt.
|
|

Nun
gehen wir durch die Innbrückgasse mit ihrem Toskana-Flair,
...
|
|

...
spazieren durch das Innbrücktor direkt auf die Innbrücke.
Der Blick auf den grauen Inn, auf die Altstadt
mit St. Michael und auf den Innkai ist großartig.
|
|

Am
anderen Innufer überragt die Pfarrkirche St. Gertraud
die Dächer der Innstadt. Laut der Inschrift
an der Außenmauer wurde das Gotteshaus 1143 durch Bischof Reginbert
erbaut und 1301 erstmals urkundlich
als Spitalkirche des Spitals St. Gertraud erwähnt,
die man damals erweiterte und der Heiligen
Gertraud weihte.
Durch den großen Stadtbrand in der Innstadt wurde
St. Gertraud 1809 schwer beschädigt. Nach den Plänen
von Kreisbauinspektor Ranson erfolgte in den Jahren 1815-1816
der Wiederaufbau.
|
|

Im Inneren des Gotteshauses
findet man einen Altar mit Flammenkreuz und Seitenaltäre mit Maria und dem hl. Severin...
|
|
(c) Pfarrei
St. Severin,
Foto: K.-H. Kreiter
|
|

...
sowie eine Severinsmadonna von 1450, die exemplarisch
für die Passauer Bildhauerkunst
jener Zeit steht, ...
|
|
(c) Pfarrei St.
Severin,
Foto: K.-H. Kreiter
|
|

...
und die Statue des
hl. Sebastian.
Die symbolhafte
Farbgestaltung bekam die Pfarrkirche bei der umfangreichen Renovierung des
Jahres 2005.
|
|
(c) Pfarrei
St. Severin,
Foto: K.-H. Kreiter
|
|
Auf
der anderen Straßenseite steht am Kirchenplatz das "Haus zum Elephanten" aus dem
Jahr 1552.
Im Haus zum Elephanten war zeitweise die Spanische
Botschaft untergebracht und hier nahm 1683 Prinz Eugen
von Savoyen Quartier, um den vor den Türken nach Passau
geflüchteten Kaiser Leopold I. um den Befehl über das
Dragonerregiment seines gefallenen Bruders Ludwig Julius
von Savoyen zu bitten. Prinz Eugen erhielt den Befehl
über ein Ersatzheer und schlug gemeinsam mit seinem
Cousin Ludwig Wilhelm von Baden in der Schlacht bei
Kahlenberg das osmanische Heer und befreite das belagerte
Wien.
|
|
Ab 1720 nannte man das Gebäude "Haus zum schwarzen Adler".
Vier
Adler in den Ornamenten der Fenster im ersten Obergeschoss erinnern
an diese Zeit.
|
|

Durch
die Lederergasse erreicht man den doppelten Mauerring
der alten Wehrmauer in der Südwestecke der Passauer
Innstadt, der unter Fürstbischof Georg von Hohenlohe
im Jahr 1408 hochgezogen wurde.
|
|

Der
1998 erneuerte Bürgermeisterwinkel zeigt, dass der äußere
Mauerring zusätzlich durch Türme gesichert war. Neben
wuchtigen Rundtürmen wie der mit Kanonenscharten
versehene Peichterturm im
Hintergrund baute man ...
|
|

...
dazwischen auch Halbschalentürme, deren eigentümliche
Bauweise - auf der Außenseite halbrund, auf der Innenseite jedoch offen
- wir schon in
Wernigerode
kennengelernt hatten.
|
|

Das Severinstor entstand kurz nach dem Bau
der Stadtmauer im Jahr 1412. Ursprünglich hieß es Peichtertor,
später wurde es nach der vor dem Tor gelegenen Kirche
St. Severin umbenannt.
|
|

Am Severinstor erkennt man noch
die Rollen für die Seile der früher hier vorhandenen
Zugbrücke über den Beiderwiesbach. Schießscharten im
oberen Teil des Stadttores belegen auch heute noch die
Wehrkraft der Anlage.
|
|

Neben dem Severinstor,
dort wo sich früher das römische Kastell Boiotro
befand, kann man heute das Römermuseum besuchen, in
dem
man sich einen Überblick über das teilweise rekonstruierte
Römerkastell verschaffen kann.
Das 1986 eröffnete
Museum, eine Zweigstelle der Prähistorischen Staatssammlung
in München, zeigt zudem Fundstücke aus der Steinzeit,
der Zeit der Römer und aus dem Mittelalter.
|
|

Geht
man durch das Severinstor und folgt der Straße "Am
Severinstor" geradeaus weiter, kommt man zur Severinskirche.
Das Gotteshaus wurde nach dem Heiligen Severin von Noricum
benannt, der um 460
nach Passau kam und hier, außerhalb der Stadtmauern,
ein kleines
Kloster mit einer kleinen Basilika baute. Reste
davon wurden 1976 bei Ausgrabungen unter der Kirche
gefunden.
|
|
Um das Jahr 1000 baute
man an gleicher Stelle eine größere
Kirche, die in der Folge mehrfach erweitere wurde und
deren Mauern in Teilen bis heute überdauert
haben. St. Severin wird heute als Friedhofs- und Filialkirche
zu St. Gertraud genutzt.
|
|

Der
die Kirche St. Severin umgebende Friedhof ist einer der ältesten Deutschlands.
Die ältesten Grabsteine stammen aus dem 13. Jahrhundert.
Im
spätromanischen Langhaus der Severinskirche
sollte man sich das sieben Meter hohe Kreuz aus Muschelkalk von Leopold Hafner
ansehen, das über
dem Altar im gotischen Chor hängt. Links vom Chor findet
man die Statue des Hl. Severin,
im Presbyterium die Figuren von St. Ulrich und St. Erasmus.
|
|

Das
spätromanische
Langhaus der Severinskirche ist schlicht gehalten, ...
|
|
(c) Pfarrei
St. Severin,
Foto: K.-H. Kreiter
|
|

...
ganz im Gegensatz zum gotischen Chor, den ein sieben Meter hohes Kreuz aus Muschelkalk von Leopold Hafner dominiert.
Links vom Chor findet man die Statue des Hl.Severin,
im Presbyterium sind St. Ulrich und St. Erasmus dargestellt.
|
|
(c) Pfarrei
St. Severin,
Foto: K.-H. Kreiter
|
|

Über
den im Jahr 1916 gebauten "Fünferlsteg" überqueren
wir nun wieder den Inn, um zurück in die Altstadt
zu kommen.
Seinen Namen erhielt der Fünferlsteg
durch die Brückenmaut, die bis 1976 für die Benutzung
bezahlt werden musste.
|
|

Der
Blick vom Fünferlsteg auf
den Inn, die Innpromenade und die Innbrücke, auf die
Passauer Altstadt und auf die Türme von St Stephan,
St. Michael und St. Gertraud ist grandios.
|
|

Hinter
der Innpromenade passieren wir die zur Universität von
Passau gehörende Kirche St. Nikola und erreichen durch
die Augustinergasse...
|
|

...
die ab 1998 geschaffene "Neue Mitte"
mit der Löwenbrauerei und dem ehemaligem Klostergarten.
|
|
Auf dem einstigen Kleinen
Exerzierplatz überragt heute der Stadtturm die Neue
Mitte. Bis 2004 stand hier auf dem Nibelungenplatz
die 1935 eröffnete Nibelungenhalle, die Platz für bis
zu 10.000 Menschen bot. Über mehr als fünf Jahrzehnte
wurde die Nibelungenhalle als Konzerthalle und Bühne genutzt und
wurde besonders
durch den Politischen Aschermittwoch der CSU und die
Reden von Franz Josef Strauß auch über die Grenzen Bayerns
hinweg bekannt. Heute ersetzt die "Dreiländerhalle"
am Messegelände im Stadtteil Kohlbruck die abgerissene
Nibelungenhalle.
|
|

Vorbei
an der "Europa-Bücherei" in der Schießgrabenstraße,
deren Medienangebot mehr als 60.000 Titel umfasst, ...
|
|

...
kommen wir zum Zeughaus an der Ecke Schießgrabengasse
/ Heiliggeistgasse. In dem im 15. Jahrhundert errichteten
Gebäude mit dem historischen Stufengiebel lagerten
früher die Bürger ihre Rüstungen und Waffen.
Hier
biegen wir in die Heiliggeistgasse ein, ...
|
|

...
passieren das von dem Passauer Stadtrichter und Münzmeister
Urban Gundacker und dessen Ehefrau Plecktraud im
14. Jahrhundert zur Versorgung alter und kranker
Bürger gestiftete Heiliggeistspital mit der zugehörigen
Heiliggeistkirche...
|
|

...
und kommen zur Votivkirche
"Maria Unbefleckte Empfängnis", deren Vorgängerbau beim
Stadtbrand des Jahres 1680 ein Raub der Flammen wurde.
Das Gotteshaus wurde 1803 profaniert und anschließend
privat genutzt, bis es 1857 durch Bischof Heinrich Hofstätter zurückgekauft,
neuromanisch umgebaut und
am 20. August 1864 zu Ehren Marias Unbefleckter
Empfängnis neu geweiht wurde.
|
|

Die
Votivkirche, die zwischen 1963 und 1965 um einige Meter
verkürzt und vollkommen umgestaltet wurde, wird heute
auch "Maristenkirche" genannt, weil sie durch das
angrenzende Maristenkloster betreut wird.
Die
von Josef Knabl geschaffene Figurengruppe
über dem Altar stellt die Krönung Marias
dar. Sehenswert ist auch die Barockfigur links des
Altars, die Christus als Schmerzensmann darstellt.
|
|

An
der Votivkirche führt die als Fußgängerzone ausgestaltete
Ludwigstraße vorbei, in der man Straßencafés, Eisgeschäfte,
Pizzerien und Sonnenbeschirmte Sitzplätze findet.
Hier
können wir einfach nicht vorbeilaufen. Hier müssen wir
eine Pause einlegen.
Das Eis und der Eiscafé
sind Spitze.
|