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Passau
    
Von der Pfarrkirche St. Paul zum Dom St.Stephan

 


Sonnenschirme in der Ludwigstraße von Passau vor dem Turm von St. Paul







Wir sitzen eine ganze Weile unter den Sonnenschirmen des Eiscafés in der Ludwigstraße, zwischen denen wir schon unser nächstes Ziel sehen können, den Turm der Kirche St. Paul.

Nachdem wir uns regeneriert und ausgiebig erfrischt haben, ...


Brunnenkunstwerk Dialog Mensch und Fisch in der Ludwigstraße in Passau








... setzen wir unseren Rundgang durch Passau fort, passieren den modernen Brunnen "Dialog Mensch mit Fisch" von Edeltraut Göpfert aus dem Jahr 2007, an dem ein "Sinnender" nackt vor drei knapp vier Meter hohen, stilisierten Fischen aus Bronze sitzt, die die drei Flüsse der Stadt symbolisieren.


Theresienstraße mit St. Matthäus in Passau





Wir werfen einen Blick auf die Kirche St. Matthäus in der querenden Theresienstraße...


Spital und Spitalkirche St. Johannes in Passaau



... und erreichen das erstmals im Jahr 1200 urkundlich erwähnte und von 1977 bis 1979 sanierte St. Johannis Spital mit der gleichnamigen Spitalkirche, die Ende des 14. Jahrhunderts gebaut wurde.

Da die St. Johannis-Spitalkirche verschlossen ist, ...


Turm und Portal der Pfarrkirche St. Paul in Passau





... überqueren wir den Rindermarkt hinüber zur Kirche St. Paul neben dem Paulusbogen.

St. Paul ist die älteste Passauer Pfarrkirche und wurde im Jahr 1050 erstmals urkundlich erwähnt. Der heutige Kirchenbau entstand nach dem großen Stadtbrand des Jahres 1662.

Der schlanke Turm der Kirche war früher höher: 1950 musste ein Stück abgetragen werden, weil der die Türme des Doms überragte.


Eingangsportal der Kirche St. Paul in Passau mit der Figur des hl. Paulus








Eine überdachte und mit Grabplatten verzierte Treppenstiege führt hinauf zum verzierten Portal, über dem in einer Nische die goldfarbene Statue des Heiligen Paulus steht.


Hauptschiff der Pfarrkirche St. Paul in Passau






Das vergleichsweise schlichte Hauptschiff von St. Paul überrascht uns, hatten wir doch vorher gelesen, dass die Kirche schon im 12. Jahrhundert zum Domkapitel gehörte und deshalb auch nach 1662 von den Dombaumeistern unter Carlo Antonio Carlone neu errichtet wurde.

Mit den freskenlosen, klaren Seitenwänden und der hellen Decke verstärkten die Planer die optische Wirkung der dunkel gehaltenen Altäre.


Hauptaltar der Pfarrkirche St. Paul in Passau






Der riesige, aus schwarzem Holz gefertigte Hauptaltar ragt bis zum Chorgewölbe hinauf und ist mit schwarzen Säulen und vergoldeten Ornamenten verziert.

Das große Hauptbild, um 1700 von Franz Werner Tamm geschaffen, stellt die Enthauptung des hl. Paulus dar; das ovale Bild darüber zeigt Maria als Gottesmutter. Ganz oben steht der triumphierende Christus, der die Weltenkugel hält.


Hauptalter der Pfarrkirche St. Paul in Passau mit den Statuen der Apostel Petrus und Andreas



Das zentrale Altarbild wird von den überlebensgroßen Statuen der Apostel Petrus und Andreas flankiert.

Auf dem Altartisch steht ein vergoldetes Tabernakel mit einem Strahlenkranz.


Seitenaltar der Kirche st. Paul in Passau








Die um 1682 entstandenen, kleineren Seitenaltäre halten sich an das schwarz-goldene Farbschema des Hauptaltars und ähneln diesem auch im Aufbau: Großes Altarbild flankiert von Säulen und Figuren, darüber ein kleineres Bild und ganz oben eine zentrale Figur zwischen zwei Engeln.


Kanzel mit den vier Evangelisten in der Pfarrkirche St. Paul in Passau








Die vergoldeten Verzierungen der ebenfalls aus dunklem Holz geschnitzten Kanzel von 1689 zeigen die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, auf dem Schalldeckel sind die vier Kirchenlehrer Ambrosius von Mailand, Augustinus von Hippo, Hieronymus sowie Papst Gregor der Große dargestellt.


Epitaph des Ehepaares Kern in der Pfarrkirche St. Paul in Passau








In der Pfarrkirche St. Paul findet man einige alte Grabplatten, darunter das Epitaph des Ehepaars Kern, das deren Familiengeschichte wiedergibt und die Kern'schen Stiftungen abbildet, darunter auch das von uns schon gesehene Waisenhaus nahe der Ortspitze.


Votovbild des Stadtbrandes in der St. Paul-Kirche in Passau








Das große Votivbild im rechten Seitenschiff zeigt den zweiten großen Stadtbrand des 17. Jahrhunderts: Im Jahr 1680 überstand die 1662 abgebrannte und gerade wieder fertig gestellte Kirche St. Paul ein Großfeuer, das weite Teile der Stadt vernichtete.


Empore mit Orgel von St. Paul in Passau






Auf der Orgel-Empore ist die mit 46 Registern ausgestattete schwarz-goldene Eisenbarth-Orgel untergebracht.


Paulusbogen zwischen Rindermarkt und Steinweg in Passau










Durch den Paulusbogen, das älteste erhaltene Stadttor von Passau, ...


Blütenpracht zwischen Steinweg und Donauufer in Passau




... erreichen wir den Steinweg mit einer kleinen, farbenprächtigen Grünanlage zum Donauufer hin.

Von hier aus sind es nur noch wenige Schritte durch die Große Messergasse...


Westfassade des Doms von Passau am Domplatz



... zum weitläufigen Domplatz, der von den Domtürmen überragt wird und der von stattlichen Gebäuden begrenzt ist, die ursprünglich von den Domherren gebaut wurden.

Der Domplatz ist erst seit der Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts der Öffentlichkeit zugänglich.


Lambergpalais an der Westseite des Domplatzes von Passau
Auf der Westseite des Domplatzes steht das Lambergpalais, in dem 1552 zwischen den protestantischen und katholischen Ständen der Vertrag von Passau geschlossen wurde, der zur Grundlage des Augsburger Religionsfriedens 1555 wurde. Mit dem Grundsatz "cuius regio eius religio" wurde entschieden, dass der Herrschende die Religion seiner Untertanen bestimmt.

Während Regensburg damals protestantisch wurde, läutete der Passauer Fürstbischof die Gegenreformation ein, die zur Ausweisung vieler Protestanten führte.

  
Seine Barock-Fassade mit den gelben Stuckreliefs erhielt das beim Stadtbrand von 1662 zerstörte und danach neugebaute Lambergpalais bei einem Umbau im Jahr 1724. An den Erbauer Domherr Joseph Graf von Lamberg erinnert dessen Wappen über dem Eingangsportal.


Denkmal für König Maximilian I. von Bayern auf dem Domplatz in Passau






In der Mitte des Domplatzes steht das Denkmal für König Maximilian Joseph I., den Großvater von Sissi, der späteren Kaiserin von Österreich, der in seinem zweiten Regierungsjahr die Stadt besuchte.

Das Denkmal wurde 1824 anlässlich des 25. Regierungsjubiläums von König Maximilian geschaffen, der wegen seiner weit ausgestreckten linken Hand im Volksmund auch "Regenprüfer" genannt wird.


Westfasssade des Doms St. Stephan in Passau
Eine erste dem heiligen Stephan geweihte Kirche entstand hier, an der höchsten Stelle der Altstadt, bereits im frühen 8. Jahrhundert, im 13. und 14. Jahrhundert wurde an gleicher Stelle der erste, frühgotische Dom gebaut, der wie viele andere Gebäude dem verheerenden Stadtbrand von 1662 zum Opfer fiel.

Der heutige knapp 100 Meter lange Dom St. Stephan entstand unter der Leitung des italienischen Baumeisters Carlo Lurago von 1668 bis 1693 im Barock-Stil unter Weiterverwendung der stehen gebliebenen Reste des Vorgängerbaus wie Chor, Querhaus und Vierungsturm.

  
Die Westfassade wird von zwei 68 Meter hohen Türmen eingerahmt, die im Jahr 1675 fertig gestellt wurden, damals allerdings noch ohne die achteckigen Turmaufsätze mit den Kuppeln. Diese wurden erst Ende des 19. Jahrhunderts aufgesetzt. Damals erhielt auch die noch etwas höhere spätgotische Vierungskuppel ihre Barock-Haube.


Figur des hl. Stephan an der Westfassade des Doms in Passau







In einer Nische des linken Turms steht die Figur von Bischof Wenzeslaus von Thun, dem Initiator des Dom-Wiederaufbaus, mit den Insignien der Fürstbischöfe: Mitra, goldenem Bischofsstab und goldenem Schwert.


Hauptschiff des Doms St. Stephan in Passau









Im Inneren überrascht uns der Stephansdom mit einem hohen, hellen und reich verzierten Hauptschiff, dessen Gewölbeflächen von Carpoforo Tencalla meisterlich ausgemalt wurden.


Hauptaltar im Dom St. Stephan in Passau









Der Hauptaltar von St. Stephan wurde von Professor Henselmann aus Pappelholz und versilbertem Kupferblech geschaffen und 1953 fertiggestellt. Er zeigt die Steinigung des hl. Stephanus.


Vergoldete Kanzel im Dom St. Stephan in Passau







Die aus Lindenholz geschnitzte und ganz vergoldete Kanzel stammt aus dem 18. Jahrhundert. In der Bekrönung erkennt man Ecclesia, die die Weltkugel und das Licht der Offenbarung in Händen hält.

Die vier Evangelisten auf dem Kanzelkorb werden den Wiener Künstlern Lukas Hildebrandt und Raphael Donner zugeordnet.


Verzierungen im hauptschiff des Passauer Doms







Das gesamte Mittelschiff von St. Stephan ist unglaublich reich und filigran verziert mit Stuck, Gemälden, Spruchbänder tragenden Putten, Propheten und Atlanten, die das Gebälk stützen. Giovanni Battista Carlone schuf hier mehr als tausend Figuren!


Kuppelfresko im Dom St. Stephan in Passau





Beeindruckend ist auch das Kuppelfresko mit dem im Himmel thronenden Gottvater, der von Engeln umgeben ist.


Kuppelfresko im Dom St. Stephan in Passau





Wie gut der Stuckkünstler Giovanni Battista Carlone und der Maler Carpoforo Tencalla zusammengearbeitet haben, ist an einigen interessanten Details erkennbar, darunter zwei gemalte Engel, die ein Bein über die Brüstung in den Kuppelraum baumeln lassen.


Verzierte Logen im Dom St. Stephan in Passau









Die Fürstenloge an der Südseite des Chors war den Fürstbischöfen vorbehalten und hatte einen direkten Zugang zur Fürstbischöflichen Residenz.


Imposante Orgel im Dom St. Stephan in Passau






Der Dom St. Stephan verfügt über die größte Dom-Orgel weltweit mit 17974 Orgelpfeifen und 233 Registern, die auf 5 Orgelwerke verteilt sind.

Gebaut wurde das 1928 eingeweihte Meisterwerk von der Orgelbaufirma Steinmeyer, das Gehäuse mit dem zentralen Wappen der Lambergs stammt von dem Passauer Bildhauer Matthias Götz.

Die Domorgel erklingt werktags von 12:00-12:30 Uhr und während der Gottesdienste.


Kreuzgang im Domhof von St. Stephan in Passau

In der Nordost-Ecke des Domplatzes führt eine große Tür in den Domhof, in dem man neben Teilen des aus dem 14. Jahrhundert stammenden gotischen Kreuzganges auch alte Grabplatten sehen kann.

Auf der Westseite liegen die Eingänge zur Andreaskapelle von 1320 und zur Sixtuskapelle aus dem Jahr 1350. Letztere wird auch als Ortenburgkapelle bezeichnet, weil dort Graf Heinrich IV. von Ortenburg beigesetzt wurde.


Brunnen im Domhof vor der Trenbachkapelle des Doms von Passau


Hinter dem Brunnen, auf der Ostseite des Domhofes, findet man den Zugang zur Trenbachkapelle von 1572 mit dem Hochgrab des Bischofs Urban von Trenbach, dem Initiator der Passauer Gegenreformation.

Die Tür daneben führt in die Lamberg-Kapelle mit dem Grab des Kardinals Johann Philipp Graf von Lamberg, der ab 1689 Bischof in Passau war.



Hier geht es weiter:
Vom Landratsamt zum Rathausplatz


Weitere Infos:
Geschichte des St. Johannis Spitals

Dom St. Stephan











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Seite erstellt: 01.07.2009