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Potsdam
  
"Geschichtsträchtige Residenzstadt von Königen und Kaisern"

 


Marstall, Landtag und Nikolaikirche in Potsdam

 


Potsdam wird im Jahr 993 erstmals urkundlich erwähnt. Damals schenkte König Otto III. der Äbtissin von Quedlinburg die Orte "Poztupimi" und "Geliti", heute Potsdam und Geltow. Damals existiert hier an der Einmündung der Nuthe in die Havel bereits eine Befestigungsanlage der Slawen. 1345 wird erstmals erwähnt, dass Potsdam Stadtrechte besitzt. Die aufstrebende Stadt erhält in der Folge mehrere schwere Rückschläge: 1536 und 1550 vernichten Großfeuer weite Teile der Stadt, während des Dreißigjährigen Krieges wird Potsdam mehrfach schwer verwüstet und geplündert, 1631 rafft die Pest ein Drittel der Bevölkerung dahin.

Mit dem Beginn der Regierungszeit von Friedrich Wilhelm, dem "Großen Kurfürst", beginnt 1640 die Blütezeit der Stadt. Potsdam wird neben Berlin zur zweiten Residenzstadt und erhält mit dem von 1664 und 1670 erbauten Stadtschloss am Alten Markt das erste repräsentative Gebäude.

Als mit dem Widerruf des Toleranzediktes von Nantes durch König Ludwig XIV. vom 18. Oktober 1685 in Frankreich die Verfolgung der Hugenotten auflebt, reagiert Kurfürst Friedrich Wilhelm am 29. Oktober 1685 mit dem Edikt von Potsdam, das seinen verfolgten protestantischen Glaubensgenossen die Niederlassung in Brandenburg erlaubt und das sie mit einer Reihe von Privilegien ausstattet, darunter Subventionen und die Befreuung von Steuern und Zöllen. Etwa 20.000 Hugenotten folgen dem Angebot des Großen Kurfürsten.

Mit der Selbstkrönung von Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg zum König Friedrich I. in Preußen im Jahr 1701 wird Preußen zum Königreich und Potsdam zur königlichen Residenzstadt, die mit den Jahren an politischer Bedeutung gewinnt: 1709 findet während des Großen Nordischen Krieges in Potsdam das Dreikönigstreffen statt, in dessen Verlauf die Könige Friedrich I. von Preußen, Friedrich IV. von Dänemark und August der Starke von Polen einen Freundschafts- und Neutralitätspakt schließen. Friedrich stellt so sicher, dass der Krieg nicht auf Preußen übergriff.

Mit dem Beginn der Regierungszeit des "Soldatenkönigs" Friedrich Wilhelm II. im Jahr 1713 wird Potsdam zur Garnisons- und Verwaltungsstadt. Durch Verdoppelung des stehenden Heeres baut Friedrich Wilhelm II. Preußen zur viertstärksten Militärmacht aus. Das aus groß gewachsenen jungen Männern mit einer Mindestgröße 1,88 Metern bestehende Königsregiment wird in Potsdam stationiert. Hier entsteht die Preußische Gewehrfabrik; 1924 lässt er ein Militärwaisenhaus bauen, 1730 folgt die Garnisonskirche und zwischen 1737 und 1742 entsteht das Holländische Viertel.

Als Friedrich Wilhelm II. am 31. Mai 1740 im Potsdamer Stadtschloss stirbt, folgt ihm Friedrich II. der Große auf den Thron. Der "Alte Fritz" setzt die Bautätigkeit seines Vaters fort: 1744 wird mit dem Bau von Schloss Sanssouci begonnen, dann folgen das Neue Palais und die Communs. Und sein Hofarchitekt Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff wird mit der Erweiterung des Stadtschlosses beauftragt. In dieser Zeit wird Potsdam zum Magneten für Maler, Schriftsteller, Musiker und Philosophen. Im Jahr 1750 folgt Voltaire einer Einladung des Preußenkönigs und bleibt knapp drei Jahre an dessen Hof.

Mit dem Tod Friedrichs II. im Jahr 1786 tritt dessen Neffe Friedrich Wilhelm II. die Nachfolge an. Das Werk seines Onkels setzt er nicht fort: Anstatt wie Friedrich II. als "Erster Diener des Staates" zu agieren, führt Friedrich Wilhelm II. das Leben eines Bonvivant und wird vom Volk bald "Der dicke Lüderjahn" genannt. Nach seinem Tod im Jahr 1797 folgt ihm Friedrich Wilhelm III., der bis 1840 regiert und den moralischen Verfall des Hofes erfolgreich bekämpft.

Als Folge der vernichtenden Niederlage der preußischen Truppen in der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt wird Potsdam im Jahr 1806 von den siegreichen französischen Truppen unter Napoleon Bonaparte besetzt. Nach dem Abzug der Besatzer bleibt Preußen zunächst neutral, beteiligt sich ab 1812 jedoch erfolgreich am Kampf gegen den Franzosenkaiser.

In den Jahren 1826/1827 lässt Friedrich Wilhelm III. für die Sänger eines russischen Chors im Norden von Potsdam eine Siedlung im russischen Stil bauen, die in Erinnerung an das freundschaftliche Verhältnis zum dem kurz zuvor verstorbenen Zar Alexander I. den Namen "Alexandrowka" erhält. Zur gleichen Zeit erfolgt auch die Grundsteinlegung der Alexander-Newski-Kirche. 1835 beginnt man mit dem Bau des Schlosses von Babelsberg, drei Jahre später wird in Potsdan die erste deutsche Eisenbahnwerkstätte der gerade in Betrieb gegangenen ersten preußischen Eisenbahnlinie nach Berlin fertig gestellt.

Am 7. Juni 1840 besteigt Friedrich Wilhelm IV. den Thron von Preußen und regt den Bau der Friedenskirche im Schlosspark von Sanssouci an. Ende März 1848 zieht er unter dem Druck der Märzrevolution mit seinem Hofstaat in das vermeintlich ruhigere, und von den Garderegimentern geschützte Potsdam um, muss aber nach einem Soldatenaufstand am 5. Dezember im Schloss Sanssouci eine neue, ihm von den Aufständigen aufgezwungene Verfassung unterzeichnen: Preußen wird konstitutionelle Monarchie. Im Folgejahr lehnt er die ihm von der Frankfurter Nationalversammlung angetragene deutsche Kaiserkrone ab, weil er kein von Volksvertretern verliehenes "Hundehalsband" tragen werde.
 

Wappen der Stadt Potsdam
Wappen von Potsdam


1861 tritt Wilhelm I. die Nachfolge des verstorbenen Friedrich Wilhelm IV. an und ernennt Otto von Bismarck zum preußischen Ministerpräsidenten. Nach dem Sieg im Deutsch-Französischen Krieg wird König Wilhelm I. am 18. Januar 1871 in Versailles zum Kaiser von Deutschland gekrönt. Nach Wilhelms Tod im Dreikaiserjahr 1888 folgt ihm sein Sohn Friedrich III. auf den Thron, der aber nach 99 Tagen stirb. Nachfolger wird nun dessen Sohn Wilhelm II.

1913 beauftragt Kaiser Wilhelm II. den Bau von Schloss Cecilienhof im Neuen Garten. Im Folgejahr unterzeichnet er im Neuen Palais die Kriegserklärung, die den 1. Weltkrieg auslöst. Noch während des Krieges wird 1917 die "Universum Film Aktiengesellschaft UFA" gegründet, die ihren Sitz in Babelsberg hat.

Obwohl gegen Ende des 1. Weltkrieges die Niederlage Deutschlands feststeht, erhält die Kriegsmarine am 24. Oktober 1918 den Befehl, in eine letzte Schlacht gegen die Royal Navy auszulaufen. Zuerst meutern nur einige Schiffsbesatzungen gegen diesen sinnlosen Befehl, kurz darauf kommt es dann in Kiel zum Matrosenaufstand, der sich innerhalb weniger Tage zu einer Revolution in ganz Deutschland entwickelt. Die "Novemberrevolution" führt schließlich zum Ende der Herrschaft der Hohenzollern: Wilhelm II. dankt ab und geht ins Exil.

1933 rückt Potsdam erneut ins Zentrum der deutschen Geschichte: Am 21. März 1933, dem "Tag von Potsdam", kommt es in der Garnisonskirche zum öffentlichen Schulterschluss zwischen Hindenburg und Hitler, zum Bündnis zwischen dem nationalen und dem nationalsozialistischen Deutschland. Und auch das Ende des Dritten Reiches ist zwölf Jahre später eng mit der Stadt verbunden: Nach den schweren Bombardements in der Nacht vom 14. zum 15. April 1945, in der große Teile der historischen Altstadt zerstört werden, marschiert die Rote Armee in Potsdam ein, und am 30.04.1945 findet im Schloss Cecilienhof die Konferenz der Siegermächte statt. Churchill, Truman und Stalin unterzeichnen das "Potsdamer Abkommen", das zur Teilung Deutschlands führt. Nach der Gründung der DDR im Jahr 1949 wird Potsdam Bezirkshauptstadt, deren Stadtverordnete die Sprengung des Stadtschlosses und der Garnisonskirche sowie die Zuschüttung des Stadtkanals beschließen.

Nach der Wiedervereinigung wird Potsdam im Jahr 1990 Hauptstadt des Bundeslandes Brandenburg und die Potsdamer Schlösser und Gärten werden von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. 2005 beschließt der brandenburgische Landtag dann den Wiederaufbau des Stadtschlosses, das neun Jahre später fertiggestellt ist.
 

 


Begleiten
Sie uns nun auf unserem Rundgang durch das Zentrum von Potsdam:

 

Zum Brandenburger Tor und zum Jägertor
 


Zum Holländischen Viertel und zum Alten Markt
 


Vom Schloss Charlottenhof zum Schloss Sanssouci
 


Schloss Sanssouci, Neues Palais, Communs und Kaiserbahnhof
 

 

 


Stadtplan von Potsdam
 

 

 

Allgemeine Tipps:

 

   Anreise

Die kreisfreie Stadt Potsdam liegt im Südwesten von Berlin. Potsdam ist Hauptstadt des Landes Brandenburg hat etwa 160.000 Einwohner.

Mit dem Auto erreicht man Potsdam entweder über die Ausfahrt "Potsdam Nord" des Berliner Autobahnringes A10 und nachfolgend über die B273, von Süden kommend nimmt man die Ausfahrt "Potsdam Süd" und dann die B2.

Mit der Regional- und S-Bahn ist Potsdam mit den Fernbahnhöfen in Berlin verbunden.

Für eine Anreise per Flugzeug bieten sich die Flughäfen Berlin-Tegel und Berlin-Schöneberg an.

   Hotels

  Hotel buchen:
Hotel Reservation Service
 

   Links

Landeshauptstadt Potsdam
Potsdam Tourismus Service

Potsdamer Nahverkehr - Streckenpläne

Potsdam WelcomeCard

Chronic von Potsdam

 

   Literaturtipps

Reiseführer Potsdam an einem Tag
Potsdam an einem Tag von Kerstin Lehmstedt

Potsdam Marco Polo Reiseführer

Potsdam City/Trip von Klaus Werner und Stefan Krull

 

   Partnerstädte

Die Partnerstädte von Potsdam sind Bonn, Bobigny in Frankreich, Jyväskylä in Finnland, Luzern in der Schweiz, Opole in Polen, Perugia in Italien und Sioux Falls in den USA.
 

   Veranstaltungen

Potsdamer Flottenparade
Im April eröffnet die Potsdamer Flottenparade nahe dem Lustgarten die neue Saison auf dem Wasser.

Tulpenfest im Holländischen Viertel
Ohne das Tulpenfest wäre es kein richtiges Holländisches Viertel: Während des Frühlingsfestes im April schmücken Tausende von Tulpen das Viertel, in dem niederländische Bräuche und traditionelles Handwerk zu sehen sind.

Musikfestspiele Potsdam
Das Kuratorium der Musikfestspiele organisiert für jährlich zwei Wochen im Juni zahlreiche Open-Air-Konzerte international renommierter Künstler in den Konzertzimmer und Festsälen der preußischen Herrscher.

Potsdamer Erlebnisnacht
Zu der im Juli stattfindenden Erlebnisnacht werden zahlreiche Veranstaltungen organisiert und Shopping bis Mitternacht ermöglicht.

Potsdamer Schlössernacht
Mitte August öffnet der illuminierte Park Sanssouci seine Tore für Konzerte und Kunstveranstaltungen, deren Höhepunkte eine Lichtshow vor der Orangerie und das Große Abschlussfeuerwerk vor dem Neuen Palais sind.

Potsdamer Jazztage
Das Jazz-Festival im September bietet eine Reihe von Konzerten in- und ausländischer Jazz-Interpreten in historischen Gebäuden.

Tagesaktuelle Veranstaltungstipps findet man unter
www.potsdamtourismus.de/veranstaltungen.html









 




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Seite ergänzt: 29.03.2016