Foto-Reisebericht - Reiseführer - Reise-Info
   
   
Ribe - Ripen
  
"Älteste Stadt in Dänemark"

 


Stadtpanorama mit den Domtürmen von Ribe in Dänemark

 


Archäologen datieren die Gründung von Ripen anhand von Münz-Funden auf das Jahr 705. Einhundert Jahre später wird der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Wegen seiner Lage am Kreuzungspunkt der Handelswege zwischen Nord- und Südeuropa sowie zwischen Nord- und Ostsee entwickelt sich Ripen schnell zur wichtigsten Handelsstadt Dänemarks und bleibt bis ins hohe Mittelalter hinein das bedeutendste Seehandelszentrum des Nordens und das Tor nach Westeuropa.

Im 9. Jahrhundert bringt der Missionar und Erzbischof Ansgar das Christentum in "Thors Welt" und baut in Ripen 860 die erste Kirche auf dänischem Boden. Folgerichtig wird die Stadt im Jahr 948 Bischofssitz. Dem Bischof folgen Ordensmönche: Neun Klöster und noch mehr Gotteshäuser prägen bald das Stadtbild.

Anfang des 12. Jahrhunderts lässt König Niels Wallgräben ausheben und die Burg Riberhus errichten, die später zu einem Schloss um- und ausgebaut und Mitte des 12. Jahrhunderts zur königlichen Residenz erhoben wird. Im Jahr 1460 erreicht in Ripen Dänenkönig Christian I. durch Zugeständnisse an den Adel seine Wahl zum Herzog von Schleswig und Grafen von Holstein. Das Privileg von Ripen initiiert die Bildung gemeinsamer ständischer Landtage von Schleswig und Holstein und begründet mit „dat se bliven ewich tosamende ungedelt die dauerhafte Verbindung von Schleswig und Holstein mit Dänemark, die erst 400 Jahre später durch den Einmarsch von Preußen im Jahr 1867 endet.

Der Umzug des Königshofes an das entgegengesetzte Ende des Reiches nach Kopenhagen läutet zu Beginn des 16. Jahrhunderts Ripens Niedergang ein. Den größten wirtschaftlichen Schaden bringt dann schwerer Sandflug und die Versandung des Flusses RibeÅ, die den Handel der Stadt fast zum Erliegen bringt. Damit nicht genug: 1580 werden bei einem Großbrand mehr als 200 Häuser ein Raub der Flammen und bei der Sturmflut des Jahres 1634 steht die Stadt teilweise bis zu 6 Meter unter Wasser.


Stadtansicht von Ripen um 1600 
Stadtansicht Ribe mit Dom und Riberhus um 1600
Archiv der Dänischen Zentralbibliothek für Südschleswig


Der Krieg gegen Schweden trifft Ripen schwer: 1659 werden große Teile der Stadt zerstört, das stark beschädigte Schloss wird von der Bevölkerung als Steinbruch genutzt. Ripen versinkt nach und nach in die Bedeutungslosigkeit. Nach dem verlorenen Krieg gegen Preußen 1864 und dem damit verbundenen Verlust von Schleswig-Holstein liegt die Stadt plötzlich ohne ihr einstiges Hinterland am äußersten Rand des Königreiches, hart an der Grenze zu Preußen. Der Tiefpunkt ist erreicht, als vier Jahre später in nur 25 Kilometern Entfernung eine neue Hafenstadt aus dem Boden gestampft wird: Das auf Dünenboden gegründete Esbjerg überflügelt die im Marschland liegende älteste Handelsstadt Dänemarks in wenigen Jahren und hat heute mehr als zehnmal so viele Einwohner.

Von der Jahrhunderte langen Bedeutungslosigkeit kann Ribe heute profitieren: Durch den wirtschaftlichen Niedergang konnte Neues nicht finanziert und Altes nur mit Mühe und Not unterhalten werden. Im 20. Jahrhundert erkennen Denkmalschützer die Einzigartigkeit der erhalten gebliebenen Bausubstanz aus dem 17. und 18. Jahrhundert und stellen mit 110 Häusern fast die gesamte Altstadt von Ribe unter Denkmalschutz. Das geschlossene historische Stadtbild mit seinen alten Fachwerkhäuschen und den kopfsteingepflasterten Straßen ist einzigartig in Dänemark und gehört heute zum Weltkulturerbe.

 

 


Begleiten
Sie uns nun auf unserem Spaziergang durch Ribe:

 

Durch das Zentrum von Ribe zum Riberhus Slotsbanke


Von der Fiskergade zu Ribes Vikinger und zum Dom

 

 


Übersichtskarte

 

 

Partnerstädte von Ribe sind Ratzeburg und Güstrow, Strängnäs in Schweden, Leikanger in Norwegen, Krems in Österreich, Ely in Großbritannien sowie Balleroy in Frankreich.

 

 

Allgemeine Tipps:

 

 

   Anreise

Ribe liegt an dem Fluss RibeÅ an der südlichen Westküste Jütlands in Dänemark

Mit der Bahn kann man Ribe sowohl von Esbjerg als auch von Niebüll aus mit den Zügen der Nord-Ostsee-Bahn erreichen.

Mit dem Auto erreicht man Ribe am besten über die Autobahn A7 / E45, die man auf dänischer Seite an der Abfahrt Nr. 70 verlässt und dann der Fernstraße 24 folgt. Alternativ bietet sich auch eine Anreise über Husum und Niebüll auf der Bundesstraße 5 an, die an der Grenze in die dänische Fernstraße 11 übergeht und über Tønder nach Ribe führt.
 

   Hotels

  Hotels buchen:
Hotel Reservation Service
 

   Jugendherberge

Die Jugendherberge von Ribe - Danhostel Ribe Vandrehjem - liegt zentrumsnahe an der Sct. Peters Gade 16, nur ca. 500 Meter vom Dom entfernt und verfügt über 170 Betten. Das Haus ist von Anfang Dezember bis Ende Januar geschlossen.
 

   Links

Kommune Ribe
Tourist-Information Ribe

Ribe Vikingecenter Lustrupholm

 

   Literaturtipps

Literaturtipp Dänemark Nordseeküste
Dänemark Nordseeküste Dumont-Reisetaschenbuch

 

Dänemarks Nordseeküste von Roland Hanewald

 

Dänemark Reisen mit Insidertipps Marco-Polo Reiseführer

 

Dänemark Baedeker Allianz Reiseführer

 

 

   Veranstaltungen

Wikingermarkt
Jeweils am ersten Mai-Wochenende findet am Ribe Vikingecenter der Wikingermarkt statt.

Tulpenfest
Jeweils Mitte Mai feiert Ribe das viertägige Volksfest mit einem großen Straßenumzug am Sonntag.

Ribe-Jazzfestival
Ende Juli findet in Ribe das weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte dreitägige Jazz-Festival statt.

 












nach oben
 

Home
 


Seite erstellt: 16.06.2008