Foto-Reisebericht
- Reiseführer - Reise-Info
Rom Im
Vatikanstaat: Petersdom und Petersplatz
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Wir folgen dem Rat des Baedeker-Reiseführers
Rom und stellen uns - trotz Urlaub - am Vorabend
unserer Petersdom-Besichtigung den Wecker.
Am nächsten Morgen nehmen wir nach einem Blitzstart
und einem typisch italienischen Schnell-Frühstück
im Tiefgeschoss der Stazione Termini einen Zug der Metro-Linie
A Richtung "Battistini" bis zur Haltestelle
"Ottaviano".
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Durch
die " Via Ottaviano" und die "Via
di Porta Angelica" erreichen wir dann...

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den
frühmorgendlich noch leeren Petersplatz, der von
einem ägyptischen Obelisk überragt wird, den Kaiser
Caligula im Jahr 37 nach Rom umsetzen ließ.
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Die
weitläufige "Piazza San Pietro"
wird von den Kolonnaden begrenzt, die von dem
aus Neapel stammenden Barock-Bildhauer und Architekten
Gian Lorenzo Bernini zwischen 1656 und 1667 geschaffen
wurden.
Die halbkreisförmig angelegten Kollonaden
bestehen aus einer vierfachen Reihe von 284 Travertin-Säulen und sind mit 140 Heiligenstatuen
und dem Wappen des Auftraggebers Papst Alexander VII. verziert.
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Den
Petersplatz verschönern zudem zwei knapp 15 Meter hohe Brunnen.
Der rechte wurde von Carlo
Maderno geschaffen, der 1556 am Luganer See geboren
wurde, als Zwanzigjähriger nach Rom zog und 1603
zum päpstlichen Architekten ernannt wurde.
Der
linke Brunnen wurde im 18. Jahrhundert ergänzt.
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Die elliptische Piazza San Pietro geht auf
der Westseite
in die trapezförmige "Piazza Retta" mit den Großstatuen
von Petrus und Paulus über ...
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und endet vor den Stufen der "Basilica Papale
di San Pietro in Vaticano".
Die säulenverzierte Fassade des
Petersdoms entstand ab 1614 nach den Entwürfen von Carlo
Maderno, der den Dombau auch als leitender Architekt
begleitete.
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Zur
Auflockerung der mächtigen Fassade ließ Maderno
in der Mitte einen von vier Säulen getragenen Dreiecksgiebel
mit der Benediktionsloggia vorsetzen.
Von
diesem "Papstbalkon" wird an Weihnachten und Ostern der Segen
"Urbi et Orbi" erteilt und hier präsentieren
sich die neu gewählten Päpste.
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Schön
verziert sind auch die Säulenkapitelle, die Querträger
und die Tragbalken des Papstbalkons.
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In
der über 110 Meter breiten, ebenfalls von Maderno entworfenen
Vorhalle steht die Reiterstatue Karls des Großen
von Agostino Cornacchini aus dem Jahr 1725.
Karl
der Große war
der erste der fränkischen und später deutschen Kaiser,
die hier in St. Peter gekrönt wurden, obwohl die
eigentliche Papstkirche San Giovanni in Laterano war und auch
heute noch ist.
Grund der Wahl des vor den
Toren der Stadt gelegenen Petersdoms als Krönungskirche
war sicherlich die Tatsache, dass der Papst Rom
für sich beanspruchte und der Kaiser die päpstliche
Stadt nicht betreten sollte.
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Von
der Vorhalle aus führen fünf Türen in die Basilika, deren bekannteste und sicherlich
auch schönste die von Vico Consorti im Jahr 1949
geschaffene Heilige Pforte "Porta
Santa" ist, die nur während des Heiligen Jahres geöffnet
wird.
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Die
riesigen Dimensionen des Petersdoms werden uns im
186 m langen und 45 m hohen Längsschiff bewusst.
Eine erste
Peterskirche wurde hier im frühen 4. Jahrhundert
über dem Grab des Apostels Petrus nahe des von Nero errichteten
Circus errichtet, in dem der Jünger Jesu im Jahr 64 kopfüber
gekreuzigt wurde.
Da die Basilika St. Peter
während des Avignoner Exils der Päpste Mitte des 15. Jahrhunderts
baufällig
geworden war, reiften Pläne für einen Neubau, der
unter Nikolaus V. im Jahr 1452 begonnen wurde.
Um die anfangs nur langsam fortschreitende Baumaßnahme
zu forcieren, beauftragte Papst Julius II.
im Jahr 1506 Donato Bramante mit der Bauleitung.
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Zur Finanzierung
des damals größten Gotteshauses weltweit wurden die "Peterpfennig"
genannten Ablassbriefe verkauft, die Martin Luthers Reformationsbewegung
initiierten, welche auf dem Reichstag
zu Worms ihren Höhepunkt fand.
Dr. Axel Glöggler schätzt, dass durch diese Ablassbriefe
mehr
als 40% des deutschen Nationaleinkommens
nach Rom und in den Bau von St. Peter flossen.
Dennoch zogen
sich die Arbeiten
über hundert Jahre hin,
weshalb auch eine Vielzahl von arrivierten Baumeistern
mit der Leitung der Großbaustelle betraut war:
Nach Bramantes Tod im Jahr 1514 wirkten hier
Giuliano Sangallo d. Ä und Raffael da Urbino, nach 1520
Baldassare Peruzzi, Antonio Sangallo d. J.
und ab 1547 der 72-jährige Michelangelo, dem Giacomo
Vignola, Giacomo della Porta, Domenico Fontana,
Carlo Maderno und Gian Lorenzo Bernini folgen.
Geweiht
wurde die Basilica San Pietro in Vaticano am 18. November 1626.
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Bei
unserem Rundgang durch den Petersdom bewundern
wir eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten, die alle
aufzuzeigen hier nicht möglich ist.
Das wohl
herausragendste Kunstwerk ist die berühmte
"Pietà" von Michelangelo Buonarroti in
der Cappella della Pietà auf der rechten Seite hinter
der "Porta Santa".
Das
aus einem Marmorblock geschaffene Jugendwerk des
Meisters, das um 1498 entstand und von dem französischen
Kardinal Jean de Bilhères als Grabstatue beauftragt
wurde, wird seit 1972 durch Panzerglas geschützt,
weil damals ein Geistesgestörter das Kunstwerk
beschädigte.
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An
den Wänden und vor den Säulen findet man eine Vielzahl
von Großstatuen, darunter die der hl. Teresia...
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und der "Sancta Helena
Augusta".
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Im
Petersdom sind auch wunderschöne Gemälde und Mosaike
zu sehen, darunter das "Martyrium des hl.
Sebastian" über dem Altar der Kapelle
des hl. Sebastian, das nach einem Gemälde von
Domenichino entstand...
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und Domenichinos "Letzte Kommunion des hl. Hieronymus"
aus dem Jahr 1614 über dem Hieronymus-Altar.
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An
die Seitenschiffe des Petersdoms sind mehrere Kapellen
angebaut, darunter die Chor-, die Sakraments-, die
Sebastians- und die hier abgebildete Gregorianische
Kapelle.
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Im
Schnittpunkt von Haupt- und Querschiff befindet
sich die Confessio mit dem Petrusgrab, über dem
der Papstaltar errichtet wurde, der von einem knapp
30 Meter hohen und von vier gedrehten Bronzesäulen
getragenen, mit Engeln verzierten Ziborium überragt
wird, das
aus den Bronzeplatten des Pantheon
gegossen wurde.
Gian Lorenzo Bernini schuf
Altar und Bronzebaldachin zwischen 1625 und 1633
im Auftrag von Papst Urban VIII.
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Etwa dreißig Jahre später entwarf
Bernini für
Papst Alexander VII. die "Cathedra Petri" in
der dahinterliegenden Apsis.
Sie zeigt die
Bronzefiguren der
vier Kirchenlehrer Ambrosius, Augustinus, Athanasius
und Johannes Chrysostomus, die den unterhalb
des Strahlenkranzes mit dem zentralen Alabasterfenster
zu sehenden "Heiligen
Stuhl", den Bischofsstuhl von Petrus, stützen.
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Bernini
entwarf für Papst Alexander VII. auch dessen Marmor-Grabmal,
ein Spätwerk aus den Jahren 1672-1678.
Zu Füßen
des Verstorbenen ist die nachträglich verhüllte
"Nackte Wahrheit" dargestellt, deren Fuß
auf der Weltkugel symbolisiert, dass die Wahrheit
erdumspannend gelten muss. Dass der Papst oberhalb
der
Nackten Wahrheit dargestellt ist, mag ein weiteres Symbol
sein...
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Beeindruckend
ist auch die Größe des Querschiffes, in dem vor
dem Altar der Kreuzigung des hl. Petrus gerade eine
Messe gelesen wird.
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Zwischen
Dom und angrenzender Schatzkammer findet man eine
in
Stein gehauene Auflistung der im Petersdom beigesetzten
Päpste, beginnend mit Petrus im Jahr 64 oder 67 bis
hin zu Papst Johannes Paul II. im Jahr 2005.
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Als Vorlage für
das farbenprächtige Mosaik "Bestrafung von Ananias und Saphira"
aus dem Jahr 1727 diente ein Gemälde
von Cristoforo Roncalli aus dem Jahr 1604.
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Die
Grabmonumente im Petersdom - wie das im Jahr 1866
von Pietro Tenerani für den 1830 verstorbenen Papst Pius VIII.
entworfene oder ...
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das von Bertel Thorvaldsen geschaffen
Grabmal für Papst Pius VII. - zeigen oft die Statuen
der Verstorbenen.
Beigesetzt wurden die Päpste jedoch
in aller Regel nicht hier sondern in den Vatikanischen
Grotten.
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Eine
der wenigen Ausnahmen bildet das Grabmal von Papst
Pius X. in der "Cappella della Presentazione della Vergine".
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Die
zweigeteilte Orgel in der Chorkapelle von S. Pietro
ist mit den päpstlichen Insignien, goldenen Girlanden
und Engeln verziert.
Sie verfügt über 80
Register und erscheint uns in dem riesigen Gotteshaus
sehr unterdimensioniert.
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Vierung und Kuppel
werden von vier mächtigen, fünfeckigen Pfeilern
mit einem Durchmesser von mehr als 20 Metern getragen,
in denen Zugänge zur Unterkirche existieren,
in der die Päpste beigesetzt sind.
Diese
Pfeiler sind
nach den Heiligen benannt, deren Statuen zu ihren
Füßen stehen: der hl. Andreas von François Duquesnoy,
die hl. Helena von Andrea Bolgi, der hl. Longinus
von Bernini und die hl. Veronica von Francesco Mochi.
Der aus zwei Meter hohen Buchstaben
bestehende Schriftzug unterhalb der Kuppelfenster gibt Worte des Matthäus-Evangeliums
wieder: "Du bis Petrus und auf diesen Fels
werde ich meine Kirche bauen und ich will Dir die
Schlüssel des Himmelsreiches geben".
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 Die
92 Meter hohe, zweischalige Kuppel hat einen Durchmesser
von 42 Metern und gilt als ein Meisterwerk jener Zeit.
Die Peterskuppel wurde von Michelangelo
entworfen, die Ausschmückung stammt von Giuseppe Cesari,
der auch "Il Cavaliere d'Arpino" genannt
wurde.
Die Fertigstellung konnte Michelangelo
nicht mehr erleben, er verstarb nach Fertigstellung
des Tambours unterhalb der Kuppelfenster.
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Um
auf das Dach des Petersdoms zu gelangen, verlassen
wir das Gotteshaus und nehmen auf der rechten Seite
der Basilika den Lift
zur mosaikverzierten Flüstergalerie,
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durch deren Sicherungsgitter man das Längs- und
das Querschiff mit den schönen Cosmaten-Fußböden
tief unter sich liegen sieht...
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und von der aus es nur wenige Treppenstufen bis
auf das Dach des Petersdoms sind.
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Hier
kommen wir den knapp sechs Meter großen Statuen auf
dem Domvorbau sehr nahe, ...
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die
Jesus Christus, Johannes
den Täufer und die Apostel darstellen, von denen
nur Petrus fehlt.
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Hier
oben,
45 Meter über dem Petersplatz, wird uns die Dimension
der riesigen Kuppel erst richtig bewusst: Sie überragt
das Dach des Petersdoms um stolze 47 Meter
und das Kreuz auf
der Laterne "schwebt" 141 Meter über der Piazza
San Pietro.
Hier beginnen wir nun den etwas
mühevollen Aufstieg über
die
enge und steile Treppe, die zwischen den beiden Kuppelschalen...
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zum Kuppeldach hinaufführt, das wir nach 330 Stufen und
mehreren kurzen Zwangspausen erreichen.
Die Anstrengung
des Aufstieg hat sich jedoch wirklich gelohnt:
Wir
haben von hier oben einen tollen Blick auf Rom im Morgendunst,
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...der
sich aber schnell auflöst und uns klar und dunstfrei
die Vatikanischen Gärten, ...
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den
noch im Schatten der Kuppel des Petersdoms liegenden
Vatikanspalast, ...
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den Adlerbrunnen "Fontana dell'Aquilone"
und die Statue
des Hl. Petrus...
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sowie die ausgedehnten Vatikanischen Museen erkennen lässt.
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Von
hier oben sehen wir lange hinunter auf den Petersplatz,
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auf Berninis Kollonaden, die Via della Conziliazione, die
Engelsburg mit der
Engelsbrücke und den Tiber.
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