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Am Salzhaff
    
Neubukow


Wappen der Stadt Neubukow in Mecklenburg-Vorpommern 

 


Marktplatz mit Kirchturm der Stadt Neubukow in Mecklenburg-Vorpommerm


Wir folgen dem Rat unserer Gastgeber und fahren zum Einkaufen nach Neubukow: In der etwa zehn Kilometer nordöstlich von Boiensdorf gelegenen amtsfreien Kleinstadt findet man neben den Filialen der großen Lebensmitteldiscounter auch eine Apotheke und Geldautomaten.

Erste Anlaufstelle ist der kleine Marktplatz beiderseits der Wismarschen Straße mit seinen renovierten Fassaden...


Rathaus der Stadt Neubukow in Mecklenburg-Vorpommern

... und dem zweigeschossigen Rathaus mit einem charakteristischen Mansardendach.

Einziger Schmuck des schlichten Barockgebäudes aus dem Jahr 1788 ist das Stadtwappen am Mittelgiebel.

Es zeigt eine grüne Buche, zwischen deren Zweigen ein goldenes Schild mit einem schwarzen, gekrönten Stierkopf erkennbar ist, den man auch im Wappen von Mecklenburg findet.


Die Buche im Wappen erinnert daran, dass die bereits im 12. Jahrhundert bekannte Siedlung wegen des sie umgebenden großen Buchenwaldes von den Slawen früher "nuoa Bukov" (= neue Buche) genannt wurde.


Renovierte Fachwerkhäuser am Markplatz der Stadt Bukow





Auch die Nordseite des Marktplatzes mit ihren schönen Fachwerkhäusern gefällt uns gut und wir beschließen spontan, uns nach den Einkäufen Neubukow näher anzusehen.


Turm am Amtsgraben in Neubukow in Mecklenburg-Vorpommern







Wir fahren deshalb weiter zum Langzeitparkplatz neben dem efeuberankten "Schuldturm" der Stadt an der Straße "Amtsgarten".

Von hier aus spazieren wir dann in südlicher Richtung zur Amtsstraße, ...


Einstein trauert in Neubukow um einen gefällten Baum

... wo Einstein einen Sitzstreik beginnt: Er mag es nun einmal nicht, wenn Bäume gefällt werden.

Der verbliebene Stumpf lässt uns erahnen, welch mächtiger Baum hier noch vor kurzem gestanden hat.

Es bedarf viel gutem Zureden und einer Menge Trost, bis unser Vierbeiner endlich gewillt ist, weiterzugehen.


Stadtbibliothek in Neubukow in Mecklenburg-Vorpommern






Vorbei an der Stadtbibliothek...


Pfarrhaus der Stadt Neubukow in Mecklenburg-Vorpommern


... erreichen wir das dem Jahr 1885 stammende Pfarrhaus der evangelisch-lutherischen Gemeinde Neubukow.

Es wurde aus roten und gelben Backsteinen errichtet und ersetzte den vier Jahre zuvor abgerissenen Vorgängerbau aus dem 18. Jahrhundert, in dem am 6. Januar 1822 der Troja-Entdecker Heinrich Schliemann als Sohn des Pastors Ernst Schliemann und dessen Ehefrau Luise geboren wurde.


Peter-und-Paul-Kirche in Neubukow in Mecklenburg-Vorpommern





Schräg gegenüber des Pfarrhauses überragt der schiefe Turmhelm der Stadtkirche das "Alte Rektorhaus", ...


Altes Rektorhaus und heutiges Bürgerhaus in Neubukow







... das heute als Bürgerhaus genutzt wird und...


Heinrich-Schliemann-Gedenkstätte im Bürgerhaus von Neubukow



... vor dem eine von dem Bildhauer Rainer Kessel geschaffene Stele auf die im Gebäude untergebrachte "Schliemann-Gedenkstätte" hinweist.

Heinrich Schliemann verbrachte nur sein erstes Lebensjahr in Neubukow, weil sein Vater 1823 in die Pfarrei Ankershagen in Ostmecklenburg versetzt wurde.

Nach einer Ausbildung zum Kaufmann war er in Handelshäusern in Amsterdam und St. Petersburg tätig, dann machte er sich als Großhandelskaufmann selbstständig.

Er war als Geschäftsmann so erfolgreich, dass er sich mit 42 Jahren zur Ruhe setzen konnte, um sich der Antike zu widmen. In der Folge studierte er an der Pariser Sorbonne Altertumskunde und unternahm Forschungsreisen, um die von Homer beschriebenen Paläste des Odysseus in Ithaka und des Priamos in Troja zu finden.


1873 grub er im kleinasiatischen Hisarlik die Ruinen von Troja aus und entdeckte dort den Schatz des Priamos. Drei Jahre später fand er bei Grabungen in Mykene das Grab des Agamemnon und dessen goldene Totenmaske. 1881 schließlich grub er im griechischen Orchomenos das Schatzhaus des Minjas aus.

Heinrich Schliemann starb am 26. Dezember 1890 in Neapel an den Folgen einer langwierigen Ohrvereiterung.


Turm und Schiff der Peter-und-Paul-Kirche in Neubukow







Das älteste Gebäude in Neubukow ist die aus Backsteinen errichtete Peter-und-Paul-Kirche, mit deren Bau um 1240 begonnen wurde.

Das Gotteshaus zeigt romanische und gotische Stilelemente.

Besichtigen können wir die Kirche leider nicht, sie ist verschlossen.


Mit einen
Eintrag in unser Gästebuch teilte uns Herr Johannes Pörksen, der Pastor der Kirchengemeinde Neubukow, nach Veröffentlichung dieses Reiseberichtes mit, dass man sich bei verschlossener Kirche im Pfarrbüro gegenüber den Schlüssel zum Gotteshaus abholen kann. Den entsprechenden Hinweis im Schaukasten an der Kirche haben wir dummerweise übersehen.


Verzierte Backsteinfassade des Hauptschiffes der Stadtkirche in Neubukow





So bleibt uns nur, das Gotteshaus zu umrunden und uns die Musterung der Fensterlaibungen und des Giebels anzusehen.

Was uns entgangen ist, stellen wir erst zu Hause fest, als wir die Website der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde besuchen:

Im Kircheninneren findet man neben einem neugotischen Altar und Kirchengestühl auch eine Orgel des Orgelbauers Friese aus dem Jahr 1862, eine um 1600 entstandene Eichenholz-Kanzel und einen Granit-Taufstein aus dem 13. Jahrhundert.


Stadthaus neben der Peter-und-Paul-Kirche in Neubukow





Wir setzen unseren Spaziergang durch Neubukow fort und sind überrascht, welch schmucke Häuser...


Verzierte Haustür nahe der Stadtkirche von Neubukow









... und sehenswerte Haustüren hier zu finden sind.







Durch die Mühlenstraße erreichen wir die Fischtreppe am Mühlentor, von der aus man einen schönen Blick auf den Wallberg und die Stadtkirche hat, ...


Hellbachtal bei Neubukow in Mecklenburg-Vorpommern







... passieren den Hellbach...


Holländermühle in Neubukow in Mecklenburg-Vorpommern

... und spazieren den dahinter liegenden Hügel hinauf, um uns die Neubukower Windmühle anzusehen.

Die vierstöckige Holländer-Windmühle mit ihrer umlaufenden Galerie wurde hier im Nordwesten der Stadt im Jahr 1910 erbaut.

1942 übernahm der Müller Heinrich Evers die knapp 18 Meter hohe Mühle, die mit einigen Unterbrechungen bis ins Jahr 1991 Mehl und Schrot produzierte. Das von 12 Meter langen Flügeln angetriebene Mühlwerk leistet bei ausreichend Wind erstaunliche 60 PS.

1983 übernahm die Tochter von Müller Evers den väterlichen Betrieb, der 1991 die Produktion wegen fehlender Aufträge einstellen musste. In Familienbesitz blieb die Mühle dennoch bis in das Jahr 2009.

Seit 2011 kümmert sich ein neuer Besitzer um den Erhalt der Mühle, die nun nicht mehr zu besichtigen ist.



Hier geht es weiter ins
Ostseebad Rerik


Hier finden Sie weitere Infos:
Stadt Neubukow

Kirchengemeinde Neubukow

Bildhauer Rainer Kessel

Windmühle Neubukow











Das menschliche Auge sieht mehr als eine Kamera:

Unsere Fotos sollen nur den Appetit anregen.
Deshalb: Hinfahren und selbst ansehen!
Denn nichts ist besser als das Original.



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Seite aktualisiert: 29.12.2013