Foto-Reisebericht
- Reiseführer - Reise-Info
Schleswig
Von den Königswiesen zum Sankt-Petri-Dom
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Wir
erreichen die Stadt Schleswig über die Bundesautobahn A7 und fahren
zum Parkplatz
am Strandweg kurz vor dem Luisenbad, wo man das Fahrzeug
gebührenfrei und ganztägig abstellen kann.
Von
hier aus sind es nur wenige Schritte bis zu dem Aussichtsturm
in den Schleswiger Königswiesen nahe dem Schlei-Ufer, von dem aus
wir uns einen ersten Überblick verschaffen.
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Die
vom 112 Meter hohen
Westturm des Sankt-Petri-Doms überragten Königswiesen
wurden im Vorfeld der Landesgartenschau 2008 neu angelegt.
Die Farbenpracht rechts und links der gepflegten
Minigolfanlage
gefällt uns ausgesprochen gut.
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Wir
spazieren vorbei am Wikinger-Spielplatz, der den Jüngsten
die Zeit der Wikinger im Spiel nahe bringt und verlassen
die Königswiesen im Osten, ...
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überqueren die Plessenstraße und gelangen in die Süderdomstraße.
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Hier
steht der "Hattensche
Hof", der Ende des 16. Jahrhunderts auf dem Gelände des 1560
niedergelegten
Schleswiger Dominikanerklosters errichtet wurde. Erster Eigentümer war Hofrat Johann Philipp von Hertinghausen,
der das Gebäude im Jahr 1602 bezog. Seinen Namen erhielt
der Hattensche Hof von Hofrat Johann von Hatten,
der ihn vom Erstbesitzer übernahm
und in dessen Familienbesitz er über 100 Jahre lang
blieb. Von 1720 bis 1805 wurde das Gebäude dann als
Waisenhaus genutzt, von 1806
bis 1869 war hier die Domschule untergebracht. Danach
zogen das Preußische Staatsarchiv
und das Preußische Hochbauamt ein. Heute gehört
das Gebäude der Schleswig-Holsteinischen
Landesbauverwaltung.
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Gegenüber
dem Hattenschen Hof stand der ursprüngliche, romanische
Sankt-Petri-Dom, mit dessen Bau 1135 begonnen wurde
und den man etwa 60 Jahre später fertigstellte.
Nachdem
im Jahr 1275 Teile der romanischen Basilika einstürzten,
errichtete man im 12. und 13. Jahrhundert den heutigen
Dom in gotischem Stil, den man bis in das 15. Jahrhundert
hinein mehrfach umbaute und erweiterte.
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Wir
betreten den Sankt-Petri-Dom durch das westliche Portal
am Kirchturm, das uns...
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in einen Vorraum unter dem Turm führt. Von hier aus
kann man gegen eine kleine Spende zur Unterhaltung des
Bauwerks die Aussichtsplattform in 65 Metern Höhe besteigen,
von der man bei schönem Wetter eine tolle Aussicht auf
Schleswig, die Schlei und das Umland haben muss.
Wegen
der am Morgen herausgegebenen Unwetterwarnung und der schlechten
Fernsicht verzichten wir auf einen Aufstieg und gehen
durch das mit einer Jesus-Darstellung verzierte Portal...
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...und
betreten unterhalb der Orgelempore...
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das Hauptschiff des Sankt-Petri-Doms, in dessen Mitte
wunderschöne vergoldete Kronleuchter hängen.
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Im
südlichen Seitenschiff findet man neben der Gedächtniskapelle,
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die Reventlow-Gruft
aus dem Jahr 1665, in der neben den Sarkophagen von
Verstorbenen des alten holsteinischen Adelsgeschlechtes
von Reventlow...
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seit 1892 auch der mit Engelsfiguren, Ornamenten, Wappen
und Darstellungen von Reiterschlachten reich verzierte
Metallsarg des Generals Fredrick von Arenstorff aufgestellt
ist.
Geheimrat Frederik von Arenstorff stand
als kommandierender General und Gouverneur von Schleswig
in Diensten der dänischen Krone. Er verstarb im Jahr
1676.
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An
die Reventlowgruft schließt sich die Gruft Kielmannseck
an, deren von Säulen flankiertes Portal von
dem Bildhauer Artus Quellinus geschaffen wurde.
Johann Adolf Kielmann
von Kielmannseck war Kanzler der Gottorfer Herzöge,
gründete in Schleswig 1656 das Stift und Altenheim "Präsidentenkloster"
und war 1665 maßgeblich an den Vorbereitungen
zur Gründung der Kieler Universität beteiligt.
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Nicht
zu übersehen ist die knapp fünf Meter hohe, geschnitzte
Figur des Heiligen Christophorus
aus dem Jahr 1510, ein Werk des aus Walsrode stammenden
Bildhauers Hans Brüggemann, der seine Werkstatt in Husum
hatte.
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An
das südliche Seitenschiff von St. Petri schließt sich
der südliche Nebenchor an mit einer um 1300 entstandenen
Dreikönigsgruppe
mit Maria und dem Kind, die von den Heiligen Drei Königen
umgeben sind ...
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sowie die Ahrenstorff-Gruft
von 1678...
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mit einem neuzeitlichen Marien-Triptychon von Max Kahlke,
entstanden 1927 kurz vor dessen Tod im Folgejahr.
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Im
Hauptschiff des Sankt-Petri-Doms lohnt sich ein näherer
Blick auf die verzierte Kanzel von 1560...
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und den Lettner
mit der Kreuzigungsgruppe darüber.
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 Das
absolute Glanzstück im Sankt-Petri-Dom ist der "Bordesholmer Passionsaltar"
hinter dem alten Chorgestühl von 1512.
Der ab
1514 bis 1521 von Hans Brüggemann geschaffene Altar
- auch "Brüggemann-Altar" genannt - ist über
zwölf Meter hoch und wurde aus Eichenholz geschnitzt.
Ursprünglich war der Altar für das Augustinerstift in Bordesholm
bestimmt, da dieses aber nach der Reformation säkularisiert
wurde, stellte man Brüggemanns Meisterwerk 1666 hier
in St. Petri auf.
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Das
filigrane Werk stellt mit seinen knapp 400 Figuren die Leidensgeschichte Jesu
von der Gefangennahme bis zur Auferstehung und Himmelfahrt
dar.
Links und rechts des höheren Mittelteils erkennt man
Adam und Eva, überragt wird der Bordesholmer Altar von
Christus.
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In
der Nordkapelle steht der von dem flämischen Bildhauer
Cornelis Floris stammende Kenotaph von Friedrich I.
Dieser war König von Dänemark und Norwegen und in Personalunion
auch Herzog von Schleswig-Holstein. Das freistehende
Scheingrabmal in niederländischem Renaissancestil wird
von sechs Statuen getragen. Die tatsächliche Grabstelle
im Schleswiger Dom ist nicht überliefert.
Hinter
dem Grabmahl erkennt man den "Kielmanneck'schen Altar",
der von Johann Adolf Kielmann
von Kielmannseck im Jahr 1664 gestiftet wurde, dahinter und
nur durch den Chor zu erreichen liegt die ehemalige
Sakristei, die ab 1561 als Fürstengruft der Herzöge
von Gottorf genutzt wurde.
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Im
nördlichen Seitenschiff führt ein Portal zur "Von Königstein-Gruft"
von 1714 ...
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mit mehreren weißen, verzierten Sarkophagen.
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Hier
hängt an einem Pfeiler zwischen Haupt- und Seitenschiff
das 1670 entstandene Barockgemälde "Blaue
Madonna" des Malers Jürgen Ovens. Der aus
Tönning stammende
Jürgen Ovens war ein Schüler Rembrandts und arbeitete
zeitweise im Auftrag von Herzog Christian Albrecht von
Gottorf. Ovens lebte elf Jahre in den Niederlanden und
ab 1632 in Friedrichstadt, wo er am 9.12.1678 im Alter
von 55 Jahren verstarb und in der St.
Christophorus-Kirche beigesetzt wurde.
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Die
mechanische Schleifladen-Orgel
auf der Empore verfügt über 51 Register und stammt
aus dem Jahr 1963.
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Neben
dem Aufgang
zur Orgelempore...
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befindet sich der Zugang zum "Schwahl", einem
dreiflügligen, aus Backsteinen errichteten Prozessionskreuzgang
aus dem 14. Jahrhundert mit sehenswerten Wandmalereien zur Lebensgeschichte Jesu.
Zugänglich ist der Schwahl nur zu besonderen
Anlässen und im Rahmen von Führungen.
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Wir
verlassen den Sankt-Petri-Dom durch das südseitig gelegene,
romanische Petri-Portal aus dem Jahr 1170, das mit sechs
Säulen verziert ist und auf dessen Tympanon Christus
mit den vier Evangelisten abgebildet ist.
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