Foto-Reisebericht -
Reiseführer - Reise-Info Sonderburg
- Sønderborg Dänische
Hafenstadt am Alsensund
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Bei
unseren Besuchen von Stadt
und Schloss Plön sind wir mehrfach auf die Herzöge
von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön gestoßen und
beschlossen, uns auch deren Schloss in Sonderburg (dänisch:
Sønderborg) anzusehen. Wir
erreichen die auf der Insel Alsen gelegene Hafenstadt
Sonderburg über die A7, die wir an der Abfahrt Bau (dänisch:
Bov) verlassen, um
dann der dänischen Fernstraße 8 zu folgen. Wir
fahren in das Zentrum von Sonderburg und parken
am Georg Hansens Vej. Hier an der Glasfassade
von Fotex ...
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beginnt die Perlegade, die von schmucken alten Häusern
aus dem 17. und 18. Jahrhundert begrenzt wird, ...
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und die leicht abschüssig und schnurgerade zum historischen
Rathaus verläuft.
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Wir
folgen der Perlegade bis zum Rønhaveplads, wo wir ...
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das "Deutsche Museum Nordschleswig" am Rønhaveplads
12 erreichen, das die Geschichte der deutschen Minderheit
in Schleswig dokumentiert.
Das Museum ist
Dienstags von 14 - 16 Uhr und Freitags von 10 - 12
Uhr geöffnet, Besichtungen außerhalb dieser Zeiten sind
nach Voranmeldung möglich.
Dem Deutschen Museum Nordschleswig
ist die Deutsche Bücherei angegliedert.
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Wir
gehen zurück zur Perlegade und biegen nach wenigen Metern
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in die Reimersgade ein, wo man das Denkmal für den
dänischen Dichter Peter Reimers findet.
Peter
Reimers wurde am 29.November 1826 geboren. Er verfasste
eine Reihe von Gedichten und Balladen, bevor er am 25.
März 1922 im Alter von 96 Jahren verstarb.
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Wir
folgen
dem Straßenzug Løkken und passieren die "Sønderjyllands Kunstskole",
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von der es nicht mehr weit bis zur Sct.
Marie Kirke ist. Die ursprüngliche, hier über dem
Alsensund errichtete Kapelle musste zwischen 1595 und
1600 umgebaut und erweitert werden, weil Sonderburg im
14. und 15. Jahrhundert durch den Zuzug von Handwerkern
und Kaufleuten nach Norden hin Richtung Rathausmarkt
und Perlegade deutlich gewachsen war. Alte Mauerwerksreste
der Kapelle sind auch heute noch auf der Westseite der
Kirche zu erkennen.
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Von
der Sct.
Marie Kirke führen die "Klostertrappen" und die "Hønekildetrappen"
hinunter zur nördlichen
Havnegade, an der einige Fischkutter festgemacht wurden.
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Vor
dem alten, nicht mehr benutzten und langsam verfallenden Speicher werden nur
noch Massengüter
an Land gebracht, ...
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und hier hoffen Angler geduldig auf einen lohnenden
Fang.
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Auf
der anderen Seite der Havnegade, an der Gerlachsgade,
liegt neben der Unteroffiziersschule
die alte Kaserne, in der einst das III. Füsilier-Regiment Sonderburg untergebracht war.
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In
unmittelbarer Nähe zum Alsensund findet man
vereinzelt farbenfrohe, idyllische Gärten vor kleinen,
alten Einfamilienhäuschen, ...
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auf der gegenüberliegenden Festlandsseite des Sunds
dominiert die moderne Universität
von Sønderborg das Ufer.
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Die
in den Jahren 1925 - 1930 erbaute "König
Christian X. Brücke" verbindet die auf der Insel Alsen (dänisch:
Als)
gelegene Altstadt von Sonderburg mit dem Festland. Fast
immer.
Aber nicht immer: Halbstündlich werden
die Fahrbahnen für etwa 5 Minuten hochgeklappt, um größeren
Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen.
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Der
Brückenwärter der Kong
Christian X. Bru überwacht von seinem turmähnlichen
Dienstraum mit Rundumverglasung den Straßen- und Schiffsverkehr
und regelt die Sperrung des Straßenverkehrs mittels Ampeln
und Schranken.
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Die Brücke wurde dem dänischen
König Christian X. gewidmet, der einen beträchtlichen
Teil der Baukosten übernahm. Auf beiden Brückenseiten
erinnert der Schriftzug "Kong Christian X. Bru"
und eine vergoldete Krone an
den königlichen Geldgeber.
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Auf
der anderen Seite der Klappbrücke erreichen wir die
südliche Havnegade. Von der Holzbohlenpromenade verkehren
neben den Fährschiffen nach Apenrade (dänisch: Abenrå) und Gelting auch
die Fördedampfer nach Flensburg, und hier machen die
Ausflugsschiffe fest.
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Nahe
dem Hafenkontor überrascht uns an der Søndre Havnegade
die Plastik "Butt im Griff", die am 29.06.2004
von den Königlichen Hoheiten Kronprinz Frederik und
Kronprinzessin Mary im Beisein des Nobelpreisträgers
Günter Grass feierlich enthüllt wurde.
Der "Butt
im Griff" erinnert uns an eine ähnliche Plastik
im Skulpturengarten hinter dem Günter-Grass-Haus
in Lübeck.
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Etwas
weiter symbolisiert die Statue "Pferd und Reiterin"
die lange Tradition des Ringreitens, eine bäuerliche
Überlieferung des mittelalterlichen Turnierreitens,
das in ganz Schleswig (dänisch Slesvig oder Sønderjylland) gepflegt
wird.
In Sonderburg feiert man das jährliche
Ringreiterfest am zweiten Wochenende im Juli mit festlichen
Umzügen durch die Stadt zum Festplatz am Schloss.
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Die
malerische Hafenfront von Sonderburg gefällt nicht nur
uns gut, immerhin brachte sie der Stadt den Ruf ein,
eine der schönsten Hafenstädte Dänemarks zu sein.
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Die Seefahrt hat in Sonderburg eine lange Tradition,
davon zeugt auch der örtliche Eisverkauf von Bord eines
Schiffes:
Das Eis ist lecker und schmeckt absolut
nicht nach Fisch!
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An
der Einmündung der aus der Altstadt kommenden Brogade,
die zum Hafen hin abfallende Fortsetzung der vom Rathaus
kommenden Rådhusgade ...
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haben wir eine tolle Aussicht auf den Alsensund (dänisch:
Als Sund) und die
Düppeler Mühle, die wir uns später
noch ansehen werden.
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Schon
im 12. Jahrhundert stand hier zum Schutz gegen
die Wenden ein Burgturm, der nach und nach um eine Wehrmauer,
Wohngebäude und Stallungen zu einer Trutzburg erweitert
wurde, in der von 1532 bis 1549 König Christian II.
inhaftiert wurde.
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Christian II. war verantwortlich
für das Stockholmer Blutbad, das ihm den Beinamen "der
Tyrann" einbrachte, zur Rebellion der Schweden
unter Gustav Wasa und zum Aufstand des dänischen Adels
führte. Christian II. flüchtete zunächst in die
Niederlande. Bei seiner Rückkehr nach Dänemark wurde
er verhaftet und bis zu seinem Tod im Jahr 1559 zunächst
in Sonderburg, dann in Kalundborg inhaftiert.
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 Während
der Regentschaft von Christian III. wurde die "Südburg"
bzw. "Sonderburg" in ein Renaissance-Schloss
umgebaut. Das mit Festsälen und herrschaftlichen Gemächern
ausgestattete Schloss wurde für fast einhundert Jahre
Hauptsitz der Herzöge von Sonderburg. Nach dem
Bankrott des durch Erbteilung dramatisch verkleinerten
Herzogtums verfiel das Schloss in der zweiten Hälfte
des 17. Jahrhunderts, ab 1718 erfolgte dann der
Wiederaufbau. Zeitweise wurde es von den Dänen und später
von den Deutschen als Kaserne genutzt.
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Seit der Fertigstellung
der Kaserne an der Gerlachsgade im Jahr 1921 ist im
Schloss das "Museum Sønderjylland" untergebracht,
in dem die Geschichte Schleswigs aufgezeigt wird.
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 Manche
der teilweise aus der Wikingerzeit stammenden Waffen
und Schilde, Werkzeuge und Grabbeigaben sind so kostbar,
dass sie mit schwerem Gerät geschützt werden. Teile
der alten Kerkeranlage sind ebenso zugänglich wie die
sehenswerte Schlosskapelle, die von der verwitweten
Königin Dorothea in Auftrag gegeben, zwischen 1568 und
1570 gebaut und nach Vorgaben von Martin Luther eingerichtet
wurde. Sie ist die älteste Kirche Skandinaviens.
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Wir
folgen dem Strandvej, der am Strandbad vorbei zum Yachthafen
führt, ...
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biegen dann in den Batterievej ein und passieren die
alte Windmühle in der Altstadt von Sonderburg.
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Vorbei
an Häusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert ...
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spazieren wir durch die Stjernegade
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zum Humletorf, dem ehemaligen Hopfenmarkt mit dem repräsentativen
Kaufmannshof der Familie Schättiger-Ewers, der 1864
durch Beschuss schwer beschädigt und danach in den heutigen
Zustand um- und ausgebaut wurde.
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Durch
die Brogade und die Rådhusgade ...
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erreichen wir den Rådhustorvet
mit dem Rathaus und dem Brunnen mit der nackten und
etwas fülligen Dame, die einen Korb voller Früchte trägt
und die fruchtbare Ostseeinsel Alsen symbolisiert.
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Hier
am Rådhustorvet findet man auch die Tourist-Information
Sønderborg ...
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und das ehemals Königliche
Postkontor.
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An
der gegenüber liegenden Löwen-Apotheke,
die während des Schleswig-Holsteinischen Krieges im
Jahr 1848 General Frederik Adolph Schleppegrell als
Stabsquartier diente und die auch von dem die zweite
Division der dänischen Truppen befehligenden Generalmajor
Claude Peter Heinrich du Plat während der Schlacht an
den Düppeler Schanzen im Jahr 1864
genutzt wurde, erreichen wir wieder die Perlegade.
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Vorbei
am modernen Brunnen gehen wir zurück zum Parkplatz,
denn wir wollen noch ...
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auf die Festlandseite, von der man einen schönen Blick
über den Alsensund und auf die alten Kasernen
und das dahinterliegende moderne Krankenhaus der Stadt
hat.
Von hier erreicht man in wenigen Minuten
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die auf geschichtsträchtigem Grund stehende Düppeler
Mühle (dänisch: Dybbøl Mølle).
Die
Düppeler Mühle, die bereits 1849 bei Angriffen deutscher
Truppen abbrannte, diente nach ihrem Wiederaufbau auch während des deutsch-dänischen
Krieges 1864 den Dänen als Beobachtungsturm, bis die preußischen
Truppen sie mit neuartigen und präzise
schießenden Kanonen mit hoher Reichweite von Broacker
aus zerstörten.
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Anschließend wurden
die dänischen Truppen im Sturmangriff überwältigt.
Mehr als 2.800 Soldaten kamen an diesem 18. April 1864
ums Leben, darunter auch Generalmajor du Plat, der auf
dem Friedhof von Sonderburg beigesetzt wurde.
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Durch
die verlorene Schlacht um die Düppeler Schanzen (dänisch:
Dybbøl Banke) konnte die preußische
Armee über den Alsensund übersetzen, danach ganz Jütland
besetzen und den Dänen einen Waffenstillstand aufzwingen,
der die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg zu Preußen und Österreich
brachte.
Inzwischen ist die Düppeler Mühle zu
einem der stärksten Nationalsymbole Dänemarks geworden,
das für den unbezwingbaren Kampfgeist der kleinen
Nation steht, die
mit 26.000 Soldaten die Düppeler Schanzen gegen eine
preußische Übermacht von
mehr als 37.000 Soldaten zu verteidigen suchten.
In der Düppeler Mühle ist heute ein Geschichtszentrum untergebracht,
in dem die Schlacht und die unterschiedlichen Taktiken
der Generalstäbe in einem Modell maßstabsgerecht dargestellt
werden.
Hier beenden wir unseren Besuch in Sonderburg.
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Wenn Sie an weiteren
Details zu den kriegerischen Ereignissen des Jahres
1864 und dem deutschen Siegermonument auf der Düppeler
Höhe interessiert sind, dann empfehlen wir Ihnen den
Besuch der deutschsprachigen Webseite www.1864.dk.
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