Foto-Reisebericht
- Reiseführer - Reise-Info Arezzo in
der Toskana Provinzhauptstadt
im Val di Chiana
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Arezzo
wurde von den Etruskern gegründet und gehörte schon 300 v. Chr.
dem mächtigen Zwölfstädtebund an. Durch seine Lage an der Via
Cassia entwickelte es sich zu einem bedeutenden Handelszentrum.
Zur Zeit der Römer war die Stadt durch ihre Goldverarbeitung
und Töpferwaren im gesamten Römischen Reich bekannt. Im Mittelalter
konkurrierte das ghibellinische, kaisertreue Arezzo lange mit
Florenz, unterlag aber mehrfach der immer mächtiger werdenden
Metropole: im Jahr 1384 wurde die Stadt dann von einem Söldnerführer
an Florenz verschachert.
Unter den Medici versank Arezzo
in die Bedeutungslosigkeit, aus der die Stadt erst durch die beginnende
Industrialisierung und vor allem durch den Bau der Eisenbahnlinie
Florenz - Rom um 1860 wieder erwachte.
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Vom modernen Stadtzentrum
aus gehen wir durch die Via Guido Monaco Richtung "Centro
Storico". Auf der Piazza Guido
Monaco steht zu Ehren eines der bedeutendsten Söhne der Stadt
das im Jahr 1882 geschaffene Denkmal für den Musiker Guido Monaco,
der auch unter dem Namen Guido
von Arezzo bekannt ist. Guido lebte um die erste Jahrtausendwende
und entwickelte die moderne Notenschrift.
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 Ein
absolutes Muss ist die Bettelordenskirche San
Francesco aus dem 13. Jahrhundert: im Inneren des
Gotteshauses ist nach langjähriger Restaurierung nun wieder
der Freskenzyklus "Kreuzeslegende" von Piero della
Francesca aus dem 15. Jahrhundert zu bewundern. Diese "Leggendda
della Croce" besteht aus 20 beeindruckenden Einzelfresken,
die den gesamten Chor einnehmen. Um lange Wartezeiten
zu vermeiden, empfiehlt sich in den Sommermonaten eine Voranmeldung
(0575-900404), denn es werden im 30-Minuten-Rhythmus nur wenige
Besucher eingelassen. Gut: Audioguides gibt es in drei Sprachen.
Schlecht: deutschsprachige Audioguides Fehlanzeige.
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Auf
der Piazza San Francesco wenden wir uns nach rechts in die Via
Cavour und spazieren dann durch die Corsi Italia leicht bergauf,
um nach etwa 300 Metern ...
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die romanische Kirche Santa
Maria della Pieve zu erreichen mit ihrem Glockenturm Torre degli
Cento Bucchi, dem Turm der hundert Löcher, bewusst in
den Campanile eingelassene Klangöffnungen.
Die Fassade
der aus dem 12. Jahrhundert stammenden ältesten Kirche der Stadt
zeigt nach oben immer zierlicher werdende Blendarkaden im pisanisch-romanischen
Stil.
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Im
Inneren der dreischiffigen Pieve findet man unter dem erhöht
liegenden Presbyterium ...
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die sehenswerte Krypta u.a. mit der Büste des heiligen Donatus.
Diese mit Edelsteinen besetzte Reliquie aus vergoldetem Silber
zeigt den Stadtpatron von Arezzo und stammt aus der Mitte des
14. Jahrhunderts.
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Auf
dem Hochaltar prunkt ein wunderschönes Marien-Polyptychon von
Pietro Lorenzetti aus dem Jahr 1320.
Ebenfalls sehenswert
ist die Taufkapelle mit einem Taufbecken aus dem Jahr 1333,
das Reliefszenen aus dem Leben Johannes des Täufers zeigt. |

Von
der Kirche Santa
Maria della Pieve führt eine kleine Gasse hinauf zur abschüssigen
Piazza Grande, die schon zur Zeit der Römer Mittelpunkt von
Arezzo war.
Im Norden wird die Piazza Grande von dem
von Giorgio Vasari entworfenen Palazzo delle Logge begrenzt,
unter dessen Arkaden Restaurants, Eisdielen und Antiquitätengeschäfte
zum Verweilen einladen, ...
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... an der Westseite des schönsten Platzes der Stadt ragt die
Apsis der Pieve in die Höhe, daneben der Justizpalast Palazzo
Tribunale mit seiner großen Freitreppe und der im Jahr 1460
fertiggestellte Palazzo della Fraternita, dessen Turm im 16. Jahrhundert
aufgesetzt wurde.
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Mit dem Bau des am Corso Italia gelegenen Palazzo Pretorio
wurde 1290 begonnen, zeitweilig wurde er als Gefängnis benutzt.
Heute ist hier die Stadtbibliothek untergebracht.
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Der
Duomo San Donato war im Jahr 1510 weitgehend fertiggestellt
und wurde berühmt durch seine Glasfenster aus dem 16. Jahrhundert,
die Szenen aus dem Leben Jesu darstellen und von Pierre de Marcillat
geschaffen wurden.
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Für
den Bau der dreischiffigen Pfeilerbasilika wurde Sandstein verwendet.
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Das
Kircheninnere ist weitgehend schmucklos. Aber: in einem reich
verzierten Marmorgrabmal am Hauptaltar
sind die Reliquien des heiligen Donatus aufbewahrt.
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Sehenswert
ist auch das etwa 1320 angefertigte Grabmal
des aus Arezzo stammenden Papstes Gregor X. im Seitenschiff
sowie die Grabkapelle aus dem Jahr 1334.
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Zu
Beginn des 19. Jahrhunderts baute man die beeindruckende
Kapelle der Madonna del Conforto an das nördliche Seitenschiff
an.
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Gegenüber
des Doms befindet sich der Palazzo
Comunale mit seinem mittelalterlichen Turm aus dem frühen 14. Jahrhundert.
Früher diente das Gebäude als Palazzo dei Priori den Vorstehern
der Zünfte als Sitz und auch heute wird von hier aus die Stadt
verwaltet.
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In
unmittelbarer Nähe zum Duomo, im Park Paseggio del Prato, haben
die Bürger von Arezzo ihrem wohl bedeutendsten Bürger ein großes
Denkmal
gesetzt. Francesco Petrarca,
Mitbegründer des Humanismus und neben Dante und Boccaccio größter
Dichter der Toskana, wurde am 20. Juli 1304 als Sohn eines Notars
in Arezzo geboren.
Sein Geburtshaus stand in der Via
dell' Orto, wurde aber zerstört. Das ihm zu Ehren Casa del Petrarca
getaufte Haus entstand im 17. Jahrhundert und wird heute
von der Accademia
Petrarca di Lettre, Arti e Scienze genutzt.
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Etwas
weiter oberhalb im Park befindet sich der Eingang
zur Fortezza Medicea, der ehemaligen Medici-Festungsanlage aus
dem 16. Jahrhundert.
Von dem teilweise begehbaren
Mauerwall hat man eine tolle Rundsicht auf Arezzo und die Höhenzüge
des Monte della Casina.
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Durch
kleine Straßen und Gassen, ...
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über die Piazza Agostino und vorbei an der gleichnamigen Kirche
gehen wir bergab in Richtung Hauptbahnhof. Bevor wir jedoch
zu unserem Wagen zurückkehren, machen wir noch einen kleinen
Abstecher in die Via Francesco Crispi.
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Das
Anfiteatro
Romano, das in dieser Straße seinen Eingang hat, enttäuscht uns
ein wenig, denn es
sind nur wenige Überreste dieses im 2. Jahrhunderts entstandenen
römischen Amphitheaters erhalten. Bis zu 100.000 Zuschauer sollen
hier einmal Platz gefunden haben.
Einen deutlich höheren Erhaltungsgrad
hatte das Amphitheater in Volterra.
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An
der Piazza della Repubblica verabschieden uns dann zwei furchterregende
Bronze-Chimären. Die Fabelwesen mit ihrer etruskischer Herkunft
sind eine Kreuzung aus Löwe, Ziege und Schlange und haben fast
schon 2.400 Jahre auf dem Buckel - jedenfalls die Originale,
die im Archäologischen Museum in Florenz
vor Witterungseinflüssen geschützt untergebracht sind.
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