Foto-Reisebericht -
Reiseführer - Reise-Info
Pistoia in
der Toskana Historische
Handelsstadt an der Via Cassia
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Wegen
der nahegelegenen Sightseeing-Hochburgen Pisa und Florenz gelang
es Pistoia trotz wunderschöner mittelalterlicher Altstadt nie,
den Massentourismus anzuziehen - zum Glück: Marktviertel und
Domplatz zählen wir zu den schönsten der gesamten Toskana.
Die
35 km nordwestlich von Florenz im Ombrone-Tal gelegene Stadt
entwickelte sich zur Zeit der Langobarden und hatte ihre Blütezeit im 12. und 13. Jahrhundert. Rivalisierende
Nachbarstädte machten den Einwohnern von Pistoia in der Folge
das Leben schwer: neben Bologna, Lucca und Pisa erweiterte auch Florenz
seinen Machtbereich mit militärischen Mitteln. 1254 wurde Pistoia
von den Guelfen unterworfen und 1307 die Stadtmauern zwangsweise
geschliffen. Im 16. Jahrhundert wurde Pistoia dem Großherzogtum
Toscana angegliedert.
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Auch
in Pistoia fahren wir geradewegs zum Bahnhof der Provinzhauptstadt,
wo wir zwar keine kostenlose, dafür aber ausreichende Parkmöglichkeiten
vorfinden. Der ebene Fußweg durch die Viale Vittorio Veneto
und die Via A. Frosni zur Piazza
Leonardo da Vinci nahe der historischen Stadtmauer nimmt von
hier aus nur wenige Minuten in Anspruch.
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Durch
die Via del Porta Carratica gehen wir zur Chiesa
di S. Paolo.
Hier wenden wir uns nach links und erreichen
über den Corso S. Fedi...
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die wunderschön begrünte Piazza
Garibaldi.
Weiter durch die Via Panciatichi und die Via
Roma...
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erreichen wir am Palazzo
del Capitano del Popolo aus dem 13. Jahrhundert den historischen
Mittelpunkt von Pistoia: die Piazza del Duomo.
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Der
Torre Campanaria, Glockenturm des Doms und Wahrzeichen
von Pistoia, überragt die Piazza del Duomo und die Stadt.
Erstaunlich ist,
dass dieser 67 Meter hohe Campanile nur in den obersten drei
Stockwerken der weiß-grünen Domfassade angepasst wurde, unten
blieben die Ziegel unverblendet.
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Der
Duomo
von Pistoia, Cathedrale di S. Zeno, wurde im 12. Jahrhundert
errichtet. Die Fassade mit dem siebenbogigen Portikus und den
drei Reihen Blendarkaden wurde Anfang des 14. Jahrhunderts
geschaffen.
Im dreischiffigen Dom darf leider nicht fotografiert
werden, deshalb haben wir auch keine Aufnahmen vom prächtigen
Silberschrein des heiligen Jakobus in der Capella di San Jacopo.
An diesem Kunstwerk mit seinen 628 Figuren arbeiteten von 1287
bis 1456 mehrere Generationen von Silberschmieden, vollendet
wurde es von Filippo Brunelleschi.
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Neben
dem Glockenturm steht der wappengeschmückte Palazzo Comunale
mit dem Museo Civico. Das Gebäude mit seiner großen Eingangs-Loggia
wurde von 1294 bis 1385 erbaut. Vielleicht begründet die lange
Bauzeit die völlig unterschiedlich gestalteten Fensterreihen
der Stockwerke.
Das Museum zeigt die Werke von Malern
und Bildhauern der Pistoieser und Florentiner Schule des 13.
bis 18. Jahrhunderts.
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Der
ehemalige Bischofspalast Palazzo
dei Vescovi aus dem 14. Jahrhundert liegt auf der rechten
Seite des Doms. Er beherbergt das Museo della Cattedrale di
San Zeno, in dem der kostbare Domschatz ausgestellt ist.
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Das
Battistero mit seiner weißen und dunkelgrünen Marmorverblendung
wurde im Jahr 1359 von Cellino di Nese fertiggestellt. Die Pläne
dieser achteckigen Taufkirche stammten von Andrea Pisano. Rechts
neben dem Eingangsportal erkennt man eine kleine Außenkanzel,
die uns ein wenig an Prato
erinnert.
Das Taufbecken im Innenraum stammt aus dem
13. Jahrhundert.
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Der
neben dem Baptisterium gelegene Palazzo Pretorio wird auch Palazzo
del Podesta genannt. 1367 errichtet und 1844 aufgestockt, diente
der
Palazzo als Amtssitz des Stadtvogtes und als Justizgebäude.
Die
weitläufige Piazza del Duomo in Pistoia ist anders als andere
toskanische Domvorplätze: hier gibt es kein einziges Cafe oder
Restaurant, keine Trattoria, keine Osteria, keine Eisdiele
und kein einzigen Ladengeschäft.
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Etwas
seitlich des Domplatzes steht der Wohnturm Torre
di Catilina, den wir uns nicht näher anschauen, denn...
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plötzlich hallen die Fanfaren mehrerer Musikkapellen
durch die historische Altstadt von Pistoia: man feiert den Tag
der Befreiung.
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Nachdem
wir uns satt gehört haben, verlassen wir die Piazza del Duomo,
um durch
die schmale Gasse zwischen Palazzo Comunale und Dom und vorbei am Palazzo Rospigliosi...
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zur Piazza Giovanni XXIII. zu gehen. Hier, knapp 300 Meter vom Domplatz
entfernt, liegt das Ospedale
del Ceppo aus dem 13. Jahrhundert.
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Das farbige
Terrakotta-Fries
an der Fassade dieses alten Pest-Hospitals stammt aus der Schule
della Robbia und zeigt die sieben Tugenden der Barmherzigkeit:
Bekleidung der Nackten, Beherbergung der Pilger, Pflege der
Kranken, Versorgung der Gefangenen, Segnung der Sterbenden sowie
Speisung und Tränkung Bedürftiger.
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Nur
wenige Schritte weiter an der Piazza San Bartolomeo findet man
die Kirche San Bartolomeo in Pantano aus dem 12. Jahrhundert,
deren Namen darauf hindeutet, dass sie ursprünglich vor den Toren der
Stadt in einem Sumpfgebiet
erbaut wurde.
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Im
Innenraum ist eine reich verzierte Kanzel von Guido da Como aus dem 13. Jahrhundert
sehenswert.
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Über
die wunderschöne Piazza della Sala mit ihrem alten Brunnen gehen
wir durch die Via del Caco zur Ecke Via Cavour / Via Crispi.
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Die heutige Gestalt der Kirche San Giovanni Fuorcivitas
in der Via Crispi entstand zwischen dem 12.und dem 14. Jahrhundert.
Erstaunlich ist, dass die "Schokoladenseite" dieser
Benediktinerkirche die nördliche Längsseite ist.
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Zur Zeit ihrer Entstehung lag die Kirche mit ihrem verzierten
Portal außerhalb der Stadtmauern. Das Abendmahl-Fries über
der Tür stammt aus dem Jahr 1160.
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Die Ordenskirche San Domenico, gegenüber der Piazza
Garibaldi gelegen, war leider verschlossen. Ihr Bau erfolgte
im 13. Jahrhundert.
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Nicht lange nach der erzwungenen Schleifung der
Stadtmauern im Jahr 1307 erfolgte im 14. Jahrhundert der
Bau einer neuen Wehrmauer und in deren südöstlicher Ecke auf
Anweisung des Medici Cosimo I. die Errichtung der Fortezza di Santa Barbara mit vier mächtigen
Bastionen zum Schutz des alten Stadtkerns von Pistoia.
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Heute
überschreitet man eine Brücke, um die Festung zu betreten, ursprünglich
sicherte hier eine Zugbrücke den Zugang.
Apropos Zugang:
wenn Sie die Festung besichtigen möchten, sollten Sie bei einem
Besuch von Pistoia zuerst hierher gehen, denn Einlass in die Fortezza
di Santa Barbara ist nur am Vormittag!
Wir waren leider zu spät
dran und mussten unverrichteter Dinge zum Parkplatz zurückkehren.
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