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Venedig - Venezia - Venice
  
Lagunenstadt der Paläste, Kirchen, Kanäle und Gondeln

 


Blick von der Isola di San Giorgio Maggiore auf den Markusplatz mit Dogenpalast, Campanile und Uhrturm


"Von welcher Seite man sich dieser Stadt auch immer nähert, sie hält sich stets durch die Weite des Wassers vor jedem raschen und ehrfurchtslosen Zugriff geschützt. Wer in sie eintritt - nicht durch die Hintertüre der Piazzale Roma, sondern durch ihr Hauptportal der Piazetta - muss es auf einer Treppe tun. Welche Raffinesse dieser Stadt, so zu tun, als läge sie erhöht! Doch auch: welche Gentilezza, so auch jeden zu erhöhen, der sie betritt."

Marianne Langewiesche, Autorin des Venedig-Buches "Königin der Meere"



Jahr für Jahr zieht die Stadt Venedig mit ihren Palästen und Kirchen, mit ihren Kanälen und Gondeln, mit ihrer Malerei und dem Zauber längst vergangener Lebensform mehr als 13 Millionen Besucher in ihren Bann. Die inmitten der Lagune von Venedig gelegene "Königin der Meere" wurde auf Millionen von Eichen-, Lärchen- und Ulmenstämmen errichtet. Bis ins 19. Jahrhundert hinein verband eine einzige Brücke - die Rialto-Brücke - die durch den Canal Grande getrennten Stadtviertel. Heute verbinden mehr als 400 Brücken die 118 Inseln der Stadt und überspannen dabei mehr als 160 Kanäle.
 

Venedig im Landeanflug auf den Flughafen Marco Polo in der Abenddämmerung


Die Geschichte der Region Venedig ist im Vergleich zu anderen italienischen Städten ausgesprochen jung. Im Jahr 452 n. Chr. flüchten die Einwohner des von dem Hunnenkönig Attila zerstörten Aquilea auf die Inseln der Lagune, von denen einige bereits durch Bauern und Fischer besiedelt sind. Die Inselbewohner zeigen sich von diesem Zustrom an Flüchtlingen nicht sonderlich begeistert: "Veni etiam" - da kommen immer mehr. Aus "veni etiam" soll später "Venedig" geworden sein.

Im Jahr 568 bringen sich in Chioggia und auf den Laguneninseln Malamocco, Bibiones, Caprulae, Heraclea, Equilus und Torcellus weitere Flüchtlinge aus Padua, Grado, Montselice und Altinum vor den Langobarden in Sicherheit. Es entsteht ein Staatsgebilde, dessen Zentrum die Insel Torcellus, das heutige Torcello, ist und das von Volkstribunen regiert wird. Im Jahr 697 wählen die Veneter den ersten Dogen. Die junge Republik, später La Serenissima genannt, wächst langsam und in Abhängigkeit vom Oströmischen Reich, das ihm jedoch keinerlei Schutz bietet. Als der Franke Pippin, zweiter Sohn Karls des Großen, im Jahr 809 versucht, die Veneter zu unterwerfen, indem er seine Soldaten von Insel zu Insel durch die Lagune treibt, bleibt den Angegriffenen nur, auf die unzugängliche und bisher bedeutungslose, von Sümpfen umgebene Insel "Rivo alto" zu flüchten - den heutigen Stadtteil Rialto. Und während Chioggia, Malamocco, Heraclea und Albiola von den Franken erobert werden, gründen die Veneter auf Rivo alto eine neue Stadt: Venedig.

Mehrere Generationen sind in der Folge damit beschäftigt, Pfähle in das schlickige Watt zu rammen, um für die wachsende Stadt neuen Lebensraum zu gewinnen. Im Jahr 828 wird der Grundstein der Markus-Basilika gelegt, um die von venezianischen Seefahrern in Alexandria geraubten Gebeine des Heiligen Markus aufzunehmen.

Bis zum Jahrtausendwechsel entwickelt sich Venedig zu einem mächtigen Stadtstaat. Mit der Errichtung des Arsenals, dem Bau von Werften und dem Aufbau einer großen Flotte von Handels- und Kriegsschiffen, mit der Eroberung Dalmatiens und den Kämpfen gegen die Sarazenen und Normannen setzen die Veneter deutliche Zeichen: der Einfluss von Byzanz wird immer schwächer. Die adligen Großkaufleute der Stadt bilden den "Großen Rat" und lenken nun die Geschicke des Staates, das Volk wird politisch entmündigt. Gleichzeitig entwickelt sich ein gewinnbringender Handel. Beschlagen in der Diplomatie, sorgt der Adel auch für einen wachsenden politischen Einfluss Venedigs: Im Jahr 1177 vermittelt die Republik zwischen Kaiser Barbarossa und Papst Alexander III.

Nur 25 Jahre später wird der Doge Enrico Dandolo mit der Führung des 4. Kreuzzuges beauftragt, weil nur Venedig über eine ausreichend große Flotte zum Transport der 4.500 Kreuzritter und deren Tross verfügt. Doch Dandolo führt das Ritterheer nicht nach Palästina, er schickt es zuerst an die dalmatinische Küste, um Zara zurückzuerobern, das der König von Ungarn zuvor den Venetern entrissen hatte. Nach dem Fall der Stadt gelingt es Dandolo, das Kreuzheer statt nach Ägypten, mit dem Venedig eine lukrative Handelsbeziehung unterhält, gegen Ostrom zu schicken. Palästina, das heilige Grab und der Auftrag des Papstes sind vergessen. 20.000 waffenfähige Männer erobern Byzanz, das damals 300.000 Einwohner und die stärksten Befestigungsanlagen damaliger Zeit hat. Die Stadt wird gnadenlos ausgeplündert, selbst Kirchen und Heiligtümer werden von den Kreuzrittern nicht verschont. Bei der Verteilung der Beute erhalten die Veneter den Löwenanteil, schließlich hatten sie mit ihrer großen Flotte das Unternehmen ja erst ermöglicht. Unglaubliche Schätze werden nach Venedig gebracht. Mit dem Eintreffen der oströmischen Beute verändert sich das Bild der Stadt: hölzernes Fachwerk wird durch Marmor ersetzt, einfache Häuser müssen nun luxuriösen Palästen weichen.

Der venezianische Reichtum weckt aber auch Begehrlichkeiten: 1380 werden die Genuesen, die schon in die Lagune von Venedig eingedrungen sind, in letzter Sekunde geschlagen. Im 15. Jahrhundert setzt man sich gegen Padua, Verona und Brescia zur Wehr. Die Republik hat den Zenit ihrer Macht erreicht.

Mit der Eroberung Konstantinopels durch die Türken im Jahr 1453 kommen byzantinische Emigranten nach Venedig und bringen Homers und Platons Werke in die Stadt, die durch ihre Philosophen zu einem bedeutenden Zentrum des Humanismus wird. Einer von ihnen, Gasparro Contarini, verteidigt im Jahr 1521 Martin Luther auf dem Reichstag zu Worms. Mit dem Fall von Konstantinopel verliert Venedig die Kontrolle über die Dardanellen und den Schwarzmeer-Handel. Noch schlimmer wirkt sich die Eroberung Ägyptens durch die Türken unter Sultan Selim I. im Jahr 1517 aus: der wichtigste Handelspartner der Republik geht nach mehr als siebenhundert Jahren verloren und wird zu einer türkischen Provinz.

Im Kampf gegen die Liga von Cambrai, die von Kaiser Maximilian I., Ludwig XII., dem Papst sowie Spanien und England gebildet wurde, um die Republik Venedig zu erobern, gelingt es den Venetern mit ihrer geschickten Diplomatie im letzten Moment, die Gegner zu isolieren und so zu überleben.
 

In der Schlacht bei Lepanto wird die osmanische Flotte vernichtend geschlagen
Die Schlacht bei Lepanto


1571 kann eine spanisch-venezianische Flotte in der Schlacht von Lepanto zwar die türkische Flotte vernichtend schlagen, aber die jahrzehntelangen kriegerischen Auseinandersetzungen auf dem Festland kann die See-Republik nicht für sich entscheiden.

Mit der Verlagerung des Gewürzhandels auf den von Venedig nicht zu kontrollierenden Seeweg um das Kap der Guten Hoffnung herum in das westliche Mittelmeer durch die erstarkenden Seemächte Spanien, Portugal, England und Holland und mit deren Ausbeutung des gerade entdeckten Amerika verliert Venedig seine Handels- und Seefahrt-Dominanz im Westen, durch die endlosen Türkenkriege tritt auch im Osten ein deutlicher Macht- und Einflussverlust ein.

Zwar gelingt es dem in Diensten der Lagunenrepublik stehenden Feldmarschall Graf von Schulenburg und dessen Stab im Jahr 1716 die für den venezianischen Mittelmeerhandel so wichtige Insel Korfu trotzt gravierender Mängel an der Festung und eines Mangels an Munition und weitreichenden Geschützen gegen die zahlenmäßig weit überlegenen Invasionstruppen der Türken zu verteidigen, doch das Ende der ehemals mächtigen Republik Venedig läutet nur zwei Jahre später der Schmachfrieden von Passarowitz im Jahr 1718 ein: Venedig muss den drei Jahre zuvor eroberten Peloponnes abtreten und - noch schlimmer - osmanischen Kaufleuten wird der freie Handel im Kaiserreich Karls VI. zugesichert. Ab sofort zählt die Republik nicht mehr zu den Großmächten. Vergeblich versucht man, den unaufhaltsamen Abstieg mittels Glanz, Pomp und riesigen Geldmitteln zu verschleiern. Venedig wird zur Hauptstadt des Vergnügens, die Dekadenz hält Einzug und der Karneval wird fast zu einer Dauereinrichtung: Er beginnt am ersten Sonntag im Oktober, dauert bis zwei Wochen nach Christi Himmelfahrt und wird nur kurz von Weihnachten und der Fastenzeit unterbrochen. Nach und nach verfallen die ehemals so strengen Sitten der Dogenrepublik, die Regierung ruft sogar die aus der Stadt verbannten Kurtisanen und Dirnen "wegen ihrer Verdienste" zurück.

Mit Napoleons Kriegserklärung löst sich der Große Rat am 12. Mai 1797 auf, Venedig kapituliert und der letzte Doge Lodovico Manin dankt vier Tage später ab. Dreitausend französische Soldaten besetzen die Stadt und man übergibt Napoleon den goldenen Schlüssel zum Arsenal. Doch Bonaparte hält keine seiner Zusagen: Er verlegt kurz darauf seine Truppen wieder und überlässt Venedig dem Kriegsgegner Österreich, dessen Truppen am 18. Januar 1798 die Stadt besetzen. Durch den Frieden von Campo Formio folgen endgültig Jahre der österreichischen Fremdherrschaft, bis Venetien nach dem Sieg der Preußen über Österreich in der Schlacht von Königgrätz an Napoleon III. fällt, der dem Volk die Entscheidung zur Staatszugehörigkeit überlässt. Die Volksabstimmung des Jahres 1866 entscheidet mit nur wenigen Gegenstimmen, dass Venetien dem Königreich Italien angegliedert werden soll. Am 7. November 1866 zieht König Viktor Emanuel II. feierlich in die nun italienische Lagunenstadt ein.

Danach hat Venedig zweimal riesiges Glück: Beide Weltkriege übersteht die Lagunenstadt unversehrt. 


Wappen der Stadt Venedig


Begleiten
Sie uns nun auf unserem Rundgang durch die Stadtteile der Lagunenstadt,
die von den Venezianern "Sestriere" genannt werden.

 

Sestriere San Polo und Santa Croce

Sestriere Cannaregio

Sestriere Dorsoduro

Vom Dogenpalast zum Campo Sant' Angelo

Von Santo Stefano zur Markus-Basilika

Isola di San Giorgio Maggiore

Laguneninseln Burano und Murano

Venedig bei Nacht
 


Sie sollten für die einzelnen Abschnitte jeweils mindestens einen halben Tag einplanen!

 


Übersichtskarte

 

 

Partnerstädte von Venedig sind Nürnberg, Istanbul in der Türkei, Sarajewo in Bosnien Herzegowina, Tallinn in Estland, Kedke und Thessaloniki in Griechenland sowie Suzhou und Qingdao in China.

 

 

Allgemeine Tipps:

 

 

   Anreise

Mit dem PKW erreicht man Venedig über den Brenner oder den Fern-Pass und den Reschen-Pass. Allerdings kann man nicht bis ins Zentrum der autofreien Lagunenstadt fahren. Parkhäuser gibt es in der Nähe des Bahnhofs und der Piazzale Roma, die Tagespreise liegen bei etwa 20 Euro pro Tag. Etwas günstiger parkt man auf dem Festland und fährt mit dem Zug, Bus oder Boot in die Stadt.

Der Hauptbahnhof von Venedig, Stazione Santa Lucia, liegt am Nordende des Canal Grande, nur wenige Meter von der Piazzale Roma entfernt, von der aus man die Sehenswürdigkeiten der Stadt mit Wassertaxen und Vaporetti über die Kanäle erreichen kann.

Venedigs internationaler Flughafen Marco Polo liegt auf dem Festland, etwa 14 Kilometer vom Zentrum entfernt. Wassertaxis und Linienboote verkehren stündlich bis zur Piazza San Marco, Linien- und Shuttle-Busse pendeln zwischen dem Flughafen und der Piazzale Roma.
 

   Chorus-Pass

Chorus-Pass für die Kirchen Venedigs
Die Besichtigung vieler Kirchen der Lagunenstadt ist nur gegen Eintrittsgebühren möglich. Eine kostengünstige Variante ist bei der ersten Besichtigung der Kauf eines Chorus-Passes, mit dem 16 Kirchen der Stadt Montags bis Samstags ohne weitere Gebühren betreten werden können. Der Pass kostet 8 Euro, Besitzer der Venice-Card zahlen 5 Euro, für Kinder bis 11 Jahre ist der Eintritt frei. Die Eintrittsgebühren werden für die Unterhaltung und Restaurierung der Kirchen verwendet. Für welche venezianischen Kirchen der Pass aktuell gültig ist findet man unter
www.chorusvenezia.org
 

   Hotels

  Hotels buchen:
Hotel Reservation Service
 

   Jugendherberge

Venedigs Jugendherberge Ostello Venezia liegt auf der vorgelagerten Inselgruppe Giudecca und sollte wegen der hohen Nachfrage so früh wie möglich reserviert werden.
 

   Links

Citta di Venezia
Tourismusbüro Venedig

Actv-Wasser-und Linienbusse Venedig

AliLaguna-Bootslinie

 

   Literaturtipps

Da wir in unserem Reisebericht nicht in aller Ausführlichkeit und auf alle Sehenswürdigkeiten von Venedig eingehen können, empfehlen wir Ihnen für weiterführende Informationen folgende Bücher:

 

Literaturtipp Baedeker Reiseführer Venedig
Baedeker Allianz Reiseführer Venedig

 

DuMont Kunst Reiseführer Venedig von Thorsten Droste

 

Merian Live Venedig von Wolftraut de Concini

 

Venedig und Veneto von Susie Boulton und Christopher Catling
 

   Venice-Card

Venice-Card
Für häufige Fahrten auf den Kanälen der Stadt empfiehlt sich der Kauf einer Venice-Card Orange oder Blue für  1, 3 oder 7 Tage, mit der die Boote des öffentlichen Nahverkehrs ohne weitere Zahlungen beliebig oft genutzt werden können. Flugreisende sollten sich die Karte einschließlich der Schiffslinie Alilaguna zulegen, da damit auch die Kosten der Fahrten vom bzw. zum Flughafen per Boot abgedeckt sind. Bei einem Online-Kauf gibt es einen kleinen Preisnachlass.
www.veniceconnected.com/ecommerce/
 

   Veranstaltungen

Regata delle Befane
Am 6. Januar jeden Jahres findet auf dem Canal Grande die "Hexenregatta" statt.
 

 

Carnevale di Venezia
Der berühmte venezianische Karneval startet 14 Tage vor Aschermittwoch und endet am Fastnachtsdienstag mit der Verbrennung des Pantalone auf dem Scheiterhaufen.
 

 

Festa di San Marco
Das Fest zu Ehren des Patrons der Stadt wird am 25. April gefeiert. Nach dem Hochamt in der Basilika veranstalten die Gondolieri eine Regatta auf dem Canal Grande.

 

Festa del Redentore
Am 3. Sonntag im Juli feiert Venedig mit einer Messe in der Redentorekirche, mit geschmückten Booten und einem großen Feuerwerk das Erlöserfest als Erinnerung an das Ende der Pestepidemie des Jahres 1576.
 

 

Regata storica
Am ersten Sonntag im September finden auf dem Canal Grande die Bootsrennen der historischen Gondelregatta statt.
 

 

Biennale
Seit 1895 trifft sich alle zwei Jahre, letztmals von Juni bis November 2005, die Welt der Bildenden Kunst und der Architektur zur großen Kunstschau der Biennale di Venezia in der Stadt.









 




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Seite ergänzt: 28.01.2008