Foto-Reisebericht -
Reiseführer - Reise-Info Lagunenstadt
Venedig Sestriere
San Polo und Santa Croce
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 Wegen
einer Verspätung unseres Fliegers kommen wir erst bei Dunkelheit
am Bootsanleger von San Marco an. Durch enge Gassen ziehen wir
unsere Koffer bis zur Rialto-Brücke und zum dahinterliegenden
Fischmarkt und erreichen schließlich abgekämpft unser Hotel
Locanda
Poste Vecie, das historische Postamt der Serenissima.
Im
zugehörigen und sehr empfehlenswerten Restaurant Antica
Trattoria Poste Vecie, dem ältesten Restaurant der Stadt,
das für seinen frischen Fisch und seine Meeresfrüchte bekannt
ist, geniesen wir dann ausgiebig die venezianische Küche.
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Am
Morgen weckt uns Venedig
schon gegen 5 Uhr. Dass der Mercato
del Pesce al Minvto direkt unter unserem
Zimmerfenster liegt, konnten wir bei
der Hotelreservierung nicht ahnen und beim spätabendlichen Bezug
des Zimmers nicht erkennen...
Wir waren die ersten Kunden
auf dem Fischmarkt!
In den Folgenächten schliefen wir
dann bei geschlossenen Fenstern, ...
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denn auf diesem ältesten Fischmarkt der Stadt
bieten die Fischhändler seit mehr als tausend Jahren schon sehr früh am Morgen ihre Waren
an und deshalb schaffen sie noch früher die Fische in Booten heran,
bauen die Verkaufsstände auf, zerkleinern Eis, schieben Kisten über das Pflaster
und begleiten dabei mit lauten Gesängen die aus Kofferradios schallende
Musik.
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Die
Ware ist absolut frisch und stammt überwiegend aus dem Mittelmeer.
In der Lagune selbst ist wegen der schlechter gewordenen Umweltbedingungen
kein reicher Fang mehr möglich.
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Das Angebot ist
unglaublich vielseitig: Langusten, Seeteufel, Goldbrassen, Muscheln,
Krabben, Tintenfische, Aale, Sardinen, Seezungen, Schwertfisch,
Hai, ...
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Erst
nieselt es ein wenig, dann kommt es knüppeldick: ein schweres Gewitter zieht
über
die Stadt und der Regen prasselt auf uns herab. Also kaufen
wir uns erst einmal Regenschirme, denn wer ist schon so pessimistisch
und packt Regenschirme in den Koffer, wenn er in Venedig Urlaub
machen will.
Schirmbewehrt gehen wir dann den Rio delle Beccane entlang ...
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bis zur
Fondamenta dell' Olio, die parallel des Canal Grande verläuft.
Der Regen lässt zum Glück langsam nach, klar, denn Schirme haben
wir jetzt ja gekauft.
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Auf der gegenüberliegenden
Seite des Canal Grande präsentiert sich das goldene Haus Venedigs,
die Ca' d' Oro. Der Palast entstand zwischen 1420 und 1440 nach
den Plänen der Brüder Bartolomeo und Giovanni Bon sowie Mateo Raverti,
Auftraggeber war der venezianische Prokurator Marino Contarini.
Der Glanz der ehemals vergoldeten Fassade ist über die Jahrhunderte
zwar etwas verblasst, doch die farbigen Marmorverzierungen,
die Balkone und filigranen Spitzbogenfenster beeindrucken uns.
Baron
und Kunstsammler Giorgio Franchetti vermachte den Prachtbau
einschließlich seiner darin untergebrachten Sammlung der Stadt
Venedig. Die Galleria Giorgio Franchetti besitzt deshalb neben
vielen anderen auch Gemälde
von Tizian, Bordone und Anthonis van Dyck.
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Kaum
am Campo San Cassiano angekommen, müssen wir die Regenschirme schon
wieder aufspannen.
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Wir
überqueren den Rio
della Pergola und erreichen kurz darauf...
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die Chiesa
San Stae am Campo San Stae, die auch unter dem Namen San Eustachio
bekannt ist.
Die Barockkirche entstand ab 1678
nach den Plänen von Giovanni Grassi, die von dem Dogen Alvise
Mocenigo gestiftete Fassade entwarf Domenico Rossi. Der Spender
fand 1709 in der Kirche seine letzte Ruhe.
Sehenswert
sind die Chorgemälde von Giovanni Battista Piazzetta und Giambattista
Tiepolo aus dem frühen 18. Jahrhundert.
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Weiter
geht es durch die gleichnamige Straße zum Palazzo Mocenigo,
ein riesiges Renaissance-Patrizierhaus der Familie Mocenigo,
in dem das Kostümmuseum Centro Studi di Storia del Tessuto e
del Costume untergebracht ist, das eine Sammlung wertvoller
Stoffe und Kostüme zeigt.
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Wir
eilen im Regen über die nassen Pflaster der Calle del Tintor
und der Calle Spezier bis zur Fondaco dei Turchi mit dem Museo
di Storia Naturale, dem Naturgeschichtlichen Museum.
Die Schokoladenseite
des Fondaco dei Turchi am Canal Grande können wir von diesem Ufer aus wegen
Sanierungsarbeiten an den Fundamenten leider nicht sehen, aber
bei der für den nächsten Tag vorgesehenen Fahrt auf dem Canal
Grande werden wir die Schau-Fassade sicherlich zu
Gesicht bekommen.
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Durch
die Bauzäune hindurch können
wir lediglich die am gegenüberliegenden
Ufer des Canal Grande gelegene Kirche San Marcuola sehen.
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Also
spazieren wir bei nun wieder nachlassendem Regen durch
die Calle Larga bis ...
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zum Campo San Giacomo dell' Orio mit der gleichnamigen Kirche.
Schon
am Äußeren der Kirche kann man erkennen, dass sie in mehreren
Etappen gebaut wurde. Im 9. Jahrhundert begann man mit
dem Bau, im frühen 13. Jahrhundert wurde der Campanile
hochgezogen und das Querschiff erstellt, das Presbyterium folgte
im 16. Jahrhundert.
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Das
Kircheninnere des dreischiffigen Gotteshauses mit seinen Marmorsäulen
und romanischen Spitzbögen ist reich verziert. Die sehenswerte
Holzdecke gleicht einem Schiffsrumpf und zeigt schöne Schnitzereien
aus dem 14. Jahrhundert.
Anschauen sollte man sich
auch den Chor sowie die alte und die neue Sakristei mit tollen
Wand- und Deckengemälden u.a. von Paolo Veronese und Lorenzo
Lotto. Das vor dem Altar hängende vergoldete Kruzifix wurde von Paolo Veneziano
bemalt.
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Beim
Überqueren des Rio
di San Polo packen wir unsere Schirme ein - endgültig. Wir werden
sie auch während unseres Aufenthaltes in Venedig nicht mehr
benötigen.
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Am
Campo San Polo mit den Palazzi Dona, Sorano und Maffetti Tiepolo
reißt sogar die Wolkendecke auf. Wir sehen zum ersten Mal blauen
Himmel über Venedig ...
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und wir bekommen hier auch endlich die ersten Einheimischen zu Gesicht....
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die sich auf dem für venezianische Verhältnisse ungewöhnlich
weitläufigen Platz fast verlieren.
Die dem Apostel Paulus
geweihte Chiesa San Polo aus dem 9. Jahrhundert wurde
im 15. Jahrhundert erneuert, der Campanile wurde im 14. Jahrhundert
angebaut.
Ein erneuter Umbau der Kirche Anfang des 19. Jahrhunderts
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wirkte sich besonders auf das Kircheninnere aus, das sich seitdem
neoklassizistisch zeigt.
Sehenswert ist neben Tintorettos
Gemälde "Abendmahl" aus dem Jahr 1569 das Bild "Erscheinung
Marias vor dem hl. Johannes Nepomuk" des Malers Giovanni
Battista Tiepolo von 1751.
Im angrenzenden Oratorio del Crocifisso
findet man zudem einen Zyklus der 14 Stationen des Kreuzweges
von Giovanni Battista Tiepolos Sohn Gian Domenico.
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Über
den Rio di San Polo und
entlang des Rio del Frari erreichen wir den Campo dei Frari
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mit der Kirche
Santa Maria Gloriosa dei Frari.
Weil es zwischen dem
Rialto- und dem San Marco-Viertel nur wenig Platz zum Bau neuer
Kirchen gab, überließ der Doge von Venedig dem Bettelorden der
Franziskaner den im Westen und abseits vom Zentrum gelegenen
Platz am heutigen Campo dei Frari zum Bau einer
Ordenskirche.
Das erste einfache kleine Gotteshaus, das
eigentlich dem Armutsgelübde der Franziskaner entsprach, genügte
den Mönchen im 14. Jahrhundert nicht mehr, vielleicht weil
die Dominikaner inzwischen mit der Chiesa Santi Giovanni e Paolo
eine deutlich größere Kirche bauten. Das erste Gotteshaus wurde
abgerissen ...
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und ab 1340 durch die riesige dreischiffige Säulenbasilika
ersetzt, die erst im Jahr 1469 fertiggestellt wurde.
Der
Innenraum besteht aus einem Haupt- und zwei Seitenschiffen,
einem Querschiff und einem Chorabschluss, in dem die Chorkapelle
auf beiden Seiten von drei schmaleren Kapellen eingerahmt wird.
Santa Maria Gloriosa dei Frari diente lange Zeit als
Grablege für die Dogen und für hochrangige Militärs. Das Grabmal
des im Jahr 1567 an der Pest verstorbenen Tizian im rechten
Seitenschiff wurde erst 300 Jahre nach dessen Tod geschaffen.
In der Capella Milanesi erinnert eine Grabplatte an Claudio
Monteverdi, der die in Florenz entstandene Oper zur venezianischen
Oper weiterentwickelte.
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Eine
etwa 7 Meter hohe, mit Reliefs von Bartolomeo Bon und Pietro
Lombardo reich verzierte Wand trennt den großen Raum der Laien
von dem deutlich kleineren Mönchschor ab, erlaubte aber den
Durchblick auf den Hochaltar mit Tizians berühmtem Monumentalgemälde
"Himmelfahrt Mariens" aus dem Jahr 1519.
Weitere
sehenswerte Kunstwerke sind die Holzskulptur "Johannes
der Täufer" von Donatello, Tizians "Pesaro-Madonna",
der "Heilige Hieronymus" von Alessandro Vittoria sowie
das Tafelbild "Heiliger Ambrosius" von Alvise Vivarini.
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Näher
anschauen sollte man sich auch das von Marco Cozzi im Jahr 1468 geschnitzte Chorgestühl
im Mönchschor vor dem Querschiff.
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Gleich
zweimal kann man in Santa Maria Gloriosa dei Frari ein Tryptichon
bestaunen: das Pesaro-Tryptichon von Giovanni Bellini aus dem
Jahr 1488 findet man in der Sakristei, das Tryptichon "Heiliger
Markus zwischen Heiligen" von Bartolomeo Vivarini aus dem
Jahr 1474 befindet sich in der Cappella Corner.
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Über
die Salizzada San Rocco und vorbei am Glockenturm von Santa Maria Gloriosa dei
Frari schlendern wir nun noch zum Campo San Rocco ...
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und der Kirche San Rocco, die nach Plänen von Bartolomeo Bon
von 1489 bis 1508 erbaut wurde, um die Gebeine des Pestheiligen
Rochus von Montpellier aufzunehmen.
Die Kirche, in deren
Innenraum sich mehrere Gemälde von Tintoretto befinden, wurde
Mitte des 18. Jahrhunderts erneuert und die Fassade an
die benachbarte ...
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Scuola Grande di San Rocco angeglichen, eine Scuola der im 15. Jahrhundert
gegründeten Bruderschaft des hl. Rochus, des Schutzpatrons der
Pestopfer. Tintoretto
schmückte das Gebäudeinnere mit biblischen Zyklen aus, deren
bekannteste der Marien- und der Christuszyklus sein dürften.
Glanzpunkt des Renaissancebaus ist der Große Saal im Obergeschoss:
an den Wänden findet man neben einer Vielzahl von Werken Tintorettos
auch Gemälde von Tizian und Tiepolo. An der Decke sieht man
21 wunderschöne Deckengemälde mit Szenen aus dem Alten Testament.
Die Besichtung der Sala dell' Allbergo, des Kleinen Sitzungssaals
der Bruderschaft rundet die Tour durch dieses Bauwerk ab, das
für Malerei-Interessierte ein absolutes Highlight eines Venedig-Besuches
ist.
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