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Wernigerode
  
"Bunte Stadt am Harz"

 


Blick vom Kaiserturm auf dem Armeleuteberg auf die Harz-Stadt Wernigerode


"Alle Städte - den Harz hinauf, den Harz hinab - haben ihre Schätze und Kostbarkeiten,
aber keine ist so reich und so bunt wie Wernigerode.
"
Hermann Löns in "Die bunte Stadt am Harz" nach einem Besuch im Jahr 1907

 


Die Gründung von Wernigerode liegt im Dunkel des ersten nachchristlichen Jahrtausends. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Stadt im Jahr 1121, als Graf Adalbert sie zu seiner Residenz auswählt und eine Burg errichten lässt - das heutige Schloss von Wernigerode. Acht Jahre später erhält der Ort das Goslarsche Stadtrecht.

Bedingt durch seine Lage nahe mehrerer großer Handelswege ziehen mit den Kaufleuten auch Handwerker in die Stadt, die sich hier ansiedeln und die ihren Lebensunterhalt überwiegend mit der Verarbeitung von Holz und Wolle bestreiten. Zur Sicherung des beginnenden Wohlstandes tritt Wernigerode dem Sächsischen Städtebund bei und man errichtet eine befestigte Stadtmauer, an deren Toren der Zoll eingetrieben wird. Die Bürgerschaft gewinnt im ursprünglich von Rittern und Kaufleuten gebildeten Rat immer mehr an Einfluss und bestimmt schließlich unter der Oberherrschaft der Grafen von Wernigerode die Geschicke der Stadt.

Mit dem weiter anhaltenden Zustrom wird eine Ausdehnung von Wernigerode notwendig, es entsteht die zunächst eigenständige Neustadt mit eigenem Rathaus, Markt und der Johanniskirche, die durch eine Mauer von der von den Kaufleuten und Rittern bewohnten Altstadt getrennt ist. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wechselt die Herrschaft über Schloss und Stadt: Da Graf Heinrich von Wernigerode kinderlos bleibt, übereignet er seine Grafschaft den Grafen aus dem nahegelgenen Stolberg. Im November 1417 huldigen Rat und Bürger dem neuen Herren Graf Botho zu Stolberg.
 

Wernigerode huldigt Botho von Stolberg
Rat und Bürger huldigen Graf Botho von Stolberg
von
www.halle-saale.de


Zunächst regieren Heinrich und Botho gemeinsam bis zum Tod von Graf Heinrich im Jahr 1429, der kurz vor seinem Ableben der Stadt Wernigerode noch ein fürstliches Geschenk macht: Er überlässt der Stadt das Spielhaus.

Während des Bauernkrieges von 1525 können die marodierenden Bauernhaufen Schloss und Stadt zwar nicht einnehmen, die Bewohner von Wernigerode leiden aber durch die Plünderungen und Zerstörungen im gesamte Umland. Und der Bauernkrieg bleibt nicht die einzige Katastophe für Wernigerode: Bei einem verheerenden Stadtbrand im Jahr 1528 wird mehr als die Hälfte der Häuser zerstört und auch die Grenze zwischen Altstadt und Neustadt wird von den Flammen in Schutt und Asche gelegt. Auf einen Wiederaufbau der Trennmauer wird verzichtet, verbliebene Reste werden geschliffen und 1529 werden dann Altstadt und Neustadt zusammengelegt. Das vereinte Wernigerode erhält gleichzeitig eine erste Ratsverfassung.

Ende des 16. Jahrhunderts suchen Pest und Cholera die Stadt heim. Den Epidemien fallen drei Viertel der Bevölkerung zum Opfer. Um 1600 zählt man in Wernigerode nur noch 700 Einwohner. Während des Dreißigjährigen Krieges wird die Stadt mehrfach besetzt, zum Glück ohne größere Kampfhandlungen. Mal kommen die kaiserlichen Habsburger, mal die Schweden. Die Einwohner müssen beide Seiten mit durchfüttern. Der frühere Wohlstand bleibt dabei auf der Strecke.
 

Wappen von Wernigerode


Und das ist immer noch nicht alles: Im Jahr 1751 zerstört ein weiterer Großbrand eine Vielzahl von Häusern und die Liebfrauenkirche. 1806 besetzen Napoleons Truppen die Stadt, die ab 1807 dem Königreich Westphalen zugeschlagen wird, das von Napoleons Bruder Jerômé regiert wird. Ab 1813 gehört Wernigerode dann zur preußischen Provinz Sachsen und 1825 kommt die Stadt am Harz mit einem eigenem Landkreis zum Regierungsbezirk Magdeburg. 1847 vernichtet dann ein weiterer Großbrand das Armenviertel.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geht es dann endlich wieder aufwärts: Man verzeichnet durch die industrielle Ansiedlung von Werkzeug-, Maschinen- und Motorenbaufirmen und den einsetzenden Tourismus einen deutlichen Wirtschaftsaufschwung. Verstärkt wird der Aufwärtstrand durch den Anschluss an das Eisenbahnnetz im Jahr 1872. Zu dieser Zeit erlebt die Stadt auch ihren historischen Glanzpunkt: Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode avanciert unter Bismarck vom Präsidenten des Preußischen Herrenhauses, zum Botschafter des Deutschen Reiches in Wien und zum stellvertretenden Reichskanzler. Auf Schloss Wernigerode entwirft er die Stolberger Sozialgesetzgebung, die der Arbeiterschaft mit einer Kranken-, Renten- und Unfallversicherung erstmals die dringend notwendige Absicherung bringt. 1890 verleiht ihm Kaiser Wilhelm II. den Fürstentitel; sechs Jahre später verstirb er auf Schloss Wernigerode im Alter von 59 Jahren.

Im 20. Jahrhundert dehnt sich Wernigerode weiter aus: 1907 wird Hasserode eingemeindet, 1927 folgt Nöschenrode. In den beiden Weltkriegen bleibt Wernigerode von größeren Kriegsschäden verschont und kann so seine Wirtschaft ohne große Rückschläge kontinuierlich ausbauen. Seit 1991 zieht es Studenten der Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften an die in Wernigerode eröffnete Fachhochschule Harz. Heute lebt die Stadt vom "Hasseröder", vom Maschinenbau, der Metall- und Elektroindustrie, der Schokoladenproduktion und last but not least von einem florierenden Tourismus:


Wernigerode heißt seine Besucher
"Hexlich Willkommen".
    

Wernigerode heißt seine Besucher Hexlich Willkommen
 

 


Begleiten
Sie uns nun auf unseren Spaziergängen durch Wernigerode:

 


Marktplatz, Rathaus und Gotisches Haus

Vom Markt zur Sylvestrikirche und in die Marktstraße

Vom Markt durch das Heideviertel zur Johanniskirche

Von der Johanniskirche zum Feuerwehrmuseum

Von der Burgstraße zur Liebfrauenkirche

Von der Liebfrauenkirche zum Schloss

Mit der Harzer Schmalspurbahn zum Brocken

Wernigerode am Abend

 

 


Stadtplan von Wernigerode
 

 

 

 

Allgemeine Tipps:

 

   Anreise

Wernigerode liegt am Nordrand des Harzes. Mit dem Auto erreicht man aus dem Norden kommend Wernigerode am besten über die A2 und die A395, die man an der Anschlussstelle Vienenburg Ost verlässt und dann der B6 folgt. Aus dem Süden und Westen kommend bietet sich eine Anreise auf der A7 bis zur Ausfahrt Rhüden/Harz und dann die B82 nach Goslar und die B244 Richtung Wernigerode an, aus dem Osten kommend nutzt man am besten die A2 bis Magdeburg, dann kurz die A14 bis zur Abfahrt Magdeburg-Sudenburg und folgt dann der B81 und B6.

Mit der Eisenbahn ist Wernigerode mit dem "Harz-Berlin-Express", dem "Harz-Elbe-Express" der Strecke Halle/Saale - Halberstadt - Vienenburg und mit dem "Harz-Express" Hannover - Halle erreichbar.
 

   Hotels

  Hotels buchen:
Hotel Reservation Service
 

   Jugendherberge

Die Jugendherberge Wernigerode liegt Am Eichberg 5 im Stadtteil Hasserode, nicht weit vom Stadtzentrum entfernt. Das Haus verfügt über 240 Betten, die Zimmer sind teilweise auch für Benutzer von Rollstühlen geeignet.
 

   Links

Stadt Wernigerode
Wernigerode Tourismus GmbH
Schloss Wernigerode

 

   Literaturtipps

Literaturtipp Stadtführer Wernigerode
Wernigerode - Ein Führer durch die bunte Stadt am Harz
von M. & T. Schmidt
Wernigerode - Fotografierte Stadtgeschichte von Hermann D. Oemler

ADAC-Stadtplan Wernigerode

 

   Partnerstädte

Die Partnerstädte von Wernigerode sind Carpi in Italien, Neustadt an der Weinstraße und Cisnadie/Heltau in Rümänien.
 

   Veranstaltungen

Wallpurgisfeier
Am frühen Nachmittag des 30. April stürmen die Hexen das Rathaus von Wernigerode und ziehen danach im Walpurgisumzug durch die Stadt.

Rathausfest
Im Jahr 2008 feierte man in Wernigerode bereits zum 45. Mal das Rathausfest mit Musik, Tanz und Show auf mehreren Bühnen im Stadtzentrum, einem eigenen Kinderfest sowie einem abschließenden Höhenfeuerwerk.

Wernigeröder Schlossfestspiele
Seit 1996 finden im August während der Schlossfestspiele im Schlosshof sehens- und hörenswerte Philharmonie-Konzerte, Opern- und Operettenaufführungen sowie Open-Air-Konzerte stattt.

Brahms Chorfestival und Musica Mundi
Im Zweijahresrhythmus wird von der Stadt Wernigerode und dem Förderverein Interkultur e.V. jeweils im Juli das Internationale Johannes Brahms Chorfestival und der Musikwettbewerb Musica Mundi organisiert.

Harz-Gebirgslauf
Seit 1978 findet jeweils am 2. Oktoberwochende der traditionelle "Brocken-Marathon" durch den Harz statt.
 









 




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Seite ergänzt: 29.11.2009