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Die Gründung von Wernigerode
liegt im Dunkel des ersten nachchristlichen Jahrtausends. Erstmals
urkundlich erwähnt wird die Stadt im Jahr 1121, als Graf
Adalbert sie zu seiner Residenz auswählt und eine Burg errichten
lässt - das heutige Schloss von Wernigerode. Acht Jahre
später erhält der Ort das Goslarsche Stadtrecht.
Bedingt
durch seine Lage nahe mehrerer großer Handelswege ziehen
mit den Kaufleuten auch Handwerker in die Stadt, die sich
hier ansiedeln und die ihren Lebensunterhalt überwiegend
mit der Verarbeitung von Holz und Wolle bestreiten. Zur Sicherung
des beginnenden Wohlstandes tritt Wernigerode dem Sächsischen
Städtebund bei und man errichtet eine befestigte Stadtmauer,
an deren Toren der Zoll eingetrieben wird. Die Bürgerschaft
gewinnt im ursprünglich von Rittern und Kaufleuten gebildeten
Rat immer mehr an Einfluss und bestimmt schließlich
unter der Oberherrschaft der Grafen von Wernigerode die
Geschicke der Stadt.
Mit dem weiter anhaltenden
Zustrom wird eine Ausdehnung von Wernigerode notwendig,
es entsteht die zunächst eigenständige Neustadt mit eigenem Rathaus, Markt und
der Johanniskirche, die durch eine Mauer von der von den
Kaufleuten und Rittern bewohnten Altstadt getrennt ist.
Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wechselt die Herrschaft
über Schloss und Stadt: Da Graf Heinrich von Wernigerode
kinderlos bleibt, übereignet er seine Grafschaft den
Grafen aus dem nahegelgenen Stolberg. Im November 1417
huldigen Rat und Bürger dem neuen Herren
Graf Botho zu Stolberg.
 Rat
und Bürger huldigen Graf Botho von Stolberg von
www.halle-saale.de
Zunächst regieren
Heinrich und Botho gemeinsam bis zum Tod von Graf Heinrich
im Jahr 1429, der kurz vor seinem Ableben der Stadt
Wernigerode noch ein fürstliches Geschenk macht: Er
überlässt der Stadt das Spielhaus.
Während des Bauernkrieges von 1525 können die
marodierenden Bauernhaufen Schloss und Stadt zwar nicht
einnehmen, die Bewohner von Wernigerode leiden aber
durch die Plünderungen und Zerstörungen im gesamte Umland.
Und der Bauernkrieg bleibt nicht die einzige Katastophe
für Wernigerode: Bei einem verheerenden Stadtbrand im
Jahr 1528 wird mehr als die Hälfte der Häuser zerstört
und auch die Grenze zwischen Altstadt und Neustadt
wird von den Flammen in Schutt und Asche gelegt. Auf
einen Wiederaufbau der Trennmauer wird verzichtet, verbliebene
Reste werden geschliffen und 1529 werden dann Altstadt
und Neustadt zusammengelegt. Das vereinte Wernigerode
erhält gleichzeitig eine erste Ratsverfassung.
Ende des 16. Jahrhunderts suchen Pest und Cholera
die Stadt heim. Den Epidemien fallen drei Viertel der
Bevölkerung zum Opfer. Um 1600 zählt man in Wernigerode
nur noch 700 Einwohner. Während des Dreißigjährigen
Krieges wird die Stadt mehrfach besetzt, zum Glück ohne
größere Kampfhandlungen. Mal kommen die kaiserlichen
Habsburger, mal die Schweden. Die Einwohner müssen beide
Seiten
mit durchfüttern. Der frühere Wohlstand bleibt dabei
auf der Strecke.

Und das ist immer
noch nicht alles:
Im Jahr 1751 zerstört ein weiterer Großbrand
eine Vielzahl von Häusern und die Liebfrauenkirche.
1806 besetzen Napoleons Truppen die Stadt, die ab 1807
dem Königreich Westphalen zugeschlagen wird, das von
Napoleons Bruder Jerômé regiert wird. Ab 1813 gehört
Wernigerode dann zur preußischen Provinz Sachsen und
1825
kommt die Stadt am Harz mit einem eigenem Landkreis zum
Regierungsbezirk
Magdeburg. 1847 vernichtet dann ein weiterer
Großbrand das Armenviertel.
In der zweiten Hälfte
des 19. Jahrhunderts geht es dann endlich wieder
aufwärts: Man verzeichnet durch die industrielle Ansiedlung
von Werkzeug-, Maschinen- und Motorenbaufirmen und den
einsetzenden Tourismus einen deutlichen
Wirtschaftsaufschwung. Verstärkt wird der Aufwärtstrand
durch den Anschluss an das Eisenbahnnetz im Jahr 1872.
Zu dieser Zeit erlebt die Stadt auch ihren historischen
Glanzpunkt: Graf Otto
zu Stolberg-Wernigerode avanciert unter Bismarck
vom Präsidenten des Preußischen Herrenhauses, zum Botschafter
des Deutschen Reiches in Wien und zum stellvertretenden
Reichskanzler. Auf Schloss Wernigerode entwirft er die
Stolberger Sozialgesetzgebung, die der Arbeiterschaft
mit einer Kranken-, Renten- und Unfallversicherung erstmals
die dringend notwendige Absicherung bringt. 1890 verleiht
ihm Kaiser Wilhelm II. den Fürstentitel; sechs Jahre
später verstirb er auf Schloss Wernigerode im Alter
von 59 Jahren.
Im 20. Jahrhundert
dehnt sich Wernigerode weiter aus: 1907 wird Hasserode
eingemeindet, 1927 folgt Nöschenrode. In den beiden
Weltkriegen bleibt Wernigerode von größeren Kriegsschäden
verschont und kann so seine Wirtschaft ohne große Rückschläge
kontinuierlich ausbauen. Seit 1991 zieht es Studenten
der Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften an die
in Wernigerode eröffnete Fachhochschule Harz. Heute lebt die Stadt vom "Hasseröder",
vom Maschinenbau, der Metall- und Elektroindustrie,
der Schokoladenproduktion und
last but not least von einem florierenden Tourismus:
Wernigerode heißt
seine Besucher "Hexlich Willkommen".

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Anreise
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Wernigerode liegt am Nordrand
des Harzes. Mit dem Auto erreicht man
aus dem Norden kommend Wernigerode am besten über die
A2 und die A395, die man an der Anschlussstelle Vienenburg
Ost verlässt und dann der B6 folgt. Aus dem Süden und
Westen kommend
bietet sich eine Anreise auf der A7 bis zur Ausfahrt
Rhüden/Harz und dann die B82 nach Goslar und die B244 Richtung
Wernigerode an, aus dem Osten kommend nutzt
man am besten die A2 bis Magdeburg, dann kurz die A14
bis zur Abfahrt Magdeburg-Sudenburg und folgt dann der
B81 und B6.
Mit
der Eisenbahn ist Wernigerode mit dem "Harz-Berlin-Express",
dem "Harz-Elbe-Express" der Strecke Halle/Saale
- Halberstadt - Vienenburg und mit dem "Harz-Express"
Hannover - Halle erreichbar.
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Veranstaltungen
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Wallpurgisfeier Am
frühen Nachmittag des 30. April stürmen die Hexen das
Rathaus von Wernigerode und ziehen danach im Walpurgisumzug
durch die Stadt.
Rathausfest Im
Jahr 2008 feierte man in Wernigerode bereits zum 45.
Mal das Rathausfest mit Musik, Tanz und Show auf mehreren
Bühnen im Stadtzentrum, einem eigenen Kinderfest sowie
einem abschließenden Höhenfeuerwerk.
Wernigeröder
Schlossfestspiele Seit 1996 finden im August
während der Schlossfestspiele im Schlosshof sehens-
und hörenswerte Philharmonie-Konzerte, Opern- und Operettenaufführungen
sowie Open-Air-Konzerte stattt.
Brahms
Chorfestival und Musica Mundi Im Zweijahresrhythmus
wird von der Stadt Wernigerode und dem Förderverein
Interkultur e.V. jeweils im Juli das Internationale
Johannes Brahms Chorfestival und der Musikwettbewerb
Musica Mundi organisiert.
Harz-Gebirgslauf Seit
1978 findet jeweils am 2. Oktoberwochende der traditionelle
"Brocken-Marathon" durch den Harz statt.
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