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Nibelungenstadt Worms am Rhein
    
Der Dom und seine Umgebung

 


Südseite des Wormser Doms von der Jugendherberge aus gesehen

Die romanische Kathedrale St. Peter erhebt sich auf dem höchsten Hügel der Stadt, etwa 100 Meter über Meereshöhe. Sie wurde unter Bischof Burchard im 12. Jahrhundert erbaut. Geweiht wurde der Dom im Jahr 1181 nach Fertigstellung des Westchores.

Mit etwa 110 Metern Länge ist er der kleinste rheinische Kaiserdom. Das Hauptportal dieser d
reischiffigen Basilika mit Querschiff und Chören im Osten und Westen, jeweils von zwei Türmen flankiert, befindet sich auf dessen Südseite.

reich verziertes Südportal des Wormser Doms



Das heutige Südportal wurde um 1250 geschaffen, als man das alte Portal nach innen wendete und ein neues, gotisches Triumphportal der Kirche schuf, in dem neben Szenen aus dem Alten und Neuen Testament die Krönung Marias, die Evangelisten und Propheten sowie Darstellungen zur Kirchengeschichte geschaffen wurden - Meisterwerke gotischer Bildhauerkunst.

Statue der triumphierenden Kirche über dem Südportal des Wormser Doms


In der Spitze des Portalgiebels findet man die Ecclesia triumphans, die triumphierende Kirche, von einem apokalyptischen Tier mit vier Köpfen und vier unterschiedlichen Füßen getragen.

Sowohl Statue als auch deren Symbolik ist wohl einmalig: Der Dom kann durch das prächtige Kaiserportal im Norden und durch das Südportal betreten werden, beide Portale führen genau in die Mitte des Gotteshauses, genau zwischen den Ostchor des Bischofs und des Domkapitels und den später geschaffenen Westchor des Kaisers.

Über dem Nordportal prangt die Goldene Bulle des Kaisers, über dem Südportal triumphiert die Kirche...

Blick durch das hohe Mittelschiff des Wormser Doms








Blick durch das hohe Mittelschiff mit seinen schmalen, pfeilergestützten Arkaden.

Der beeindruckente Hochaltar im Ostchor des Domsvon Balthasar  Neumann




Der beeindruckende Hochaltar im Ostchor des Doms wurde von Balthasar Neumann geschaffen, der ursprüngliche Hochaltar wurde durch plündernde und betrunkene Soldaten Ludwigs XIV. im Jahr 1689 zerstört.

Chorgestühl im Ostchor des Wormser Doms






Blick auf einen Teil des reich verzierten Chorgestühls.

Romanischer Westchor des Kaisers im Wormser Dom






Die ursprünglich kleine Apsis auf der Westseite des Doms wurde auf dem Höhepunkt der Macht der Hohenstaufer zum reich geschmückten, romanischen West-Chor des Kaisers erweitert, ebenso beeindruckend wie der kirchliche Chor im Osten.

König David schlägt am Stammbaum Christi die Harfe




Im nördlichen Seitenschiff findet man neben anderen gotischen Sandsteinreliefs aus dem 15. Jahrhundert die Abbildung König Davids, der am Stammbaum Christi die Harfe schlägt.

heidnische Abbildung der Embede, Borbede und der Wilbede: die Erdfrau, die Sonnenfrau und die Mondfrau



In der angrenzenden Nikolauskapelle finden wir ein Grabmal aus dem 15. Jahrhundert, das die drei Frauen Embede, Borbede und Wilbede darstellt: die Erdfrau, die Sonnenfrau und die Mondfrau.

Seltsam ist, dass Bischof Burchard schon um das Jahr 1000 die Verehrung der heidnischen Schicksalsgöttinnen als Sünde bezeichnete. Dennoch befindet sich dieses gotische Bildnis im Dom...

Sonnenfrau Borbet...
Die heidnischen Kelten nannten die Stadt Borbetomagus...
Ein Zufall?


Sarkophag von Konrad dem Roten in der Gruft des Wormser Doms
Der großen Gefahr aus dem Osten durch Hunnen und Ungarn stellte sich im Jahr 955 Kaiser Otto der Große entgegen, der alle deutschen Stämme zu diesem Kampf einigte.

Es war der Wormser Herzog Konrad der Rote, der Schwiegersohn des Kaisers, der als stellvertretender Heerführer den verlustreichen Verlauf der Schlacht auf dem Lechfeld in einen entscheidenden Sieg wandelte. Er selbst fiel in der Schlacht. Die Ungarn wurden unterworfen und christianisiert, Herzog Konrad der Rote erhielt in der Gruft im Wormser Dom ein "Staatsbegräbnis". Sein Sarkophag kann nach mehr als tausend Jahren in der Gruft des Doms besichtigt werden.


Als sich Kaiser Heinrich IV. im Jahr 1073 mit den deutschen Fürsten überworfen hatte und vor ihnen flüchten musste, öffneten die Wormser Bürger dem Kaiser die Stadttore. Der Bischof von Worms verließ die Stadt und stellte sich auf die Seite der Fürsten. Zur Sicherung seines Kaisertums stellten die Wormser dem Kaiser ihre materiellen und finanziellen Mittel zur Verfügung. Nachdem er sich politisch und militärisch durchgesetzt hatte, bedankte sich Heinrich IV. bei "den Juden und den übrigen Wormser Kaufleuten" mit der Zollfreiheit.

In der Folge fiel in Worms - nicht in Rom - mit dem Wormser Konkordat des Jahres 1112 und der Trennung der kirchlichen und weltlichen Macht unter der Weltregierung Gottes auch die Entscheidung im Investiturstreit zwischen Kaiser und Papst. Worms wurde zur politisch führenden Reichsstadt der Salier und Hohenstaufen.
 

Wortlaut der Goldenen Bulle am Kaiserportal des Wormser DomsIm Jahr 1184 verlieh Kaiser Friedrich I. Barbarossa der Stadt die volle Souveränität und ließ den Wortlaut der Goldenen Bulle am Kaiserportal des Doms anbringen:

Von nun an blühe Dein Ruhm und Deine Ehre o Worms
Weil Du klug, tapfer und treu Dich bewährt hast
Habe ich Dir die Souveränität gegeben
Würdig dieser Freiheit sollst Du ihre Früchte nun ernten
Hohen Ruhmes wert sollst Du frohlocken o Worms
Dich hat das Kreuz mir geweiht
Dich hat das Schwert mir geschenkt
Sei nun sicher im Schutz Deines guten Patrons Petrus o Worms

Ehemalige Anbindung des Kaiser- und Bischofspalastes







Nur weniger Meter daneben ist die ehemalige Anbindung des Kaiser- und Bischofspalastes zu erkennen.

neobarocker Heylshof in herbstlicher Parkanlage neben dem Wormser Dom



Der Politiker, Industrielle und Kunstmäzen Cornelius Wilhelm Freiherr Heyl zu Herrnsheim errichtete 1884 auf dem Platz neben dem Dom, auf dem früher die Kaiserpfalz und der Bischofsitz standen, den neobarocken "Heylshof".

Seit 1921 ist hier die Kunstsammlung "Stiftung Kunsthaus Heylshof" untergebracht.

Barocke Kunstwerke an der Wormser Stadtmauer





Im Schlossgarten findet man - auch in unmittelbarer Nähe zur römischen Stadtmauer - barocke Kunstwerke.



Hier im Schlossgarten können Sie sich nun auf historischem Boden noch etwas ausruhen, bevor wir
Vom Lutherdenkmal durch das Judenviertel zurück zum Rhein
weitergehen.

 

 

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