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Worms am Rhein
   
Stadtrundgang durch die zweitausendjährige Geschichte der
"Stadt der Nibelungen"
 


Auf den ersten Blick erscheint die Nibelungenstadt Worms mit ihren etwa 80.000 Einwohnern wie andere Städte auch. Wenn man sich jedoch mit der Stadt und ihrer mehr als zweitausendjährigen Geschichte etwas näher beschäftigt, stellt man fest, dass es nur wenige Städte mit einer vergleichbaren geschichtlichen Bedeutung gibt.
 

Blick von der Nibelungenbrücke auf den Dom von Worms


"Eine Stadt liegt an dem Rheine, die ist so wundersam,
sie ist geheißen Worms, die kennt so mancher Mann!"

Rosengartenlied aus dem 13. Jahrhundert
 

Worms gilt als die älteste Stadt Deutschlands. Jedenfalls aus Sicht der Wormser. Die Einwohner von Trier sehen das anders. Siedlungsspuren zeigen eine Besiedlung schon vor 6.000 Jahren. In Worms wohnten die Kelten, die die Stadt Borbetomagus, Siedlung am kleinen Fluss, nannten.

Bei den Römern hieß die zur Metropole des Vangionengebietes aufgestiegene Stadt Civitas Vangionum, die Juden nannten sie Warmaisa.

Hier herrschte Burgunderkönig Gunther, und hier nahm die Tragödie der Nibelungen ihren Lauf, die zu Siegfrieds Tod durch Hagen von Tronje führte und mit dem Untergang am Hofe König Etzels endete.

Hierher kamen die Hunnen, hier siedelten die Alemannen und die Franken.

Hier, in der Wormser Königspfalz, weilte Karl der Große öfter und länger als in anderen Städten und hier heiratete er im Jahr 783. Die Abgesandten der Sachsen unterwarfen sich hier, Bayernherzog Tassilo warf sich hier dem Kaiser zu Füßen.

Hier betrat 1024 mit Konrad II. das Wormser Geschlecht der Salier den Königs- und 1027 den Kaiserthron.

Hier wurde 1048 der Salier Bruno von Egisheim zum Papst gewählt - er nahm den Namen Leo IX. an, und hier rang er in den Jahren 1048 und 1052 mit Kaiser Heinrich III. um die Herrschaft.

Hier nahmen die kaisertreuen Bürger 1073 den von den Fürsten im Stich gelassenen Kaiser Heinrich IV. in ihre Stadt auf und ermöglichten mit ihrer finanziellen und materiellen Unterstützung den Fortbestand des Kaisertums. Dieser Bund mit dem Kaiser überdauerte Jahrhunderte und wurde zum Schicksal der Stadt. Solche Treue gegenüber dem Kaiser findet man auch auf italienischem Boden: Siena, die kaisertreue Stadt der Gotik.
 

Heinrich IV. kniet vor Abt Hugo von Cluny und Mathilde von Tuszien
Heinrich IV. kniend als Büßer


Hier in Worms fiel im Jahr 1112 mit dem Wormser Konkordat die Entscheidung im Machtkampf zwischen Kaiser und Papst: das Papsttum wurde entscheidend gestärkt.

Hier verurteilte im Jahr 1235 Kaiser Friedrich II. den deutschen König Heinrich VII., seinen Sohn, zu lebenslanger Haft, und im Dom zu Worms wurde am 15. Juli 1235 die Trauung mit seiner dritten Gattin Elisabeth (span. Isabella) von England vollzogen, an der vier Könige, elf Herzöge, dreißig Grafen und Markgrafen, viele Kirchenfürsten und zahllose Ritter teilnahmen.

Hier hielten die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nationen weltgeschichtlich entscheidende Reichs- und Fürstentage ab.

Hier verabschiedete Kaiser Maximilian I. auf dem Reichstag im Jahr 1495 wichtige Reichsreformen wie den Ewigen Landfrieden zur Eindämmung des Fehdewesens, die Gründung des Reichskammergerichtes in Frankfurt als oberstes Berufungsgericht und die Einführung des Gemeinen Pfennigs, einer Kopfsteuer zur Sicherung der kaiserlichen Finanzen.

Hier stand 1521 Martin Luther vor Kaiser und Reich.

Hier schlossen 1743 die Abgesandten von England, Östereich und Sardinien das Wormser Traktat, das Maria Theresias Erbe regelte.

Als im Jahr 1806 der letzte Kaiser Franz II. die Reichskrone niederlegte und das Heilige Römische Reich deutscher Nationen erlosch, ging in Worms eine tausendjährige, glanzvolle Geschichte zu Ende. Die Stadt der Kaiser war plötzlich isoliert, mittellos und ohne Hilfe - sie war wieder da angekommen, wo vor Jahrtausenden ihr Aufstieg begann: Worms wurde (vorübergehend) zum Dorf.
 


Wappen der Nibelungenstadt Worms


Begleiten Sie uns nun auf unserem Rundgang durch die Stadt,
die wie keine andere im Mittelpunkt der deutschen Heldenlieder steht.

 

 

Vom Rhein zum Nibelungen-Museum und zum Rathaus

Vom Marktplatz über den Weckerlingsplatz zum Judenfriedhof

Der Wormser Dom und seine unmittelbare Umgebung

Vom Lutherdenkmal durch das Judenviertel zurück zum Rhein

Backfischfest in Worms

 

 

Übersichtskarte

 

 

Partnerstädte von Worms sind:  Auxerre in Frankreich, Bautzen in der Oberlausitz, Mobile in den USA, Parma in Italien, St. Albans in England und Tiberias in Israel.

 

 

Allgemeine Tipps:

 

 

   Anreise

Worms verfügt über Autobahnanbindungen auf beiden Rheinseiten. Die schönste Zufahrt zur Stadt hat man über die Nibelungenbrücke von den rechtsrheinischen Autobahnen A5 oder A67 kommend. Aber auch der Blick von der linksrheinischen A61 auf die Silhouette der Stadt mit ihren vielen Türmen ist beeindruckend.

Mit dem Zug erreichen Sie Worms auch, bis auf zwei EuroCity-Halte ist aber in Mainz oder Mannheim ein Umsteigen auf Nahverkehrszüge angesagt.
 

   Hotels

  Hotels buchen:
Hotel Reservation Service
 

   Jugendherberge

Besser kann eine Jugendherberge nicht liegen: Mitten in der Stadt, direkt am Dom und wenige Schritte von der Innenstadt entfernt.
www.jugendherberge.de
 

   Links

http://www.worms.de
http://www.worms-city.de/
http://www.dombauverein-worms.de/
 

   Literaturtipps


Geschichte der Stadt Worms von Gerold Bönnen

 

Geheimnisvolles Worms von Ulrike Schäfer

 

Nibelungenstadt Worms von Jörg Koch und Heinz Angermöller

 

Worms eine kleine Stadtgeschichte von Ralph Häussler

 

 

   Veranstaltungen

Nibelungen-Festspiele
Vor der einzigartigen Kulisse des Wormser Doms kann man seit 2002 das neue Nibelungen-Stück des erfolgreichen Dramatikers Moritz Rinke in der Inszenierung von Starregisseur Dieter Wedel erleben. In der meist ausverkauften Open-Air-Veranstaltung wurden Bühnengrößen wie Mario Adorf, Manfred Zapatka, Maria Schrader und André Eisermann von den Zuschauern begeistert gefeiert:

Wormser Backfischfest
Das größte Wein- und Volksfest am Rhein gibt es bereits seit 1933. Vom letzten Wochenende im August an leben während der Amtszeit des "Bojemääschter vun de Fischerwääd" neun Tage lang traditionsreiche Bräuche wieder auf.

Worms: Jazz and Joy
Seit 1991 findet jeweils Anfang Juli das Wormser Jazz-Festival statt.
Drei Tage lang liegt dann Jazz über der Domstadt, tausende Besucher strömen nach Worms, um mehr als dreißig nationale und internationale Bands auf mehreren Open-Air-Bühnen rund um den Kaiserdom zu genießen.



 





 




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Seite ergänzt: 07.09.2009