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Auf den ersten Blick
erscheint die Nibelungenstadt Worms mit ihren etwa 80.000 Einwohnern wie andere Städte
auch. Wenn man sich jedoch mit der Stadt und ihrer mehr als zweitausendjährigen
Geschichte etwas näher beschäftigt, stellt man fest, dass es nur
wenige Städte mit einer vergleichbaren geschichtlichen Bedeutung gibt.
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Worms gilt als die älteste Stadt Deutschlands.
Jedenfalls aus Sicht der Wormser. Die Einwohner von Trier sehen
das anders. Siedlungsspuren zeigen eine Besiedlung schon vor 6.000 Jahren. In
Worms wohnten die Kelten, die die Stadt Borbetomagus, Siedlung am
kleinen Fluss, nannten.
Bei
den
Römern hieß die zur Metropole des Vangionengebietes aufgestiegene
Stadt Civitas Vangionum, die Juden nannten sie Warmaisa.
Hier herrschte Burgunderkönig Gunther,
und hier nahm die Tragödie der Nibelungen ihren Lauf, die zu Siegfrieds
Tod durch Hagen von Tronje führte und mit dem Untergang am Hofe König
Etzels endete.
Hierher kamen die Hunnen, hier siedelten
die Alemannen und die Franken.
Hier, in der Wormser Königspfalz,
weilte Karl der Große
öfter und länger als in anderen Städten und hier heiratete er im Jahr 783. Die Abgesandten der Sachsen unterwarfen
sich hier, Bayernherzog Tassilo warf sich hier dem Kaiser zu
Füßen.
Hier betrat 1024 mit Konrad II. das Wormser
Geschlecht der Salier den Königs- und 1027 den Kaiserthron.
Hier
wurde 1048 der Salier Bruno von Egisheim zum Papst gewählt - er nahm
den Namen Leo IX. an, und hier rang er in den Jahren 1048 und
1052 mit Kaiser Heinrich III. um die
Herrschaft.
Hier nahmen die kaisertreuen Bürger 1073 den
von den Fürsten im Stich gelassenen Kaiser Heinrich IV. in ihre
Stadt auf und ermöglichten mit ihrer finanziellen und materiellen
Unterstützung den Fortbestand des Kaisertums. Dieser Bund mit dem
Kaiser überdauerte Jahrhunderte und wurde zum Schicksal der Stadt.
Solche Treue gegenüber dem Kaiser findet man auch auf italienischem
Boden: Siena, die
kaisertreue Stadt der Gotik.
 Heinrich IV. kniend
als Büßer
Hier in Worms fiel im Jahr 1112 mit dem Wormser Konkordat
die Entscheidung im Machtkampf zwischen Kaiser und Papst: das Papsttum
wurde entscheidend gestärkt.
Hier verurteilte im Jahr 1235
Kaiser Friedrich II. den deutschen König Heinrich VII., seinen Sohn,
zu lebenslanger Haft, und im Dom zu Worms wurde am 15. Juli 1235
die Trauung
mit seiner dritten Gattin Elisabeth (span. Isabella) von England
vollzogen, an der vier Könige, elf Herzöge, dreißig Grafen und Markgrafen,
viele Kirchenfürsten und zahllose Ritter teilnahmen.
Hier hielten die Kaiser des Heiligen
Römischen Reiches deutscher Nationen weltgeschichtlich entscheidende
Reichs- und Fürstentage ab.
Hier
verabschiedete Kaiser Maximilian I. auf dem Reichstag im Jahr 1495
wichtige Reichsreformen wie den Ewigen Landfrieden zur Eindämmung
des Fehdewesens, die Gründung des Reichskammergerichtes in Frankfurt
als oberstes Berufungsgericht und die Einführung des Gemeinen Pfennigs,
einer Kopfsteuer zur Sicherung der kaiserlichen
Finanzen. Hier stand 1521 Martin Luther vor
Kaiser und Reich.
Hier schlossen 1743 die Abgesandten von England,
Östereich und Sardinien das Wormser Traktat, das Maria Theresias
Erbe regelte. Als im Jahr 1806 der letzte Kaiser Franz II.
die Reichskrone niederlegte und das Heilige Römische Reich deutscher
Nationen erlosch, ging in Worms eine tausendjährige,
glanzvolle Geschichte zu Ende. Die Stadt der Kaiser war plötzlich
isoliert, mittellos und ohne Hilfe - sie war wieder da angekommen,
wo vor Jahrtausenden ihr Aufstieg begann: Worms wurde (vorübergehend)
zum Dorf.
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Partnerstädte von Worms sind: Auxerre
in Frankreich, Bautzen in der Oberlausitz, Mobile
in den USA, Parma in Italien, St. Albans in England und Tiberias
in Israel.
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Veranstaltungen
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Nibelungen-Festspiele Vor der einzigartigen Kulisse des Wormser Doms kann
man seit 2002 das neue Nibelungen-Stück des erfolgreichen Dramatikers Moritz
Rinke in der Inszenierung von Starregisseur Dieter Wedel erleben. In der meist
ausverkauften Open-Air-Veranstaltung wurden Bühnengrößen wie Mario Adorf, Manfred
Zapatka, Maria Schrader und André Eisermann von den Zuschauern begeistert
gefeiert:
Wormser
Backfischfest Das größte Wein- und Volksfest am Rhein gibt es bereits seit 1933.
Vom letzten Wochenende im August an leben während der Amtszeit des
"Bojemääschter vun de Fischerwääd" neun Tage lang traditionsreiche Bräuche
wieder auf.
Worms:
Jazz and Joy Seit 1991 findet jeweils Anfang Juli das Wormser
Jazz-Festival statt. Drei Tage lang liegt dann
Jazz über der Domstadt, tausende Besucher strömen nach Worms, um
mehr als
dreißig nationale und internationale Bands auf mehreren Open-Air-Bühnen rund um den Kaiserdom zu
genießen.
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