Lavanttaler Alpen (46b)



    Barbara-Haus

    1307 m, auf dem Ochsenkogel der Packalpe mit dem Talort Köflach.


    Die Köflacher Naturfreunde fanden sich Anfangs der 30er Jahre zusammen, eine Ortsgruppe des TVN gab es aber erst im Jahr 1945. Man mietete am Ochsenkogel zunächst ein heute noch bestehendes Haus an, das unter dem Namen 'Barbara-Hütte' geführt wurde. 1950 kam es zum Grundkauf, nach zweijähriger Planung und Baustoffbeschaffung erfolgte 1952 der erste Spatenstich und die Grundsteinlegung. Der Keller war Mitte Juli 1953 fertig, die Gleichenfeier fand am 9.10.1956 statt. Die Installations- und Ausbauarbeiten zogen sich bis zum Herbst 1961 hin. Anschließend erfolgte der schrittweise Ausbau für den Winter- und Sommerbetrieb. Am 23.5.1964 brachte man die Beschriftung "Barbara-Haus" an mit gleichzeitiger Anbringung des Vereinsabzeichens. Es war also ein langer Weg vom Grundstückskauf bis hin zur Fertigstellung, der mit den enormen Eigenleistungen der Mitglieder zu erklären ist. Die Erbauer waren meist Bergleute aus dem weststeirischen Kohlenrevier. Die heilige Barbara ist bekanntlich die Schutzpatronin der Bergleute, daher auch der Name "Barbara-Haus".
     

Barbara-Haus auf dem Ochsenkogel der Packalpe in den Lavanttaler Alpen mit dem Talort Köflach


    Die Legende berichtet, daß Barbara wahrscheinlich um 240 ihrer Schönheit wegen von ihrem heidnischen Vater in einen Turm gesperrt wurde. In der Einsamkeit ihres Verlieses bekehrte sich das Mädchen zum christlichen Glauben. Ihr Vater beabsichtigte, Barbara mit einem sehr begüterten Mann zu verheiraten. Das Mädchen erbat sich Bedenkzeit, erklärte dem Vater letztlich, daß sie nicht in diese Heirat einwilligen könne, da sie selbst Christin, ihr auserwählter Bräutigam aber noch Heide sei. Barbara wurde daraufhin von den römischen Besatzern gegeißelt, mit Fackeln gebrannt und ins Gefängnis geworfen. Nach der Haft verweigerte sie standhaft, dem christlichen Glauben abzuschwören. Sie wurde zum Tod durch das Schwert verurteilt. Noch vor ihrem Tod betete sie für alle Peiniger und bat für diese um Bewahrung von der Pest, Tod und dem Gericht Gottes. Durch die Standhaftigkeit seiner Tochter in Rage gebracht, griff Dioscurus nach dem Schwert und richtete sein eigenes Kind. Gleich nach dem Tod Barbaras ging ein entsetzliches Gewitter nieder und Dioscurus wurde vom Blitz erschlagen.


    Schon im Mittelalter wurde Barbara unter die 14 Nothelfer aufgenommen, seit dieser Zeit wird sie auch als Sterbepatronin verehrt. Damals war es üblich, beim ersten Anzeichen eines Gewitters mit Kirchenglocken zu läuten, da nach altem Volksglauben der Glockenklang alle dämonischen Mächte, so auch das Gewitter, vertreiben könne. So benannte man Glocken nach Heiligen. Barbara eignete sich dafür ganz besonders, da im Zusammenhang mit der Heiligen sowohl Gewitter als auch Feuer bekannt sind. Deswegen ist die heilige Barbara nicht nur die Schutzpatronin der Glockengießer, sie ist bekanntlich auch die Schutzpatronin der Bergleute, daher der Name "Barbara-Haus".
     

 



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