Glocknergruppe (40)



    Erzherzog-Johann-Hütte
    3454 m, von Kals bzw. dem Franz-Josefs-Haus aus zu erreichen.


    Die höchste Schutzhütte unseres Nachbarlandes gehört dem Österreichischen Alpenklub und liegt auf der Adlersruhe, der breiten und felsigen Graterhebung südöstlich des Kleinglockners.


    Erzherzog Johann, ein Sohn von Kaiser Leopold II, geboren am 20.1.1772 in Florenz, verstorben am 11.5.1859 in Graz, war österreichischer Feldmarschall und ein begeisterter Bergsteiger. Er wollte dem Tiroler Volk seine alte Verfassung wieder geben. In der Landesverfassung sah der Erzherzog nicht einen Akt der allerhöchsten Gnade, sondern ein dem Lande angeborenes Recht. Bis 1833 durfte er auf Metternichs Befehl sein Tirol nicht betreten, weshalb er seine Arbeit der Steiermark gewidmet hat, deren Volk man für weniger gefährlich hielt als die Tiroler. Aber Tirol hielt ihm die Treue, und im Kriegsjahr 1848, als Österreich im Aufstand seiner Völker unterzugehen drohte und Tirol im Süden von italienischen Freiheitsscharen bedroht wurde, genügte sein Aufruf, um die Tiroler zu den Fahnen zu holen.


    Erzherzog Johann war Förderer des alpinen Gedankens. Einige Erstersteigungen wurden auf seine Initiative hin durchgeführt, u.a. am Ortler 1804 und am Hochgolling in den Niederen Tauern. Im Jahre 1826 war er auf dem Ankogel und am 8.8.1828 versuchte er erstmals den Großvenediger über die NW-Wand zu durchsteigen, was aber wegen Lawinenabgang leider nicht gelang.


    Im Jahre 1800 errichteten die Männer des Grafen Salm, Fürstbischof zu Gurk, auf der Adlersruhe einen kleinen Unterstand.
     

Erzherzog-Johann-Hütte in der Glocknergruppe mit den Ausgangspunkten Kals und Franz-Josefs-Haus


    Der ÖAK wurde 1878 gegründet und beschloß schon im darauffolgenden Jahr auf Antrag des Mitgliedes Eduard Fischer Edler von Röslerstamm, das erforderliche Grundstück zu erwerben. 1880 konnte man schon die kleine Hütte eröffnen. In den Jahren 1891, 1895-1898 und 1907 wurden jeweils Vergrößerungen vorgenommen. Von 1926-1930 erfolgte eine Generalsanierung mit einem weiteren Zubau. In dieser Zeit errichtete man auch die Materialseilbahn von der Luckner-Hütte zur Adlersruhe. 1960 erfolgte erneut eine Generalsanierung sowie Zubau und Neugestaltung des Hütten-Mitteltraktes. Außerdem wird eine neue Berg- und Talstation erstellt. Hierbei wurde die Seilbahn talseitig verlängert. Neue Trag- und Zugseile waren erforderlich. Schließlich erfolgte 1989/90 ein ostseitiger Zubau mit Neugestaltung der Sanitäreinrichtungen.


    Der Österreichische Alpenklub verlor nach dem 1. Weltkrieg seine zweite, in Südtirol gelegene Hütte. Derzeit hat der Klub rund 400 Mitglieder. Der ÖAK ist eine Vereine und Nationalitäten übergreifende Gruppierung von Bergsteigerinnen und Bergsteigern mit leistungsbezogener Grundeinstellung. Aufnahmebedingungen sind in erster Linie die Ausführung schwieriger Bergfahrten in Fels und Eis als Seilerster, aber auch bemerkenswerte literarische, künstlerische oder wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet des Alpinismus. Bei Beitrittsanmeldungen sind Tourenbücher vorzulegen und die Namen zweier Bürgen aus dem Kreis der Klubmitglieder erforderlich.
     


Weitere Infos:
www.bergsteigen.at








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