Die höchste Schutzhütte unseres Nachbarlandes
gehört dem Österreichischen Alpenklub und liegt auf der Adlersruhe, der
breiten und felsigen Graterhebung südöstlich des Kleinglockners.
Erzherzog Johann, ein Sohn von Kaiser Leopold
II, geboren am 20.1.1772 in Florenz, verstorben am 11.5.1859 in Graz, war
österreichischer Feldmarschall und ein begeisterter Bergsteiger. Er wollte
dem Tiroler Volk seine alte Verfassung wieder geben. In der Landesverfassung
sah der Erzherzog nicht einen Akt der allerhöchsten Gnade, sondern ein dem
Lande angeborenes Recht. Bis 1833 durfte er auf Metternichs Befehl sein
Tirol nicht betreten, weshalb er seine Arbeit der Steiermark gewidmet hat,
deren Volk man für weniger gefährlich hielt als die Tiroler. Aber Tirol
hielt ihm die Treue, und im Kriegsjahr 1848, als Österreich im Aufstand
seiner Völker unterzugehen drohte und Tirol im Süden von italienischen Freiheitsscharen
bedroht wurde, genügte sein Aufruf, um die Tiroler zu den Fahnen zu holen.
Erzherzog Johann war Förderer des alpinen Gedankens. Einige Erstersteigungen wurden auf
seine Initiative hin durchgeführt, u.a. am Ortler 1804 und am Hochgolling
in den Niederen Tauern. Im Jahre 1826 war er auf dem Ankogel und
am 8.8.1828 versuchte er erstmals den Großvenediger über die NW-Wand zu durchsteigen,
was aber wegen Lawinenabgang leider nicht gelang.
Im Jahre 1800 errichteten
die Männer des Grafen Salm, Fürstbischof zu Gurk, auf der Adlersruhe einen
kleinen Unterstand.

Der ÖAK wurde 1878 gegründet und beschloß schon
im darauffolgenden Jahr auf Antrag des Mitgliedes Eduard Fischer Edler von
Röslerstamm, das erforderliche Grundstück zu erwerben. 1880 konnte man schon
die kleine Hütte eröffnen. In den Jahren 1891, 1895-1898 und 1907 wurden
jeweils Vergrößerungen vorgenommen. Von 1926-1930 erfolgte eine Generalsanierung
mit einem weiteren Zubau. In dieser Zeit errichtete man auch die Materialseilbahn
von der Luckner-Hütte zur Adlersruhe. 1960 erfolgte erneut eine Generalsanierung
sowie Zubau und Neugestaltung des Hütten-Mitteltraktes. Außerdem wird eine
neue Berg- und Talstation erstellt. Hierbei wurde die Seilbahn talseitig
verlängert. Neue Trag- und Zugseile waren erforderlich. Schließlich erfolgte
1989/90 ein ostseitiger Zubau mit Neugestaltung der Sanitäreinrichtungen.
Der Österreichische Alpenklub verlor nach dem
1. Weltkrieg seine zweite, in Südtirol gelegene Hütte. Derzeit hat der Klub
rund 400 Mitglieder. Der ÖAK ist eine Vereine und Nationalitäten übergreifende
Gruppierung von Bergsteigerinnen und Bergsteigern mit leistungsbezogener
Grundeinstellung. Aufnahmebedingungen sind in erster Linie die Ausführung
schwieriger Bergfahrten in Fels und Eis als Seilerster, aber auch bemerkenswerte
literarische, künstlerische oder wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet
des Alpinismus. Bei Beitrittsanmeldungen sind Tourenbücher vorzulegen und
die Namen zweier Bürgen aus dem Kreis der Klubmitglieder erforderlich.
Weitere Infos:
www.bergsteigen.at