Rax- und Schneeberggruppe (20)



    Ferdinand-Bürkle-Hütte
    1287 m, mit den Talorten Schneebergdörfl, Losenheim und Puchberg.


    Die auf der Nordseite des Schneebergs, in der Breiten Ries gelegene Hütte ist eine Unterkunft der Bergrettung. Benannt wurde sie nach Ferdinand Bürkle, einem Mitbegründer des Wiener alpinen Rettungswesens. Bürkle, geboren am 1.1.1857 in Bürs/ Vorarlberg, erhielt in Innsbruck eine Lehrerausbildung und wirkte sodann in Puchberg  über 20 Jahre als Lehrer. Er war strikter Vegetarier und trank keinen Alkohol. Er unterstützte die Dorfbewohner in jeder Weise, übernahm Amts- und Gerichtswege, und nach seiner Idee gründete man dort eine Milchgenossenschaft.


    Bürkle erwanderte und erkundete den über 2.000 m hohen Schneeberg systematisch. 1884 beging er mit Gefährten erstmals den Herminensteig. Dieser wurde benannt nach dem Vornamen der Frau seines vieljährigen Tourenbegleiters Dr. Knauer. Noch im gleichen Jahr beging er mit den Gefährten H.R. Schmitt, J. Grossinger und Moriz von Statzer den Grat zwischen Krummer- und Breiter Ries ebenfalls erstmals; er ist heute als Bürklesteig bekannt. 1899 gelang Bürkle mit den Gefährten Crespi, Dr. Otto Knauer und Moriz von Statzer die erste Begehung des Stadlwandgrates, der auch heute noch eine der schönsten Klettertouren am Schneeberg ist.
     

Ferdinand-Bürkle-Hütte in der Rax- und Schneeberggruppe mit den Talorten Schneebergdörfli, Losenheim und Puchberg


    Am 22.5.1896 gründete sich das "Alpine Wiener Rettungskomitee" mit dem Ziel, in Bergnot Geratenen Hilfe zu leisten. Noch im gleichen Jahr übernahm Ferdinand Bürkle die Leitung der Lokalstelle Schneebergdörfl, die er bis zu seiner schweren Erkrankung im Jahre 1902 führte. Nach seiner Versetzung in den Ruhestand 1903 zog es ihn wieder ins Brandnertal zurück, heiratete ziemlich spät und lebte als Landwirt bis zu seinem Tode am 30.12.1945.
     

 



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