Dachsteingebirge (14)



    Gjaidalmhütte
    1739 m, mit dem Talort Obertraun, auch Schilcher-Haus genannt.


    Anfang der 30er Jahre hat das ehemalige Österreichische Bundesheer begonnen, die Nordseite der Dachsteinhochfläche als alpines Übungsgebiet auszubauen. In dieser Zeit wurde vom Tallager Obertraun (jetzt Bundessportschule Obertraun) aus der Tragtierweg ausgebaut, das Lager Krippenbrunn (1550 m) errichtet und von Obertraun bis zur Gjaidalm eine Materialseilbahn (jetzt Gjaider Gondelbahn) errichtet. In diese Zeit fiel auch der Bau einer Mannschaftsbaracke auf der Gjaidalm. Alle Anlagen wurden zum Zeitpunkt des Anschlusses an das Deutsche Reich von der ehemaligen Wehrmacht übernommen und das Gebiet zum „Dachstein-Schießübungsplatz“ ausgebaut. Im Jahr 1945 wurde die Gjaider Mannschaftsbaracke von den Amerikanern an den Obertrauner Josef Schilcher mit Widmung übergeben, diese zu einer Touristenunterkunft herzurichten.


    1946 hat Schilcher damit begonnen, die Gjaidalmhütte entsprechend auszubauen und diese in den Folgejahren, je nach finanzieller Möglichkeit, zu einem leistungsfähigen Touristenbetrieb zu erweitern. Sie bietet gegenwärtig neben drei gemütlichen Gasträumen Unterkunftsmöglichkeit für 60 Personen. In die Zeit des Ausbaues fiel auch die großzügige Erschließung des Dachsteinmassivs durch den Bau der Dachsteinseilbahnen und dem damit verbundenen Aufschwung des Sommer- und Wintertourismus im nördlichen Bereich des Dachstein-Plateaus.


Gjaidalmhütte bzw. Schilcher-Haus im Dachsteingebirge mit dem Talort Obertraun


    Das „Schilcher-Haus“ war mehr als 50 Jahren in Familienbesitz. Der 1904 geborene Josef Schilcher war schon seit seiner frühesten Jugend mit dem Dachsteingebiet sehr verbunden. Er durchwanderte es im Sommer wie im Winter und wurde so zu einem der besten Kenner dieses Gebietes. Anfang der 30er Jahre legte er die staatliche Skilehrer- und Höhlenführerprüfung ab. Mit dem Ausbau des Schilcher-Hauses machte er in der Folge dieses auch zum Standort der Obertrauner Skischule, verbunden mit weiteren Standorten am Krippenstein und im Talort Obertraun. In seinem Wirken hat Josef Schilcher viel für die Erschließung des Tourismus im nördlichen Teil der Dachsteinhochfläche getan. Als Mitglied des örtlichen Bergrettungsdienstes hat er sich besondere Verdienste bei der Heilbronner Dachsteintragödie im Jahre 1954 erworben, wo er während der gesamten Suchaktion selbst mit dabei war und während dieser Zeit auf der Hütte die Suchmannschaften der Gendarmerie und des Bergrettungsdienstes beherbergte. Hierfür wurde Josef Schilcher mit dem Deutschen Verdienstkreuz und der Österreichischen Silbernen Verdienstmedaille ausgezeichnet. Er war bei vielen weiteren Alpineinsätzen und Bergungen beteiligt.


Gjaidalmhütte bzw. Schilcher-Haus im Dachsteingebirge mit dem Talort Obertraun 


    Josef Schilcher verstarb 1974 im Alter von 70 Jahren. Nach ihm führte sein Sohn Johann Schilcher mit Ehefrau Edda das Schutzhaus. Er war genau wie sein Vater staatlich geprüfter Skilehrer und Höhlenführer, weiter leitete er noch die Skischule Obertraun.


    Im Jahr 2006 verkaufte Johann Schilcher jun. das Anwesen an Michael Haid, den früheren Hüttenwirt der Simonyhütte, der es in den Folgejahren renovierte.

    Der Aufstieg von Obertraun ist recht lang. Am leichtesten erreicht man das Haus mit der Dachsteinbahn, deren 3. Teilstrecke fast in Hausnähe führt.


    Von der Gjaidalm aus ist die Simonyhütte, das Wiesberghaus und die Adamek-Hütte zu erreichen, die für Gipfelbesteigungen weitaus günstiger liegen.


    Im Winter herrscht auf der Gjaidalm reger Skibetrieb. 



Weitere Infos:
www.gjaid.at








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