Rax- und Schneeberggruppe (20)



    Hakoah-Hütte
    980 m mit dem Ausgangspunkt Semmeringpaßhöhe.


    Diese Hütte wurde 1928 von dem Wiener Ski- und Touristenklub "Hakoah" auf der steirischen Seite des Semmering erbaut. Mitbegründer und Präsident war Rudolf Böhmer, der sich für den Hüttenbau in Blockbauweise stark einsetzte. In Österreich war "Hakoah" ein großer jüdischer Sportverband mit vielen Vereinen, in denen fast alle Sportarten betrieben wurden. Dieser Verband gehörte dem Makobi-Weltverband an, der seit 1921 bestand.
     

Hakoah-Hütte in der Rax- und Schneeberggruppe mit dem Ausgangspunkt Semmeringpaßhöhe


    Der Klub bestand aus rein jüdischen Mitgliedern, die sich leider nur 10 Jahre an ihrer Hütte erfreuen konnten. Mit der Einverleibung Österreichs in das "Großdeutsche Reich" wurde das Bauwerk beschlagnahmt. Die Wiener Polizei bekam es übereignet und nutzte es als Erholungsheim, bis schließlich in den letzten Kriegstagen die Hütte als Gefechtstand der 9. Gebirgsdivision genutzt wurde.


    Nach Kriegsende erfolgte die Rückgabe der Hütte an den wieder entstandenen Klub mit Sitz in Mödling im Rahmen der Wiedergutmachung. Der Klub ist Mitglied der Österreichischen Bergsteigervereinigung in Wien und dieser ist Mitglied des Verbandes Alpiner Vereine Österreichs (VAVÖ). Die bewirtschaftete Hütte mit 10 Betten und 25 Lagern wurde immer seltener besucht, bis sich der Klub entschloß, wegen Unrentabilität die Hütte zu verkaufen. Sie ist seit 1978 in Privathand und für die Öffentlichkeit nicht mehr zugängig. Im Inneren der Hütte erinnert der Judenstern auch heute noch an den Klub "Hakoah" und dessen Präsidenten.


    Der 1292 m hohe Pinkenkogel ist der Hüttenberg.




Seite weiterempfehlen






noch oben
 

Home