Im Schoße des niederösterreichischen Gebirgsvereins
hat sich die alpine Gesellschaft "D'Kienthaler" gebildet. Der
Name der Gesellschaft leitet sich, Überlieferungen zufolge, von den bevorzugten
Wanderungen der Freunde durch das schattige "Kienthal" in der
Hinterbrühl ab. 1892 war das Gründungsjahr. Schon im darauffolgenden Jahr
bekam man einen geeigneten Platz zum Hüttenbau.

Bereits am 13.9.1896 konnte die Hütte am Turmstein
im Beisein von 400 Besuchern feierlich eröffnet werden. Während der Ausflugszeit
war die Hütte an den Wochenenden bewirtschaftet. 1898 traten sieben alpine
Gesellschaften, darunter auch die Kienthaler, aus dem NÖGV aus und wurden
selbständig. Unter dem Obmann Ferdinand Mayr, der seit 1893 fast 40 Jahre
wirkte, von den Kienthalern liebevoll 'Vater Mayr' genannt, wurde ein Hüttenzubau
angeregt. 1936/37 erfolgte die Erweiterung der Hütte mit neuen Toilettenanlagen.
Das Frühjahr 1938 brachte durch die Vereinigung
Österreichs mit Deutschland einschneidende Veränderungen. Alle alpinen Gesellschaften
mußten ihre Eigenständigkeit aufgeben und sich dem DAV anschließen. Man
trat der Sektion Austria im DAV als Klubgesellschaft bei. Während des 2.
Weltkrieges ruhte weitgehend das Leben der Gesellschaft. 1946 wurden in
einer Mitgliederversammlung die DAV-Satzungen außer Kraft gesetzt und man
trat dem ÖTK bei.

Mit der Stützmauer an der Hütte hatten die
Kienthaler mehrmals Schwierigkeiten. 1975 stürzte ein Großteil davon den
Hang hinunter. Diesen Schaden konnte man erst 1977 in mühevoller Arbeit
beheben. 1978 wurde von der Anna-Quelle eine Schlauchleitung zur Hütte gelegt.
Schank und Küche hatten somit Wasser. Die ewige Wasserschlepperei entfiel,
was man als reinen Luxus empfand.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Bewirtschaftung
der Hütte immer schwieriger, und da sich im Laufe der Zeit die Mehrzahl
der aktiven Mitglieder der Sektion nach Neunkirchen verlagerte, wurde im
Jahre 1973 der Sitz des Vereins nach Neunkirchen verlegt.
Beliebter Hüttenzustieg vom Weichtal (Höllental)
über den Ferdinand-Mayer-Weg oder durch die romantische Weichtalklamm. Von
der Edelweiß- oder Sparbacherhütte auf dem Fadenweg zur Hütte. Die alpine
Gesellschaft Kienthaler im ÖTK besitzt noch eine zweite Bergunterkunft.
Es ist dies die Alpenrosenhütte in einer Höhe von 1260 m unterhalb des Sauwandgipfels
bei Mariazell.