Rax- und Schneeberggruppe (20)



    Kienthaler-Hütte
    1380 m am Fuße des 1416 m hohen Turmstein. Talort ist das Weichtalhaus im Höllental.


    Im Schoße des niederösterreichischen Gebirgsvereins hat sich die alpine Gesellschaft "D'Kienthaler" gebildet. Der Name der Gesellschaft leitet sich, Überlieferungen zufolge, von den bevorzugten Wanderungen der Freunde durch das schattige "Kienthal" in der Hinterbrühl ab. 1892 war das Gründungsjahr. Schon im darauffolgenden Jahr bekam man einen geeigneten Platz zum Hüttenbau.
     

    Kienthaler-Hütte am Turmstein in der Rax- und Schneeberggruppe mit Weichtalhaus im Höllental als Ausgangsort


    Bereits am 13.9.1896 konnte die Hütte am Turmstein im Beisein von 400 Besuchern feierlich eröffnet werden. Während der Ausflugszeit war die Hütte an den Wochenenden bewirtschaftet. 1898 traten sieben alpine Gesellschaften, darunter auch die Kienthaler, aus dem NÖGV aus und wurden selbständig. Unter dem Obmann Ferdinand Mayr, der seit 1893 fast 40 Jahre wirkte, von den Kienthalern liebevoll 'Vater Mayr' genannt, wurde ein Hüttenzubau angeregt. 1936/37 erfolgte die Erweiterung der Hütte mit neuen Toilettenanlagen.


    Das Frühjahr 1938 brachte durch die Vereinigung Österreichs mit Deutschland einschneidende Veränderungen. Alle alpinen Gesellschaften mußten ihre Eigenständigkeit aufgeben und sich dem DAV anschließen. Man trat der Sektion Austria im DAV als Klubgesellschaft bei. Während des 2. Weltkrieges ruhte weitgehend das Leben der Gesellschaft. 1946 wurden in einer Mitgliederversammlung die DAV-Satzungen außer Kraft gesetzt und man trat dem ÖTK bei.
     

    Kienthaler-Hütte in der Rax- und Schneeberggruppe


    Mit der Stützmauer an der Hütte hatten die Kienthaler mehrmals Schwierigkeiten. 1975 stürzte ein Großteil davon den Hang hinunter. Diesen Schaden konnte man erst 1977 in mühevoller Arbeit beheben. 1978 wurde von der Anna-Quelle eine Schlauchleitung zur Hütte gelegt. Schank und Küche hatten somit Wasser. Die ewige Wasserschlepperei entfiel, was man als reinen Luxus empfand.

    Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Bewirtschaftung der Hütte immer schwieriger, und da sich im Laufe der Zeit die Mehrzahl der aktiven Mitglieder der Sektion nach Neunkirchen verlagerte, wurde im Jahre 1973 der Sitz des Vereins nach Neunkirchen verlegt.

    Beliebter Hüttenzustieg vom Weichtal (Höllental) über den Ferdinand-Mayer-Weg oder durch die romantische Weichtalklamm. Von der Edelweiß- oder Sparbacherhütte auf dem Fadenweg zur Hütte. Die alpine Gesellschaft Kienthaler im ÖTK besitzt noch eine zweite Bergunterkunft. Es ist dies die Alpenrosenhütte in einer Höhe von 1260 m unterhalb des Sauwandgipfels bei Mariazell.


Weitere Infos:
www.kienthaler.at








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