Randgebirge östlich der Mur (47)



    Ottokar-Kernstock-Haus
    1619 m, auf dem Rennfeld, mit Bruck a.d. Mur als Talort oder auch Kapfenberg und St. Marein im Mürztal.


    Der Namengeber des Hauses lebte von 1848-1928. Kernstock studierte zunächst Rechtswissenschaft an der Universität Graz. Unerwartet trat er 1867 in das Chorherrenstift Vorau ein, wo er 1871 zum Priester geweiht wurde. 1889 ging sein Herzenswunsch in Erfüllung, er wurde Pfarrherr von Festenburg. Hier kam seine wissenschaftliche und dichterische Begabung voll zur Entfaltung.


    Neben archäologischen und historischen Arbeiten war es vor allem seine spätromantische Lyrik, die ihn über die Grenzen des Landes bekannt machten. Sein Gedicht "Sei gesegnet ohne Ende" wurde der Text der Österreichischen Nationalhymne von 1929-1938. Die philosophische Fakultät der Universität Graz verlieh ihm 1919 die Ehrendoktorwürde. Kernstock war Ehrenmitglied der Sektion Bruck a. d. Mur des DuOeAV.
     

Ottokar-Kernstock-Haus auf dem Rennfeld im Randgebirge östlich der Mur mit den talorten Bruck, Kapfenberg und St. Marein im Mürztal


    Das äußere Vorbild für das Schutzhaus war das Geburtshaus von Peter Rosegger, der Kluppeneggerhof, in der Waldheimat in Alpl bei Krieglach. Damit wollte der Alpenverein auch diesem großen Dichter ein Denkmal setzen.


    An der Hütteneinweihung am 30.7.1911 nahm der Namengeber teil, Peter Rosegger mußte krankheitsbedingt absagen. Er tat dies mit dem Vers:
     

"Ich kann nicht zu Berg, der Pegasus gar
Versagt mir den Dienst zu Ritte,
grüßt mir den Sangmeister Ottokar,
Seine Lieder und seine Hütte!"


    Als Kernstocks Leitmotiv stand an diesem Festtag sein Spruch:
     

"Wer von der Berge hohen Warten
Hinunter schaut im Sonnenschein
auf Gottes weiten Erdengarten,
ahnt, was es heißt, im Himmel sein."


Ottokar-Kernstock-Haus auf dem Rennfeld im Randgebirge östlich der Mur mit den talorten Bruck, Kapfenberg und St. Marein im Mürztal


    Das Haus brannte am 29.7.1949 aus ungeklärter Ursache ab. Die Brucker OeAV-Sektion hat das Haus unverzüglich wieder aufgebaut, unter Berücksichtigung neuzeitlicher Bedürfnisse. Am 5.8.1951 konnte man die Einweihung begehen. Man nennt es jetzt "Neues-Ottokar-Kernstock-Haus". In Bruck an der Mur gibt es eine Kernstockstraße, darin hat die OeAV-Sektion zufällig ihre Geschäftsstelle.

    Es gibt auch noch eine Kernstock-Hütte (1261 m), die auch unter dem Namen Hildegard-von-Bingen-Naturhaus bekannt ist. Das auf dem Masenberg-Gipfel gelegene, privat geführte Schutzhaus war früher im Besitz des Österreichischen Touristenklubs und wird ganzjährig bewirtschaftet. Die Talorte sind Hartberg, Pöllau oder Vorau. Ottokar Kernstock war Mitglied des ÖTK.
     

Kernstock-Hütte auf dem Masenberg-Gipfel mit den Talorten Hartberg, Pöllau oder Vorau


    Seit einiger Zeit kann die Kernstock-Hütte mit dem Auto angefahren werden. Dies bewog den ÖTK, das Gebäude zu verkaufen, da durch den Straßenbau der Hüttencharakter verloren ging. Es ist heute ein privates Gasthaus mit dem alten Namen.


Weitere Infos:
www.bergsteigen.at




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