Schladminger Tauern (45b)



    Preintalerhütte
    1656 m, auf der Waldhornalm mit dem Talort Schladming.


    Im 4. Wiener Gemeindebezirk trafen sich Anfangs der Achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts Freunde im Gasthaus "Goldenes Sieb" in der Paniglgasse. Man traf sich regelmäßig an einem festen Wochentag und an Sonntagen machte man Ausflüge in den Wiener Wald, die mit der Zeit auch auf die Voralpen ausgedehnt wurden. Auch alpine Ziele wie Rax und Schneeberg lockten. Aus der Gruppe entstand in der Folge eine Alpine Gesellschaft. Man wollte sich zunächst Enzian nennen, dies lehnte die Behörde mit der Begründung ab, daß es eine solche schon gebe.


    Als Arbeitsgebiet wählte man die Gegend um Gippel und Göller in Niederösterreich, zu deren Füßen das Preintal liegt. Der Preinbach wird beim Ort Naßwald vom Naßbach aufgenommen. In dieser Gegend wirkte Georg Hubmer (1755-1833), der als "Raxkönig" bezeichnet wurde. Mit seinen Leuten schlugen sie Holz für die Stadt Wien und die Erzbetriebe in der Steiermark. Er baute 450 m lange Stollen und Kanäle, in denen das Holz zum Schwarzafluß in das Höllental geleitet wurde.


    Der Name der Gesellschaft "Preintaler" kommt somit von dem schönen Hochtal mit dem Preinbach; er hat also mit "Prein" im Raxgebiet nichts zu tun. Die Gründungsversammlung war am 6. Mai 1885. Zweck der neu gegründeten Gesellschaft war u.a. die "Förderung des Touristenwesens sowie jeder Art alpiner Angelegenheiten". Man trat kooperativ dem Österreichischen Alpenklub (ÖAK) bei. Mehrere Mitglieder der "Preintaler" waren im ÖAK führend tätig.
     

Preintaler-Hütte in den Schladminger Tauern mit Schladming als Talort


    Unter dem Präsidenten Edmund Forster wandte man sich den weitgehend unbekannten Schladminger Tauern als Arbeitsgebiet zu. Am 29.10.1888 beschloß man, in diesem Gebiet "Wegemarkierungen zu schaffen und Gedenkbücher auf den Gipfeln zu hinterlegen". Im Herbst 1890 wurde als Standort der geplanten Schutzhütte die Waldhornalpe im Herzen des Arbeitsgebietes gewählt und dort ein Grundstück mit einer Größe von 30 Quadratklaftern (ca. 97 qm) erworben. Im Frühsommer wurde unter dem Obmann Hans Wödl die Hütte fertiggestellt und am 15.8.1891 als Preintalerhütte feierlich eröffnet. Die Baukosten betrugen 934,68 Gulden. Ab 1911 wurde die Hütte im Sommer bewirtschaftet. Die erste Erweiterung stand 1921 an, eine weitere gab es 1926. Abermalige Erweiterung im Jahr 1955 (12 Betten, 50 Lager, größeres Gästezimmer). Neue Sanitäranlagen schuf man 1957. Einen Küchenneubau, Pächter- und Personalraum gab es 1962. Hierbei erfolgte gleichzeitig der Bau einer Materialseilbahn. 1974 plante man den Totalumbau, der dann in den Jahren 1976-1981 erfolgte.


    Anzumerken ist, daß die Alpine Gesellschaft "Preintaler" nie mehr als 35 Mitglieder hatte. Sehr viel Idealismus und Einsatzbereitschaft brachte man auf, an die Mitglieder wurden höchste Anforderungen gestellt. Aus kleinsten Anfängen entstanden im Laufe der Jahrzehnte 3 stattliche Schutzhäuser und ein sehr beachtliches Wegenetz. Dies alles wurde zum überwiegenden Teil aus eigener Kraft geschaffen, ohne Zweifel eine große Leistung für so wenige Menschen.


    Neben dieser Hütte und der
    Hans-Wödl-Hütte besitzen die "Preintaler" auch noch die Golling-Hütte im Steinriesental. Die Golling-Hütte wurde nach dem Hausberg Hochgolling (2863 m) benannt.


    Die Preintalerhütte ist die wichtigste Bergsteigerunterkunft in den Schladminger Tauern. Man erreicht sie von Schladming aus auf guter Straße bis zum Gasthaus Riesachfälle im Untertal mit anschließendem Fußweg entlang den gleichnamigen Wasserfällen über die Gföller-Alm zum Riesachsee und an den Almen vorbei zur Hütte.


    Die Hausberge sind der Höchstein 2543 m und die 2747 m hohe Hochwildstelle. 


Weitere Infos:
www.preintaler.at




Seite weiterempfehlen






noch oben
 

Home