Dolomiten (52)



    Rifugio Locatelli
    ( heute Dreizinnenhütte oder Rifugio Tre Cime )
    2405 m, mit dem Fischleintal bei Sexten als Ausgangsort bzw. die Auronzohütte.


    Die 1936 von der CAI-Sektion Padova (Padua) erbaute Schutzhütte wurde nach dem Sektionsmitglied Locatelli benannt, einem italienischen Offizier, der im Abessinienfeldzug mit der Goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet wurde.

    Der Hüttenname „Locatelli“ hat sich nie eingebürgert. Nach wie vor wird sie der Lage entsprechend „Dreizinnenhütte“ genannt. Der italienische Name ist „Rifugio Tre Cime“. In unmittelbarer Nähe stand früher die von der DuOeAV-Sektion Oberpustertal erbaute Dreizinnenhütte. Viele Jahre war der bekannte Bergführer Sepp Innerkofler hier Hüttenwirt. Der „Sepp“, wie er allgemein genannt wurde, war um die Jahrhundertwende einer der bedeutendsten Bergsteiger Südtirols. Durch die Erstersteigung der Nordwand der Kleinen Zinne ohne Verwendung von Haken hat er sich selbst ein Denkmal gesetzt. Sein Leben hat er am 4.7.1915 am Paternkofel für seine Österreichische Heimat geopfert. Für die Tiroler ist er ein Held und auch von seinen Feinden wurde er hoch geschätzt.
     

Rifugio Locatelli in den Dolomiten mit Sexten bzw. Auronzohütte als Ausgangsort


    Durch die Kriegsereignisse 1914/1918 wurde die Hütte total zerstört. Das neue Bauwerk ist das am meisten besuchte Schutzhaus im Naturpark Sextener Dolomiten. Es liegt nahe an den Nordwänden der Drei Zinnen auf dem Toblinger-Riedl-Sattel, zwischen Paternkofel und Sextener Stein.

    In der Zeitung „Dolomiten“ vom 23.9.1997 war zu lesen, daß der italienische Alpenverein CAI für Sepp Innerkofler eine Feier veranstaltet und ihm zu Ehren eine Büste und eine Gedenktafel an der Stelle des alten Zinnenhauses enthüllt hat. So erfreulich dies auch ist, richtiger wäre es gewesen, das Schutzhaus auch im italienischen Sprachgebrauch nach ihm zu benennen. Dies würde der einheimischen Bergsteigerschaft und ebenso der österreichischen und deutschen Bergsteiger insgesamt entsprechen.
     

Rifugio Locatelli in den Dolomiten mit Sexten bzw. Auronzohütte als Ausgangsort


    Mittlerweile sprechen die italienischen Alpinisten kaum mehr von der „Locatelli-Hütte“, sondern nennen das Haus seiner ureigentlichen Bestimmung und Lage zufolge Rifugio Tre Cime bzw. Dreizinnenhütte. Hat Locatelli mit den Drei Zinnen nicht doch mehr zu tun als irgendein Tourist?

    Der Schriftsteller Karl Springenschmid schrieb das Buch „Der Sepp“, es ist der lesenswerte Lebensroman des Sepp Innerkofler.

    Die Gipfelziele sind Paternkofel (2744 m), Schusterplatte (2957 m), Toblinger Knoten (2617 m) und Oberbachemspitze (2698 m).


Weitere Infos:
www.altemontagne.it




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