Randgebirge östlich der Mur (47)



    Roseggerhaus
    1588 m, auf der Pretulalpe, mit den Talorten Ratten bzw. Mürzzuschlag.


    Der Initiator zu diesem Hüttenbau war der Skipionier Toni Schruf, der erstmals 1890 in Mürzzuschlag den Skilauf in Mitteleuropa eingeführt hat. Er war aber schon zuvor als Hüttenbauer in diesem Raum in Erscheinung getreten. Am 13.2.1891 stand Toni Schruf mit den Steirern Walter Wendrich und Max Kleinoschegg erstmals mit Skiern auf dem benachbarten 1782 m hohen Stuhleck. In alpinen Zeitungen rief Toni Schruf zum Bau des "Rosegger-Hauses" auf und sammelte hierzu Spenden.

    Der Dichter war zwar von der ihm zugedachten Ehrung nicht erbaut, verabscheute er doch den Namenskult, aber gegen Schrufs Hartnäckigkeit war er machtlos. So fügte sich Rosegger in das Unvermeidliche und gestattete die Namengebung. Am 24.6.1900 konnte man die Einweihung begehen, an der der Namengeber wegen böser Atembeklemmungen leider nicht teilnehmen konnte. Obmann Toni Schruf bezeichnete in seiner Einweihungsrede das Roseggerhaus als Geburtsstätte der "Rosegger-Gesellschaft".
     

Rosegger-Schutzhaus auf der Pretulalpe im Randgebirge östlich der Mur mit dem Talort Mürzzuschlag bzw. Ratten


    Peter Rosegger (1843-1918) war der Sohn eines Gebirgsbauern, wurde in Alpl bei Krieglach geboren und begann nach einer Schneiderlehre mit steirischen Mundartgedichten. Durch seine in der Heimat verwurzelten autobiographischen Schriften und Romane wurde er zu einem der bekanntesten Volksschriftsteller. Seine Werke sind u.a. "Als ich noch der Waldbauernbub war", "Erdsegen", "Die Schriften eines Waldschulmeisters", "Das ewige Licht", "Jakob der Letzte", "Zither und Hackbrett". Rosegger gab auch jahrzehntelang die Monatszeitschrift "Heimgarten" heraus. Für seine Heimatgemeinde stiftete Rosegger 1902 die Waldschule. Er war dreifacher Ehrendoktor, u.a. auch von der Universität Heidelberg.


    Rosegger-Schutzhaus auf der Pretulalpe im Randgebirge östlich der Mur mit dem Talort Mürzzuschlag bzw. Ratten


    Das Roseggerhaus war von 1912 bis 1917 im Besitz des alpinen Vereins "D'Stoanwandler" und ging anschließend in das Eigentum des Österreichischen Wintersportclubs über. 1940 brannte das Haus ab. Der damalige Pächter Hans Fischer baute 1946 das Haus etwas unterhalb des früheren Standorts, teilweise unter Verwendung des noch brauchbaren Materials, in Eigenregie wieder auf. Die Bundesleitung der Naturfreunde Österreichs in Wien erwarb es 1950 und vergrößerte es in den Jahren 1953-1954. Der Ortsgruppe Ratten des TVN wurde es 1968 zur Betreuung übergeben, die 1973 weitere Um- und Ausbauarbeiten vornahm. Das Roseggerhaus fiel am 27.5.1989 einem Großbrand zum Opfer. Die Ortsgruppe Ratten des TVN begann unverzüglich mit der Wiedererrichtung. Die Neueröffnung fand am 8.9.1991 statt. Der Kostenaufwand lag bei rund 9 Millionen Schilling. 


Rosegger-Schutzhaus auf der Pretulalpe im Randgebirge östlich der Mur mit dem Talort Mürzzuschlag bzw. Ratten

Rosegger-Schutzhaus im Winter 1989/1990


Weitere Infos:
www.nfhouse.org




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