Glocknergruppe (40)



    Schwarzenberghütte
    (ehemals Mainzer Hütte)
    2269 m, mit Ferleiten als Talort.


    Die oberhalb des Fuschertales in hochalpiner Lage gelegene Schutzhütte wurde als Schwarzenberghütte 1882 von der Sektion Austria des DuOeAV aus Wien erbaut. Schon wenige Wochen später wurde sie durch Herbststürme schwer beschädigt, die Schäden wurden unverzüglich behoben. 6 Jahre später wurde das Bauwerk durch eine Lawine zerstört. Entmutigt gab die Wiener Sektion Austria die zerstörte Hütte an die Sektion Mainz ab, die sodann den Neuaufbau wagte. Die Einweihung erfolgte 1897.

    Eine Frühjahrslawine von der Hohen Dock verwüstete die Schwarzenberghütte erneut im Jahr 1904. Teile des Erdgeschosses waren nach Wiederherstellung noch benutzbar. Noch im gleichen Jahr baute die Mainzer AV-Sektion ein neues Schlafhaus in versenkter Lage, um vor Lawinenabgängen sicherer zu sein. Als „Neue Mainzer Hütte“ nahm man den Betrieb wieder auf und die Hütte war vor dem 1. Weltkrieg die meist besuchte Schutzhütte im Glocknergebiet.
     

Schwarzenberg-Hütte in der Glocknergruppe mit Ferleiten als Talort


    Nach dem Bau der Großglockner-Hochalpenstraße 1935 vereinsamte die Hütte. Als Sorgenkind des Alpenvereins wurde sie kurz vor dem Ende des 2. Weltkriegs für 30.000 RM an den Österreichischen Gebirgsverein verkauft. Kurze Zeit später zerstörte ein erneuter Lawinenabgang das Bettenhaus. Den weiteren Verfall des Altbaus verhinderte die OeAV-Sektion Zell am See. Sie richtete die Baureste so her, daß eine Notunterkunft bestand. Diese betreute sie etwa 30 Jahre.

    Nach der Einrichtung des Nationalparks Hohe Tauern wurden Gelder zum Schutzhüttenbau bereitgestellt, und so entschloß sich der ÖGV im OeAV zum Wiederaufbau im Schutze eines überdimensionierten Lawinensporns. Hierbei leisteten Sektionsmitglieder ca. 2000 Arbeitsstunden. Die Einweihung und Inbetriebnahme war im September 1986.

    Dem Hüttenbauwerk gab man seinen ursprünglichen Namen wieder. Der Namengeber war der Kirchenfürst Kardinal Friedrich Johann Cölestin Prinz zu Schwarzenberg (1809-1885) aus der Habsburgermonarchie. Diesem wird die erste touristische Ersteigung des Großen Wiesbachhorns im Jahr 1841 zugeschrieben. Als 60-jähriger Erzbischof von Prag hatte er noch zweiwöchige Touren im Glocknergebiet unternommen. Auch später im Alter von 75 Jahren sah man ihn noch in der Bergwelt.

    Die Schwarzenberghütte bietet ein großartiges Panorama in der östlichen Glocknergruppe. Gipfelziele sind Hohe Dock (3348 m), Bratschenkopf (3412 m), Wiesbachhorn (3564 m), Klockerin (3422 m) und Bärenkopf (3306 m). All diese Touren setzen alpine Erfahrung und gute Ausrüstung voraus. Der Hüttenzugang von Ferleiten heißt heute noch „Mainzer Weg“.


Weitere Infos:
www.dav-huettensuche.de




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