Dieses Schutzhaus trägt den Namen eines
der größten und frühesten Verfechter des führerlosen
Bergsteigens, des Wieners Emil Zsigmondy, geboren am 11.8.1861, Erstersteiger
(gemeinsam mit seinem Bruder Otto) des Feldkopfes in den Zillertaler Alpen,
heute auch als Zsigmondy-Spitze bekannt. Ihm gelang auch die Erstersteigung
der Kleinen Zinne. Emil Zsigmondy schrieb mit 20 Jahren das Standardwerk
"Gefahren in den Alpen". Die Überschreitung des Meije-Gipfelgrates
war den Brüdern Zsigmondy mit Ludwig Purtscheller bereits geglückt.
Zehn Tage später stiegen beide Brüder mit Professor Schulz nochmals
zur Meije auf, wobei in der Südwandführe ein Seil riß und
Emil aus der Wand stürzte und etwa 600 m tief auf dem Gletscher zerschmettert
liegen blieb; dies geschah am 6.8.1885.
Der Namenszusatz Comici wurde 1938 hinzugefügt
nach dem italienischen Alpinisten und Bergführer Emilio Comici (1901-1940)
aus Trient, der mit dem Wiener Sepp Brunnhuber viele Erstbegehungen unternahm.
Comici gilt als Pionier des 6. Grades. Sein Hauptwirkungsgebiet waren die
Dolomiten. Auch er verunglückte beim Klettern durch Seilriß an
der Gardezzawand im Grödenertal, wo er die letzten Jahre das Bürgermeisteramt
von Wolkenstein versah.

Die erste Zsigmondy-Hütte stand ca. 100
m von der heutigen entfernt. Geschaffen wurde sie vom Österreichischen
Alpenklub im Jahr 1886. Otto Zsigmondy war in dieser Zeit 2. Vorsitzender
des ÖAK. Die unbewirtschaftete Hütte wurde im Winter 1887/1888
durch eine Lawine beschädigt, sogleich aber wieder in Ordnung gebracht.
1902 wurde die Hütte erstmals vergrößert und von hier an
auch bewirtschaftet. Eine bedeutende Erweiterung wurde 1908 vorgenommen.
Im 1. Weltkrieg wurde das inzwischen zu einem stattlichen Haus erweiterte
Gebäude von italienischer Seite am 8.7.1915 in Brand geschossen und
total zerstört. Die Sektion Padua des CAI schuf 1926 einen Neubau und
benannte ihn Rifugio Benito Mussolini. Während des 2. Weltkrieges wurde
das Haus ausgeplündert und stark beschädigt, insbesondere am Dach.
Die Wiederherstellung erfolgte bereits 1946.
Weitere Infos:
http://enrosadira.it/rifugi/zsigmond.htm