Gebirgsstraßen und Pässe
    
Brackvennsattel
(Mützenich, Brackvenn)
    



Der Brackvennsattel liegt nahe der deutsch-belgischen Grenze oberhalb der Ortschaft Mützenich am Rand des Naturpark Hohes Venn - Eifel. Über den Brackvenn verläuft die bei Monschau beginnende und über Mützenich nach Eupen führende Landstraße L214. Von dem kleinen Parkplatz auf der Scheitelhöhe kann man zu der etwas weiter nördlich gelegenen, höchsten Erhebung der Städteregion Aachen wandern, zum 659 Meter hohen "Steling". Der Brackvennsattel und die Ortschaft Mützenich liegen in einer deutschen Enklave, denn sie werden durch die zu Belgien gehörende Trasse der früher von Luxemburg nach Aachen führenden "Vennbahn" von den Nachbarorten Monschau und Imgenbroich abgetrennt. Nachdem die Belgische Staatsbahn im Jahr 1989 den Eisenbahnverkehr auf der unrentablen Strecke einstellte, verkehrte hier bis 2001 noch eine Museumsbahn, danach wurden die Gleise demontiert und die Trasse zu einem durch Deutschland führenden belgischen Fahrradweg umgebaut.



Ortseinfahrt von Imgenbroich, dem östlichen Talort des Brackvennsattels im Hohen Venn


Wir starten unsere Tour durch das Hohe Venn bei strahlend blauem Himmel, und je näher wir der Eifel kommen, desto dunkler wird der Himmel. Als bei Simmerath dann auch noch Nieselregen einsetzt, holen wir die am USB-Kabel hängende GoPro hinter die Windschutzscheibe, um einen Nässeschaden zu vermeiden. Kurz darauf erreichen wir auf der L246 die Gemeinde Imgenbroich, den östlichen Talort des Brackvennsattels.



Auf der Kreisstraße 16 zwischen Imgenbroich und Mützenich auf dem Weg zum Brackvennsattel im Hohen Venn


Am zweiten Kreisverkehr queren wir die Bundesstraße 258 und nehmen die zweite Ausfahrt, um der Kreisstraße 16 zu folgen, die als "Hengstbrüchelchen" ausgeschildert ist. Auf der schmalen, gut asphaltierten und auf 50 km/h begrenzten Straße ist außer uns niemand unterwegs.



Auf der Kreisstraße 16 zum Brackvennsattel im Hohen Venn zwischen Imgenbroich und Mützenich


Nach einem knappen Kilometer quert die K16 den "Stillbuschweg", ändert ihren Namen in "Kirschensteinweg" und überquert den über Monschau der Rur zufließenden Laufenbach. Vorbei an der neben dem Bachlauf gelegenen ehemaligen Rochusmühle schlängelt sich der Kirschensteinweg mit sechs bis acht Prozent Steigung bergauf und überquert die ehemalige Trasse der Vennbahn.



Auf dem Weg zum Brackvennsattel im Hohen Venn am Ortseingang von Mützenich


Zwei Kilometer hinter Imgenbroich erreicht die K16 den östlichen Ortseingang von Mützenich, ...



Auf dem Oberer Hof in Mützenich auf dem Weg zum Brackvennsattel im Hohen Venn


... hinter dem wir unserem Navi folgend nach rechts in die Straße "Oberer Hof" einbiegen. Das TomTom-Rider will mal wieder 200 Meter Wegstrecke einsparen und geht davon aus, dass wir mit einem Motorrad unterwegs sind. Zum Glück haben wir hier keinen Gegenverkehr, denn eine Ausweichstelle gibt es nicht und der Asphalt wird von einer nicht befahrbaren Böschung und einem laubbedeckten, morastigen Wasserablauf begrenzt.



An der Einmündung der Straße Oberer Hof in die Eupener Straße in Mützenich unterhalb des Brackvennsattels im Hohen Venn


Die schmale Straße endet an der mit acht Prozent ansteigenden Eupener Straße, die als L214 aus Richtung Monschau kommend durch Ortskern von Mützenich und über den nahen Brackvennsattel ins belgische Eupen führt.



Kirche St. Bartholomäus in Mützenich kurz vor dem Brackvennsattel im Hohen Venn


Hinter der Einmündung der Ringstraße passieren wir die katholische Kirche St. Bartholomäus. Im Jahr 1840 übergaben die Mitglieder der zur Pfarre Konzen gehörenden Kirchengemeinde dem Erzbischof von Köln ein Gesuch für einen eigenen Kirchenbau, dem drei Jahre später stattgegeben wurde. Mit dem Bau des neogotischen Gotteshauses wurde 1847 begonnen, drei Jahre später konnte es geweiht werden. Nach den beiden Weltkriegen wurde die Kirche für die wachsende Gemeinde zu klein, weshalb in den Jahren 1954 und 1955 der alte Chor und die Sakristei einem an die Nordwand anschließenden dreischiffigen Erweiterungsbau mit einem neuen Chor im Norden weichen mussten.



Eupener Straße in Mützenich kurz vor dem Brackvennsattel nahe der Staatsgrenze im Hohen Venn


Hinter der St. Bartholomäus-Kirche dreht die Eupener Straße in östliche Richtung und läuft dann schnurgerade auf den unspektakulären Brackvennsattel nahe der Staatsgrenze zu.



Auf der Reichensteiner Straße in Mützenich zwischen dem Brackvennsattel und Kalterherberg im Hohen Venn


Da wir über Kalterherberg und Sourbrodt zum Mont Rigi weitertouren wollen, biegen wir kurz vor dem Scheitel links ab und folgen der schmaleren und deutlich schlechter asphaltierten Reichensteiner Straße, die als L108 kartiert ist...



Reichensteiner Straße zwischen Mützenich und Kalterherberg unterhalb des Brackvennsattels im Hohen Venn


... und die zunächst in südwestlicher Richtung durch Acker- und Weideland führt.



L108 unterhalb des Brackvennsattels zwischen Mützenich und Kalterherberg im Hohen Venn


Auf halber Wegstrecke nach Kalterherberg passiert sie dann ein kleines Waldstück und dreht nach Südosten ab.



Auf der L106 vom Brackvennsattel nach Kalterherberg vor dem Viadukt der Vennbahn


4,5 Kilometer hinter Mützenich unterqueren wir das in den 1880er Jahren erbaute "Reichensteiner Viadukt" der Vennbahn. Es wurde nach dem ganz in der Nähe gelegenen Kloster Reichenstein benannt und hat die Vennbahn inzwischen etliche Jahre überdauert. Jedoch nicht ganz unbeschadet.



Rurbrücke zwischen Mützenich und Kalterherberg nahe dem Brackvennsattel


Kurz hinter dem Viadukt überquert die Landstraße die junge Rur...



Norbertus-Kapelle seitlich der Landstraße vom Brackvennsattel bei Mützenich nach Kalterherberg


... und passiert die im Jahr 1926 aus Bruchsteinen erbaute achteckige Norbertus-Kapelle, deren Name an den Heiligen Norbert von Prémontré erinnert, den Gründer des Prämonstratenser-Ordens, dem auch das nahe Kloster Reichenstein angehört.



Kirche St. Lambertus in Kalterherberg südlich des bei Mützenich gelegenen Brackvennsattel im Hohen Venn


Nach einer enge Kehre erreichen wir schließlich die neoromanische St. Lambertus-Kirche im Zentrum von Kalterherberg. Das zwischen 1897 und 1901 erbaute, dreischiffige Gotteshaus wurde nach Bischof Lambert von Lüttich benannt und wird wegen seinem großen Kirchenschiff und den beiden über vierzig Meter hohen und mächtigen Türmen oft auch als "Eifeldom" bezeichnet.




Weitere Infos:
http://www.quaeldich.de/











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