Gebirgsstraßen, Pässe, Hellinge und Klimmen
    
Grödner Joch
(Passo di Gardena, Ju de Frara, Jeuf de Frea)
    



Die Bergstraße "Strada Statale 243 del Passo Gardena" (SS243) über das Grödner Joch (italienisch: Passo di Gardena, ladinisch: Ju de Frara, grödnerisch: Jeuf de Frea) verläuft nördlich des mächtigen Felsmassivs der Sellagruppe und verbindet die ladinische Gemeinde Corvara (Kurfar) im oberen Gadertal mit St. Christina im Grödner Tal (Val Gardena). Der Scheitel des im italienischen Sprachraum "Passo di Gardena" und von den ladinisch sprechenden Talbewohnern "Jeuf de Frea" genannten Grödner Joches liegt zwischen der Großen Cirspitze (2.592 m) im Norden und den Gipfeln der Murfreitspitzen (2.634 m) und des Torre Bornech (2.495 m) im Süden.
Die Orts- und Hinweisschilder sind im Gadertal und im Grödnertal dreisprachig: Neben den deutschen bzw. südtiroler Namen sind hier auch die italienischen und ladinischen Bezeichnungen aufgeführt.

Ein erster Fahrweg über das Grödner Joch wurde im Jahr 1915 angelegt - wie so oft in den Alpen aus militärstrategischen Gründen. Mit dem Ausbau zur heutigen Passstraße wurde in den frühen 1960er Jahren begonnen. Zusammen mit dem Sellajoch, dem Pordoijoch und dem Passo di Campolongo ist das Grödner Joch heute Teil der für ihre Aussicht berühmte und fahrerisch anspruchsvolle "Sellarunde".



Auf der Via la Sieia in Corvara unterhalb des Sella-Massivs auf dem Weg zum Grödner Joch in den Dolomiten


Nachdem wir im Sommer 2018 wegen der Kontingentierung der Überfahrt über das Sellajoch die Sellarunde nicht komplettieren konnten, sind wir dieses Jahr vor der Hauptferienzeit und somit vor einer möglichen Streckenbeschränkung vor Ort. Wir fahren die Sellarunde entgegen dem Uhrzeigersinn und starten in Corvara in Badia mit der Auffahrt zum Grödner Joch. Der am Fuß des 2.665 Meter hohen Sassongher gelegene Ort mit seinen knapp 1.400 Einwohnern ist im Sommer Ausgangspunkt für eine Vielzahl von Bergtouren, im Winter bietet das beliebte Skigebiet Alta Badia mehr als 130 Kilometer Skipisten und über 50 Aufstiegsanlagen.



Auf der SS243 am Ortsausgang von Corvara  in Richtung Kolfuschg und Grödner Joch in den Dolomiten


Durch die "Via La Sieia" ist der Ortsausgang des auf 1.550 Metern Höhe gelegenen Corvara schnell erreicht. Mit Blick auf den Sass de Ciampac (2.667 m) führt die breit angelegte und als "SS243" ausgeschilderte Passstraße durch Almwiesen, überquert den Bach "Rü de Pisciadú" und wechselt dabei ihren lokalen Straßennamen in "Strada Sotdlijia".



Auf der SS243 am Ortseingang von Kolfuschg auf dem Weg zum Grödner Joch in den Dolomiten


500 Meter weiter führt sie mit bis zu zehn Prozent Steigung durch eine lang gezogene Kehre in das auf 1.650 Metern Höhe gelegene Colfosco (Kolfuschg), den höchstgelegenen Ferienort in Alta Badia am Rande des Naturparks Puez-Geisler.



Überbauung des SS243 für die querende Skipiste in Kolfuschg auf dem Weg zum Grödner Joch in den Dolomiten


Innerhalb der lang gestreckten Ortschaft steigt die Passstraße mit fünf Prozent nicht mehr ganz so steil an, unterquert eine zwanzig Meter breite Überbauung für die von der auf 1.822 Metern Höhe gelegenen Edelweisshütte herunter kommende und zur Talstation der 8er Kabinenbahn Colfosco führende Skipiste, ...



Lang ansteigende Gerade der Ostrampe zum Grödner Joch kurz vor dem Ortsausgang von Kolfuschg in den Dolomiten


... passiert die Bergstation der Sodlisia-Sesselbahn und kurz darauf den Ortsausgang von Kolfuschg.



Ostrampe zum Grödner Joch vor den ersten Kehren hinter Kolfuschg in den Dolomiten


Dahinter steigt die
Strada del Passo Gardena - auf 60 km/h begrenzt - in westlicher Richtung auf die Felswände des Sella-Massivs zu.



In den unteren Kehren der Ostrampe zum Grödner Joch oberhalb von  Kolfuschg in den Dolomiten


Ein Kilometer hinter Kolfuschg beginnt dann der Kehrentanz: Durch 17 teilweise enge, übereinander gelegte "Tornanti" erklimmt die Ostrampe den Fuß des Sellastocks...



Ausblick von der Ostrampe zum Grödner Joch oberhalb von  Kolfuschg in den Dolomiten


... und bietet tolle Aussichten auf die schneebedeckten Gipfel der Geislergruppe...



Ausblick von der Ostrampe zum Grödner Joch auf die Feldabstürze des Sellamassivs oberhalb von  Kolfuschg in den Dolomiten


... sowie auf die nahen Felsabstürze von Torre Colfosco (2.395 m) und Torre Bornech (2.495 m), des Brunecker Turms (2.495 m) sowie der Murfreitspitze (2.634 m).



Letzte Rechtskehre der Ostrampe zum Grödner Joch oberhalb von Kolfuschg in den Dolomiten


Zwischen den Kehren zwölf und dreizehn erreichen wir 2.000 Meter Meereshöhe.



Schlussanstieg zum Grödner Joch kurz vor der Scheitelhöhe


Am Abzweig zur Malga Cir sind die Kehren überwunden und oberhalb des etwa zehn Prozent steilen Schlussanstiegs erkennt man die ersten Gebäude der kleinen Siedlung auf dem Scheitel des Grödner Jochs.



Gut besuchtes Rifugio Frara auf dem Grödner Joch oberhalb von Corvara und St. Christina in den Dolomiten


Das links der Passstraße auf dem Scheitel stehende Rifugio Frara ist gut besucht, denn es bietet neben Speisen und Getränken auch Übernachtungsmöglichkeiten und verfügt über einen kleinen Souvenirshop und eine aussichtsreiche Sonnenterrasse, die besonders von Zweiradfahrern mit und ohne Motor genutzt wird. Und da der Fahrer des beim Berghaus geparkten Reisebusses gerade seine "Schäfchen" zur Weiterfahrt einsammelt, ...



Zwei Mazda MX-5 seitlich des Rifugio Frara auf der Scheitelhöhe des Grödner Jochs in den Dolomiten


... entscheiden wir uns spontan für einen Boxenstopp in nun etwas ruhiger werdender Umgebung und parken die Roadster auf dem Schotterparkplatz neben dem Rifugio.



Blick vom Grödner Joch auf die Ostrampe, das Gadertal und die Fanesgruppe oberhalb von Corvara


Über das Grödner Joch verläuft der vom Würzjoch kommende und zum Pordoijoch weiterführende Fernwanderweg "Traumpfad München-Venedig". Von der Scheitelhöhe hat man tolle Ausblicke über die Kehren der Ostrampe hinweg ins tief unter uns gelegene Gadertal und auf die dahinter aufragenden schneebedeckten Gipfel der Fanesgruppe...



Blick vom Grödner Joch auf die Berggruppe der Cir-Spitzen in den Dolomiten


... sowie auf die im Norden wie Orgelpfeifen emporragenden Felsnadeln der Cirspitzen in der Puezgruppe, deren höchster Gipfel die 2.592 Meter hohe Große Cirspitze am rechten Bildrand ist.



Blick auf die Westrampe des Grödner Jochs und den dahinter aufragenden Langkofel in den Dolomiten


Im Westen sehen wir die etwas unterhalb des Scheitels gelegene kleine "Grödner-Joch-Souvenirshop-Siedlung", hinter der sich die Westrampe hinunter Richtung St. Christina schlängelt. Dominiert wird der Blick von der mächtigen Langkofelgruppe, in der Alpinisten besonders an der Grohmannspitze (3.126 m) und am Innerkoflerturm (3.081 m) extreme Kletterrouten finden. Der höchste Gipfel des Massivs ist der 3.181 Meter hohe Langkofel (ital: Sassolungo).



Passschild der Grödner Jochs auf der Westrampe wenige Meter hinter der Scheitelhöhe


Das dreisprachige Passschild des Grödner Jochs steht an der Westrampe wenige Meter vor bzw. hinter der eigentlichen Scheitelhöhe...



Restaurant und Hotel Cir auf dem Grödner Joch unterhalb der Cirspitzen in den Dolomiten


... und unterhalb des von den Cirspitzen perfekt in Szene gesetzten Hotel Cir rechts der Passstraße. Das Drei-Sterne-Hotel verfügt über ein Restaurant mit südtiroler und italienischer Küche und über eine Taverne.



Vor den Souvenirläden an der Westrampe des Grödner Jochs kurz hinter der Scheitelhöhe


Auf dem Weg über die Westrampe hinunter Richtung Plan de Gralba passiert man kurz hinter der Scheitelhöhe das ehemalige Grödner-Joch-Hospiz auf der linken Straßenseite, mehrere Souvenirläden rechts der Fahrbahn und die etwas oberhalb gelegene Cappella di San Maurizio
. Die kleine weiße Kapelle wurde im Jahr 2004 von Alpini aus Santa Christina erbaut und dem Schutzpatron der Alpini, dem Heiligen Maurizio geweiht.



Vor den oberen Kehren der Westrampe vom Grödner Joch nach Plan de Gralba und Wolkenstein in den Dolomiten


Hinter dem Weiler warten die ersten drei von insgesamt acht Serpentinen.



In den oberen drei Kehren der Westrampe vom Grödner Joch nach Plan de Gralba und St. Christina in den Dolomiten


Das Gefälle beträgt zwischen acht und zehn Prozent und die breit angelegten Kehren sind übersichtlich und gut zu durchfahren.



Zwischen Kehre zwei und drei der Westrampe vom Grödner Joch nach Plan de Gralba und St. Christina in den Dolomiten


Zwischen Kehre zwei und drei hat man noch einmal einen schönen Blick auf die Cir-Gruppe, ...



Hinter den oberen Kehren der Westrampe vom Grödner Joch nach Plan de Gralba und St. Christina in den Dolomiten


... und etwas weiter unten sehen wir die gerade durchfahrenen Kehren und Zwischengeraden der Westrampe in drei Lagen über uns.



Westrampe vom Grödner Joch quert den Nordwesthang der Murfreitspitze


In der Folge quert die Strada Statale 243 del Passo Gardena nun leicht ansteigend den Nordwesthang der Murfreitspitze bis zu dem 2.018 Meter hohen Zwischenscheitel Sella de Culac, ...



In den Kehren der Grödner Joch-Westrampe zwischen der Sella de Culac und dem Hotel Chalet Gerard oberhalb von Plan de Gralba


... senkt sich dahinter mit bis zu neun Prozent Gefälle durch zwei Kehren bergab...



Westrampe vom Grödner Joch vor dem Hotel Chalet Gerard oberhalb von Plan de Gralba und St. Christina in den Dolomiten


... und passiert das auf 1.960 Metern Höhe rechts der Straße gelegene und mit seinen geschwungenen Linien modern gestaltete Hotel Chalet Gerard.



Vor der Einmündung der Westrampe vom Grödner Joch in die SS242 von Wolkenstein zum Sellajoch


Nach einer weiteren engen Kehre macht uns ein Hinweisschild auf die "Strada Statale 242 di Val Gardena e Passo Sella" (SS242) aufmerksam, die vor den Felsabstürzen des Piz Rotic (2.974 m) und des Piz Breguz (2.974 m) von Wolkenstein in Gröden heraufkommt...



An der Einmündung der Grödner Joch-Westrampe auf die SS242 von Wolkenstein zum Sellajoch


... und auf die wir bei dem Straßenwärterhaus "Casa Cantoniera" der für die Unterhaltung der Staatsstraßen zuständigen "
Azienda Nazionale Autonoma delle Strade" (ANAS) links abbiegend auffahren, um auf unserer Sella-Runde zum Sellajoch weiter zu touren.




Weitere Infos:
https://www.suedtirol-kompakt.com/











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