Gebirgsstraßen, Pässe, Hellinge und Klimmen
    
Mont Rigi
    



Der Mont Rigi ist eine 680 Meter hohe Anhöhe in der belgischen Gemeinde Waimes (dtsch: Weismes) in den Ardennen. Auf seinem Scheitel mündet die von Robertville kommende N676 in die von Malmedy nach Eupen führende Nationalstraße 68. Die das Hohe Venn durchquerende N68 wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut und 1856 eröffnet. Der Name der Anhöhe geht auf einen Bürgermeister von Waimes zurück, der mehrere Lokalitäten seiner Gemeinde nach weltbekannten Orten benannte: Der Mont Rigi trägt den Namen des Schweizer Berges "Rigi" nahe Luzern am Vierwaldstätter See und zählt zu den höchsten Erhebungen in Belgien. Er bietet seinen Besuchern Natur pur.



Panzer im Kreisverkehr südlich von Sourbrodt auf dem Weg zum Mont Rigi in den Ardennen


Vom Brackvennsattel kommend erreichen wir auf der N669 bei einsetzendem Nieselregen nahe Camp d'Elsenborn den durch eine Panzerhaubitze des Typs M108 gesicherten "Panzer-Kreisverkehr". Die nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA produzierte Haubitze weißt auf den nahe gelegenen, seit 1893 existierenden Truppenübungsplatz Elsenborn und auf das zugehörige Militärlager "Camp d'Elsenborn" hin, in dem die Soldaten während der Manöver untergebracht sind. Wir nehmen hier die erste Ausfahrt und folgen der N647.



Ortseingang von Sourbrodt in Belgien unterhalb des Mont Rigi im Hohen Venn in den Ardennen


Nach zwei Kilometern passieren wir den Ortseingang von Sourbrodt. Das zur Gemeinde Waimes gehörende und im 16. Jahrhundert gegründete Dorf blickt wie viele Ortschaften der Region auf eine wechselhafte Geschichte zurück: Vor der Annexion durch Frankreich im Jahr 1794 gehörte Sourbrodt (dtsch: Surbrot) zu den Österreichischen Niederlanden. Nach Napoleons Niederlage wurde es im Jahr 1815 durch den Wiener Kongress - wie die gesamte Rheinprovinz - dem Königreich Preußen zugeschlagen, nach dem Ersten Weltkrieg ging es 1920 durch den Vertrag von Versailles an Belgien.



Langgezogene Ortsdurchfahrt von Sourbrodt auf dem Weg zum Mont Rigi in den Ardennen


Auf ihrem langgezogenen Weg durch Sourbrodt hat die N647 nacheinander mehrere Straßennamen: Am Ortseingang heißt sie in Anlehnung an das drei Kilometer entfernte Camp d'Elsenborn "Rue du Camp", danach "Rue de la Station", weil sich auf deren Ostseite der früher für die Versorgung des Truppenübungsplatzes Elsenborn wichtige und repräsentative Bahnhof Sourbrodt der Vennbahn befand. Bei der katholischen Kirche St. Wendelin ändert sich der Name der Nationalstraße in "Rue des Tchènas", ...



Einmündung der N647 in die N676 bei Sourbrodt unterhalb des Mont Rigi im Hohen Venn in den Ardennen


... und endet schließlich an der Einmündung in die von St. Vith nach Eupen führende N676. Wir folgen hier dem Wegweiser "Hautes Fagnes" und biegen nach rechts Richtung Eupen ab.



Restaurant Le petit Mont Rigi seitlich der N676 bei Sourbrodt unterhalb des Mont Rigi in den Ardennen


Die N676 verläuft hinter Sourbrodt fast gradlinig und mit maximal sechs Prozent Steigung in nordwestlicher Richtung. Nach etwa fünfhundert Metern führt sie an dem links der Straße gelegenen Restaurant "Le petit Mont Rigi" vorbei, das bei unserer Tour leider Ruhetag hat. Dem großen Parkplatz nach zu urteilen erfreut sich die derzeit von Donnerstag bis Sonntag geöffnete "Bistronomie" regen Zuspruchs.



Schnurgerade N676 nahe dem Naturparkzentrum Botrange unterhalb des Mont Rigi in den Ardennen


1,5 Kilometer weiter passiert die N676 das wenige Meter westlich der Straße gelegene Besucherzentrum des belgisch-deutschen Naturparks Botrange-Hohes Venn-Eifel. Der im Jahr 1971 gegründete und von der Provinz Lüttich verwaltete Park erstreckt sich über zwölf Gemeinden in Ostbelgien, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Das "Maison du Parc Botrange" informiert mit seinen Ausstellungen über die Fauna und Flora der Hochmoorlandschaft des Hohen Venn und über dessen zugängliche und gesperrte Zonen.



Signal de Botrange südlich des Mont Rigi im Hohen Venn der belgischen Ardennen


Nach weiteren zwei Kilometern erreichen wir die 694 Meter hoch gelegene "Botrange", den höchsten Punkt Belgiens. Hier wurde in den Jahren 1933 und 1934 der von François Fagnoul entworfene und 24 Meter hohe Aussichtsturm "Signal de Botrange" errichtet, über den heute der Sender Radio Contact sein Musikprogramm ausstrahlt. Wenige Meter weiter südwestlich liegt der nach dem belgischen Baron Herman Baltia genannte "Baltia-Hügel", der im Jahr 1923 hier aufgeschüttet wurde, um Belgiens höchsten Punkt auf stolze 700 Höhenmeter anzuheben.

Das im Signal de Botrange untergebrachte Restaurant "Taverne" wird nicht nur von Motorradfahrern gerne zu einem Boxenstopp genutzt. Aber da wir den Signal de Botrange von früheren Besuchen her kennen und uns noch den Gileppe-Stausee ansehen wollen, fahren wir diesmal ohne Stopp zum nahen Mont Rigi weiter.



Hinweisschild auf den nahen Mont Rigi in den belgischen Ardennen


Hinter dem Signal de Botrange fällt die N676 leicht ab und verläuft weiter in nordwestlicher Richtung schnurgerade durch ein Waldstück. Nach 1,5 Kilometer liegt dann der unspektakuläre Scheitel des Mont Rigi vor uns. Ohne die Hinweisschilder am Straßenrand hätten wir ihn sicherlich unbemerkt passiert.



Kreuzung der N676 mit der N68 auf dem Scheitel des Mont Rigi im Hohen Venn in Belgien


Auf seinem Scheitel mündet "unsere" N676 in die von Malmedy nach Eupen führende Nationalstraße 68, auf die wir rechts abbiegend auffahren.



Ehemaliges Restaurant auf dem Scheitel des Mont Rigi in den Ardennen


Hinter der Einmündung steigt die N68 noch einige Meter leicht an und passiert dabei die entkernte Bauhülle des im Jahr 1862 eröffneten Scheitel-Restaurants "Mont Rigi". Das durch seine Panorama-Terrasse bekannte Traditionshaus war viele Jahre beliebter Ausgangs- und Endpunkt für Wanderungen und Skitouren durch das Hohe Venn. Es ist seit langem im Besitz des Emirs von Katar und wurde im Dezember 2017 geschlossen. Das zwischenzeitlich teilsanierte Gebäude soll laut dem Bürgermeister von Waimes als Hotelrestaurant wiedereröffnet werden.



Dichter Nebel zwischen dem Mont Rigi und der Baraque Michel in den Ardennen


Ein Kilometer hinter dem Mont Rigi fahren wir kurz vor der Baraque Michel in dichten Nebel.



Auf der belgischen N68 nahe dem Mont Rigi vor der Baraque Michel in den Ardennen


Von der im Jahr 1811 von Michel Schmitz aus Sinzig erbauten, damals "Michelshütte" genannten und als Herberge für Venn-Reisende hergerichteten Baraque Michel und der im Jahr 1831 daneben errichteten Kapelle Fischbach sehen wir absolut nichts. Kein Beinbruch, denn wir waren schon bei deutlich besserem Wetter hier.



Abzweigung Belle Croix nach Verviers zwischen dem Mont Rigi und Eupen in den Ardennen


Vorsichtig folgen wir der N68 durch den immer dichter werdenden Nebel bis zu der elf Kilometer vor Eupen gelegenen Abzweigung "Belle Croix", wo die Sicht wieder besser wird. Das über fünf Meter hohe "Schöne Kreuz" wurde von dem belgischen Bildhauer Léonard Mennicken aus Raeren geschnitzt, im Jahr 1961 durch den Verein "Vennfreunde" aufgestellt und vom Dekan von Dison geweiht. Es gedenkt der im Hochmoor umgekommenen Reisenden und Wanderer sowie der Kriegsopfer. Wir verlassen am Belle Croix die N68 und biegen nach links auf die N672 Richtung Verviers ab, denn wir wollen über Jalhay noch zur Barrage de la Gileppe weiter touren.




Weitere Infos:
http://www.quaeldich.de/











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