Gebirgsstraßen, Pässe, Hellinge und Klimmen
    
Passo d'Oclini
(Jochgrimm)
    



Der Passo d'Oclini verbindet die Gemeinde Montan im Etschtal mit dem Scheitel des Passo di Lavazè. Er nutzt dabei die Senke zwischen dem 2.316 Meter hohen, aus hellem Dolomitgestein gebildeten Weißhorn (ital.: Corno Bianco) im Norden und dem 2.439 Meter hohen, aus dunklem Quarzporphyr bestehenden Schwarzhorn (Corno Nero) im Süden. Während die Ostanfahrt vom Passo di Lavazè asphaltiert und für den öffentlichen Verkehr freigegeben ist, unterliegt die Westanfahrt von Montan über Redagno und Fontanefredde in dem als Forststraße kartierten Abschnitt oberhalb von Oberradein einem Fahrverbot und kann nur per Pedes und Fahrrad genutzt werden. Ausnahmen gibt es jedoch für Übernachtungsgäste des auf der Gurndin Alm gelegenen Berggasthof Gurndin.

Genutzt wird der Jochgrimm-Übergang schon seit Jahrhunderten, erstmals urkundlich erwähnt wurde er als "Joacrem" im Jahr 1234, im 19. Jahrhundert wurde er "Grimmjoch" genannt. Der Sage nach geht der Name des Passes auf den Riesen Grimm zurück, der zwischen dem Weiß- und dem Schwarzhorn hauste und der sich in die Tochter eines Eggentaler Adeligen verliebte und diese entführte. Der Vater der jungen Frau rief Dietrich von Bern zu Hilfe, der den Riesen stellte. In einem erbitterten Zweikampf unterlag Grimm, der sich daraufhin wutentbrannt in die Berge zurückzog und vom Weißhorn aus seine Verfolger mit Felsbrocken bewarf. Durch das entnommene Gestein wurde der Gipfel instabil, stürzte schließlich ein und begrub den Riesen Grimm, die junge Frau und die Verfolger unter sich.



Bergstraße zum Passo d Oclini am Scheitel des Passo di Lavaze in den Fleimstaler Alpen


Auf der Scheitelhöhe des Lavazèjochs zweigt
nach Westen die deutlich schmalere Bergstraße zum Passo d'Oclini ab und beginnt direkt leicht anzusteigen.



Bergstraße zum Passo d Oclini zwischen dem Scheitel des Passo di Lavaze und dem Berghotel Jochgrimm in den Fleimstaler Alpen


Der Asphalt ist deutlich schlechter als der der Staatsstraße über den Passo di Lavazè und es gibt hier auch keine Fahrbahnmarkierungen. Nach fünfhundert Metern geht es nahe der auf 1.800 Metern Höhe gelegenen Malga Varena an einer langen Reihe am Straßenrand abgestellter Pkw vorbei und mit sechs bis acht Prozent Steigung durch die Wiesen der Hochalm bergauf.



Bergstraße zum Passo d Oclini im Bergwald zwischen dem Scheitel des Passo di Lavaze und dem Berghotel Jochgrimm in den Fleimstaler Alpen


Siebenhundert Meter weiter erreicht die Straße zum Jochgrimm einen ausgedehnten Bergwald, der sich über den Nordostabhang des Schwarzhorns erstreckt.



Bergstraße zum Passo d Oclini am Abzweig zur Auerleger Alm Malga Ora in den Fleimstaler Alpen


Nach etwa 3,5 Kilometern passieren wir den Abzweig eines Fahrwegs zur Auerleger-Alm (Malga Ora) und erreichen das Gemeindegebiet von Aldein.



Bergstraße zum Passo d Oclini kurz vor der Scheitelhöhe


Kurz vor dem bis zu zehn Prozent steilen Schlussanstieg zur Scheitelhöhe lichtet sich der Wald und vor unserer Motorhaube tauchen die ersten Gebäude auf dem Jochgrimm auf.



Auf der Scheitelhöhe des Passo d Oclini in den Fleimstaler Alpen


Im Sommer bietet sich der Jochgrimm-Wiesensattel für ausgedehnte Wanderungen und Bergtouren an, in der kalten Jahreszeit kommen hier im Skigebiet Jochgrimm-Oclini Wintersportler auf ihre Kosten, denn neben Langlaufloipen gibt es auch Skilifte zum Weißhorn und Schwarzhorn. Von der knapp dreihundert Meter langen, ebenen und gut besuchten Scheitelhöhe hat man einen schönen Blick auf die Latemargruppe mit den Gipfeln von Cima di Valsorda (2.752 m), Pala di Santa (2.493 m), Monte Agnello (2.357 m) und Doss dei Branchi (2274 m).



Berghotel Schwarzhorn auf dem Scheitel des Passo d Oclini in den Fleimstaler Alpen


Auf der Südseite der Scheitelhöhe steht auf 1.990 Metern Höhe das 3-Sterne-Berghotel Schwarzhorn Corno Nero, das neben 79 Doppel- und Mehrbettzimmern auch über Aufenthaltsräume, einen Partyraum, eine Sauna und diverse Sportmöglichkeiten verfügt.



Am Ende der asphaltierten Bergstraße zum Passo d Oclini vor dem Berghotel Jochgrimm auf der Scheitelhöhe


Die asphaltierte Jochgrimm-Bergstraße endet vor dem Parkplatz des Berghotel Jochgrimm. Schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts existierte hier eine Almwirtschaft, in der Gästen neben Verpflegung und Übernachtungsmöglichkeiten auch Heubäder angeboten wurden. Mit den Jahren wurde aus der Alm das heutige Berghotel, das seinen Gästen neben traditionellen Südtiroler Gerichten auch ein umfangreiches Wellnessprogramm inklusive der traditionellen Heubäder anbietet.



Panoramablick von der Scheitelhöhe des Passo d Oclini in den Fleimstaler Alpen


Nach einem Rundgang über die aussichtsreiche Scheitelhöhe fahren wir zurück zu dem etwas tiefer gelegenen Scheitel des Passo di Lavazè und über dessen Südrampe weiter nach Cavalese, um von dort aus zum Passo di Valles weiterzutouren.




Weitere Infos:
https://alpenrouten.de/











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