Gebirgsstraßen und Pässe
    
Passo di Giau
(Giau-Pass, Jof de Giao)
    



Die über den Passo di Giau verlaufende "Strada Provinciale 638 del Passo di Giau (SP638)" verbindet den mondänen Wintersportort Cortina d'Ampezzo im Boite-Tal mit Selva di Cadore im Valle Codalonga. Die kurvenreiche Bergstraße nutzt dabei die natürliche Senke zwischen dem 2.597 Meter hohen Monte Gusela und der 2.716 Meter hohen Croda di Lago und überwindet dabei einen Höhenunterschied von knapp tausend Metern. Bis zur Fertigstellung der heutigen Passstraße im Jahr 1969 führte nur ein schmaler Karrenweg über den Scheitel.



Morgentlicher Blick vom Zimmer des Hotel Nord in Cortina d'Ampezzo auf die Gipfel der Ampezzaner Dolomiten


Kann ein Morgen besser beginnen? Nach einer erholsamen Nacht im Nord Hotel in Cortina d'Ampezzo verspricht uns der frühmorgendliche Blick aus unserem Zimmer einen herrlichen Sommertag. Nach einem reichhaltigen Frühstück sind die Roadsterbags schnell gepackt und im Kofferraum verstaut.



Startklar im MX-5 vor dem Hotel Nord in Cortina d'Ampezza für die Fahrt zum Passo di Giau


Ready to take off.



Zwischen dem Nord-Hotel in Cortina d'Ampezzo und der SR48 zum Passo di Giau


Von unserem Hotel aus fahren wir auf Nebenstraßen vorbei am Stadion von Cortina d'Ampezzo zur Dolomitenstraße SR48, die über Pocol nach Corvara und Arabba führt. Der Straßenabschnitt von Cortina bis Pocol dient sowohl zur Anfahrt zum Passo di Falzarego als auch zum Passo di Giau.



Auf der SR48 zwischen Cortina d'Ampezzo und Pocol auf dem Weg zum Passo di Giau


Hinter dem Ortsausgang von Cortina d'Ampezzo passiert die SR48 leicht ansteigend den ampezzaner Ortsteil "Localita Lacedel" und erreicht kurz darauf die Waldgrenze. Auf rissigem Straßenbelag geht es nun mit vier bis sechs Prozent Steigung bergauf.



Auf der SR48 zwischen Cortina d'Ampezzo und Pocol im Südostabsturz des Procol in den Dolomiten


Die SS48 quert in der Folge den steilen Südostabsturz des 1.540 Meter hohen Pocol. Auch hier ist der Asphalt rau und rissig, aber die größten Schadstellen wurden ausgebessert. Auf der Talseite sind fast durchgängig stabile Leitplanken montiert, besonders exponierte Stellen sind mit massiven Mauern gesichert.



Tunnel der SR48 zwischen Cortina d'Ampezzo und Pocol im Südostabsturz des Procol in den Dolomiten


Wir durchfahren einen kurzen Felsdurchbruch, ...



SR48 vor Pocol mit Blick auf Croda da Lago und Nuvolau in den Dolomiten


... hinter dem sich die Bergstraße durch fünf Kehren etwa 150 Höhenmeter bergauf schraubt. In den Kehren bleibt der Wald zurück, so dass man einen schönen Blick auf die Gipfel der Croda dal Lago (2.715 m) und des Monte Nuvolau (2.574 m) hat.



Auf der SR48 am Ortseingang der Gemeinde Pocol oberhalb von Cortina d'Ampezzo in den Dolomiten


Acht Kilometer hinter Cortina d'Ampezzo erreichen wir dann die auf 1.540 Metern Höhe gelegene ampezzaner Fraktion Pocol auf dem gleichnamigen Berg. Pocol ist als Skiort bekannt und durch den im Jahr 1935 angelegten Militärfriedhof, auf dem 9.744 gefallen Soldaten beigesetzt sind, fast die Hälfte davon namenlos.



Auf der SR48 hinter Pocol auf dem Weg zum Passo di Giau in den Dolomiten


Zweihundert Meter hinter Pocol verlassen wir die SP48, die von hier über den Passo di Falzarego nach Corvara und Arabba weiterführt. Wir biegen nach links auf die SP638 zum Passo di Giau, nach Selva di Cadore und nach Caprile ab. Verkehrsschilder am Straßenrand warnen uns vor Wildwechsel, Weidevieh, Aquaplaning und einer kurvenreichen Strecke. Und: Der Pass ist geöffnet. Auf dem ersten Kilometer verliert die Strada Provinciale 638 etwa fünfzig Höhenmeter, danach geht es aufwärts.



Auf der SR48 zum Passo di Giau zwischen Pocol und der Scheitelhöhe


Auf der Bergstraße zum Giau-Pass ist es deutlich ruhiger als auf der Anfahrt zum Passo di Falzarego. Durch zwanzig Kehren steigt die Nordrampe durch dichten Nadelwald in das Tal des Baches "Ra Cateana", der unterhalb der auf 2.000 Metern gelegenen Hochalm Malga Giau entspringt. Kurz hinter dem Abzweig zur Hochalm durchfahren wir den mit 15 Prozent Steigung steilsten Abschnitt der Auffahrt.



Auf der Passstraße zum Passo di Giau zwischen Cortina d'Ampezzo und der Scheitelhöhe


Etwas oberhalb der Hochalm erreichen wir die Baumgrenze und es eröffnet sich ein toller Ausblick auf die Gipfel des Monte Gusela (2.595 m), des Nuvolau (2.575 m) und des Averau (2.649 m).



Vor den letzten beiden Kehren der SR48 unterhalb der Scheitelhöhe des Passo di Giau in den Dolomiten


Zwei Kehren weiter sehen wir dann die Scheitelhöhe vor uns auftauchen. Wir freuen uns auf einen Boxenstopp.



Scheitelhöhe des Passo di Giau oberhalb von Cortina d'Ampezzo und Selva di Cadore in den Dolomiten


Der 2.233 Meter hohe Scheitel des Passo di Giau ist gut besucht und der kleine Parkplatz komplett belegt. Es dauert eine Weile, bis wir für den Roadster einen passenden Abstellplatz seitlich der Straße am Hang gefunden haben und ihn parken konnten, ohne mit der Bodengruppe aufzusetzen.



Rifugio Passo di Giau auf dem Scheitel die Giau-Passes in den Dolomiten


Dann spazieren wir zum nahen "Berghotel Passo Giau" auf der Scheitelhöhe. Das wunderschön vor dem Turm der Gusela gelegenen Gebäude wurde im Jahr 1938 erbaut und trug früher den Namen "Rifugio Passo Giau". Im Jahr 1994 wurde es modernisiert und zu dem heutigen Berghotel umgebaut, das über zehn Doppelzimmer verfügt. Es dient Bergsteigern und -wanderern als Ausgangspunkt zu Touren auf den Nuvolau, die Cinque Torri, die Croda da Lago und den Monte Cernera.



Mountain Paradise Apartement oberhalb des Rifugio Giau in den Dolomiten


Oberhalb des Berghotels liegt in einer Mulde nahe dem Fuß des Monte Gusela das Appartementhaus "Mountain Paradise". Genau darüber sieht man das kleine Rifugio Nuvolau auf dem gleichnamigen Gipfel, links davon erheben sich der Averau und die Croda Negra.



Blick vom Scheitel des Passo di Giau auf den Monte Cristallo und das Massiv der Croda Rossa in den Dolomiten


Der Ausblick von der Scheitelhöhe macht den Passo di Giau zu einem der schönsten Dolomitenpässe: In Richtung Cortina d'Ampezzo sehen wir jenseits der sich bergab schlängelnden Nordrampe die Bergmassive des Monte Cristallo (3.221 m) und der Croda Rossa (3.140 m)...



Blick vom Scheitel des Passo di Giau auf die Formin-Gruppe in den Dolomiten


... und weiter östlich die Spitzen der wild gezackten Croda da Lago (2.701 Meter) und die lang gezogene Berggruppe des Monte Formin (2.657 m).



Beginn der Südrampe hinter dem Scheitel des Passo di Giau in den Dolomiten


Nach einer ausgedehnten Kaffeepause auf der Terrasse des Rifugio Passo Giau spazieren wir zurück zu unserem Roadster und starten die Genusstour über die anspruchsvolle und aussichtsreiche Südrampe hinunter nach Selva die Cadore.



Südrampe kurz hinter dem Scheitel des Passo di Giau oberhalb von Selva di Cadore in den Dolomiten


Hinter dem Scheitel fällt die
SP638 mit acht bis zehn Prozent und bietet schon vor den ersten Kehren tolle Ausblicke auf den Gipfel des Monte Pore (2.405 m) und auf die dahinter aufragende Marmolada (3.343 m) mit dem einzigen nennenswerten Gletscher der Dolomiten.



Rifugio Piezza an der Südrampe des Passo di Giau zwischen der Scheitelhöhe und Selva di Cadore in den Dolomiten


Nach etwa fünfhundert Metern passieren wir das frühere Rifugio Piezza (2.175 m), das nun unter dem Namen "Ristorante Da Aurelio" geführt und aktuell erweitert wird. Von hier reicht der Blick bis zur Cima Setsass (2.571 m) und zur Sellagruppe mit dem in Wolken gehüllten Piz Boè (3.152 m).



In den Kehren der Südrampe des Passo di Giau unterhalb des Rifugio Piezza in den Dolomiten


Irgendwo hinter dem "Da Aurelio" haben wir aufgehört, die vielen Kehren zu zählen. Die Website des Berghotels Passo Giau nennt 33 Kehren, Heinz E. Studt veröffentlicht in seinem empfehlenswerten Buch "100 Alpenpässe mit dem Motorrad" eine Gesamtzahl von 62 Kehren, der Motorradguide "Alpenrouten" vermerkt 55 Kehren. Für uns ist die genaue Anzahl nebensächlich, aber eines ist sicher: Die nicht enden wollenden Kehren hinunter nach Selva di Cadore machen unglaublich viel Spaß.



Abschüssige Gerade zwischen dem Bergrestaurant Da Aurelia und dem Rifugio Fedare an der Südrampe des Passo di Giau in den Dolomiten


Längere kurvenlose Abschnitte gibt es auf der Südrampe nicht: Die knapp dreihundert Meter lange Gerade unterhalb des "Da Aurelio" dürfte die Längste der gesamten Abfahrt sein.



Gut besuchtes Rifugio Fedare an der Südrampe des Passo di Giau in den Dolomiten


Knapp drei Kilometer hinter der Scheitelhöhe passieren wir das auf 1.952 Metern Höhe gelegene Rifugio Fedare sul Passo Giau, das neben landestypischen Gerichten auch Übernachtungsmöglichkeiten in komfortablen Doppelzimmern anbietet.



Kurvenreiche Südrampe des Passo di Giau nach Selva di Cadore in den Dolomiten


Hinter dem Rifugio Fedare geht es spritschonend, aber die Bremsscheiben und -beläge fordernd durch das Kurvengeschlängel mit bis zu vierzehn Prozent Gefälle steil bergab.



Tunnel der Südrampe unterhalb des Rufigio Federa am Passo di Giau in den Dolomiten


Hinter einem zweihundert Meter langen Tunnel erreichen wir wieder die Baumgrenze. Mehrfach überqueren wir auf kleinen Brücken den Bach "Torrente Codalunga", der nahe dem Rifugio Fedare entspringt und der westlich von Selva di Cadore dem "Torrente Fiorentina" zufließt.



In den unteren Kehren der Südrampe des Passo di Giau oberhalb von Selva di Cadore in den Dolomiten


Wieder in offenem Weideland warten dann noch einmal sechzehn Kehren auf uns, ...



Kirche von Selva di Cadore am Ende der Südrampe des Passo di Giau in den Dolomiten


... dann sehen wir die im frühen 15. Jahrhundert erbaute gotische Pfarrkirche Chiesa di San Lorenzo von Selva di Cadore vor uns. Von dem südlichen Talort des Passo di Giau aus touren wir auf der SP251 weiter Richtung Pescul, denn wir wollen noch zum Forcella Staulanza.




Weitere Infos:
http://www.quaeldich.de/











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