Gebirgsstraßen und Pässe
    
Passo di Valparola
(Valparolapass)
    



Ähnlich wie die Passstraße über den Livignopass hat auch der in der Provinz Belluno nahe der Grenze zu Südtirol gelegene Passo di Valparola nur einen Talort. Er verbindet das nordwestlich gelegene La Villa / Stern im Gadertal mit der Scheitelhöhe des Passo di Falzarego im Südosten. Er nutzt dabei die Senke zwischen dem 2.571 Meter hohen Cima Settsass und dem 2.477 Meter hohen Sass de Stria im Süden sowie dem 3.064 Meter hohen Piz Cunturines und dem 2.778 Meter hohen Lagazuoi im Norden.

Jahrhundertelang führte lediglich ein Saumweg über das Valparolajoch, der hauptsächlich zum Abtransport des in Passnähe geförderten Eisens genutzt wurde. Die heutige Passstraße baute das österreichische Militär während des Ersten Weltkrieges zur Versorgung der Gebirgsstellungen, denn wie der benachbarte Passo di Falzarego war auch der Passo di Valparola damals Teil der schwer umkämpften Dolomitenfront, wovon heute noch eine Vielzahl von Schützengräben, Artilleriestellungen, Kavernen und Steige zeugen. Während des erbitterten Stellungskrieges wurden ganze Bergkegel in die Luft gesprengt.


Beginn der kurzen Südostrampe des Passo di Valparola am Scheitel des Passo di Falzarego in den Dolomiten


Die Südostrampe des Valparolapasses zweigt auf der Scheitelhöhe des Passo di Falzarego nach Nordwesten ab und steigt zwischen der Kapelle "
Cappella della Visitazione al Passo Falzarego" und der Talstation der Lagazuoi-Seilbahn direkt an.



Südostrampe des Passo di Valparola vor der Felswand des Berges Lagazuoi in den Dolomiten


Die Bergstraße läuft auf den ersten Metern in nördlicher Richtung und mit etwa sechs Prozent Steigung auf die abgesprengten Schuttkegel unterhalb der Südwand des Lagazuoi zu. Am Straßenrand signalisiert ein Schild die Befahrbarkeit des Valparolapasses, ein weiteres warnt vor Steinschlag und Glätte bei Feuchtigkeit.



Auf der gut ausgebauten und kurzen Südostrampe des Passo di Valparola in den Dolomiten


Nach wenigen Metern dreht die gut ausgebaute Südostrampe nach Nordwesten ab und steigt zwischen den Hängen von Sass de Stria und Lagazuoi mit ungefähr zehn Prozent nun deutlich stärker an. Für Bergwanderer und Kletterer wurden seitlich der Passstraße zwischen großen Felsbrocken mehrere Schotterparkplätze angelegt, die gut genutzt sind.



Passschild auf dem Scheitel des Passo di Valparola oberhalb von La Villa in den Dolomiten


Zwei Kilometer hinter dem Passo di Falzarego erreichen wir den Scheitel des Passo Valparola mit dem obligatorischen Passschild. Über die felsige Höhe verläuft die Wasserscheide zwischen der Etsch und des Piave. Apropos Wasser: Aus dem Gadertal ziehen immer dunklere Regenwolken auf und wir befürchten, bald nicht mehr offen fahren zu können.



Blick vom Scheitel des Passo di Valparola auf die Scheitelhöhe des Passo di Falzarego in den Dolomiten


Vom Valparola-Scheitel hat man einen schönen Blick zurück auf die noch unter blauem Himmel gelegene Scheitelhöhe des Passo di Falzarego und auf die markanten Gipfel der Cinque Torri (2.361 m), des Monte Averau (2.648 m) und des Monte Nuvolau (2.575 m).



Nordwestrampe desPasso di Valparola zwischen dem Scheitel und dem Sperrfort Tre Sassi in den Dolomiten


Hinter dem Scheitel fällt die Nordwestrampe zunächst mit nur leichtem Gefälle bergab. Auch hier wurden seitlich der Straße mehrere Parkplätze angelegt, um ohne weite Anmarschwege Bergwanderungen und die Besichtigung der ehemaligen Grenzbefestigungen zu ermöglichen.



E hemaliges Österreichisches Sperrfort Tre Sassi an der Nordwestrampe des Passo di Valparola unterhalb der Scheitelhöhe


An der Südseite des Passo di Valparola findet man die Reste des österreichischen Sperrforts Tre Sassi. Das Festungswerk "Drei Steine" wurde zwischen 1897 und 1901 als Teil der österreichisch-ungarischen Sperrkette gegenüber dem Königreich Italien erbaut. Es sollte das Gadertal sowie das dahinter gelegene Pustertal gegen einen italienischen Einmarsch sichern.

Bei Ausbruch des 1. Weltkriegs war das gegen Granatwerferbeschuss konzipierte Sperrwerk jedoch bereits veraltet und wurde nach schwerem, großkalibrigem Artilleriebeschuss geräumt. In der Folge sorgten die Österreicher für eine nächtliche Beleuchtung innerhalb der Mauern und gaukelten den italienischen Alpini lange Zeit mit Erfolg eine stark besetzte, wehrhafte Festung vor. Heute beherbergt das teilsanierte Sperrfort das "Museo della Grande Guerra", das überwiegend Waffen, Uniformen und Ausrüstungsstücke der Gebirgsjäger zeigt.



Beginn der Abfahrt nach La Villa hinter dem Fort Tre Sassi am Passo di Valparola in den Dolomiten


Hinter dem Forte Tre Sassi beginnt die kurvenreiche Abfahrt nach La Villa im Gadertal.



Grenze zwischen Belluno und Südtirol nahe dem Rifugio Valparola an der Nordwestrampe des Valparolapasses in den Dolomiten


Vor den ersten Kehren verlassen wir wenige Meter vor dem Rifugio Passo Valparola das Gemeindegebiet von Cortina d'Ampezzo.



Rifugio Passo Valparola an der Nordwestrampe des Passo di Valparola in den Dolomiten


Das privat geführte Rifugio Passo Valparola wurde im Jahr 1934 direkt auf dem Valparolasattel auf 2.168 Metern Höhe errichtet. Das Schutzhaus wurde 1997 saniert und bietet heute neben Restaurant und Bar auch Übernachtungsmöglichkeiten. Das Rifugio bietet sich für einen ausgiebigen Boxenstopp an: Aus dem Gastraum und von der Sonnenterrasse hat man einen tollen Blick auf den etwas tiefer gelegenen Lago di Valparola und auf die Gipfel von Col di Lana, Cunturìnes, Sass de Putia, Pue, Sella und Marmolada.

Das Rifugio Passo Valparola dient zudem als Ausgangspunkt für Touren zu dem nördlich gelegenen Rifugio Scotoni (2 Std), zum Rifugio Pralongia (2¾ Std) im Westen und zum östlich gelegenen Rifigio Lagazuoi (3½ Std). Bergziele von hier sind Monte Castello (2.371m, ¾ Std), Col di Lana (2.452m, 2½ Std) und Settsass (2.571m, 4½ Std).



Nordwestrampe des Passo di Valparola unterhalb des Rifugio Passo Valparola in den Dolomiten


Hinter dem Rifugio beginnt der Kurventanz durch den steilsten Abschnitt der Nordwestrampe. Die Passstraße führt durch vier Kehren und mit bis zu zwölf Prozent Gefälle auf die Südwand der 2.283 Meter hohen Forcella Salares in der Fanesgruppe zu, die sie auf einer Höhe von etwa zweitausend Metern westlich umgeht und dabei die Grenze der Regionen Veneto und Trento/Südtirol überquert, ...



Erdrutsch an der Nordwestrampe des Passo di Valparola in den Dolomiten


... um danach durch drei weitere Kehren den geschlossenen Nadelwald unterhalb der Hochalm "Malga Valparola" zu passieren. Vorbei an zwei durch Murenabgänge entstandene Engstellen...



In den Kehren der Nordwestrampe des Passo di Valparola zwischen dem Rifugio Passo Valparola und dem Talort La Villa in den Dolomiten


... führt die Passstraße dann entlang der Kreuzkofelgruppe, überquert den Bergbach "Rü Sciaré" und verläuft durch Almwiesen hinunter zum Dorf Armetarola und weiter über St. Kassian im Val di San Cassiano nach La Villa in der Gemeinde Alta Badia.



Kolfuschg Colfosco vor den Gipfeln in den Dolomiten


Von La Villa aus ist es nun nicht mehr weit nach Kolfuschg (ital.: Colfosco), wo wir vor der Kulisse der Sellagruppe im herrlich gelegenen und empfehlenswerten
B&B Garni Declara übernachten, um am Folgetag zum Würzjoch weiter zu fahren.




Weitere Infos:
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