Gebirgsstraßen, Pässe, Hellinge und Klimmen
    
Pinzgauer Höhe
(Alte Gerlosstraße - Ronachweg)
    



Die im Salzburger Land zwischen der 2.315 Meter hohen Königsleitenspitze und dem 2.039 Meter hohen Plattenkogel gelegene Pinzgauer Höhe bezeichnet den höchsten Punkt der "Alten Gerlosstraße" von Wald im Pinzgau zum Gerlospass. Die durch den Nationalpark Hohe Tauern führende und als Landesstraße 165 ausgeschilderte Passstraße ist auf Grund ihres Alters schmal, kurvenreich und auf mehreren Teilstücken auch in einem ausbesserungswürdigen Zustand. Dafür ist sie aber fahrerisch anspruchsvoller und - weil für Gespanne und Fahrzeuge über 2,5 Tonnen Gesamtgewicht gesperrt - deutlich ruhiger als die etwas weiter südlich von Krimml aus zum Gerlospass führende moderne, mautpflichtige "Gerlos Alpenstraße" der Großglockner Hochalpenstraßen AG.



Vor dem Abzweig zur alten Gerlosstraße hinter dem Scheitel des Gerlospasses


Von Zell am Ziller kommend erreichen wir etwa sechshundert Meter hinter der Scheitelhöhe des Gerlospasses den Abzweig der Alten Gerlosstraße, die durch das Salzachtal hinunter nach Wald im Pinzgau führt. Geradeaus weiterfahrend kommt man auf der Gerlos Alpenstraße nach Hochkrimml und Krimml. Wir wählen für unsere Talfahrt die alte Trasse über die Pinzgauer Höhe.



Alte Gerlosstrasse zwischen dem Gerlospass-Scheitel und der Pinzgauer Höhe


Kaum haben wir die ersten, etwas abschüssigen Metern hinter uns gebracht, geht es auf griffigem Asphalt mit bis zu sechs Prozent dem Rand des Vorderwald-Bergwalds folgend wieder leicht bergauf.



Auf der alten Gerlosstrasse vor der Pinzgauer Höhe oberhalb von Wald im Pinzgau


Sechshundert Meter hinter dem Abzweig liegt dann der unspektakuläre Scheitel der Pinzgauer Höhe vor uns. Bis hierher begleiteten uns am rechten Straßenrand sattgrüne Almwiesen, ...



Auf der alten Gerlosstraße zwischen der Pinzgauer Höhe und dem Hotel Ronach


... hinter der Scheitelhöhe wird die nun mit bis zu zehn Prozent abfallende und spürbar enger werdende Straße auf beiden Seiten vom Bergwald begrenzt. Wir rollen durch mehrere lang gezogene Kurven und überqueren auf einer kleinen Brücke die nördlich des Gerlospasses unterhalb des Westlichen und Östlichen Salzachgeiers (2.469 m / 2.466 m) entspringende Salzach, die über Mittersill, Bischofshofen und Freilassing dem Inn zustrebt. Hinter der Brücke quert die alte Gerlosstraße den Südhang des 2.236 Meter hohen Ronachgeier...



Auf der alte Gerlosstrasse vor dem Hotel Ronach im Weiler Hinterwaldberg oberhalb von Wald im Pinzgau


... und wir erreichen, etliche Schlaglöcher und Straßenabsackungen umfahrend, das Hotel Ronach im Weiler Hinterwaldberg, hinter dem sich in der Ferne die ersten Gipfel der Hohen Tauern erheben.



Alte Gerlosstrasse zwischen Hinterwaldberg und Unterrankental oberhalb von Wald im Pinzgau


Es folgt ein kurzes Flachstück mit mehreren unübersichtlichen Kurven.



Alte Gerlosstrasse vor der Brücke über den Nadernachbach oberhalb von Wald im Pinzgau


Dahinter geht es mit bis zu fünfzehn Prozent Gefälle wieder steil bergab. Kurz vor dem Weiler Unterrankental überqueren wir dann den schäumenden Nadernachbach, der unterhalb des 2.361 Meter hohen Dristkopfes entspringt und der in die tief unter uns im Tal fließende Salzach mündet.



Alte Gerlosstrasse beim Abzweig des Güterwegs Hinterwaldberg zwischen der Pinzgauer Höhe und Wald im Pinzgau


Mehr hopsend als rollend passieren wir in der Folge Unterrankental und den in einem weiteren Flachstück abzweigenden "Güterweg Hinterwaldberg", über den einige oberhalb der alten Gerlosstraße am Hang des 2.267 Meter hohen Gernkogel gelegene Bauernhöfe und Almen versorgt werden.



Abschüssige Alte Gerlosstrasse zwischen der Pinzgauer Höhe und Wald im Pinzgau


Kurz darauf bleibt der Wald zurück und es eröffnet sich uns ein toller Blick auf das 300 Meter tiefer gelegene Salzachtal mit dem Ort Wald im Pinzgau. Mit bis zu achtzehn Prozent Gefälle geht es nun hinunter Richtung Vorderwaldberg...



Im Hang abgestellter VW-Käfer vor dem Gasthof Grübl an der Alten Gerlosstrasse oberhalb von Wald im Pinzgau


... und vorbei am Gasthof Grübl mit dem schon vor Jahren eigenwillig im Hang geparkten VW-Käfer, ...



Alte Gerlosstrasse unterhalb der Pinzgauer Höhe kurz vor Wald im Pinzgau


... dann sehen wir die ersten Häuser von Wald im Pinzgau vor uns auftauchen.



Pfarrkirche zum heiligen Nikolaus neben der Alten Gerlosstrasse in Wald im Pinzgau


Hinter dem Ortseingang passieren wir die an einer Kehre stehende gotische
Pfarrkirche, die im Jahr 1469 dem heiligen Nikolaus von Myra geweiht wurde und deren Altar aus dem Jahr 1695 stammt. Hinter dem Gotteshaus biegt die "165" nach links ab und führt über Neunkirchen am Großvenediger nach Mittersill, von wo man zum Pass Thurn oder zur Felbertauernstraße weitertouren kann. Wir biegen hinter der Kirche aber nach rechts ab und folgen der in südwestlicher Richtung verlaufenden "Krimmler Landesstraße", ...



Blick von Krimml auf die Krimmler Wasserfälle nahe der Gerlos Alpenstraße


... die als "L113" über Vorderkrimml und vorbei an Unterkrimml nach Krimml führt, das durch die oberhalb des Ortes herunterstürzenden Krimmler Wasserfälle bekannt wurde.



Krimmler Wasserfälle seitlich der Gerlos Alpenstraße bei Krimml im Pinzgau


In Krimml parken wir den Roadster vor dem empfehlenswerten Landgasthof Kirchenwirt, schaffen das Gepäck in das vorbestellte Zimmer und spazieren dann an der Pfarrkirche zum hl. Jakobus d. Ä. vorbei durch das Ortszentrum zu den Wasserfällen. Das grandiose Naturschauspiel ist kaum zu beschreiben: Die von mehr als 20 Gletschern gespeiste Krimmler Ache stürzt sich über drei Fallstufen gut 380 Meter in die Tiefe - einmalig in Europa. Und: Die Krimmler Wasserfälle zählen zu den fünf größten ihrer Art weltweit. Wir begnügen uns aus Zeitgründen mit einem Besuch am Fuß der "schönsten Wasserfälle Österreichs". Wer mehr Zeit hat dem sei der Aufstieg über den vier Kilometer langen, vom Österreichischen Alpenverein geschaffenen "Wasserfallweg" hinauf zur obersten Fallstufe empfohlen.

Übrigens: Am Abend sind die Wasserfälle besonders beeindruckend, denn dann führen sie durch die mittäglich starke Schneeschmelze der Gletscher das meiste Wasser. Im Jahresmittel stürzen hier täglich 450.000 m³ Wasser in die Tiefe, ein Spektakel, das jährlich mehr als 400.000 Touristen aus aller Welt anzieht. Weshalb sich besonders ein Besuch an Werktagen außerhalb der Ferienzeit empfiehlt.




Weitere Infos:
https://alpenrouten.de/












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